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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Lunds Universitet

Informationen zum Erasmus+ Programm gab es bei unserer Erasmus-Koordinatorin Frau Santer, die ich in ihrem Büro aufsuchen konnten und mit ihr über den Aufenthalt und Formalitäten sprechen konnte. Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule wurde ebenfalls durch Frau Santer vorgenommen. Sie reichte die Bewerbungsunterlagen für die Gasthochschule nach der Prüfung meiner Eignung für das Programm dort ein. Da nur zwei Plätze in Lund zu vergeben waren, wurden die mit den besten Noten der letzten Semester genommen. Nachdem Frau Santer mich bei der Gastuniversität vorgeschlagen hatte, stand schon fest, dass ich dort studieren konnte. Dann musste ich mich noch formal wieder durch Frau Santer bewerben und bekam eine Email von der Gastuniversität, in der dann das weitere Vorgehen und mein Letter of Acceptance enthalten war.


Studienfach: Physik

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Lunds Universitet

Gastland: Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem war dem der Universität Potsdam sehr ähnlich, genau wie die Organisation der Lehrveranstaltung (LV). Online bewarb man sich für die Kurse, bei denen die Anforderungen schon beistanden. Dann wurde man zugelassen, individuell konnte man auch mit den Erasmus-Beauftragten oder Studienberatern vor Ort vereinbaren den Kurs zu wechseln oder individuelle Wünsche umzusetzen. Vor dem Kurs wurde an keiner Stelle überprüft ob man die Anforderungen tatsächlich erfüllt, allerdings gab es bei jeder LV ein erstes Zusammenkommen aller zugelassenen Bewerber und Lehrer, wo sich letztere vorstellten und erstere registrieren mussten. Nur wer auch zu diesem ersten Treffen kam, konnte sich registrieren lassen, also am Kurs teilnehmen und die ECTS bekommen. Die Leistungsbewertung erfolgte in den physikalischen Kursen durch Vorträge und Berichte während der Studienzeit und einer mündlichen und/oder schriftlichen Prüfung am Ende. Bei den schwedisch-Sprachkursen gab es nur eine schriftliche und mündliche Prüfung am Ende. Dabei sind alle Kurse und Noten online abrufbar, sehr ähnlich dem PULS-System. Das Studienklima war sehr angenehm. Die Kurse waren mit einer überschaubaren Menge an Leuten belegt. In den Sprachkursen waren ausschließlich Austauschstudierende und in den Fachkursen waren vielleicht nur ein Viertel Schweden/-innen. Es war stets kommunikativ, der Dialog war erwünscht, Fragen konnte man immer stellen und Dozenten, Lehrer und Mitstudierende waren immer hilfreich. Lehrsprache war immer Englisch, so hatte man keine Verständigungsprobleme und der Unterricht war gut gestaltet, mit Abwechslung, Gruppenarbeiten, Hausarbeiten und sogar Exkursionen, die zur Prüfungsleistung gehörten. Die Betreuung durch dortige Studenten/Verwaltungsmitarbeiter/Dozenten war vorhanden. Es gab selbstorganisierte Mentorgruppen für neue Studierende in Schweden und die verschiedenen Student Nations in Lund, Infoveranstaltungen durch Mitarbeiter und Dozenten wobei letztere immer auf Fragen, Anregungen und Bitten mit Herzlichkeit und Kompetenz eingegangen sind. DieTechnische Ausstattung/Öffnungszeiten von Bibliotheken/Computerpools kann ich nicht gut beurteilen, da kaum genutzt. Einen Computerpool im Physik-Departement habe ich besucht, der ist auf jeden Fall Vor- und Nachmittags unter der Woche offen und war mit mehr als zwanzig Rechnern mit Internetzugang und einem Drucker ausgestattet. Die meisten Gebäude schlossen allerdings gegen 19 Uhr und man kam nur mit einem Schlüssel oder einem Key-Code und dem Studentenausweis, der außerdem eine Chipkarte war, in die Gebäude. Nach 19 Uhr gab es einen Wachschutz, der sogar nach Ausweisen gefragt hat. Wenn man nach 19 Uhr die Gebäude verlassen wollte, musste man immer die Türen mit einem Schalter öffnen, da sonst der Alarm losging.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Kontakte konnte man gut knüpfen, gerade in den Sprachkursen. Es gab viele Veranstaltungen, die von den Nations organisiert wurden, wo alle Studierenden zusammenkommen     konnten. In den Kursen arbeitete man außerdem immer neue Leute kennen wegen der vielen Gruppenarbeit. Man kam also gar nicht darum herum neue Kontakte zu knüpfen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich konnte vorher gut Englisch sprechen, das hat sich durch den Aufenthalt vielleicht     ein kleines Bisschen verbessert, aber kaum merklich. Die beiden Schwedisch-    Sprachkurse hingegen ließen mich schwedisch sprechen, lesen und schreiben     lernen, was ich vorher noch nicht konnte. Schwedisch ist gerade für Leute, die     deutsch sprechen und Englisch können sehr einfach zu lernen. Französische Teile sind auch enthalten, es ähnelt stark dem Dänischem und Norwegischem

