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Mein Auslandssemester in Bologna

Bologna, eine ungewöhnliche Stadt zwischen Underground und Bourgeosie, die sich wohl wie kaum eine andere Stadt in Italien für einen Erasmusaufenthalt eignet. Ein wenig übersehen, neben Tourismusmagneten wie Venedig, Rom und Florenz bietet Bologna ein unfassbares Angebot an Retaurants und Bars und eine traumhaft schöne Altstadt mit kilometerlangen Arkardengängen. Dazu eine Kultur- und Politikszene, die der historischen Stadt eine gute Portion Lebhaftigkeit und Großstadt-Flair verleiht.


Studienfach: Politische Bildung / Sport (LA Sek I & II)

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 03/2017

Gastuniversität: Università di Bologna

Gastland: Italien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Der Arbeitsaufwand für ein Erasmussemester wird häufig überschätzt und man stresst sich permanent, weil man denkt: „Ich muss bestimmt noch irgendetwas erledigen. Das kann es doch nicht schon gewesen sein!“ Im Grunde ist es ziemlich unkompliziert. Die Informationen, die man auf der Universitätshomepage oder über die Mailing-Liste erhält, decken sich größtenteils mit dem, was man bei den ersten Infoveranstaltungen erklärt bekommt, vor allem, weil diese oft zu individuellen Beratungsterminen im Plenum mutierten.

Die Aufnahmeregularien der Università di Bologna kann man ganz unkompliziert auf Italienisch und Englisch per E-Mail (http://www.unibo.it/en/international/contacts-for-international-students) erfragen, man bekommt eigentlich immer eine schnelle Hilfestellung. Nachdem die offizielle Zusage kam und ich per E-Mail den Platz bestätigt hatte, konnte ich mir mit dem Online-Kursangebot (http://www.unibo.it/en/teaching/course-unit-catalogue) mein Learning Agreement zusammenstellen. Da sich das Kursangebot jedoch am vorherigen Semester orientiert, kann es sein, dass manche der ausgewählten Kurse im folgenden Semester nicht mehr angeboten werden. Solche Probleme lassen sich erst vor Ort mit dem Learning Agreement (during the mobilty) lösen, was ebenfalls kein Hexenwerk ist. Bei der Kurswahl sollte man dringend berücksichtigen, an welchem der fünf Studienstandorte die jeweiligen Kurse angeboten werden, da viele Kurse der School of Political Science in Forlì (ca. 1 Stunde Fahrtzeit) stattfinden. Ich konnte auch Kurse anderer Fakultäten bzw. als Bachelorstudent Veranstaltungen des Masters besuchen, was ich jedem nur empfehlen kann.

Die Einschreibung in Kurse und Anmeldung für Klausuren funktioniert über ein Portal ähnlich wie PULS (Zugang erhält man per E-Mail nach der Bestätigung des Platzes), etwas versteckt im Portal ist auch der persönliche E-Mailzugang. Über den Punkt „AlmaEsami“ muss man sich zu einem der angebotenen Prüfungstermine anmelden, eine automatische Anmeldung gibt es in der Form nicht.

Studienfach: Politische Bildung / Sport (LA Sek I & II)

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 03/2017

Gastuniversität: Università di Bologna

Gastland: Italien

Situation vor Ort

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem an der Unibo im Bereich Politikwissenschaften ist modern und durchaus interessant aufbereitet: Es gibt viele Vorlesungen auf Englisch, wobei das Sprachniveau der Dozierenden in den meisten Fällen auch vernünftig ist. Auffällig war jedoch, dass die Seminare 1. hoffnungslos überfüllt waren und 2. häufig an eine Vorlesung in kleinem Rahmen erinnerten, wodurch sich der politische Diskurs an der Universität, zumindest innerhalb der Veranstaltungen, in Grenzen hielt. Hinzu kam, dass bei Vorlesungen der internationalen Beziehung häufig eine eher politisch-historische und weniger eine politisch-theoretische Perspektive eingenommen wurde, was anhand der Kursbeschreibung nicht zu erwarten war. Die Leistungsanforderungen waren im Verhältnis zum deutschen Maßstab sehr dankbar: Es wurde zwar deutlich mehr Inhalt vorausgesetzt (vor allem Reproduktion, weniger Anwendung von Wissen), dafür wurde nur selten eine Beteiligung im Seminar vorausgesetzt und die Benotung viel ebenfalls deutlich besser aus. Entsprechend der überwältigenden Anzahl an Studierenden gibt es auch Bibliotheken und Arbeitsräume, manche sehr gut ausgestattet und schön, andere wiederum hässlich oder mit verwirrenden Einlassverfahren. Die zwei Bibliotheken in der Via Zamboni sind vor allem in der Prüfungsphase sehr überfüllt. Persönlich kann ich das „Ex Convento di Santa Cristina“ sehr empfehlen (sehr schön und ohne Taschenabgabe etc.).

