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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidade do Porto


Studienfach: Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 07/2017

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Die Vorbereitungen für meinen Erasmusaufenthalt in Porto begannen im Februar 2016. Die Koordinatoren Frau Kettmann vom International Office und Herr Stillmark von der Philosophischen Fakultät waren sehr hilfsbereit und standen mir bei allen Fragen und Unsicherheiten von Anfang an zur Seite. Dank ihnen konnte ich auch die vielen Formulare, die auszufüllen und einzureichen waren gut organisieren. Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule U Porto war etwas schwieriger, weil ich mich allein durch das Online-Anmeldungsformular navigieren musste, das einige Tücken bereit hielt, die im Online Application Guide nicht erwähnt wurden. Zum Beispiel musste ich in letzter Sekunde noch einen Nachweis über mein Sprachniveau in Französisch vorlegen, eine Bedingung, die ich übersehen hatte. Schließlich bekam ich aber von beiden Seiten grünes Licht und konnte mit den Vorbereitungen für die Reise beginnen.

Studium an der Gastuniversität

Ich habe mich an der Universität in Porto sehr wohl gefühlt. Die Faculdade de Letras mit ihren langen Gängen und Treppen die manchmal ins nichts führen, obwohl ein Gebäude aus den 90ern, ist tatsächlich das Vorbild für Hogwarts gewesen, denn Joanne K. Rowling war hier als Englischlehrerin angestellt als sie begann Harry Potter zu schreiben. Die Studenten tragen auch wirklich schwarze Umhänge, führen manchmal aus heiterem Himmel Tänze auf und spielen in den Pause zusammen Gitarre und singen Lieder, die so altmodisch und schön sind, dass man sich wirklich in einer magischen Parallelwelt glaubt - oder in der Zeit zurückversetzt. Studenten und Professoren waren sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn ich auch keine engen Freundschaften an der Uni geschlossen habe so war ich doch beeindruckt von der Offenheit und Freundlichkeit auf professioneller Ebene, die ein sehr angenehmes Arbeitsklima bedingten. Die Organisation des Studiums ist dem in Deutschland ziemlich ähnlich und ich fand mich gleich gut zurecht. Pro Semester belegte ich einen Sprachkurs in Portugiesisch und vier Hauptseminare mit je 6 ECTS. In den Seminaren werden 75 % Anwesenheit, eine Abschlussarbeit von 10-15 Seiten und ein Referat über die Arbeit gefordert. Ich fand es sehr angenehm, dass die Referate am Ende stattfinden und tatsächlich nur die selbstgewählten Themen der eigenständigen Arbeit der Studenten zum Inhalt haben und nicht wie in Deutschland Referate zu einem vorgegebenen Seminarplan das ganze Semester füllen. Jede Woche wird gemeinsam ein Text durchgearbeitet oder der Professor oder die Professorin referiert über das Thema des Seminars im weiteren Sinne, wodurch ich das Gefühl hatte, wirklich etwas vom Wissen der Professoren mitnehmen zu können. Auch die Arbeiten der Studenten werden sehr offen diskutiert und man bekommt ein Feedback bevor die Arbeit abgegeben wird, sodass man die Kritik noch berücksichtigen und die Arbeit verbessern kann. Die Seminargruppen waren angenehm klein und es gab Raum für persönlichen Kontakt und angeregte Diskussionen. Professoren waren immer auch außerhalb der Seminare ansprechbar und nahmen sich Zeit uns Studenten bei unseren Themen und Arbeiten zu helfen. Bei der Bewältigung des formalen Teils des Studiums stand mir Frau Santos im International Office bei. Alles was unterschrieben, gestempelt und eingereicht werden musste nahm sie entgegen und bearbeitete es immer schnell und sorgfältig. An der technischen Ausstattung der Uni war ebensowenig etwas zu bemängeln. Genügend Computerräume, ein Copyshop, ein Buchladen und eine hervorragend ausgestattete Bibliothek ließen nichts zu wünschen übrig. Das Essen in der Cafeteria allerdings war furchtbar. Vegetarische Alternativen sind in Portugal noch selten und Schinken-Käse-Sandwiches der einzige verlässliche Standard. Nur der Kaffee ist gut.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Da ich zwei Semester in Porto war, war ich Teil einer kompletten Masterklasse des Faches Kultur, Künste und Literatur, bestehend aus etwa 25 Studenten. Wir kannten uns alle beim Namen, halfen uns gegenseitig wo wir konnten und interessierten uns für die Projekte der anderen. Das Klima war professionell aber überaus freundlich und hilfsbereit. In den Pausen tranken wir zusammen Kaffee und rauchten, sprachen über Professoren und Seminarthemen und manchmal jammerten wir gemeinsam über die hohen Anforderungen. Die Uni liegt mit Blick auf den wunderschönen Fluss Rio Douro und der Garten bietet Platz zum Spazierengehen oder im Schatten unter Bäumen liegen, was das Campusleben sehr angenehm machte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mutig und ein bisschen leichtsinnig kam ich nach Portugal ohne Portugiesisch zu sprechen. Alle meine Seminare waren auf Portugiesisch, das war natürlich am Anfang ziemlich schwer. Ich habe aber überraschend schnell die Sprache gelernt, zumindest sie zu verstehen. Bereits nach 3 Monaten habe ich fast alles verstanden. Nach 6 Monaten habe ich mich auch selbst getraut in den Seminaren Portugiesisch zu sprechen, meine Referate durfte ich dann aber auf Englisch halten und auch die schriftlichen Arbeiten auf Englisch schreiben, weil das vielleicht doch mein Sprachniveau überstiegen hätte.

