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Erasmus-Semester in Padua – Dolce Vita und quirliges Studentenleben

„Eine Deutsche, die Englisch studiert, aber hierher nach Italien gekommen ist?!“ – Überrascht schaut mich der freundliche Verkäufer im „Casa del Parmigiano“, meinem Lieblings-Feinkostgeschäft in Padua, an. Nicht zum ersten Mal erklärte ich, wieso es mich im Sommersemester 2017 nicht nach Großbritannien oder in die USA, sondern nach Italien verschlagen hatte.    
Ein paar Gründe liegen direkt auf der Hand: die eindrucksvolle Kultur- und Kunstgeschichte des Landes, das gute Essen, die abwechslungsreiche Landschaft, das Klima. Doch mir ging es insbesondere auch darum, die italienische Sprache nicht nur vertiefend zu lernen, sondern auch zu verstehen: in welchem Kontext nutzt man bestimmte Formulierungen, welche Wörter kommen in Alltagssituationen zum Einsatz, wie funktioniert das Zusammenspiel von Sprache und Gestik? In meinem Bachelor-Studium studierte ich Italienisch als Zweitfach; im Englisch-Master hatte ich neben Sprachkursen nicht mehr viel Kontakt mit der italienischen Sprache und Kultur. Als die Bewerbungen für ein Erasmus-Semester anstanden dachte ich mir, wieso sollte ich nicht versuchen, an eine italienische Uni zu gehen – nach einem Gespräch mit der zuständigen Koordinatorin der Romanistik war glücklicherweise auch schnell klar, dass das möglich wäre, obwohl ich am Institut für Anglistik studiere.


Studienfach: Anglophone Modernities

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Università degli Studi di Padova

Gastland: Italien

Während meiner Recherche auf den Websites der kooperierenden Partneruniversitäten war mir schnell klar, dass die Università degli Studi di Padovadie richtige Uni für mich ist, denn sie legt einen Schwerpunkt auf Kurse und sogar ganze Studienprogramme in Englisch. Passende Kurse für meinen Master in Anglophone Modernities zu finden stellte also kein Problem dar. Darüber hinaus war ich allein von den Fotos der Stadt Padua, die ich im Internet sah, dermaßen begeistert, dass ich mich für diese Uni bewarb und mich dementsprechend sehr darauf freute, in Italien zu studieren, nachdem die Zusage für das Erasmus-Semester in meinem Email-Postfach landete. Ich bewarb mich für das Sommersemester des folgenden Jahres, das in Italien Ende Februar beginnt. Somit blieb mir recht viel Zeit, um nach und nach alle Vorbereitungen zu treffen – Bewerbungsformular der Universität Padua ausfüllen, Dokumente einreichen, die Abwicklung mit der Uni Potsdam, Kurse wählen, eine Unterkunft suchen.

Studienfach: Anglophone Modernities

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Università degli Studi di Padova

