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Mein Auslandssemester in Limerick 2016

Ich glaube, jeder Student kennt mittlerweile das ERASMUS Programm und weiß um die Möglichkeiten, die es einem bietet. Für mich war eigentlich schon vor dem Beginn meines Studiums klar, dass ich irgendwann auch mal eine Zeit im Ausland verbringen möchte. Als ich dann in der Studienordnung meines Studiengangs, Politik, Verwaltung und Organisation, gelesen habe, dass ein Auslands- oder Praktikumssemester direkt in den Studienverlauf integriert ist, hat das meine Entscheidung für diesen Studiengang wesentlich beeinflusst. Als sich das fünfte Semester nun näherte, musste ich mich noch entscheiden, ob es denn nun ein Praktikum oder ein Semester an einer fremden Uni sein sollte. Es musste aber auf jeden Fall im Ausland sein. Obwohl ich immer eher zum Praktikum tendiert habe, fiel meine Entscheidung schlussendlich auf das ERASMUS-Semester, denn ich dachte mir, dass ich ein Praktikum ja immer noch machen kann und die Möglichkeit, für ein Semester an einer fremden Uni zu studieren, ist nur während des Studiums möglich. Außerdem läuft die Anmeldezeit ja schon relativ früh und so hätte ich mir, falls es mit dem ERASMUS-Platz nicht geklappt hätte, immer noch einen Praktikumsplatz suchen können. Ich wollte also nicht um jeden Preis ERASMUS machen, sondern hatte schon klare Wunschziele. Da Irland mit Abstand mein oberster Wunsch war, musste ich nach der Zusage auch nicht mehr lange überlegen, ob ich es denn jetzt wirklich machen will. 


Studienfach: Politik und Verwaltung

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: University of Limerick

Gastland: Irland

Nach der Annahme des Platzes an der Uni Potsdam (Annahmeerklärung ans International Office) lief eigentlich die gesamte Kommunikation sehr einfach. Die Zusammenarbeit der beiden Unis scheint wirklich gut zu funktionieren und ich musste mich um wenig wirklich selbst kümmern, sondern wurde immer per E-Mail über notwendige Tätigkeiten informiert, die sich dann auch schnell und unkompliziert erledigen ließen. Frühzeitig bekam ich ein Modulhandbuch aus Limerick zugesendet, sodass ich viel Zeit hatte zu gucken, welche Kurse ich denn wählen möchte und auch abzuklären, für welche Kurse ich mir diese in Potsdam anrechnen lassen könnte. Auch bei der Unterkunftssuche leistete die Uni Limerick extrem gute Hilfestellungen. Einmal sind die On-Campus-Unterkünfte sehr gut online beschrieben und mit Bildern dargestellt und zweitens habe ich eine Liste von Off-Campus-Anbietern bekommen, bei denen ich mich direkt für ein Zimmer bewerben konnte. Meine Präferenz war eine Off-Campus-Unterkunft und so probierte ich mit Hilfe dieser Liste mein Glück. Die Antworten waren sehr spärlich, aber letztlich klappte es mit der Unterkunft, die ich als erstes angeschrieben hatte. Als letzte Vorbereitung auf meine Zeit in Limerick erkundigte ich mich noch bei einer Freundin, die dort auch erst ein ERASMUS-Semester absolviert hatte und im Anschluss sogar ihren kompletten Master. Sie versprach mir eine super Zeit und sollte damit alles in allem auch Recht behalten.

Studienfach: Politik und Verwaltung

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: University of Limerick

Gastland: Irland

Wohn- und Lebenssituation vor Ort

Wenn man sich für ein ERASMUS-Semester in Irland entscheidet, sollte man wissen, dass hier ein anderer Anspruch an eine Wohnung herrscht.

Für mich schienen Wohnungen/ Zimmer eher zweckmäßig eingerichtet, anstelle von durchdesignt. Die Zimmer in den On-Campus-Unterkünften sind wirklich klein, aber umfassen alles was man braucht. Auch mein Zimmer war wirklich nicht groß und nicht gerade nach meinem Geschmack eingerichtet, aber man darf nicht vergessen, dass man nur für einen begrenzten Zeitraum dort ist und man selbst dann echt wenig „zu Hause“ ist.

Der Campus bietet viele Möglichkeiten, auch außerhalb der Kurse, dort zu bleiben, sodass man eigentlich auch nur zum Schlafen in seine eigenen vier Wände zurückgehen muss.

Sehr gewöhnungsbedürftig ist, dass Iren anscheinend kein Kälteempfinden kennen. Das wirkt sich auch auf die Zimmer aus. In den Student Villages werden die Zimmer zentral beheizt, sodass es häufig für mich eher kalt war, vor allem auch weil Isolierung beim Bau wohl eher keine Beachtung findet.

Aber auch daran gewöhnt man sich schnell und man läuft einfach immer ein bisschen wärmer angezogen rum – ausziehen geht ja immer. Und es hat auch einen großen Vorteil. Die Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen sind deutlich geringer, was aus meiner Erfahrung sehr gesund ist.

In Limerick liegt die Uni eigentlich in Castletroy, ein Vorort der Kleinstadt Limerick. Das sollte man einfach vorher wissen, weil es echt ein Stück Weg ist, den man bis in die Stadt zurücklegen muss. Es gibt aber einen regelmäßig fahrenden Bus, der im besten Fall nur 15 Minuten bis in die Innenstadt braucht. Erwartet davon aber nicht zu viel. Es gibt einige Läden, die man auch aus Deutschland so kennt, aber ein Shopping Hotspot ist Limerick sicherlich nicht. Dafür gibt es unzählige Pubs, die alle für sich etwas zu bieten haben.

