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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Uppsala Universitet

Mir war schon länger klar, dass ich nochmal einen Auslandsaufenthalt für einen längeren Zeitraum machen möchte. Ich habe mich auf der Internetseite der Uni Potsdam informiert welche Möglichkeiten es gibt. Auch nach Erfahrungen von Freunden, die von ihrem Erasmus Aufenthalt erzählt haben, habe ich mich letztendlich dazu entschieden mit dem Erasmus Programm ein paar Monate ins Ausland zu gehen.Nach der Bewerbung habe ich bereits ein paar Tage später die Zusage für Uppsala bekommen. Schon bald habe ich die E-Mail Adresse der Koordinatorin aus Uppsala bekommen und ich konnte alles fragen was mir unklar war und sie war stets bemüht und sehr hilfsbereit.Ungefähr 2 Monate bevor mein Auslandsaufenthalt startete gab es eine Informationsveranstaltung für alle Studenten, denen ein Erasmus Auslandsaufenthalt bevor stand. Dort wurde alles organisatorische erklärt, unter anderem wurde über das Learning Agreement, Beurlaubung an der Uni Potsdam und Auslandskrankenversicherung informiert. Letztendlich war es kein großer Aufwand und nicht schwer alle Unterlagen auszufüllen.

 

 


Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Uppsala Universitet

Gastland: Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das schwedische Studiensystem unterscheidet sich zum deutschen System. Das Semester ist in zwei Teile aufgeteilt sodass man meistens nur 1-2 Kurse gleichzeitig hat und auch direkt danach die Prüfungen schreibt. Das hat den Vorteil, dass man sich besser auf die Kurse konzentrieren kann und man mehr Zeit zum Lernen vor den Prüfungen hat. Mir hat dieses System sehr gut gefallen. Außerdem gibt es immer nach 45 Minuten eine Pause, sodass man sich danach wieder besser auf die Vorlesung konzentrieren kann.
Ich habe fast nur Masterkurse belegt und diese waren meistens relativ klein, meistens waren ungefähr 10-15 Studenten in einem Kurs. Die Atmosphäre war dadurch immer sehr entspannt. Und auch zu den Dozenten konnte man immer mit Fragen oder Anliegen gehen. Alle waren immer sehr hilfsbereit.  Im Gegensatz zum deutschen System gibt es weniger Frontalunterricht. Meistens gibt es ein paar Vorlesungen zur Einführung und dann arbeitet man an einem eigenen Projekt, das man am Ende vorstellt. Das kann manchmal sehr zeitaufwendig sein, aber man lernt viel mehr meines Erachtens.
Das Wintersemester ging von Ende August bis Mitte Januar und dann startet direkt das Sommersemester von Mitte Januar bis Anfang Juni. Über Weihnachten und Ostern hat man dafür meistens etwas länger frei.
Das Geocentrum hat eine eigene Bibliothek, in der man sich Bücher ausleihen oder auch lernen kann. Es gibt auch Bereiche in denen es extra ruhig sein muss, damit man sich besser konzentrieren kann. Und auch die technische Ausstattung war sehr gut in der Uni. Es gab Computerräume, die jederzeit benutzbar waren.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Nach der Ankunft in Schweden gab es eine Orientierungswoche, in der viele Events von den Nations für die neuen Auslandsstudenten angeboten wurden. In Uppsala gibt es 13 Student Nations, die nach den verschiedenen Regionen in Schweden benannt sind und jeder Student muss Mitglied einer Nation sein. Die Orientierungswoche dient dazu die Nations kennenzulernen genauso wie andere Auslandsstudenten, die neu in der Stadt sind. Nach dieser Woche muss sich jeder für eine Nation entscheiden, was manchmal schwierig sein kann nach dieser kurzen Zeit und ich denke man sollte das einfach aus dem Bauch heraus entscheiden. In der Orientierungswoche habe ich viele andere Erasmus Studenten kennengelernt mit denen ich dann auch das ganze Jahr über viel gemacht habe. Ich würde jedem empfehlen so viel wie möglich in dieser Woche mitzumachen.
Auch die schwedisch Sprachkurse waren eine gute Möglichkeit andere ausländische Studenten kennenzulernen, die auch gerade erst nach Schweden gekommen sind. Da ich fast nur Masterkurse belegt habe, waren diese auch immer international durchmischt, sodass ich leider sehr wenig mit schwedischen Studenten zu tun hatte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Eines der Gründe warum es mir wichtig war noch einen längeren Auslandsaufenthalt zu machen war mein Englisch zu verbessern. Ich konnte mich gut verständigen mit meinem Schulenglisch aber in längeren Gesprächen hat es mich meistens nicht weit gebracht. Und nach diesen Monaten hat sich mein englisch echt verbessert. Nach einer kurzen Zeit war es ganz normal alles auf englisch zu klären und ohne viel nachzudenken einfach zu reden. Da gewöhnt man sich sehr schnell dran.
Schwedisch konnte ich vorher noch gar nicht und habe zwei Sprachkurse belegt. Diese haben sehr Spaß gemacht und ich würde jedem empfehlen diese zu belegen, da es schön ist nach etwas Zeit etwas mehr zu verstehen sei es im Supermarkt oder ganz einfache Gespräche im Alltag.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich konnte 2-3 Monate vor meinem Auslandsaufenthalt eine Email an das Housing Office in Uppsala mit meiner Wunschliste schicken. Im Internet konnte man sich vorher über die verschiedenen Wohnheime informieren. Mitte Juni habe ich dann die Zusage für Flogsta bekommen, was auch mein Erstwunsch war. Hier wohnt man in einem Korridor mit 11 anderen zusammen. Jeder hat sein eigenes Bad aber die Küche wird mit allen geteilt. Ich habe gerne in Flogsta gewohnt. Man lernt schnell neue Leute kennen und es ist immer etwas los. In meinem Korridor waren internationale Studenten sowie schwedische.
Flogsta ist zwar etwas außerhalb aber mit dem Fahrrad dauert es auch nur höchstens 15 Minuten bis zur Innenstadt. Außerdem ist es nicht weit zu einem Wald, in dem man schöne Spaziergänge machen oder laufen gehen kann sowie ein kleiner Hügel von dem man gut den Sonnenuntergang beobachten kann. Und ein Supermarkt (ICA), der recht günstig ist und eine gute Auswahl hat ist direkt in der Nähe. Die Miete ist teuer für deutsche Verhältnisse aber für schwedische sind die Preise in Flogsta okay.
Uppsala ist eine absolute Fahrradstadt, da die Entfernungen nie sehr groß sind kann man auch alles sehr gut mit dem Fahrrad erreichen. Zu Beginn kann es sehr schwierig werden ein gutes Fahrrad zu ergattern. Es gibt Facebookgruppen auf denen Fahrräder angeboten werden und außerdem ein Fahrradmarkt, letztes Jahr war dieser am Montag in der Orientierungswoche. Da sollte man auf jeden Fall früh genug da sein um noch eine Chance auf ein gutes Fahrrad zu haben.
Die Lebenserhaltungskosten sind insgesamt etwas höher als in Deutschland.
Eine Sim Karte für das Handy ist im Welcome Paket enthalten, das alle neuen Studenten bekommen, wenn sie in Uppsala ankommen. Mit dieser hat mobiles Internet nur 50 Kronen pro Monat gekostet.
In meiner Freizeit bin ich oft zum Fitnessstudio Campus 1477 gegangen. Die haben ein sehr gutes Kursangebot uns es hat immer viel Spaß gemacht diese mitzumachen. Ansonsten sollte man das warme Wetter zu Beginn so gut wie möglich ausnutzen. Es gibt viele Parks in Uppsala und schöne Orte am Fluss wo man sich hinsetzen kann. Aber auch der Winter ist sehr schön, es lag viel Schnee und wir konnten Schlitten fahren. Außerdem gibt es eine Eisbahn in der Stadt, die man nutzen kann ohne etwas zu zahlen. Schlittschuhe kann man, wenn man Glück hat sehr günstig in einem Second Hand Laden kaufen. Der Winter kann dann auch sehr dunkel und kalt werden, aber dafür ist die Freude groß wenn dann der Frühling da ist und es wieder ein paar wärmere Tage gibt. Das wird dann auch am Valborg Wochenende gefeiert. An diesem Wochenende gab es sehr viele Events und viel Musik auf den Straßen, das sollte man auf jeden Fall nicht verpassen.

