uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Mein Auslandssemester in Florenz

Informationen zum Erasmus+-Programm und den möglichen Zieluniversitäten gibt es online, entweder auf der jeweiligen Institutsseite oder  der allgemeinen Seite zum Erasmus+-Programm der Uni Potsdam unter der Rubrik Partnerhochschulen der einzelnen Fakultäten. Für meinen Studiengang gab es mit der Universität Florenz die einzige Partnerschaft zu einer italienischen Universität. Mit dem Wunsch, ein Erasmussemester in Italien zu verbringen, bin ich dann zum Erasmus-Koordinator meines Studiengangs gegangen und habe mich beworben. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen; in meinem Fall war ich der einzige Bewerber.


Studienfach: Geoökologie B. Sc.

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 03/2017

Gastuniversität: Università degli Studi di Firenze

Gastland: Italien

Für einen Antritt im Wintersemester empfiehlt es sich, sich für das Programm noch vor Jahreswechsel des vorigen Wintersemesters zu bewerben. Nach erfolgreicher Auswahl empfiehlt es sich, zu den Info-Veranstalungen des International Office zu gehen, in denen Informationen rund um die bürokratische Organisation des Erasmusprogramms erklärt werden. Mein Auslandssemester habe ich zum Wintersemester angetreten. Dafür sollten bis Juli vor Antritt des Erasmus zwei Dokumente ins Erasmus-Büro der Uni Florenz (Servizio Relazioni Internazionali -  Viale Morgagni, 40–44 - 50134 Firenze) postalisch eingereicht werden, zum einen das Enrolment Form und das Learning Agreement before mobility, in welchem schon eine Auswahl über die zu besuchenden Kurse anzugeben ist. Allerdings fand sich auf der Website der Uni Florenz zu dem Zeitpunkt noch keine Information zu den stattfindenen Kursen, weswegen man sich Kurse des vorigen Wintersemesters zur Auswahl anschauen musste, unwissend ob und zu welcher Zeit diese dann tatsächlich stattfinden würden.

Studium an der Gastuniversität

Nach Aktualisierung der Kurspläne und mit Beginn des Semesters kann die vorige Kursauswahl mittels des Learning Agreement during the mobility unter Absprache mit der Gastuni und der Mitteilung an die Heimatuni geändert werden, wie auch in meinem Fall ohne Komplikationen geschehen. Hier empfiehlt es sich auch bei Antritt, in so viele Kurse wie möglich reinzuschnuppern, um z. B. die finale Auswahl der Kurse auch davon abhängig zu machen, welche der Dozenten sprachlich ausreichend zu verstehen sind.

So stellte es sich bei mir ein, der ich zu Beginn nur über Anfängerkenntnisse der italienischen Sprache verfügte, dass ein Großteil der Dozenten - mitunter sogar auch für italienische Studenten – (aus-)sprachlich sehr schwer zu verstehen war. Wer an der Uni Florenz von vornherein nur englischsprachige Kurse besuchen möchte, sollte sich im Voraus schon gut über dessen Angebot informieren.

Für meinen Fachbereich wurden keine englischsprachigen Kurse angeboten. Solche fand man allerdings z. B. speziell in einem englischsprachigen Masterprogramm der Agrarwissenschaftler, welches für den einen oder anderen Studenten der Geoökologie, Biologie oder Geowissenschaften durchaus den ein oder anderen thematisch interessanten Kurs zu bieten hätte. Fachfremd gab es ebenfalls noch englischsprachige Masterprogramme.

Nach der Ankunft in Florenz ist es obligatorisch, den Antritt seines Erasmussemesters im Erasmus-Büro der Uni mittels der Confirmation of Stay anzumelden. Hier wird auch gleich das Libretto (Studentenausweis/-büchlein; auch zum Examensnoteneintrag) beantragt, auf dessen Fertigstellung man leider bis zu 2 Monaten warten musste und somit auch auf seine Matrikelnummer, welche allerdings unabdingabar für beispielsweise die Nutzung des universitären W-Lan oder der Erstellung der Mensa-Karte ist.

Die Anmeldung sollte noch vor Beginn der Lehrveranstaltungen geschehen. In meinem Fall wurde mir dort auch gleich mitgeteilt, welche meiner im LA before the mobility angegebenen Kurse tatsächlich stattfanden und wo diese stattfinden würden. Hierfür wurde ich zu meiner zugeteilten Erasmus-Delegierten eingeladen. Zusätzlich gab es auch schon einige nützliche allgemeine Informationen bezüglich des Studiums. Und ein kostenloses Unifi-Shirt.

Die Räumlichkeiten der Universität sind auf die ganze Stadt und sogar mitunter außerhalb der Stadt verteilt. Meine Kurse fanden fast ausschließlich auf einem Campus nahe der Innenstadt statt.

