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"Ich will nach Luxemburg!"

Meine Entscheidung als Germanistikstudentin ein Auslandssemester zu machen, wurde von meinen Mitstudenten immer sehr erstaunt aufgenommen. Warum auch Germanistik außerhalb von Deutschland studieren. Und dann auch noch in Luxemburg. Einem Land, was zwar die meisten vom Namen her kennen, aber dann doch nichts darüber wissen. Ich habe es nicht bereut. Meine Entscheidung beruhte auf der Tatsache, dass Luxemburg drei Amtssprachen hat: Deutsch, Französisch, Luxemburgisch und die Universität Luxemburg dreisprachig ist (Deutsch, Französisch, Englisch). Mein Wunsch war es, Kurse auf Deutsch zu haben, aber auch mein Französisch zu verbessern. Ersteres hat geklappt, Zweiteres eher nicht. Obwohl ich einen Französisch-Sprachkurs besucht habe, hat sich mein Französisch nicht erwähnenswert verbessert. Trotzdem war meine Zeit in Luxemburg ein Erfolg.


Studienfach: Germanistik

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Université du Luxembourg

Gastland: Luxemburg

Grundsätzlich war die Vorbereitung einfach. Ich habe den Platz von Seiten unserer Universität aus sofort bekommen. Was auch daran liegt, dass die Universität Luxemburg nur Bachelorstudenten nimmt. Es gibt dort keinen Germanistik-Master. Die Konsequenz für mich war daher leider, dass ich mir zu Hause nichts anerkennen lassen konnte, da ich schon alle Punkte für das Bachelor-Studium hatte.

An der Universität Luxemburg hat das Bewerbungsverfahren (wie alle bürokratischen Dinge) länger gedauert. Aber auch das hat alles reibungslos geklappt. Was ich sehr positiv hervorheben muss ist die Betreuung bei der Ankunft. Ich hatte sowohl einen Pick-upper (einen Studenten der mich vom Flughafen abgeholt und zur Uni gebracht hat bzw. später auch zu meiner Unterkunft) und einen Buddy. Ich war mit meinem Buddy sehr zufrieden und habe immer noch Kontakt zu ihr. Der erste Tag war allerdings sehr lang. Da die meisten an diesem Tag anreisen, war es im Büro für die Unterkunft sehr voll und ich musste drei Stunden warten. Es gab allerdings Essen und Getränke für uns. Mein Rat: Sobald ihr in der Uni seid, solltet ihr euch eine Wartenummer ziehen.

Studienfach: Germanistik

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Université du Luxembourg

Gastland: Luxemburg

Meine Unterkunft war sehr modern. Ich hatte ein eigenes Badezimmer, was ich allerdings vorher auch angefragt hatte, da die meisten Unterkünfte Gemeinschaftsbäder haben. Man muss allerdings einplanen, dass die Studentenwohnheime in Luxemburg teurer als in Deutschland sind. Genauso wie das Essen. Allerdings bekommt man für 4,50-5,00€ mittags ein hervorragendes Essen in der Mensa. Als Vorspeise steht sowohl ein Salatbuffet als auch eine Suppe zur Auswahl, meist auch noch etwas anderes wie Muscheln oder Carpaccio. Als Hauptgericht gibt es fünf Möglichkeiten, davon eine vegetarische. Das Essen ist sehr gut und hochwertig. So gibt es auch Steak, frisch vor den Augen zubereiteten Fisch oder Garnelen. Außerdem sind die Portionen sehr reichhaltig. Die Desserts erinnern an eine Patisserie. Eclairs, Obstsalat, Cheescake oder ähnliches stehen zur Auswahl. Positiv zu erwähnen ist auch, dass es kostenlos Wasser in der Mensa gibt.