Gastland: Italien

Die Uni betreibt einige Studentenwohnheime; ich wollte aber lieber in einer WG leben. Für die Suche nach einem Zimmer erwiesen sich www.bakeca.it und die Facebook-Gruppe der ESN Gruppe Erasmus Padova als sehr hilfreich. In dieser Gruppe sind alle Erasmus-Studenten eines Jahres vernetzt; ins Leben gerufen wurde sie von den italienischen Studenten, die im ESN-Team der Hochschule sind. Letztendlich fand ich über Facebook mein WG-Zimmer: ich verfasste einen Post „WG-Zimmer gesucht“ und bekam Nachricht von einer polnischen Erasmus-Studentin, die im Februar ihr Auslandssemester beenden würde und einen Nachfolger für ihr Zimmer suchte. Im Dezember besuchte ich Padua ein erstes Mal, um vorab einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Bei dieser Gelegenheit schaute ich mir auch das WG-Zimmer an und lernte meine zukünftigen italienischen Mitbewohnerinnen kennen. Nachdem auch der Vermieter zugestimmt hatte, hatte ich zwei Monate vor Beginn des Erasmus-Semesters das WG-Zimmer in der Tasche. Mir war es wichtig, vor Beginn des Auslandsaufenthalts zu wissen, wo ich leben würde. Da jedes Semester eine Vielzahl von Studenten aus dem Ausland nach Padua kommt und die Plätze in den Studentenwohnheimen nicht ausreichen, würde ich auch künftigen Erasmus-Studenten empfehlen, rechtzeitig nach einer Unterkunft zu suchen. Man muss dafür nicht zwangsläufig vorher in das Zielland reisen, aber für mich war der Trip im Dezember nach Padua nicht nur ein Kurzurlaub, sondern bedeutete auch „Liebe auf den ersten Blick“: ich war sofort begeistert von dieser alten norditalienischen Stadt, dem historischen Zentrum mit den zahlreichen kleinen Gassen und Straßen, die von Bogengängen überdacht werden, den eindrucksvollen Palazzi und dem weitläufigen Prato della Valle, dem größten Platz Italiens. Ich wusste, dass ich mich hier sehr wohlfühlen würde und genauso war es auch. Im Dezember war Padua schon wundervoll, doch im Sommer, als ich dann dort lebte und die Stadt und all ihre bekannten und versteckten Schätze kennen lernte, war ich noch viel mehr überwältigt. Padua ist wahrhaftig eine Studentenstadt, es ist immer etwas los; Veranstaltungen und Konzerte; man trifft sich auf den Treppen an der Piazza dei Signori, genießt die Sonne auf der Wiese des Prato oder schlendert am Fluß an den Navigli vorbei, an den Bars, die im Sommer an der Uferpromenade ihre Buden eröffnen. Die Stadt bietet Studenten aber nicht nur zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, sondern auch eine Hochschul-Struktur, in der man als Gaststudent sehr gut aufgehoben ist. Die Willkommenstage helfen, sich in der ersten Zeit zu orientieren und die abschließenden Formalitäten zu klären. Jedem Gaststudent steht ein italienischer Buddy zur Seite und die ESN-Gruppe organisiert in der ersten Woche des Semesters Ausflüge, Stadtrundgänge und Barabende. So lernt man schnell andere Erasmus-Studenten kennen. Die Kurse sind etwas anders organisiert als in Deutschland, denn im Wesentlichen sind es Vorlesungen. Der Unterricht ist demnach hauptsächlich frontal; der Einbezug der Studenten unterscheidet sich aber auch je nach Dozent. Ich bekam für die Seminare, die ich besuchte, recht viele ECTS-Punkte (jeweils 9), entsprechend hoch war aber auch der Workload. Außerdem finden die Kurse in der Regel zwei- bis dreimal pro Woche statt. Dies hilft aber, richtig in die Materie abzutauchen. Auch die Prüfungsformen unterscheiden sich etwas zu denen, die man von deutschen Universitäten kennt. In meinem Studiengang werden in den meisten Fällen Hausarbeiten gefordert; in Padua habe ich alle meine Kurse mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Zum Lernen stehen in Bibliotheken und Study Rooms, die teilweise sogar klimatisiert sind, Arbeitsplätze und freies WLAN zur Verfügung. An technischer Ausstattung und Infrastruktur steht die Uni Padua einer deutschen Hochschule in nichts nach.


Rückblick

Zusammenfassend war das Semester in Italien in vielerlei Hinsicht eine einmalige, tolle und lehrreiche Erfahrung. Auch wenn die Unterrichtssprache meiner Kurse Englisch war, konnte ich meine Italienischkenntnisse entscheidend verbessern. Zuhause habe ich mit meinen Mitbewohnern ausschließlich Italienisch gesprochen, sie haben mir Redewendungen und umgangssprachliche Begriffe erklärt – Dinge, die man in keinem Unikurs lernt, die aber für ein tiefergehendes Verständnis von Land und Leuten wichtig sind. Überall sind mir die Menschen offen und freundlich begegnet, sie haben mich mit ihrer Lebensfreude und ihrer Art, die Dinge nicht allzu schwer zu nehmen, begeistert und motiviert. Ich habe Studenten aus anderen Ländern getroffen, Gemeinsamkeiten erkannt und Freunde gefunden. Ich hatte die Möglichkeit in einer Stadt zu leben und zu studieren, die mit ihrem besonderen Charme und ihren unzähligen schönen Plätzen zu einem Zuhause geworden ist. Ich habe die Region Venetien erkundet mit ihren großen und kleinen Schätzen – Venedig, nur einen Katzensprung von Padua entfernt; Bassano del Grappa im Voralpenland; die Euganeischen Hügel, die zum Wandern einladen. Kurz: ich habe eine wunderbare Zeit in Padua gehabt und ich kann jedem, der über ein Semester in Italien nachdenkt, nur raten: Andiamo!

 

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