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ERASMUS-Erfahrungsbericht - Limerick

Ein erster Hinweis zur Möglichkeit in Limerick zu studieren, wurde mir durch eine Kommilitonin zuteil. Sie schwärmte von ihrem Semester dort, was mich veranlasste mehr Informationen über Irland herauszufinden. Dazu diente der International Day der UP auf dem ich mit einer Gaststudentin aus Limerick selbst ein paar Sätze wechseln konnte und authentische Hinweise bzgl. eines Auslandssemesters dort erlangen konnte. Ein großes Lob geht an die International Division der University of Limerick (UL)! Ich fühlte mich zu jeder Zeit gut aufgehoben und wusste immer an wen ich mich mit welchem Problem wenden konnte. Daher war der Kontakt weit vor Abreise nach Irland via E-Mail recht intensiv und sehr gut organisiert. Es wurden seitens der UL viele Informationen vorab versendet, so wusste ich bereits sehr früh was auf mich zukommt. Die Bewerbung per se war recht unkompliziert. Ich füllte die Standardbewerbungsunterlagen aus und versandte das Learning Agreement per E-Mail. Generell konnte ich alles Notwendige mit Hilfe des Internets finden, versenden bzw. Probleme lösen.


Studienfach: Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2014 - 12/2014

Gastuniversität: University of Limerick

Gastland: Irland

Es herrschte ein Klima der Gelassenheit, vom Anfang bis zum Ende. Zwar gab es zu bestimmten Zeiten auch die ein oder andere stressige Woche, aber grundsätzlich wurde ich über alles rechtzeitig informiert und hatte Zeit für die dementsprechende Erfüllung der Aufgaben. Das Anforderungsprofil ist mit dem hier in Deutschland vergleichbar. Einer der Unterschiede ist, dass die Prüfungsleistungen oftmals über das komplette Semester verteilt sind und keine Papers nach Ende des Semesters geschrieben werden, sondern integraler Bestandteil sind. Die Bewertung der Leistungen kann ich schlichtweg als fair bezeichnen. Da gibt es keine großen Unterschiede zur UP.

Ein großer Vorteil ist die äußerst gute Betreuung der Studenten. Die Seminare und Vorlesungen sind deutlich kleiner als an der UP, daher herrscht ein hervorragendes Studienklima. Sicherlich ist dies auch abhängig vom Studienfach, da bei BWL oder ähnlichem der Betreuungsschlüssel deutlich abweicht. Aber im Department of Politics and Administration fühlte ich mich hervorragend aufgehoben und sehr gut betreut. Auch ist es immer möglich mit seinem Buddy oder Studenten des International Office Probleme anzugehen. Bestehen jedoch Fragen, können diese auch problemlos innerhalb der Seminare mit den Dozenten oder anderen Studierenden gelöst werden. Die Menschen dort sind alle recht hilfsbereit.

Bei der technischen Ausstattung muss man ein paar kleinere Tricks kennen. Der Hauptanlaufpunkt für die meisten Studenten ist die Glucksman Library mit PC-Pool, die aber meist hoffnungslos überfüllt ist, da ca. 15.000 Studenten sich eine Bibliothek teilen müssen. Es gibt aber auf dem Campus ausreichend Möglichkeiten PCs, Drucker oder Scanner zu nutzen. Da der Campus zwar groß, aber konzentriert ist, ist dies kein Problem. Auch die Öffnungszeiten sind großzügig bemessen und werden in der Prüfungsvorbereitungszeit sogar noch verlängert.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Kontaktaufnahme ist recht einfach. Ich wohnte in einem 8-Personen-Appartment und schon hatte ich die ersten 7 Freunde. Nachdem der erste Kontakt gemacht war, lief der Rest von allein. Jeder kannte irgendwen und so kam man zusammen und lernte sich schnell kennen. Zu den irischen Studenten war die Kontaktaufnahme ebenfalls recht einfach. Aufgrund der geringen Größe der Seminare kam man schnell ins Gespräch. Hilfreich ist sich in einem der unzähligen, vielfältigen und super organisierten Clubs (oder „societies“) beizutreten. Dabei kann man Land und Leute zugleich kennenlernen. Traut Euch andere Menschen einfach anzusprechen, man kommt recht leicht ins Gespräch. Auch mir fiel es anfangs etwas schwerer, aber das lässt mit der Zeit nach.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Anfänglich fand ich mein Englisch auf einem eher schwachen Niveau. Das Bilden von Sätzen benötigte Zeit und meinen Wortschatz empfand ich als recht eingeschränkt. Meine US- amerikanischen Mitbewohner halfen mir zügig mein Englisch zu verbessern. Der größte soziale Kontaktbereich war die WG in der viel gesprochen wurde. Natürlich habe ich auch viel in den Veranstaltungen in der Uni gelernt, in den Pausen bei Gesprächen mit Kommilitonen. Was ich als teilweise schwierig erachte ist der schwer zu verstehende Akzent einiger Iren. An den ein oder anderen habe ich mich gewöhnt, aber bei manch starken Akzenten habe ich bis zum Ende des Semesters kaum etwas verstanden. Allerdings ergeht es den Iren selbst ähnlich, wie mir mehrfach versichert wurde. Mir hat es geholfen an der UL einen Englisch-Kurs zu belegen, um einen „strukturierten Lernprozess“ zu bekommen. Verpflichtend ist es jedoch nicht. Zusammenfassend lässt sich jedenfalls sagen, dass sich mein Englisch deutlich verbessert hat.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft fand ich mit Hilfe der Internetseite der UL und des guten Kontaktes weit vor Studienantritt (man bekommt eine E-Mail und bewirbt sich dann online). Ich habe mich für eine On-Campus Accommodation entschieden, welche etwas teurer war aber zufriedenstellend. Untergebracht war ich im Plassey Village, etwa 8 Minuten vom Campus bzw. Hauptgebäude entfernt. Dies ist das günstigste Studentendorf, die anderen Studentendörfer sind teurer, aber auch mit höherem Einrichtungsniveau. Solltest Du dich für eine On-Campus Accommodation entscheiden, schaue auch dort auf die Entfernung zum Campus, da diese mitunter weiter sein kann. Natürlich besteht auch die Möglichkeit bei privaten Anbietern unterzukommen, was meist günstiger ist. Achte dabei auf eventuelle Restriktionen seitens der Hauseigentümer (z.B. muss Besuch angemeldet werden, wie viele Leute dürfen mich gleichzeitig besuchen, welche Kosten entstehen mir zusätzlich zur Miete, Zustand der Einrichtung etc.). Hier kann man ab etwa 250 € pro Monat wohnen.