Das Studienklima empfand ich als sehr bereichernd, was vor allem an der Vielzahl studentischer Initiativen (vor allem linksalternative Studierendengruppen) liegt. Permanent gibt es kleinere Veranstaltungen (Demos, Aperitivi oder Versammlungen) rund um die zona universitaria oder direkt in der Fakultät, was die Atmosphäre unmittelbar und lebendig werden lässt. Viele der Gruppen sind sehr zugänglich und waren für mich, neben den anderen Erasmusstudierenden wichtige AnsprechpartnerInnen. Natürlich gibt es auch eine Koordinatorin für Erasmus Studierende an der SoWi-Fakultät (Paola Bordandini, Sprechzeiten immer mittwochs, innerhalb des Semesters sehr gut per Mail zu erreichen), der ich aber lediglich für die Unterschrift meines Learning Agreements begegnet bin.

Was den Kontakt zu einheimischen angeht, ist Italien nicht grundsätzlich anders als Deutschland. Die ItalienerInnen haben bereits häufig einen festen Freundeskreis in der Stadt, deshalb ist es an uns/euch, den Kontakt zu suchen und sich dabei auch gerne mal sehr weit aus der eigenen Komfortzone hinaus zu wagen, besonders, wenn ihr die üblichen Erasmusveranstaltungen (u.a. schlechte Partys, oberflächliche Gespräche etc.) nicht so interessant findet. Der Schlüssel zur Sprache, als auch zu italienischen Studierenden war auf jeden Fall meine Tandem-Partnerin, durch die ich, zumindest ein bisschen, in einen italienischen Freundeskreis reingerutscht bin. Es gibt sehr viele ItalienerInnen, die Deutsch lernen wollen. Über Facebookgruppen oder indem man einfach ein bisschen die Ohren offen hält, findet man eigentlich ziemlich leicht jemanden. Im Gegensatz zum Sprachkurs brachten mir die Tandem-Treffen schnell die wichtigsten Vokabeln und Formulierungen bei, sodass ich mit meinem A2-B1 Italienisch (2 Semester Sprachkurs in Potsdam) schnell zurecht kam.

Wohn-  und Lebenssituation

Bologna ist voll von Studierenden, was die Suche nach zentral gelegenen und bezahlbaren Wohnungen natürlich erschwert. Somit rate ich jedem, sich möglichst früh nach einer Unterkunft umzusehen. Ich habe erst vor Ort angefangen zu suchen und nur mit Mühe etwas gefunden. Generell ist es einfacher, wenn man 2 Semester lang bleibt, weil viele Verträge mindestens ein Jahr Laufzeit haben. Für alle linksalternativen Studierenden ist es sicherlich empfehlenswert, beim Labas anzufragen, das ebenfalls über Wohnungen verfügt, die nicht nur schön, sondern deutlich billiger sind. Ich habe mir gleich am Anfang ein Fahrrad angeschafft – ein gutes Schloss macht sich bezahlt, denn Fahrraddiebstähle in Bologna sind mehr als üblich. Ich habe ca. 800 € pro Monat gebraucht und damit keinen dekadenten Lebensstil gepflegt. Miete und Lebenshaltungskosten sind, zumindest in manchen Teilen, höher als in Deutschland.

Freizeitangebote - nützliche Tipps

Um überflüssige Wiederholungen mit vorherigen Erfahrungsberichten zu vermeiden, in denen das Wichtigste bereits in aller Präzision beschrieben wurde, zähle ich im Folgenden diverse Orte auf, die etwas unbekannter bzw. für mich persönlich und meine Zeit in Bologna sehr wichtig waren

Kulturelles 

Ateliersi

Wie oben bereits angeschnitten ein sehr guter Ort für Kulturelles aller Art. Auch Teil des GenderBender-Festivals, was man sich nicht entgehen lassen sollte!

Teatro Comunale di Bologna

Das Theater ist nicht nur wegen seines tollen Saales ein absolutes Muss, sondern auch, weil  bekannte Opern zu günstigen Preisen (es gibt oft Restkarten für Studierende für 10 € an der Abendkasse) aufgeführt werden. Für Konzerte gibt’s darüber hinaus Studierendentickets für 2 €, jedoch für die Generalproben, was mich nicht gestört hat.

Cinema Lumierè

Dieses Programmkino ist Teil der Cineteca Bologna und zeigt vieles auf Originalsprache mit italienischen Untertiteln. Im Sommer gibt es eine malerische Bar direkt im Innenhof und oft gibt es auch kleinere Filmfestivals (dieses Jahr: Cinemafrica), die man unbedingt besuchen sollte!