Wohn-  und Lebenssituation

Meine Unterkunft habe ich zwei Monate vor dem Aufenthalt durch einen privaten Vermieter auf einen Wohnungsfinder Website gefunden. Nachdem der Letter of Acceptance kam, konnte ich Kurse wählen und mich beim Studentenwerk für eine Wohnung im Studentenwohnheim bewerben. Ich wollte mit meiner Freundin zusammenziehen, mit der ich gemeinsam das halbe Jahr Erasmus/Schweden erleben konnte. Das gaben wir auch bei der Bewerbung an, doch es gab keinen Platz für uns. Diese Nachricht kam circa zwei Monate vor dem Start des Semesters im August/September. Deswegen haben wir auf von dem Studentenwerk empfohlenen Seiten nach einer Unterbringung gesucht und einen privaten Vermieter gefunden und haben ihn kurzerhand in Lund besucht. Mit dem Bus dauert das keine neun Stunden von Berlin und kostet keine 30 Euro pro Person und Strecke. Wir haben uns die Wohnung war ein großes Zimmer im Haus des Vermieters. Das Bad, den Flur und einen Kühlschrank teilten wir uns auf unser Etage mit einer anderen Studentin aus Deutschland, die im zweiten Zimmer auf der ersten Etage wohnte. Im Erdgeschoss gab es eine Küche, die wir immer benutzen konnten, allerdings mit dem Vermieter teilen mussten. Die Wohnung lag allerdings nicht in Lund, sondern in Staffanstorp, einem sehr großen Dorf zwischen Malmö und Lund. Die Lebenshaltungskosten sind deutlich höher als in Deutschland. Während wir hier auf vielleicht 300 Euro im Monat für Lebensmittel zu zweit kommen, sind es in Schweden um die 450 Euro. Dazu kommt die Abo-Karte für die Busse, weitere 50 Euro und eine Miete von mehr als 300 Euro pro Person. 800 Euro braucht man also mindestens pro Monat. Der BAföG-Satz plus Kindergeld reichen prinzipiell dafür aus und mit dem Erasmus-Stipendium kamen wir auf den gleichen Lebensstandard wie hier in Potsdam, mit Ausnahme der Wohnung.

Bankgeschäfte

Einfach IBAN eingeben und eine Überweisung tätigen funktioniert. Dabei muss man dann den SEK Betrag selber in Euro umrechnen und den Euro Betrag in der Überweisung eingeben. Nutzt man die Auslandsüberweisung der Sparkasse (Meine Bank), dann wird ein nicht kleiner Anteil des Geldes von der Bank eingezogen. Unbedingt braucht man in Schweden eine Kreditkarte! Es wird weitaus mehr mit Kreditkarte bezahlt als mit Bargeld, welches ich auch nur abheben konnte, indem ich einen Abschlag dabei zahlen musste. Wenn man direkt alles mit Kreditkarte bezahlt, kommt man am günstigsten davon, und der SEK Betrag wird direkt vom Konto abgebucht, ohne Abschlag (natürlich mit dem momentanen Wechselkurs der Bank). Wichtig ist also vorher sicherzustellen, dass man eine Kreditkarte hat, die eine breite Akzeptanz hat, beim bezahlen musste ich außerdem immer meinen Personalausweis vorzeigen.

