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ERASMUS-Erfahrungsbericht - Limerick

Seit August 2015 war ich in der glücklichen Lage ein Auslandsemester in der Republik Irland verbringen zu dürfen. Das Erasmus Programm der Europäischen Union hat mir geholfen, dies zu verwirklichen.
Wer große bürokratische Hürden erwartet, wird angenehm enttäuscht. Die Uni Potsdam und sicher auch viele andere Universitäten haben ein zügiges und unproblematisches System, um sich für ein Erasmus Semester zu bewerben. Beworben habe ich mich an der Universität Limerick – laut Sunday Times „University of the Year 2015“-, Ziel des Auslandsaufenthaltes war es die Englischkenntnisse weiter zu verbessern und natürlich Irland an sich und das dortige Universitätsleben kennen zu lernen.

Nach der Ankunft mit der grünen Airline Aer Lingus überraschte der doch etwas bescheidene Sommer mit Regen und teilweise winterlichen Temperaturen. Die Universität Limerick ähnelt einer amerikanischen Campus Universität. Das gesamte studentische Leben spielt sich auf dem Campus ab. Der Campus selbst bietet alles vom Pub bis zur Schwimmhalle und ist modern und natürlich schön im Grünen gelegen. Die Wohnheime der Studenten befinden sich zum Teil direkt auf dem Campus. Wer die subventionierten Mahlzeiten an der Universität in Deutschland gewöhnt ist, wird aber enttäuscht. Die Universität- Mensa besteht aus Restaurants, Subway und Starbucks.

Als Master- Student der Verwaltungswissenschaften habe ich mich auf primär in der Business School und am Lehrstuhl Administration studiert. Insgesamt hatte ich vier Kurse belegt. Anzumerken ist, dass der Englischkurs an der Universität ein sehr niedriges Niveau aufweist und nicht wirklich eine Herausforderung darstellt. Sollte man den Kurs belegen, um sein Englisch zu verbessern, ist davon abzuraten. Die anderen Kurse haben hinsichtlich ihres Niveaus geschwankt. Insgesamt betrachtet war der Kurs Change-Management mein Lieblingskurs.

Die Kurse sind durchaus mit dem Angebot in Deutschland vergleichbar, wobei manchmal andere Schwerpunkte gesetzt werden. Auffallend ist, dass die Iren anscheinend Multiple Choice Prüfungen lieben. Die Vorlesungen sind ähnlich wie in Deutschland gestaltet, setzen jedoch manchmal andere Schwerpunkte und versuchen eher das große Ganze zu erfassen. Der Hang zur Spezifizierung scheint insgesamt geringer zu sein als bei uns. Wissenschaftliche Theorien scheinen insgesamt einen niedrigeren Stellenwert zu haben als in Deutschland. Bei der Anfertigung schriftlicher Arbeiten werden von manchen Professoren eher journalistisch geprägte Abhandlungen erwartet. Auch ansonsten ist der Wissenschaftsbetrieb stark von US-amerikanischen Einflüssen geprägt. Doch was erwartet einen eigentlich darüber hinaus an einer englischsprachigen Universität in Irland außer der üblichen universitären Infrastruktur?

Der Faktor der Campus Universität lässt seine Kräfte walten. Sämtliche Aktivitäten finden auf dem Universitätscampus statt. Societys, Clubs und viele Sportmöglichkeiten laden dazu ein, die verbleibende Freizeit zu gestalten und dem universitäreren Alltag zu entfliehen. Die Uni verfügt sogar über eine Go-Kart Society, aber auch klassische irische Sportarten wie Hurling und Gaelic Football werden angeboten.

Internationale Studenten sind in großer Anzahl vertreten. Brasilianer, Franzosen, Inder und Japaner und viele weitere Nationen sind zu finden. Entfernt man sich vom Campus erwarten einen selbstverständlich die irischen Klischees, Schafe, grüne Wiesen, tolle Landschaften und extrem enge und kleine Straßen, wo eine selbstmörderische Geschwindigkeit von 80-100 km/h nicht unüblich ist.

Dublin, Belfast, Galway, Killareny, Tralee, etliche Nationalparks und der Ring of Kerry warten nur darauf besucht und erkundet zu werden. Belohnt wird man mit schönen Kleinstädten und wunderbaren Landschaften. Aber auch Sehenswürdigkeiten wie das Titanic Museum in Belfast lassen keinen Wunsch untergehen. Der einstige Konflikt zwischen Nordirland und der Republik ist abgeflaut, besteht aber latent fort und ist nach wie vor Thema auf der politischen Agenda. Dies sollte einen aber keineswegs davon abschrecken ein Erasmus-Jahr in Irland wahrzunehmen.

Wirtschaftlich hat sich Irland nach der Finanzkrise stabilisiert und ist keineswegs als günstiges Land für ein Auslandsemester zu bezeichnen. Auch werdet Ihr keinen Topf Gold am Ende des Regenbogens finden, um eventuelle Nebenkosten zu decken.

Insgesamt dürfte es kaum eine einfachere und unbürokratische Möglichkeit geben, andere Länder und ihren Wissenschaftsbetrieb kennen zu lernen und dort für einen gewissen Zeitraum zu leben und zu lernen. Packt Eure Sachen und auf zum Erasmus Koordinator Eures Vertrauens!

Irland

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