Man muss aber auch gar nicht bis in die Stadt fahren, denn man findet alles für den täglichen Bedarf auch in unmittelbarer Nähe, wenn nicht sogar auf dem Gelände der Uni.

Wenn man doch häufiger in die Stadt will, weil man zum Beispiel dort wohnt, sollte man darüber nachdenken, ein Fahrrad zu kaufen. Das kann man ziemlich leicht über die ERASMUS Limerick Facebook Gruppe, wo immer wieder Fahrräder weitergegeben werden.

Studium an der Gastuniversität

Während der Einführungswoche wird einem das Kurssystem der Uni Limerick wirklich gut erklärt. Man kann alle Kurse, die man im Vorfeld „gewählt“ hat jederzeit wieder ändern und man hat sogar zwei Wochen Zeit, um sich alle Kurse einmal anzugucken. Ich würde empfehlen, diese Möglichkeit auch zu nutzen und sich am Anfang einfach so viele Kurse wie möglich einfach mal anzugucken, weil dort auch sehr gut erklärt wird, was einen über das Semester alles erwartet. Außerdem sieht man dann auch gleich, ob man den Dozenten überhaupt versteht. Teilweise sind die Akzente nämlich nicht so ganz leicht zu verstehen, aber alles in allem sollte man sich darüber keine Sorgen machen. Ich habe niemanden getroffen, der aufgrund der Sprache nicht zurechtgekommen ist.

Die Anforderungen der Kurse unterscheiden sich nämlich erheblich und das weiß man nicht vorher. Generell wird es einem anfänglich so vorkommen, als müsse man in Irland viel mehr für die Uni machen als bei uns, weil man mehrere „Prüfungen“ machen muss, die dann am Ende eine Gesamtnote ergeben. Dieser Schein trügt aber und erspart einem den massiven Druck, den man hierzulande häufig vor den allesentscheidenden Hausarbeiten oder Klausuren verspürt.

Die Uni Limerick hat einen Fokus auf der Lehre und nicht auf der Forschung. Und das merkt man auch. Ich habe nur Dozenten und Professoren getroffen, denen sehr viel daran gelegen war, dass man etwas aus dem Kurs mitnimmt.

Die häufige Anwesenheitspflicht schreckt zwar erstmal ab, aber sie wird auch honoriert indem sie einen Teil der Endnote darstellt und außerdem spielt sich in der Uni so viel ab, dass man eigentlich gar nicht fehlen will.

In den Prüfungen sollte man keinen „ERASMUS Bonus“ erwarten. Die Studentenschaft ist so international, da fällt man gar nicht auf.

Alltag

 

Wie gesagt, die Uni Limerick ist sehr international und es gibt eine riesige ERASMUS-Community, die man innerhalb der Einführungswoche echt gut kennenlernt. Die Kontakte, die ich dort gemacht habe, haben mich das gesamte Semester begleitet.

In dieser Zeit sind extrem viele Partys und Veranstaltungen nur für die internationalen Studierenden und die Iren, bis auf die Erstis, kommen erst danach. Man sollte diese Woche daher unbedingt mitnehmen!!!

Man sollte aber auch keine Sorgen haben, dass man keine Iren kennenlernt und die ganze Zeit nur in der ERASMUS-Community rumhängt. Iren sind ein sehr geselliges Völkchen und sehr interessiert an weltweiten Kontakten. Und das Gerücht, dass die Iren ein Partyvolk sind, unterschreibe ich sofort.

Eine Lanze möchte ich noch für die irische Küche brechen. Die ist doch deutlich besser als ihr Ruf! Ich hatte allgemein den Eindruck, dass aufgrund der Größe der Insel und der vielen Landwirtschaft, die Lebensmittel eine bessere Qualität haben, als in Deutschland. Besonders von allen gelobt wurde die ganz besonders leckere Milch – ich trinke aber keine, deswegen kann ich das nicht beurteilen.

Da Irland so klein ist, kann und sollte man seine Wochenenden auf jeden Fall auch für Ausflüge nutzen. Dabei hilft einem die Student Union, die fast jedes Wochenende für relativ kleines Geld einen Trip anbietet. Wenn ihr euch darauf einlasst, könnt und solltet ihr während des Semesters die ganze Insel erkunden.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, könnt ihr auch darüber nachdenken, mit dem Auto hochzufahren. Das habe ich gemacht und es hat sich wirklich sehr gelohnt. Den Weg schafft man relativ bequem innerhalb von zwei Tagen inklusive Fähre, man braucht sich keine Gedanken ums Gepäck zu machen und man ist total flexibel vor Ort und kann in einer kleineren Gruppe, als mit der Student Union, Ausflüge unternehmen. Ansonsten hat aber Irland auch ein ganz gutes Busstreckennetz, aber dann kommt man halt nicht in die ganz abgelegenen Winkel.

Unter der Woche könnt ihr eure Abende, wenn ihr mal keine Lust auf Party habt, mit dem Angebot der „Clubs and Societies“ vollpacken. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt -

Comedy Club, „Tea Appreciation society“ oder Rugby - man sollte sich einfach ausprobieren.


Rückblick

Wer sich in Irland und auch in Limerick langweilt, ist wirklich selber Schuld und wenn man nicht ganz exzessiv lebt, kommt man auch in etwa mit dem gleichen Geld aus, wie in Deutschland. Also ich würde jeder Zeit wieder hin!

Irland

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