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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Cluj-Napoca


Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Universitatea Babeș-Bolyai

Gastland: Rumänien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Im Vorfeld meines Auslandsaufenthalts wurde ein Erasmus-Vertrag zwischen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie der Facultatea de Stiinte Economice si Gestiunea Afacelior der Universität in Cluj geschlossen.

Studium an der Gastuniversität

Die Lehrveranstaltungen bestanden jeweils aus einer Vorlesung und einem Seminar, die jeweils vom gleichen Professor und hintereinander durchgeführt wurden. Die Veranstaltungen besuchte ich immer nur mit drei anderen Kommilitonen, weil alle anderen arbeiten mussten. Die Note für jedes Fach setzte sich aus vielen verschiedenen Komponenten zusammen. Zum Beispiel musste man zwei Vorträge halten, ein Paper präsentieren und eine Abschlussprüfung schreiben. Es gab eine Anwesenheitspflicht, die aber so geregelt war, dass einem bei Nichterscheinen einige Prozentpunkte der Abschlussnote fehlten, was von vielen Studierenden hingenommen wurde, um arbeiten zu gehen. Für die Abschlussprüfung eines jeden Fachs gab es zwei Prüfungstermine aus denen man sich einen aussuchen durfte.
Die Fächer waren generell mathematiklastiger und sehr viel spezieller als im Potsdamer Bachelor, da sich rumänische Studierende von Studienbeginn an spezialisieren.
Das Studienklima war sehr angenehm und man hatte einen sehr persönlichen Kontakt mit den Professoren. Der Unterricht litt etwas darunter, dass kaum Studierende zu diesem erschienen. Generell ist die Feedback- und Debattenkultur in Rumänien anders als in Deutschland. Es wird nicht alles kritisch beleuchtet, nicht zu allem eine Meinung gesagt und nicht alles auf Vor- und Nachteile geprüft.
Meine Kommilitonen halfen mir sehr gut weiter und setzten sich bei allen Belangen für mich ein. Auch die Dozenten versuchten, meinen Erasmus-Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Zum Beispiel musste ich keine Prüfung schreiben über die rumänische öffentliche Verwaltung, sondern konnte mich auf internationale Regelungen beschränken. Viele sandten mir direkt per E-Mail wichtige Materialien und standen für Fragen offen. Die technische Ausstattung meiner Fakultät war sehr gut und entsprach dem neuesten Standard.
Von der Betreuung durch die Verwaltung bin ich enttäuscht, denn es war unmöglich einen Erasmus-Koordinator anzutreffen. Auf meine zahlreichen E-Mails habe ich bis heute keine Antworten erhalten. Wichtige Fragen zum Learning Agreement, zu Lehrveranstaltungen, zu ECTS oder auch zum Prüfungsablauf konnte ich nicht klären. Die Büroöffungszeiten wurden nicht eingehalten und Hilfe zu bekommen, war sehr schwierig.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu einheimischen und ausländischen Studierenden hatte ich gleichermaßen guten Kontakt. An einigen Fakultäten besuchen die englischsprachigen Veranstaltungen nahezu ausschließlich internationale Studierende, an anderen ist man der einzige nicht-rumänische Student in den Vorlesungen.
Meine rumänischen Kommilitonen waren sehr bemüht, mir den Auslandsaufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und standen mir ungefragt immer mit Rat und Tat zur Seite.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich in den vergangenen zehn Jahren sehr viel Kontakt zu Rumänien im Rahmen einer Summer School an einer rumänischen Universität, eines Schulbesuchs sowie zahlreicher Reisen hatte, war ich auch an der rumänischen Sprache und der Möglichkeit, noch tiefer in die Kultur einzutauchen, interessiert. Bereits gut ein Jahr vor Beginn des Auslandsaufenthalts, begann ich Rumänisch zu lernen. Durch zahlreiche Sprachkurse in Deutschland und Rumänien gelang es mir, mit einem B1.1-Sprachlevel in den Auslandsaufenthalt aufzubrechen.
Durch ein Sprachkurs-Stipendium durfte ich sehr viele Einzelunterrichtsstunden während meiner Zeit in Rumänien besuchen, die mir enorm beim Ausbau meiner Fähigkeiten halfen. Darüber hinaus besuchte ich einen sehr gewinnbringenden Sprach- und Landeskundekurs an der Universität, der fakultätsübergreifend für alle Erasmus-Studenten angeboten wurde. So gelang es mir, das B2-Level gegen Ende meines Aufenthalts abzuschließen.
Neben Kenntnissen im Rumänischen erlangte ich sehr gute Englischkenntnisse und konnte insbesondere meine englische Fachsprache ausbauen und anwenden.
Da alle Kurse meiner Fakultät in fünf Sprachen angeboten wurden, besuchte ich sämtliche Lehrveranstaltungen in englischer Sprache. Meine Rumänischkenntnisse halfen mir sehr in der Freizeit und führten zu einem tiefen Verständnis der Kultur und Gesellschaft des Gastlandes.

