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Mein Auslandssemester in Tel Aviv

Die Kontaktaufnahme mit der Tel Aviv University fand über die Uni Potsdam statt. Die TAU ist eine Partneruni der Uni Potsdam und es wurden für das Wintersemester 2015/16 vier Plätze für Studierende der Uni Potsdam angeboten. Zunächst musste ich mich an der Uni Potsdam für einen dieser Plätze bewerben. Nachdem ich diese Zusage hatte, konnte ich meine Bewerbungsunterlagen in einem Onlineformular an die TAU senden.


Studienfach: M. Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 02/2016

Gastuniversität: Tel Aviv University

Gastland: Israel

Zu diesen Unterlagen gehören ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, ein Gutachten einer Dozentin/eines Dozenten, ein Nachweis über einen Englischsprachtest sowie ein Nachweis über alle bereits absolvierten Veranstaltungen. Dabei hat Frau Subašić mich und meine Mitstreiter_innen bei Fragen und Unsicherheiten unterstützt und hat z.B. nachgefragt, als die Antwort auf unsere Bewerbungen auf sich warten ließ. Die Mitarbeiterin des Office of International Academic Affairs der TAU war auch per Email erreichbar und hat mir einige Fragen beantwortet.

Studium an der Gastuniversität

An der TAU konnte ich Kurse der International School besuchen, die allesamt auf Englisch waren. Ende September wurde mir eine Kursliste zugeschickt, aus der ich mir eine bestimmte Anzahl an Kursen aussuchen sollte. Dabei habe ich mich daran orientiert, welche Kurse dem Fokus meines Studiums entsprechen und welche Kurse mir Einblick in die israelische Kultur bringen könnten. Welche Kurse ich dann schließlich bekommen hatte, habe ich erst in der Woche erfahren, als die Uni schon angefangen hatte und auch dann trudelten die Zulassungen erst langsam ein und es änderte sich noch etwas. Auch wenn es manchmal ein bisschen chaotisch wirkte, lief aber am Ende alles glatt und ich habe meine
Kurse bekommen. Es war mir nicht wichtig, Leistungspunkte zu erwerben, um sie später in Potsdam anrechnen zu lassen, sondern Kurse zu besuchen, die mir spannend erschienen. Obwohl ich bereits im Master bin, habe ich deshalb nur Bachelorkurse besucht, da das Angebot hier interessanter war. Das war aber kein Problem bei der Wahl der Kurse. Die Kurse waren inhaltlich unterschiedlich anspruchsvoll. Die Leistung wurde in Form von Klausuren und Hausarbeiten bewertet, die am Ende des Semesters, aber auch schon zwischendurch zu schreiben waren.

Die Mitarbeiterin des Office of International Academic Affairs, Keren Yehezkel, haben meine Kommiliton_innen aus Potsdam und ich vor Beginn des Semesters aufgesucht, um uns bei ihr vorzustellen. Sie hat uns sehr freundlich empfangen, uns Fragen beantwortet und Tipps für das Leben in Tel Aviv gegeben. Da die Austauschstudierenden an der International School studieren, studiert man natürlich auch eher mit anderen Austauschstudierenden zusammen als mit Studierenden aus Israel. Es fiel leicht, Kontakte mit anderen Studierenden zu knüpfen, da sich alle in derselben Situation befinden, so dass ich mich in den Seminaren schnell wohl gefühlt habe. Man kann sich auch für das sogenannte Buddyprogramm anmelden, wodurch man in Kontakt mit israelischen Studierenden kommen kann. Dieses Angebot habe ich allerdings nicht wahrgenommen. Der Kontakt zu den Dozent_innen war immer per Email möglich und auch vor und nach den Veranstaltungen haben sie gerne Fragen beantwortet und weitergeholfen. Im Rahmen einiger Veranstaltungen wurden Exkursionen unternommen.

