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Persönlicher Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidade do Porto


Studienfach: Physik

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich im April 2016 relativ kurzfristig für den Auslandsaufenthalt entschieden. In der Liste mit den noch verfügbaren Restplätzen stieß ich auf den Platz an der Universität Porto, für den Herr Dr. Stillmark am Institut für Künste und Medien zuständig ist. Die Bewerbung auf den Platz über die Uni Potsdam und die Anfrage in Porto lief sehr zügig und unkompliziert. Die Internetseite des Akademischen Auslandsamtes der Universität Potsdam und die Informationsveranstaltungen von Frau Kettmann waren sehr hilfreich und lieferten alle notwendigen Informationen. Hier muss man die Bewerbung an der Uni Porto final abschließen. Die nötigen Bewerbungsunterlagen sind: das ausgefüllte Bewerbungsformular mit Passfoto und den Unterschriften der Koordinatoren in Potsdam, Scans des Ausweises und der Krankenversicherungskarte, dem Transcript of Records als Übersicht über die bisher besuchten Kurse, sowie in meinem Fall die englische Version des Bachelor-Zeugnisses. Beim Ausfüllen des Online-Bewerbungsformulars muss man Kurse im Umfang von 30 ECTS auswählen, die man zu besuchen gedenkt. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass man ohne Weiteres nur Kurse auswählen kann, die zu dem Studienprogramm gehören, auf das man sich offiziell bewirbt. Für diese Auswahl an Kursen wird man auch gleich registriert und man kann sich für andere Kurse nur auf dem Wege einer Änderung dieses Formulars anmelden. Ich wollte allerdings einen Sprachkurs und einen Philosophiekurs besuchen, die an einer anderen Fakultät angesiedelt waren. Die einzelnen Fakultäten der Uni Porto sind relativ unabhängig organisiert.

Studium an der Gastuniversität 

Die gesamte Organisation von der Bewerbung über die Leistungserfassung und die Bereitstellung von Lehrmaterial läuft über das System SIGARRA. Die Kurse, die ich besucht habe, waren als klassische Vorlesungen bzw. Unterricht im Sprachkurs organisiert. Alle Kurse fanden auf Portugiesisch statt. Dies war aber im Vergleich zum Alltagsportugiesisch auf der Straße für mich etwas leichter zu verstehen. Die Anforderungen waren keineswegs geringer als in Deutschland. Man sollte die Belastung in dem neuen Umfeld und der anderen Sprache nicht unterschätzen. Letztendlich war ich schon mit den nur drei Kursen (16 ECTS) den Großteil des Semesters sehr gut beschäftigt. Insgesamt erschien mir das universitäre System etwas konservativer und restriktiver als in Deutschland. Die Dozenten waren jedoch sehr kompetent und engagiert. Die auf dem Campus präsentesten Studierendenorganisationen waren die Verbindungen, die mir vor allem durch befremdliche Aufnahmerituale an den Neuen auffielen. Auf sympathische, offene, soziale Initiativen traf ich eher außerhalb des universitären Biotops. Die Bibliothek der Fakultät für Naturwissenschaften ist unter der Woche 10-20 Uhr geöffnet. Dort können Rechner und Drucker genutzt werden. In dem nahen und netten Jardim Botânico findet sich außerdem ein E-Learning Café der Fakultät, das jeden Tag 10-22 Uhr geöffnet ist. Auch die Bibliotheken der Faculdade de Letras und die Stadtbibliothek im Parque do Palácio Cristal bieten sich an. Von der lokalen Erasmus-Koordination habe ich teilweise keine Rückmeldung zu Anfragen bekommen und in der ersten Woche zu Semesterbeginn habe ich trotz Sprechzeiten mehrfach vergeblich versucht dort jemanden anzutreffen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Welche Kontakte man knüpft, hängt stark von einem selber ab. Ich habe zu Beginn, bevor ich ein Zimmer fand Couchsurfen gemacht und dort Einheimische bzw. Nicht-Erasmusstudenten kennengelernt. Für die meisten Erasmus-Studenten ist das in Porto sehr aktive Erasmus Student Network (ESN) der wichtigste Anlaufpunkt. Wenn man auf Partys und hippe Aktivitäten steht, findet man dort regelmäßig Angebote und lernt Leute kennen. Über das ESN kann man auch einen „Buddy“ zur Seite gestellt bekommen. Mein Buddy war hilfsbereit, studierte aber andere Fächer und war auf einer anderen Wellenlänge. In der Stadt findet man viele kleine Initiativen, die auch ausländischen Studenten offenstehen, wo man Leute kennenlernen kann. Empfehlen kann ich zum Beispiel die Casa da Horta, wo es ein breites Angebot an kulinarischen und kulturellen Aktivitäten gibt. Tendenziell kommt man natürlich leichter mit internationalen Studenten in Kontakt. Wenn man mit einer Gruppe von anderen internationalen Studenten die gleichen Kurse besucht, ist das ein großer Vorteil. Das war bei mir leider nicht der Fall.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich hatte vor dem Auslandssemester in zwei Sprachkursen das Niveau A2 erworben. Viele Erasmus-Studenten haben geringere Portugiesisch-Sprachkenntnisse und kommen mit Englisch gut zurecht. Im Vergleich zu meinen Erfahrungen in Frankreich oder Spanien, sprechen in Portugal viele Leute gut Englisch. Um den Kursen auf Portugiesisch folgen zu können, waren meine Kenntnisse aber gerade ausreichen. Nun, nach dem Aufenthalt ist mein Portugiesisch in Maßen verbessert (etwa B1). Auch für die Kommunikation auf Englisch war es eine gute Übung. 

