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Erfahrungsbericht - Auckland University of Technology (AUT)

Zur Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes habe ich geprüft ob es eine Partnerhochschule zwischen der Uni Potsdam und einer neuseeländischen Hochschule gibt. Leider stellte sich dies als nicht zutreffend heraus. Somit wandte ich mich an das Institut Ranke Heinemann, die bei der Beratung zu einer passenden Hochschule sowie der Kontaktaufnahme mit der neuseeländischen Universität und den Bewerbungsformalien halfen. Die Studiengebühren an der Auckland University of Technology (AUT) beliefen sich auf 12700 NZ $, einen Betrag, den ich komplett vorzustrecken hatte. Erst in Neuseeland erhielt ich einen geringen Zuschuss dazu durch das Auslands-BAföG.


Studienfach: MEd Sport und Geographie

Aufenthaltsdauer: 07/2014 - 01/2015

Gastuniversität: Auckland University of Technology (AUT)

Gastland: Neuseeland

Zur Bewerbung an der Gasthochschule war ein Sprachnachweis nötig. Daher hielt ich es für sinnvoll zwei Semester mein Englisch in universitären Kursen aufzubessern. Weiterhin habe ich viele Informationen über die Gasthochschule, die Stadt Auckland und Neuseeland als eingeholt. Meine Planungen habe ich 1,5 Jahre bevor Antritt des Auslandssemesters begonnen. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass 1 Jahr zur Vorbereitung auch absolut ausgereicht hätte.

Sehr zeitintensiv und nervenaufreibend waren die Suche und die Vorbereitung diverser Stipendien. Das PROMOS-Stipendium habe ich nachbewilligt bekommen, weshalb ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet hatte. Ich habe zusätzlich Auslands-BAföG beantragt. Leider wird das Auslands-BAföG ebenfalls auf das Einkommen der Eltern angerechnet, weshalb das finanzielle Budget sehr knapp bemessen war.

Studienfach: MEd Sport und Geographie

Aufenthaltsdauer: 07/2014 - 01/2015

Gastuniversität: Auckland University of Technology (AUT)

Gastland: Neuseeland

Gastuniversität

An der AUT werden für vier zu belegende Unikurse 60 Credit Points vergeben (15 Cp pro Kurs), die 30 Leistungspunkten entsprechen. Um als Student Vollzeit zu studieren, müssen vier Kurse belegt werden. Die gewünschten Kurse (einsehbar im Internet) konnte ich problemlos bekommen. Bei dem entsprechenden Schriftverkehr half mir das Institut Ranke Heinemann.

Die Lehrveranstaltungen werden in Seminaren (zum Teil als Block) und Vorlesungen abgehalten. Für meine gewählten Kurse waren keine Voraussetzungen notwendig. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass das universitäre Niveau in Neuseeland deutlich unter dem Deutschlands zurückbleibt. Daher war es kein Problem den Lehrveranstaltungen inhaltlich zu folgen. Die gestellten Anforderungen waren jedoch durch die Dozenten zum Teil nicht transparent formuliert worden. Gleiches gilt für die Leistungsbewertung. Ich muss jedoch hinzufügen, dass zwei Kurse strukturiert und transparent durchgeführt wurden, während die anderen zwei zum Teil nicht sachlogisch aufgebaut wurden und Anforderungen/Bewertungen nicht transparent waren.

Das Studienklima ist grundsätzlich sehr entspannt. Die Kurse sind grundsätzlich nicht so umfangreich und zeitintensiv wie an meiner Heimatuniversität. Das Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten ist im Allgemeinen recht gut. Etwas merkwürdig für mich war, dass alle Dozenten mit dem Vornamen angesprochen wurden. Ich fand das Verhältnis etwas zu informell. Das Studienklima zwischen den Studenten war gut, sowohl zu den einheimischen als auch zu internationalen Studenten. Dieses Klima hätte aber noch deutlich verbessert werden können, indem spezielle Veranstaltungen für internationale Studenten und neuseeländischen Studenten stattgefunden hätten und nicht ausschließlich für internationale Studenten.

Das Betreuungsangebot der AUT ist riesig, aber leider auch undurchsichtig. Ein Beispiel: Für den Kurs Water Based Pursuits hätte man einen Neoprenanzug benötigt. Dies wurde vor Anreise leider nicht mitgeteilt. Die Universität stellt keine Neoprenanzüge und empfiehlt bei einem mit der Universität in Verbindung stehend Club sich einen solchen gegen Gebühr zu leihen. Hinzugefügt werden muss, dass die Kommunikation für mitzubringende notwendige Ausrüstung leider völlig gefehlt hat. Im Gegensatz dazu haben die für die internationalen Studenten zuständigen Verwaltungsmitarbeiter mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Alles in allem habe ich mir hinsichtlich der Betreuung jedoch deutlich mehr erwartet.

