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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Technische Hochschule Blekinge

Die Partnerschaft zwischen der Technischen Hochschule Blekinge (BTH) und dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) ermöglicht 4 Studierenden einen je halbjährigen Aufenthalt an der BTH. Wie bei Erasmus üblich sind dabei keine Studiengebühren zu entrichten und durch Erasmus-Koordinatoren an beiden Universitäten wird einem als Austauschstudent immer geholfen. Das HPI und die BTH in Karlskrona haben neben einer Erasmus-Partnerschaft auch ein Dual-Degree-Agreement abgeschlossen, das einen doppelten Masterabschluss ermöglicht.Nach der internen Bewerbung um einen Platz beim Erasmus-Koordinator Prof. Naumann steht eine Nominierung bei der Gasthochschule an. Die Nominierung wird zusammen mit Prof. Naumann durchgeführt und macht einen zum Kandidaten des HPI. Nach einer formalen Bewerbung an der BTH erhält man dann seine Zusage von der Gastuni und kann sich um weitere Schritte (Wohnungssuche, Anreise, etc.) kümmern.


Studienfach: IT-System Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Technische Hochschule Blekinge

Gastland: Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das Semester an der BTH teilt sich in zwei gleichwertige Terms. In jedem Term werden 2 Kurse belegt und abgeschlossen. Nach einer einwöchigen Pause geht es mit dem nächsten Term weiter. Auch wenn Leistungspunkte (ECTS) eigentlich den Arbeitsaufwand einer Leistung objektiv messen sollen, gelingt das in Schweden bisweilen nicht ganz so gut. Übliche Lehrveranstaltungen geben dort häufig 7,5 ECTS, die am HPI pauschal in 6 LP umgewandelt werden (um die Verhältnismäßigkeit zu wahren). In einem Term sind 2 fachliche Kurse und ein zusätzlicher Sprachkurs gut machbar und für Erasmus-Studierende auch üblich. Sogar drei fachliche Kurse und der Schwedischkurs sind möglich (dann aber mit erhöhtem Arbeitsaufwand verbunden).
Jeder der Kurse wird in einer Liste für Gaststudierende belegbarer Kurse aufgeführt. Die Kurse unterscheiden in sich in Bachelor- und Masterkurse und nach Fächern. Jeder Kurs hat Belegungsvoraussetzungen, die relativ streng geprüft werden. In meinem Fall hat eine einschätzende Stellungnahme von Prof. Naumann zu meinen Vorkenntnissen sehr weitergeholfen.
Die Leistungsbewertung erfolgt nach den A-D, FX, F Schema. Zwischennoten, wie sie in Deutschland üblich sind, gibt es nicht.
Das Studienklima ist generell sehr angenehm. Erwartet wird ein hoher Eigenanteil bei Recherche und Vorbereitung. Einige Dozenten bringen nur Methodiken und Vertiefungen mit und erwarten eine selbstständige Erarbeitung des eigentlichen Themengebiets. Häufig setzt sich die Leistung aus mehreren Teilleistungen zusammen. Mehrere Assignments, die zur Klausurzulassung erfolgreich absolviert werden müssen, werden mit einem mehrseitigen Report und/oder einer mündlichen Prüfung abgeschlossen.