Wohn- und Lebenssituation

Schon im Voraus ein Zimmer in Porto zu finden war mit Uniplaces überraschend leicht. Da kann man ein Zimmer aussuchen, den Zeitraum wählen und da man die Miete im Voraus zahlt, bei Ankunft sofort einziehen. Sehr unkompliziert. Ich hatte auch wirklich Glück mit dem Zimmer. Mein Vermieter war nett, das Zimmer schön, mit Balkon, sehr günstig und zentral. Von Anfang an hat es mich zur die Kunst- und Kulturszene hingezogen, deren Offenheit und Vielfältigkeit beeindruckend ist. Jeder ist willkommen und jeder kann mitmachen. Ständig gibt es Workshops, Ausstellungen und Konzerte. Ich wohnte ganz in der Nähe der Kunsthochschule mit ihrem wunderschönen Schulgarten, wo ich an Mal- und Keramikkursen teilnehmen konnte und gleich Leute kennengelernt habe. Am Ende der Straße fand ich auch das “Stop”, ein ehemaliges Shoppingcenter, dessen viele kleine Läden in Musikstudios umgewandelt wurden. Dort abends durch die Gänge zu spazieren, den Bands beim Proben zuzuhören und Leute zu treffen wurde zu einer meiner liebsten Abendbeschäftigungen. Porto hat außerdem mehrere wunderschöne Parks, den Palacio de Cristal, umgeben von einem Garten mit zahmen Pfauen, Die Fundacao Serralves, ein Museum für zeitgenössische Kunst mit tollen Ausstellungen und einem Park voller Kunstwerke. Und am Ozean, nur 20 Minuten entfernt von meiner Wohnung, war ich natürlich auch oft. Die Stadtstrände sind in Ordnung aber natürlich findet man schönere und ruhigere, wenn man ein bisschen an der Küste entlangfährt. Durch Porto fließt ein Fluss, der Rio Douro, und auf der anderen Seite liegt die Stadt Gaia. Dort sind die Restaurants günstiger, man kann sehr gut frischen Fisch essen und die Strände sind auch nicht so voll. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Porto sind sehr günstig, 1,20 für eine Fahrt innerhalb der Stadtzone und da die Stadt nicht sehr groß ist, ist man schnell überall. Ich hatte auch ein Fahrrad, ein Mountainbike, das man in Porto unbedingt braucht, denn die Stadt ist auf Bergen gebaut. Ein Bankkonto habe ich nicht eröffnet. Ich habe mich informiert und das schien mir sehr kompliziert. Man braucht eine Anmeldung und die ist schwer zu bekommen und teuer. Ich habe deshalb alles mit meiner deutschen Kreditkarte besorgt, damit kann         man kostenfrei Geld im Ausland abheben. Portugal ist im Vergleich zu Deutschland etwas günstiger. Für die Krankenversicherung habe ich eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.

Studienfach: Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 07/2017

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal


Rückblick

Es war sehr schön in Porto! Es gibt viel zu entdecken und ich würde jedem raten sich auch abseits der Erasmusblase von internationalen Studenten und Erasmusparties zu bewegen. Vor allem wer sich für Kunst, Musik und Performance interessiert und Neues ausprobieren will, kann sich hier gut einbringen und ausprobieren.

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