Sonstige  Hinweise

Wenn man in Uppsala ist kann ich außerdem noch Ausflüge nach Öregrund und Sigtuna empfehlen. Beide Orte kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen und sind alte schwedische Dörfer, die sehr schön sind. Und natürlich Ausflüge nach Stockholm. Es gibt zwei verschiedene Züge die von Uppsala nach Stockholm fahren. Man sollte immer darauf achten den SJ Zug zu nehmen. Dieser ist sowohl günstiger als auch schneller.
Außerdem kann man sich, wenn man ab und zu mal Bus in Uppsala fährt eine UL Karte zulegen. Diese kann man im Kiosk (Pressbyran) mit Geld aufladen. Wenn man mit dieser Karte im Bus zahlt ist es günstiger.


Facebookgruppen, in denen man gebrauchte Fahrräder und anderes finden kann:
https://www.facebook.com/groups/1472623029615777/?fref=nf
https://www.facebook.com/groups/156360364425010/

Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Uppsala Universitet

Gastland: Schweden


Rückblick

Ich kann einen Auslandsaufenthalt in Uppsala auf jeden Fall nur weiterempfehlen. Ich habe so viele neue Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen gemacht. Auch an der Herausforderung einmal ganz auf sich allein gestellt zu sein, kann man nur wachsen. Und dabei noch durch das Erasmus Programm unterstützt zu werden, ist eine einmalige Möglichkeit, die man nutzen sollte.

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