Die technische Ausstattung der Computerpools war in Ordnung. Auch die Öffnungszeiten der Bibliothek waren ausreichend. Allerdings ist ein konzentriertes Arbeiten in der Bibliothek dort nicht wirklich möglich, da es den Studenten erlaubt ist mit Rucksäcken, Jacken und sogar Essen in die Bibliothek zu kommen. In meinem Fall zählten zur Ausstattung jedoch auch die Ausrüstung und der Zugang zu Sportgeräten, was zum Teil ungenügend oder fehlend war.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studenten waren gut. Allerdings haben sich nur mit vereinzelten ausländischen Studierenden solche Kontakte aufgebaut, dass man auch im Nachhinein in Kontakt bleibt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandsaufenthalt war meine Sprachkompetenz eher befriedigend. In Neuseeland haben sich meine sprachlichen Kompetenzen deutlich verbessert. Sowohl im Schreiben als auch in täglichen Konversationen habe ich deutliche Sprünge in meiner Sprachkompetenz feststellen können.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe in einer Gastfamilie gewohnt. Dies war preislich mit Abstand die günstigste Variante, denn im Studentenwohnheim hätte man 3500 € bezahlen müssen (ohne Essen, ohne Wäsche, ohne Internet). Zwei Monate vor Anreise habe ich die Unterkunft über das Portal homestay.com gefunden. Die Kosten für die Unterkunft mit Frühstück und Abendbrot, Wäsche waschen und WLAN beliefen sich auf 210 NZ$ pro Woche.

Leider ist im Preis der immens hohen Studiengebühren kein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr mit enthalten. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind recht teuer. Für eine halbe Stunde bezahlt man in etwa 5 $. Der Shuttle-Bus zwischen den Campi kostet 3 $. Busse sind (fast) immer unpünktlich (in der Regel 15 Minuten später) und fahren nicht sehr oft. Bankgeschäfte habe ich durch meine VISA-Karte abgewickelt. Die Universität stellt eine Krankenversicherung. Im Falle einer Krankheit konnte man in der Universität kostenfrei ärztliche Hilfe aufsuchen. Bei dem Besuch eines anderen Arztes wären Kosten angefallen. Deswegen habe ich zur Sicherheit eine weitere Auslandskrankenversicherung in Deutschland abgeschlossen.

Die Lebenshaltungskosten sind erheblich höher als in Deutschland (Potsdam). Das Essen ist sehr teuer. Daher ist eine Gastfamilie mit den Mahlzeiten inklusive empfehlenswert. Neuseeland ist ein fantastisches Land zum Reisen. So oft es möglich ist, sollte man die Stadt verlassen. Dies ist mit den öffentlichen Bussen und Bahnen nur sehr schlecht möglich. Daher ist ein Auto sehr praktisch.
Die Miete von Autos ist sehr hoch. Ich habe mir ein Auto gekauft, was sich als die beste Idee überhaupt rausstellte. Es ist sehr leicht ein Auto in Neuseeland zu erwerben. Über die Internetplattform facebook habe ich unter der Gruppe „carpooling“ ein Auto bekommen. Man sollte auf WOF (Warrant of fitness) und die Regostration achten. Der WOF ist das neuseeländische Pendant zum TÜV und die Regostration ist die Anmeldung des Autos. Wenn Preis und Zahlungsmodalitäten geklärt sind, wird bei der Post der „change of ownership“ gemacht (9 $). Daraufhin sollte man das Auto versichern (Third Party Insurance). Beim Fahren auf Linksverkehr achten! Das Verkaufen gestaltet sich genauso einfach wie der Kauf. Ich habe das Auto bei diversen Plattformen reingestellt (backpackerboard.co.nz, facebook.com, trademycampervan.co.nz).


Rückblick

Für die Beantragung des Visums muss der aktuelle Pass nach Hamburg verschickt werden. Von dort aus wird der Pass nach London weitergeschickt und man bekommt ihn etwa vier später mit einem eingeklebten Studentenvisum wider. Neuseeland ist ein traumhaftes Land zum Reisen und Erkunden. Die Vielfalt der Landschaften ist atemberaubend. Hingegen das Schulsystem und das universitäre Niveau sind deutlich schlechter als in Deutschland. Für die immensen Studiengebühren bekommt man deutlich zu wenig. Wenn nicht eine Kooperation mit der Heimatuniversität besteht, würde ich dringend davon abraten an der Auckland University of Technology in Neuseeland zu studieren.

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