Wohn-  und Lebenssituation

Erasmus-Studierende erhalten in Cluj einen Wohnheimplatz in einem sehr günstigen (ca. 30€ pro Monat) und renovierten Studentenwohnheim. Die Wohneinheiten bestehen aus einer Küche, einem Bad sowie einem Zimmer, welches sich zwei Studenten teilen. Alle internationalen Studierenden, die sich für das Leben im Wohnheim entscheiden, wohnen in einem Haus. Ich zog es vor, mir privat in der Stadt eine Wohnung zu suchen, was mir mithilfe einer internationalen Wohnungsvermittlungsagentur auch sehr schnell gelang.
Es ist prinzipiell möglich, Ermäßigungen bei einem Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr zu erhalten, jedoch gelang dies keinem mir bekannten Erasmus-Studierenden. Der Grund dafür ist die ausufernde Bürokratie in Rumänien, die sämtliche Abläufe verlangsamt, unüberschaubar oder unmöglich macht. Wenn man kein Monatsticket für den Bus hat, kostet eine Fahrt umgerechnet 40 ct. Man kann im Stadtzentrum aber alle Orte zu Fuß erreichen. Außerdem kann man mit einiger Anstrengung eine Leihkarte für öffentliche Fahrradausleihstationen, die sich an sehr vielen zentralen Plätzen befinden, bekommen und so kostenlos mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren.
Ein Bankkonto habe ich nicht eröffnet, weil ich mit meiner deutschen Visa-Kreditkarte überall bezahlen und kostenlos Bargeld abheben konnte. Die Wohnungsmiete habe ich an meine Vermieterin in Euro überwiesen, da in Rumänien neben dem rumänischen Leu der Euro für größere Summen genutzt wird.
Durch meine deutsche Krankenversicherung war ich ausreichend geschützt. Beim Arzt wurde ich ganz normal behandelt.
Cluj ist eine junge, angesagte Stadt, die für rumänische Verhältnisse recht teuer ist. Man kann, wenn man im Wohnheim wohnt und auf dem Wochenmarkt einkauft, sehr günstig leben. Da es aber auch hippe Cafés, westeuropäische Supermärkte und riesige Shoppingmalls gibt, kann man genauso viel Geld wie in Deutschland ausgeben. Grundsätzlich sind die Lebenshaltungskosten jedoch geringer als in Deutschland.
Jeden Tag lud die Stadt dazu ein, etwas Neues zu erleben. Entweder es gab ein Stadtfest oder ein Filmfestival oder ungarische Kulturtage,… Seine Freizeit kann man in Cluj ausgezeichnet verbringen. Die umliegenden atemberaubende Landschaft, die interessanten Städte und das kulturelle Erbe Siebenbürgens/Transsilvaniens laden zu Reisen und Ausflügen ein.

Sonstige  Hinweise

Man sollte beim Ausfüllen des Learning Agreements before the mobility unbedingt beachten, dass die Faculty of Business eine andere ist als die Faculty of Economics and Business Administration. Bei der Auswahl der Kurse sollte man das Lehrprogramm der richtigen Fakultät zu Grunde legen. Ich hatte die Kurse der falschen Fakultät eingetragen und bis zu meiner Ankunft ist es niemandem aufgefallen, dass ich die von mir präferierte und von allen Seiten unterzeichnete Kurswahl nicht würde wahrmachen können.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Universitatea Babeș-Bolyai

Gastland: Rumänien


Rückblick

Rumänien ist ein modernes, interessantes Land, das sich im Wandel befindet und so zahlreiche Möglichkeiten bietet. Ich empfehle Rumänien als Zielland uneingeschränkt weiter!

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