Die Betreuung an der BTH erfolgt durch das International Office. Für den Bereich Software Engineering gibt es jedoch im Gegensatz zu anderen Fakultäten keine Willkommenstage/Ansprechpartner (ich habe diese aber auch nicht speziell vermisst). Die Dozenten kommunizieren auf Wunsch gerne mit den Studierenden und stehen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Genutzt wird dafür häufig die Lernplattform der Universität (itsLearning) oder E-Mail. Ein Besuch beim Büro des Dozenten wiederum gestaltet sich aufgrund von Zugangsbegrenzungen für bestimmte Gebäudeteile hingegen als schwierig.
Die BTH bietet neben einem großen und sehr gemütlichen Cafe-/Pausenbereich auch einen gemeinsamen Arbeitsraum für alle Studierenden oberhalb der Bibliothek. Dieser Raum ist mit verschiedenen Sitzmöbeln, Computerarbeitsplätzen und verschieden großen Gruppenarbeitsabteilen versehen und eignet sich ganz hervorragend für das gemeinsame oder alleinige Arbeiten an verschiedenen Projekten. Die Bibliothek und dieser Raum bilden damit das Herzstück des Campus.
Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden
Der Kontakt zu schwedischen Studierenden gestaltete sich schwieriger als erwartet. Erasmus-Studierende sind häufig nur wenige Monate vor Ort und sprechen die Landessprache - wenn überhaupt - nur gebrochen. Dementsprechend niedrig ist das Interesse schwedischer Kommilitonen an gemeinsamen Unternehmungen. Im Kurs “Creativity for Product- and Service Development” wurden Gruppen zusammengestellt, die aus schwedischen Studierenden und Austauschstudierenden bestanden. Dieser “erzwungene” Kontakt war positiv und man kam zumindest ein bisschen mit Schweden ins Gespräch.
An der BTH in Karlskrona gibt es eine aktive ESN (Erasmus Student Network) Gruppe, die dafür sorgt, dass alle Erasmus-Studierenden eines Semesters sich kennenlernen und regelmäßige Veranstaltungen organisieren. Ohne den ESN (der übrigens aus keinem einzigen schwedischen Studierenden, sondern nur aus ehemaligen und aktuellen Erasmus-Leuten bestand) wäre die Atmosphäre unter den Erasmus-Studierenden niemals so gut vernetzt und positiv gewesen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich habe bereits vor dem Auslandsaufenthalt fließend Englisch gesprochen. Da in Schweden wirklich jeder (ich habe eine(!) Person getroffen, die nur schwedisch konnte) fließend englisch spricht ist keine Sprachbarriere zu spüren gewesen.
Ein extra für Austauschstudierende ausgelegter Sprachkurs während des Semesters (Introduction Svenska I & II) ermöglichte einen Einblick in die schwedische Sprache. Das Tempo ist relativ langsam, die Themen sind sehr grundlagenlastig. Der Kurs ist trotzdem sehr zu empfehlen und macht Spaß. Nach beiden Schwedischkursen befindet man sich kurz vor dem Niveau A2, ein Zertifikat gibt es aber nicht.