Auf dem Campus der TAU kann man sich zwischen den Veranstaltungen gut aufhalten. Es gibt viele kulinarische Angebote, allerdings gibt es keine Mensa, so dass es nicht so günstig ist. Es gibt an der TAU mehrere Bibliotheken, wobei für mich die Wiener Library interessant gewesen ist, die Bücher zum Thema Nazizeit und Holocaust bereithält. Als ich Bücher für eine Hausarbeit zu diesem Themengebiet benötigte, haben mir die Mitarbeiterinnen dort sehr freundlich weitergeholfen. Das Klima an der TAU war insgesamt sehr gut und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

In meinen Seminaren habe ich einige ausländische Studierende kennengelernt, mit denen ich Zeit auf dem Campus verbringen konnte. Auch hatte ich sehr engen Kontakt zu meiner Kommilitonin aus Potsdam, was sehr gut war, da wir uns beide, die wir ja in derselben Situation waren, gegenseitig unterstützen und austauschen und viel zusammen unternehmen konnten. Ansonsten habe ich es vermieden, nur mit anderen Studierenden aus Deutschland Zeit zu verbringen. Mir ist aufgefallen, dass viele Austauschstudierende unter sich geblieben sind. Ich habe den Kontakt zu Leuten, die in Israel leben, gesucht. Diese Kontakte habe ich aber nicht an der Uni geknüpft, sondern in der Freizeit. Dabei habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und schnell einen Kreis von Leuten gehabt, die mich dann
zum Ausgehen und Essen usw. mitgenommen und mir Tel Aviv gezeigt haben. Ich habe einfach alles wahrgenommen, was sich mir geboten hat und so habe ich so viele tolle Orte gesehen, großartige Dinge erlebt und tolle Menschen kennengelernt. Auf diese Weise habe ich auch sehr viel vom alltäglichen Leben in Israel mitbekommen. Deshalb kann ich es jeder/jedem nur ans Herz legen, zu versuchen mit Leuten aus Israel in Kontakt zu kommen, was auch wirklich nicht schwierig ist. Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, waren sehr aufgeschlossen und interessiert.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich in Englisch um einiges verbessert, was zum einen daran lag, dass ich auf Englisch studiert habe und auch Hausarbeiten auf Englisch schreiben musste. Zum anderen lag es daran, dass ich einfach jeden Tag, auch in meiner Freizeit, Englisch sprechen musste, wenn ich mich mit meinen Freund_innen unterhalten habe. So konnte ich mein Englisch auf zwei unterschiedlichen Ebenen verbessern. Mein Hebräisch habe ich auch ein wenig vertieft. Einen Sprachkurs konnte ich leider nicht besuchen, da dieser sehr teuer gewesen ist. Trotzdem verstehe ich jetzt mehr als vorher und die Sprache ist mir viel vertrauter geworden, da ich vom Hebräischen ständig umgeben war. Sei es durch Personen in meinem Umfeld, die ich Hebräisch habe sprechen hören oder durch Schilder auf der Straße in hebräischer Schrift. Außerdem ist es auch immer möglich gewesen sein Hebräisch beim Einkauf auf dem Markt zu erproben. Mir wurde sogar ab und zu von Verkäufern oder Busfahrern ein wenig Hebräisch beigebracht, denn die meisten Menschen sind sehr kontaktfreudig und kommunikativ gewesen.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft habe ich zu meiner Erleichterung eine Woche vor meinem Flug und zwar mithilfe von Facebook gefunden. Die Facebook-Gruppe Secret Tel Aviv ist eine Plattform, auf der viele Leute posten, wenn sie ein Zimmer zur Untermiete frei haben. Darüber bin ich fündig geworden. So habe ich das Zimmer einer Frau, die auf eine mehrmonatige Reise gegangen ist, zur Untermiete bekommen. Sie hat mir ihr komplett eingerichtetes Zimmer überlassen und ich hatte so auch Bettwäsche und Handtücher und musste diese Dinge nicht mitbringen oder kaufen. Ich habe in einer WG mit einem israelischen Mitbewohner gewohnt und hatte deshalb auch immer jemanden, der mir bei allen möglichen Fragen weiterhelfen und mir Tipps für Tel Aviv geben konnte. Ich habe mit der Frau, die mir das Zimmer
untervermietet hat, über Skype alles abgemacht und konnte direkt nach meiner Ankunft dort einziehen. Mir war es wichtig, zentral zu wohnen, weshalb ich eine Miete von 2800 Shekel in Kauf genommen habe. Allerdings muss man mit einer Miete von dieser Höhe rechnen. Andere, mit denen ich mich ausgetauscht habe, haben ebenso viel oder sogar noch mehr für ihr Zimmer gezahlt.