Zurück zu meiner WG und mein Zimmer für das ich etwa 450 € pro Monat zahlte. Anfangs fand ich es schade, dass es keine irischen Kommilitonen waren, aber nach den ersten Wochenenden wurde ich eines besseren belehrt. Die Studentendörfer wurden an den Wochenenden von den international Studierenden dominiert. Nahezu alle irischen Studenten fuhren an den Wochenenden nach Haus, auch kurz vor den Prüfungen änderte sich daran nicht viel. Ich hatte wahnsinniges Glück mit meinen Mitbewohnern, da wir uns alle gut miteinander verstanden und eine Menge zusammen unternommen hatten. Zwar hatte ich auch zwei deutschsprachige Mitbewohner, aber wir hatten vereinbart im Haus so lange wie möglich Englisch zu sprechen.

Die Einrichtung im Haus war recht schlicht und die Zimmer waren aufgeräumt, aber auch nicht besonders groß. Es bestand aus einem Bett, Schreibtisch, Schrank, Pinnwand und einem kleinen Waschbecken. Badezimmer gab es zwei, eines für die Herren und eines für die Frauen. Im großen Living Room gab es eine komplette Küche, Tisch mit Stühlen, einen Fernseher und eine Couch. Dort spielte sich bei uns das meiste Leben ab, wir fühlten uns dort wohl.

Eine Bushaltestelle hatten wir quasi direkt vor der Tür, circa 200 Meter entfernt. Aber auch direkt am Campus war eine Station. Leider gibt es kein Semesterticket, was bedeutet für jede einzelne Fahrt ins Zentrum in der Regel 2 € zu bezahlen (mit Ausnahme einer Linie, da waren es 1,60 €). Der Fußweg ins Zentrum dauert etwa 30 Minuten, aber auch der Weg entlang des Shannon River ist es wert zumindest einmal gelaufen zu sein. Nur wenige Hundert Meter entfernt ist ein kleiner Spar-Markt (der auf dem Campus ist jedoch größer und etwas günstiger), eine Apotheke, Ärztehaus, Fleischer und eine Bank. In 10-15 Minuten kann sowohl ein Aldi als auch ein Dunnes (etwa wie Rewe oder Edeka) erreicht werden. Beim Dunnes findet man u.a. eine Bank, ein Café oder auch einen Friseur. Alles Notwenige ist in kurzer Distanz. Die Lebenshaltungskosten sind etwas höher als in Deutschland, nutzt man jedoch die vielen Angebote kann man mit etwa gleichem Budget auskommen. Der Alkohol ist allerdings deutlich teurer, speziell in den Pubs.

Wie oben schon erwähnt bieten die vielen Clubs der Universität eine große Möglichkeit an Freizeitgestaltung. Da ist sicher für jeden etwas dabei. Vom Outdoor Pursuits Clubs über Fotografie bis hin zur International Society findet man viele Angebote. Aber fahrt auch selbst einfach mal los. Die Busverbindungen sind super, da kommt man schnell nach Dublin, Cork oder Galway. Letzteres kann auch für 9 € Hin- und Rückfahrt mit der Bahn gemacht werden. Und auch der Shannon Airport ist nah, auch diesen kann man nutzen um Ziele zu erreichen.

Bei meiner Krankenversicherung brauchte ich nichts weiter zu machen. Da Irland zur EU gehört und es wohl entsprechende Abkommen diesbezüglich gibt, war ich krankenversichert. Die einzige Bedingung war, sollte ich operiert werden müssen oder eine langwierige Erkrankung haben, muss diese in Deutschland stattfinden. Erkundigt Euch am besten bei Eurer Krankenkasse wie diese es handhabt.

Studienfach: Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2014 - 12/2014

Gastuniversität: University of Limerick

Gastland: Irland


Rückblick

Die einzig negative Erfahrung, die ich habe ist, dass es manche mit dem Alkoholkonsum übertreiben. Dies kann mitunter etwas störend sein. Grundsätzlich jedoch schaue ich mit Wehmut auf die Zeit in Irland zurück. Das Land und die Leute, die ich dort kennenlernte, waren toll. Ich kann nur jeden bestärken dort ein Semester zu verbringen. Nutzt die vielen Angebote und seid viel unterwegs. Die Natur ist atemberaubend schön, da sind die Cliffs of Moher, das Blarney Castle oder die Wanderung in Comeragh. Auch die Pub-Kultur ist einzigartig. Setzt Euch in einen Pub und genießt die Atmosphäre. Spätestens wenn einer der vielen Sänger und Sängerinnen mit ihrer Darbietung beginnen, wisst ihr was ich meine. Ich würde nicht zögern wieder nach Irland zu gehen.

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