Wohn-  und Lebenssituation

In Karlskrona gibt es unter Studenten einen leider nicht ganz falschen Witz: “Karlskronahem basically owns Karlskrona”. Karlskronahem ist der größte Vermieter von Wohnungen in Karlskrona und hat auch eine große Menge von Studentenwohnungen zu vermieten. Um einen Platz zu bekommen muss man sich auf der Webseite rechtzeitig (wirklich schnell, möglichst direkt nachdem man den Platz hat) bewerben und dann immer und immer wieder auf der Seite nachschauen. Dort werden die aktuell freien Wohnungen nämlich in Angebotsform präsentiert und man muss sich einzeln auf die Wohnungen bewerben (dabei gilt immer: first come first served). Ich hatte bereits relativ früh Glück und habe eine Wohnung in Kungsmarken bekommen. Später kam dann nochmal ein ganzer Schwung Wohnungen (und man hätte sogar noch was besseres bekommen können). Also lieber nicht zu früh aufgeben. Es ist durchaus möglich dort eine Wohnung zu erhalten, man braucht nur ein bisschen Geduld (und Geheimtipp: einen Webmonitor, der Alarm schlägt, sobald neue Wohnungen angeboten werden).
Karlskrona liegt auf mehreren Inseln, die auch die verschiedenen Stadtteile voneinander trennen. Die Uni liegt auf dem Festland, die nächsten Wohnheime sind Polhelmsgatan (Jackpot), Galgamarken (ziemlich optimal) und Kungsmarken (ok, 10min Busfahrt). Gut sind auch Wohnungen auf Trossö (der Hauptinsel).
Neben den Wohnungen von Karlskronahem gibt es noch einige private Anbieter (Achtung: auf Facebook sind auch regelmäßig Betrüger unterwegs, die die Wohnungsknappheit in Karlskrona ausnutzen und gerne auch ausländische Studierende um Geld betrügen), das Gefängnis und das Studentenboot. Das Gefängnis ist eine ehemalige Justizvollzugsanstalt, die in ein Studentenwohnheim umgebaut wurde. Auch wenn man dort regelmäßig an eine Bruchbude erinnert wird, spielt sich ein Großteil des studentischen Lebens hier ab und die Zimmer sind zum Schlafen und Leben gut geeignet. Der Preis ist hingegen für die Umstände recht happig (das Einziehen der Miete wird aber von den etwas verplanten Vermietern dann doch regelmäßig vergessen). Das Studentenboot liegt im Hafen von Karlskrona etwas Abseits. Ich war einmal dort und kann nur abraten. Das Schiff ist alt, die Zimmer überteuert, die Anbindung schlecht und das WLAN ein Witz. Einziger Vorteil ist, dass hier auch schwedische Studenten leben und man gut Kontakte knüpfen kann.
Das öffentliche Verkehrsmittelnetz ist ein absoluter Traum. Die Hauptlinie Nr. 1 (linje ett) verbindet die Inseln Saltö und Trossö mit der Universität, den beiden Bahnhöfen und den etwas weiter auf dem Festland liegenden Gebieten Kungsmarken und Lyckeby. Die Linie verkehrt am Tag alle 7 Minuten, zu Randzeiten in völlig akzeptablen Taktzeiten und am Wochenende auch spät in der Nacht. Weitere Linien bringen einen in die etwas weiter außen gelegenen Gebiete und zur Arena. Ich hatte für meine Zeit in Karlskrona eine Monatskarte (ca. 40€). Karlskrona ist über den (etwas überteuerten) Öresundzug von Kopenhagen gut zu erreichen. Der nächstgelegene Flughafen ist Ronneby, SAS bietet von hier täglich mehrere Flüge nach Stockholm an.
Ein schwedisches Konto lässt sich nur mit schwedischer Personennummer eröffnen. Für den Alltag reicht aber auch ein deutsches Konto. Unbedingt dabei haben sollte man eine oder mehrere Kreditkarten, da Schweden sich das Ziel gesetzt hat Bargeld abzuschaffen. Von der Fahrkarte im Bus bis zum Uni-Shop: Häufig wird sogar nur Visa- und Mastercard akzeptiert. Wer statt PIN meistens die Unterschrift zum Bezahlen mit Kreditkarte braucht, braucht ein wenig mehr Geduld mit Kassierern. Zusätzlich zur Unterschrift wird nämlich auch immer die Personennummer vermerkt (die man nicht erhält, egal wie sehr man es versucht), im Falle eines deutschen Personalausweises wird dann meistens das Geburtsdatum vermerkt.
Über die Europäische Gesundheitskarte ist man auch in Schweden versichert. Ich habe keine zusätzliche Versicherung abgeschlossen, brauchte aber auch während meines gesamten Aufenthaltes keine medizinischen Leistungen. Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind durchgehend etwa 1,5 mal so hoch wie in Deutschland. Wer zusätzlich zum Alltag in Karlskrona auch noch ein paar Reisen durch Skandinavien machen möchte sollte ein paar Euro auf der hohen Kante haben.
Karlskrona selbst bietet aber bereits eine Menge Freizeitmöglichkeiten. Gerade im Sommer kann man jeden Tag baden gehen, es gibt ein Kino, eine Bowlingbahn, ein Paintballfeld, viele Cafes und dutzende weitere Angebote. Langeweile kam zumindest bei mir nie auf.

Studienfach: IT-System Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Technische Hochschule Blekinge

Gastland: Schweden


Rückblick

“Erasmus ist die Zeit deines Lebens!” - diesen Satz habe ich vor meinem Aufenthalt in Schweden immer wieder zu Ohren bekommen und auch vor Ort galt dieses Credo. Nach einem halben Jahr in Karlskrona kann ich sagen: Die Erfahrungen, Erinnerungen und Eindrücke, die ich in den letzten 5 Monaten sammeln durfte, möchte ich um keinen Preis missen. Die geschlossenen Freundschaften, die internationale Atmosphäre und die kleinen und großen Hürden, die es zu überwinden galt, haben mich geprägt, wie zuvor keine Phase meines Studiums und werden mich noch lange begleiten. Ich kann nur von ganzem Herzen jedem empfehlen sich auf dieses Abenteuer einzulassen, die Mühe wert ist es allemal!

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