Öffentliche Verkehrsmittel in Tel Aviv sind Busse und Sheruts. Busse fahren nicht am Shabbat. Im Zentrum von Tel Aviv kann man aber auch ohne öffentliche Verkehrsmittel auskommen und zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren. Von meiner Wohnung aus konnte ich alles gut zu Fuß erreichen, so dass ich auch nachts oder am Shabbat nicht auf Taxi oder Sherut angewiesen war. Lediglich zur Uni musste ich dann mit dem Bus fahren. Es ist empfehlenswert im Zentrum zu wohnen, da der Campus recht weit nördlich und außerhalb des Zentrums liegt. Am schönsten fand ich es, mittendrin zu sein, um die viele Möglichkeiten, die Tel Aviv bietet, richtig genießen zu können. Zu diesen Möglichkeiten gehört als erstes selbstverständlich der Strand. Man ist im Stadtzentrum nie wirklich weit vom Strand entfernt. Außerdem kann man seine Freizeit damit verbringen, alle kulinarischen Köstlichkeiten von Hummus über Malabi bis Sabich auszuprobieren. Wenn man sich vegetarisch oder vegan ernährt, ist man in Tel Aviv gut aufgehoben. Da das Wetter meistens schön ist, kann man sehr viel Zeit draußen verbringen und sich einfach durch die Straßen treiben lassen und die Stadt und die Menschen erleben. Auch was das Nachtleben angeht, hat Tel Aviv sicher für jeden Geschmack etwas zu bieten. Ich habe viele Konzerte
besucht und viele tolle, mir bisher unbekannte israelische Bands gesehen.

Studienfach: M. Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 02/2016

Gastuniversität: Tel Aviv University

Gastland: Israel


Rückblick

Ich kann rückblickend nur sagen, dass ich jederzeit wieder nach Tel Aviv gehen würde. Tel Aviv ist eine so besondere und interessante Stadt. Ich persönlich habe dort nur gute Erfahrungen gemacht, habe tolle Menschen kennengelernt und mich herzlich aufgenommen gefühlt. Es war eine einmalige Erfahrung, einige Zeit in einem anderen Land leben zu können, sich dort zurechtzufinden und ein wenig zu erfahren, wie das Alltagsleben dort sein kann. Auch das Studium an der TAU war eine bereichernde Erfahrung, sowohl inhaltlich als auch für mich persönlich.

Tipps für nachfolgende Studenten

Mein Tipp ist es, auf jeden Fall zu versuchen, ein Zimmer im Stadtzentrum zu finden, um möglichst viel vom Leben in Tel Aviv mitzubekommen und weil man dort das Meer direkt vor der Nase hat. Zur Uni kommt man mit dem Rad oder dem Bus von dort aus auch sehr gut. Außerdem unbedingt mit Israelis zusammenwohnen, da man so auch schon Leute hat, die einem bei alltäglichen Fragen und mit der Sprache usw. weiterhelfen können. Außerdem hat man so gleich einen guten Einstieg, um Leute kennenzulernen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle einen gerne einladen mit auf Parties usw. zu kommen, so dass man sich schnell integriert fühlt und man gut Kontakte knüpfen kann. 

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