Bibliotheken gibt es ebenfalls mehrere in der Stadt verteilt, mitunter mit Öffnungszeiten bis Mitternacht. Mangeln tut es an nutzbaren universitären Kopierern und Druckern. Hierfür wurden, auch von den italienischen Studenten, meistens Copy shops nahe der Campus genutzt.

Es gab anfangs einige Verwirrungen über das Anmelden und den Ablauf der Sprachkurse. Es werden innerhalb eines Semesters mehrere Sprachkurse unterschiedlichen Levels angeboten. Der erste Sprachkurs, den man macht, ist gratis, jeder folgende hätte 50 € gekostet. Dabei ist es möglich, innerhalb eines Semesters mehrere Sprachkurse aufeinanderfolgend zu besuchen, da zum Beginn und auch zum Ende des Semesters Kurse angeboten werden. Jeder zu besuchende Kurs muss auch vorher im Learning-Agreement aufgenommen werden.

Die Sprachkurse werden durch das Centro Linguistico di Ateneo (CLA) organisiert und angeboten (http://www.cla.unifi.it/index.php). Man muss sich online zu einem Kolloqium anmelden, bei dem mittels eines kurzen Gesprächs das sprachliche Level festgestellt wird, um sich danach online für einen der Kurse anzumelden.

Das CLA bietet weiterhin über das gesamte Semester weitere von den Kursen unabhängige Sprachveranstaltungen an, wie z.B. Gesprächsrunden, extra Übungen, subtitulierte Filme, usw. (PDF mit monatlichem Angebot gibt es hier: www.cla.unifi.it/ls-8-italiano-l2.html). Diese Angebote wahrzunehmen ist sowohl für die Verbesserung der Sprachkenntnisse als auch für das Kennenlernen neuer Leute sehr zu empfehlen.

Die Kurse meines hauptsächlichen Studiums waren allesamt Kurse eines Masterstudienfachs „Scienze della natura e dell'uomo“. In diesem waren nur wenige Studenten immatrikuliert, mit denen sich auf Anhieb ein persönlicher Kontakt entwickelte. Diese boten mir bei allerlei studienrelevanten Fragen auch Hilfe an, obwohl ein Großteil von ihnen selbst erst neu in Florenz angekommen war.

Meine zugeteilte Erasmus-Delegierte war entgegen meiner hauptsächlichen Kursauswahl Prof. Simonetta Monechi aus den Geowissenschaften, aus dessen Studiengängen ich eben keinen Kurs belegte. Trotzdem gestaltete es sich mit ihr sehr angenehm und sie nahm sich viel Zeit mit mir, die verschiedenen angebotenen Lehrveranstaltungen (aus verschiedenen Studienfächern) durchzugehen und für mich passende zu finden, welche ich dann in mein Learning Agreement during the mobility übernehmen konnte. Die Veränderung der Kurse musste danach, wie oben genannt, mit dem Erasmus-Büro und dem Erasmuskoordinators meines Studiengangs an der Uni-Potsdam abgemacht werden.

Die besuchten Lehrveranstaltungen selbst bestanden fast ausschließlich aus Vorlesungen, nur innerhalb eines Faches war auch ein 3-tägiges Laborpraktikum mit inbegriffen. Durch die geringe Teilnehmeranzahl an den Veranstaltungen war es angenehmerweise auch ab und zu möglich, unter Absprache mit den Dozenten, Veranstaltungstermine zu verlegen, falls den Studenten oder auch dem Dozenten selbst etwas dazwischenkam. Diesbezüglich gab es einen guten Informationsaustausch zwischen den Studenten und Dozenten.

Auch die Legung der Prüfungstermine – die Prüfungen bestehen ausschließlich aus mündlichen Prüfungen – konnte angenehmerweise von Dozenten und Studenten relativ frei jederzeit innerhalb des Prüfungszeitraumes gewählt werden. Allerdings gibt es, ähnlich PULS an der Uni Potsdam, eine Online-Prüfungsplattform (https://sol.unifi.it/prenot/prenot), welche nur eine begrenzte Anzahl an offiziellen Prüfungsterminen zulässt, zu denen man sich anmelden muss. Mir ist es blöderweise passiert, dass ich noch eine Prüfung in einem Fach ablegen wollte, für die es aber schon keinen offiziellen Termin mehr gab, woran auch die Dozenten nichts mehr ändern konnten.

Abgesehen von den sprachlichen Schwierigkeiten, welche sich bei mir einstellten, und durch die ich manch einen Dozenten so gut wie gar nicht verstehen konnte, waren die Veranstaltungen qualitativ zufriedenstellend.

Sprachkenntnisse

Es ist sehr zu empfehlen, zumindest grundlegende Fähigkeiten der italienischen Sprache mitzubringen, nicht nur für das Verstehen des Unterrichtsstoffes sondern auch für den sonstigen Kontakt an der Uni und in Italien im Allgemeinen, da es oft – so wie in allen nicht englischsprachigen Ländern – auch bei eigenen ausreichenden Englischkenntnissen vorkommt, dass andere Leute kein Englisch sprechen können bzw. nur sehr rudimentär.