Erasmus-Kino

Zusammen mit den Stadt- und Skiausflügen der Erasmus-Organisationen die einzige Veranstaltungen in dieser Richtung, die etwas taugt. Italienische Filmklassiker im Hörsaal, man darf sich selbst Essen und Trinken mitbringen. Lohnt sich!

Clubs

XM24

Leider steht dieses Projekt kurz vor der Schließung, weil es zu einem Polizeirevier umgebaut werden soll. Sollte dies irgendwie verhindert werden können, dann bleibt es ein Ort mit sagenhaften, bezahlbaren Partys und fast ausschließlich italienischem Publikum. Das Angebot geht aber noch weit über die Partys hinaus, mit eigenen Sportkursen, die deutlich billiger(teilweise sogar umsonst sind) kann man sich zum Beispiel die nervige Prozedur des Hochschulsports sparen.

Bukó (circolo virtuoso)

Eines der kleineren sozialen Zentren in Bologna, das ebenfalls weit mehr als nur Partys anbietet (Diskussionen, Kinoabende, etc.). Die Trash-Partys sind mit die besten der Stadt, Atmosphäre sehr entspannt.

Laboratorio Crash

Seit den 70ern besetzt und eine Institution für so ziemlich alle italienischen Studierenden in Bologna. Das Crash schmeißt ausschließlich Partys, günstig (ohne Mitgliedskarte, was sonst sehr üblich ist) und meist mit mindestens 2 Floors. Gratis Shuttlebusse fahren vom Piazza 8 agosto. 

Ateliersi

Wie der Name schon sagt eigentlich ein Atelier für Kunst- und Theaterveranstaltungen, jedoch gehen dort regelmäßig auch Partys, die sich immer lohnen.

Freakout

Ein kleiner, süßer Schuppen ein wenig außerhalb der Stadt, doch meist nur Eintritt auf Spendenbasis und eine sehr gute Bar. Auch eine Adresse für Leute aus Bologna, sehr hilfreich um Leute kennen zu lernen.

Labas

Das Labas ist die Galleonsfigur der centri sociali in Bologna. Es gibt einen Konzertraum, eine Pizzeria, regelmäßige Märkte im Innenhof und eine große Bar (aßserdem eine Art Hostle und und und). Jeden Mittwoch und manchmal am Wochenende gibt es gratis Konzerte. Dort begegnet man gerne mal anderen Erasmusstudierenden, das Labas ist für fast alle jungen Leute in Bologna ein regelmäßiges Vergnügen.

VAG61

Das Vag bietet ebenfalls (Trash-)Partys, aber auch ein vielfältiges kulturelles Angebot an. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle!

Bars & Cafés

Virus-Bar

Ganz kleine Bar in der Innenstadt, in der sehr schnell eine gemütliche Atmosphäre entsteht. Der Inhaber, selbst ehemaliger Student in Bologna, steht selber hinterm Tresen, man sollte es unterstützen!

L'altro spazio

Eine Bar, in der regelmäßig Jazz-Sessions laufen und sich inmitten anderer schöner Bars befindet, die alle nicht auf dem Radar vieler Erasmusstudierenden auftauchen.

Bar senza nome

In der Bar wird man ausschließlich von Taubstummen KellnerInnen bedient, vielleicht daher der Name. Eine stilvolle Adresse in Bologna, aber abends auch gut besucht. 

Circolo Anarchico

Ein Ausflug ins Anarchico grenzt schon an Kulturprogramm, weil es die jüngere, antifaschistische Geschichte Bolognas verkörpert, wie kein zweiter Ort. Die Einrichtung könnte man bald schon wieder „retro“ nennen, doch die Bar ist stets voll mit jungen Leuten. Meiner Meinung nach ein Muss in Bologna.

Miky e Max

Die Bar hat einen Kicker- und Billardtisch und ist besonders im Sommer eine gute Adresse: Wie üblich in Italien stehen auch hier stets junge Leute mit Getränken vor der Tür und genießen das Leben.

Ken's Bar/Salomè

Günstig und zentral gelegen. Wenn man Durst hat und mal nicht allzu viel auf Ästhetik gibt, dann ab zu Ken.


Rückblick

Generell empfehlenswert sind die beiden Straßen: Via mascarella & Via Pratello, in denen sich sehr viel an Barkultur abspielt. Dies sind nur einige Orte, mehr möchte ich euch jedoch nicht vorweg nehmen. Wenn man die Odysee mit der Wohnung hinter sich hat, dann kann man sich auf eine ereignisreiche und wunderschöne Zeit freuen!

Italien

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