Leider war der Kontakt zu den einheimischen Studenten sehr schleppend. Die Studenten wohnen alle noch zu Hause und verlassen die Universität normalerweise sofort nach den Seminaren / Vorlesungen. Dies liegt vor allem auch daran, dass sie teilweise längere Strecken nach Hause brauchen. Außerdem sprechen die einheimischen Studenten miteinander Luxemburgisch und man versteht (selbst als Deutsche) wenig. Mein Studiengang (Germanistik) bestand pro Jahr aus 50 Studenten. Jeder kennt jeden und auch die Dozenten kennen jeden Namen. Der Stundenplan wird mit einigen Wahlmöglichkeiten vorgegeben. Insgesamt muss ich sagen, dass sich das Lernen doch sehr von meinen Erfahrungen in Potsdam unterscheidet. Das was der Dozent sagt, wird gelernt, die Studenten haben nur selten eine eigene Meinung und auch in Prüfungsgesprächen wird nur Wissen abgefragt. Mir fehlte der wissenschaftliche Diskurs. Ansonsten waren die Lehrveranstaltungen lehrreich und das Studienklima angenehm. Man konnte jederzeit mit den Dozenten reden. Bei anderen Universitätsmitarbeitern kam es jedoch teilweise zu Sprachproblemen. Vor allem was das Personal betrifft, welches weder mit den Studiengängen noch mit der Verwaltung zu tun hat. Das Sprachproblem kann auch die außeruniversitäre Welt betreffen. So sprechen Rathausmitarbeiter auch Deutsch (lieber als Englisch), beim Einkaufen kommt man aber meist nur mit Französisch weiter. Es sind aber alle sehr freundlich und bemühen sich.

Luxemburg ist ein sehr schönes Land und man kann viel Erkunden. So war ich in Vianden auf dem Nussmarkt und in Schenken auf dem Weinfestival (beides im Herbst und sehr zu empfehlen). Auch Ausflüge nach Frankreich, Belgien und Deutschland bieten sich an. Es gibt einige Museen und ein Besuch in der Philharmonie ist sehr zu empfehlen. Wichtig ist sich die regelmäßigen Kultur-Mails anzusehen, da es häufig Vergünstigungen oder sogar Freikarten für die Studenten gibt. Ich habe bis jetzt immer von Luxemburg gesprochen, aber auch Luxemburg besteht aus verschiedenen Städten und Dörfern. Der Hauptstandort der Universität ist daher auch nicht Luxemburg-Stadt sondern Esch/ Alzette. Eine Stadt die früher durch die Eisenindustrie geprägt war und sich nun auf die Wissenschaft konzentriert. Hier werden alle Bachelorstudiengänge unterrichtet. Mitten auf dem Campus in Esch steht auch noch ein alter Hochofen, der im Sommer besichtigt werden kann. Wer im Wintersemester nach Luxemburg fährt, sollte die Augen offenhalten, denn am letzten Wochenende der Öffnung kann man den Hochofen nachts besteigen. Ein schönes Erlebnis. Außerdem bietet die Universität Luxemburg auch kostenlose Sport- und Kunst-Kurse an. Nutzt es aus! Ich habe einen Salsakurs und einen Keramikkurs gemacht. Beide haben mir sehr gefallen. Neben den vielen positiven Erlebnissen und Erfahrungen muss ich allerdings auch anführen, dass ich leider nicht so viel Französisch gelernt habe wie ich wollte, dass die Sprachkurse Geld kosten (allerdings nur 20€) und, dass die Bibliothek der Universität sehr schlecht ausgestattet ist. Leider hilft auch die Nationalbibliothek Luxemburg nicht weiter. Für Bibliotheksarbeiten muss man nach Trier. Trier ist circa 1 ½ Stunden entfernt und auch zum Sightseeing eine Reise wert. Außerdem hat mir der wissenschaftliche Diskurs in der Germanistik gefehlt.


Rückblick

Ansonsten war es eine wunderbare Zeit. Ich habe viele Leute aus der ganzen Welt getroffen und Freundschaften geschlossen. Aus den Erzählungen von anderen Studenten weiß ich, dass die Universität Luxemburg vor allem in den Ingenieurewissenschaften, Rechtswissenschaften und Politik sehr gute Forschung betreibt und einen sehr guten Ruf besitzt. Allerdings warte ich vier Wochen nach meiner Abreise immer noch auf mein Transcript of Records…

Für Fragen rund um das Erasmusstudium in Luxemburg stehe ich gerne zur Verfügung. Außerdem kommen auch jedes Wintersemester Studenten aus Luxemburg nach Potsdam.

 

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