Wohn-  und Lebenssituation

In Porto gibt es viele Zimmerangebote für Erasmus-Studenten. Ich habe mit der Zimmersuche begonnen, als ich in Porto ankam. Auf Facebook gibt es vom ESN Porto Erasmus-Gruppen mit vielen Mitgliedern, wo Zimmer-Gesuche und Angebote ausgetauscht werden. So habe ich auch mein Zimmer gefunden. Häufig werden die Zimmer in privaten Wohnungen untervermietet. So wie in meinem Fall gibt es häufig, ganz unbürokratisch, keine Mietverträge, das heißt man ist an keine Kündigungsfristen gebunden. Meiner Erfahrung nach liegen die Mietpreise bei 200-300€. Die Lebenshaltungskosten sind ansonsten ein wenig niedriger als in Deutschland. Die Portugiesen gehen häufiger auswärts essen, so findet man viele kleine Restaurants und Cafés mit günstigen Gerichten. Auf (Super-)Märkten bekommt man viel gutes Obst aus Portugal. Zur Fortbewegung in der Stadt habe ich vor allem das Fahrrad genutzt. Fahrradfahren ist in Porto wesentlich unangenehmer als in Potsdam, aber dennoch möglich. Vor Fahrraddiebstahl ist man auch in Porto nicht gefeit, wie ich kurz vor Ende des Aufenthalts erfahren musste. Die Metro von Porto funktioniert gut, verläuft aber nur entlang zweier Achsen durch die Stadt. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Busnetz. Für das Abendprogramm kann ich die auch architektonisch spektakuläre Konzerthaus Casa da Música empfehlen. Dort bekommt man von kostenlosen Pop-/Rock- über Jazz- bis hin zu Sinfoniekonzerten ein feines Musikprogramm geboten. Für unter 26-jährige sind die Tickets mit einem 50%-Rabatt äußerst erschwinglich. Ich hatte eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, musste jedoch nie zum Arzt.

Studienfach: Physik

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal


Rückblick

Mein Rückblick fällt differenziert aus. Ich sehe den Auslandsaufenthalt als eine wertvolle Erfahrung. Ich habe viel gelernt und viele Erkenntnisse gewonnen. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass es sich um einen kurzen Zeitraum handelt, in dem ich persönlich kein wirkliches soziales Umfeld aufbauen konnte und in dem mir ernsthafte außeruniversitäre Aktivitäten mit langfristiger Perspektive fehlten. Porto als Stadt hat viel zu bieten. Vor allem im Sommersemester, denke ich, kommen Leute, die eine lebendige Stadt suchen, in der man gut essen, ausgehen, an den Strand gehen und surfen kann, auf ihre Kosten. Die Uni Porto, soweit ich sie kennengelernt habe, und insbesondere die Lehrkräfte, sind gut, aber die Bedingungen und Möglichkeiten an der Uni Potsdam sind für mich besser.

Portugal

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