Lebenssituation vor Ort

Wohnungssuche

So etwa auch bei der Wohnungssuche, bei der es absolut notwendig gewesen ist, über Italienischkenntnisse zu verfügen. Diese hat sich als relativ schwierig herausgestellt, da, vor allem zu Semesterbeginn, unzählige andere Leute ebenfalls nach einer Unterkunft suchen. Zimmer in Studentenwohnheimen sind für Erasmusstudenten nicht vorgesehen.

Schon bevor ich in Italien angekommen bin, habe ich viele Anfragen an WGs über die Facebook-Gruppe Appartamenti e stanze a Firenze geschrieben, allerdings ohne Erfolg.

In Italien angekommen, habe ich erstmal 5 Nächte in einem Hostel genächtigt, bevor ich ein Zimmer in einer WG fand. Weitere Online-Plattformen zur Wohnungs-/Zimmersuche wären easystanza.it oder subito.it. Außerdem findet man vor Ort häufig an den Aushängen der einzelnen Uni-Campus Annoncen zu freien Zimmern. Es empfiehlt sich sehr, so früh wie möglich mit der Wohnungs-/Zimmersuche zu beginnen.

Viele der Unterkünfte laufen ohne Mietvertrag ab, so auch in meinem Fall. Hier lohnt es sich, zumindest einen unterschriebenen Nachweis über die Bezahlung der Kaution vom Vermieter zu verlangen. Bezahlt wurde immer monatlich Cash auf die Hand. Ein Vorteil dieser Art der Unterkunft bestand in meinem Fall darin, dass ich frei entscheiden konnte, wann ich wieder ausziehen wollte. Die Miete war allerdings recht hoch, trotz eher unterdurchschnittlichen Zustands der Wohnung und einer nicht gerade zentralen Lage. Insgesamt muss man in Florenz schon mit monatlichen Mieten zwischen 300 und 500 € für ein Zimmer rechnen.

Mobilität

Wenn man nicht gerade zentral wohnt, bietet es sich an, sich ein Fahhrad zu besorgen – z. B. gebrauchte auf subito.it – oder aber mit Bus und Bahn zu fahren. Das öffentliche Verkehrsnetz mit Bus und Bahn (ATAF; ataf.net) ist einigermaßen umfangreich ausgebaut und auch nicht allzu teuer. Tickets bekommt man für 1,20€ in den Tabakshops (tabaccheria), in den Bussen für 2€. Für diejenigen, die häufiger mit den Öffis fahren, böte sich auch ein Monatsticket an, an welches man als Student vergünstigt kommt.

Freizeitangebote

Abseits vom Studium und dem Stress, eine Unterkunft zu finden, gibt es in Florenz und auch in der Umgebung einiges Interessante und Schöne zu entdecken. Florenz selbst verfügt über zahlreiche Museen und architektonische Schmuckstücke, vor allem aus Zeiten der Renaissance, was auch übrigens dafür sorgt, dass es jede Menge Touristen gibt. Allein auch in der Toskana gibt es unzählig schöne Natur und Kultur, die man auch nach einem halben Jahr Erasmus kaum alle besuchen kann. Weiterhin bieten sich viele Ausgehmöglichkeiten, Restaurants, Bars, usw., hauptsächlich in der Innenstadt. Hier wären besonders die Bezirke Santa Croce und Santo Spirito zu nennen. In den wärmeren Monaten ist abends auch einiges auf den Straßen los. Auch die hiesigen Erasmusorganisationen, wie ESN, AEGEE, ISF und ErasmusLand bieten zahlreiche Trips, Partys und andere Veranstaltungen an, auf denen man auch am ehesten in Kontakt mit anderen Erasmusstudenten treten kann. Hier bietet es sich an, gleich nach Ankunft mit diesen Organisationen in Kontakt zu treten.

Studienfach: Geoökologie B. Sc.

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 03/2017

Gastuniversität: Università degli Studi di Firenze

Gastland: Italien


Rückblick und Tipps

Ein Tipp noch, wenn man Städte besuchen möchte, die etwas weiter weg liegen: Neben dem größten Bahnunternehmen trenitalia gibt es noch italotreno (italotreno.it), bei denen man an einigermaßen günstige Tickets für Schnellzüge kommt, wenn man sich einige Tage vorher Tickets besorgt und früh morgens bzw. spät abends fährt – was sich eh bei Tagestrips anböte. Allerdings werden nur die größeren Städte angefahren.

Insgesamt ist zu sagen, dass Florenz sich ausgezeichnet für ein Auslandssemester eignet.

Italien

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Hier finden Sie alle Informationen zur Finanzierung Ihres Auslandsaufenthaltes und zu den Stipendien.