Krankenversicherung

Ich bin noch weiter privat über meine Eltern versichert, das hat sich auch während des Aufenthalts nicht geändert. Am besten einfach bei der Versicherung einmal anrufen und fragen.

Besonderheiten bei Unterbringung/Miete

Nachdem wir keine Wohnung im Studentenwohnheim bekommen haben, suchten wir auf den empfohlenen Websites nach Wohnungen und wurden immer wieder gewarnt, dass es Betrüger gibt, die Wohnungen vermieten, die es nicht gibt oder nicht so ausschauen wie beschrieben. Deshalb sind wir auch kurz nach Schweden gefahren und haben uns die Wohnung angeschaut, nur um sicher zu gehen. Die Miete betrug 6400 SEK pro Monat für meine Freundin und mich inklusive aller Nebenkosten. Die Öffentlichen Verkehrsmittel sind in Lund/Malmö gut ausgebaut. Es fahren eigentlich immer (bis 2 Uhr Nachts) Busse von Lund und Malmö in die anliegenden Dörfer, Züge fahren rund um die Uhr zwischen den beiden Städten. Von Malmö kommt man innerhalb einer halben Stunde über den Öresund nach Kopenhagen und wir sind immer mit dem Bus von Staffanstorp, wo wir wohnten, nach Lund oder Malmö gefahren. Die Busfahrkarten dort laufen eigentlich über eine Art Guthaben-Einzug bei jeder Fahrt. Wir hatten allerdings Abo-Karten, mit denen wir zwischen Malmö, Staffanstorp und Lund so oft fahren konnten, wie wir wollten. Das kostete 550 SEK im Monat, was sich nach weniger als einer Woche schon rentiert. Der Bus brauchte 25 Minuten von Staffanstorp nach Lund und fuhr alle 15 Minuten. In Lund kommt man mit dem Bus so gut wie überall hin, genau wie in Potsdam.

Freizeitangebote

gab es wie gesagt viele von den Students Nations. Besuche in Nationalparks, Swedish cooking, Pubcrawls, Bars und Clubs gab es dann auch eher in Malmö als in Lund. Im Sommer kann man gut nach Lomma ans Meer fahren, ein schöner Strand, leider kaum Wellen aber auch fast kein Salz im Wasser. Entspannte Badenachmittage konnten wir bis Mitte September erleben.

Sonstige  Hinweise

Schweden unterscheidet sich nicht großartig von Deutschland. Einige kleine Dinge gibt es schon, wie die zu Beginn ungewöhnliche Sprache und dass aber trotzdem jeder Englisch spricht. Allgemein ist die Schnittmenge an deutscher und schwedischer Pop-, Ess- und Lebenskultur sehr groß.

Studienfach: Physik

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Lunds Universitet

Gastland: Schweden


Rückblick

Ich habe unschätzbar viel fürs Leben gelernt. Genießt die Kultur, die Traditionen, den schwedischen Kuchen und die Feste. Für Leute, die mit zu starken Kontrasten nicht gut umgehen können, ist Schweden ideal. Für andere, die das große exotische Abenteuer suchen, ist Schweden vielleicht nicht die beste Wahl. Noch ein paar abschließende Tipps für nachfolgende Studierende: Kreditkarte besorgen, früh um Wohnungen kümmern und nicht irgendwo Geld hin überweisen, immer Fragen, meist können die Leute weiterhelfen oder zumindest an jemanden weiterleiten, der helfen kann.
               

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