uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

ERASMUS-Erfahrungsbericht - University College Dublin

Von dem ERASMUS-Programm habe ich erst ziemlich kurzfristig erfahren, weshalb ich mich eher spontan dazu entschieden habe an dem Programm teilzunehmen. Die Vorbereitungsveranstaltungen in Potsdam waren sehr ausführlich und gaben mir das Gefühl das alles alleine bewältigen zu können. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass das Zusammentragen der ganzen Unterlagen mit den jeweilig nötigen Unterschriften etwas umständlich war. Außerdem hat mich das viele hin und her und die vielen Informationen etwas verwirrt. Dass die Rückmeldung der Gastuniversität ein paar Monate verspätet eintraf und somit den Prozess der Immatrikulation sehr verzögert wurde, hat mich weiterhin beunruhigt aber im Endeffekt ging dann doch alles gut. Der ERASMUS-Koordinator in Dublin war jeder Zeit über E-Mail zu erreichen und bei allen Fragen sehr freundlich. Wenn man Probleme mit dem Englisch gehabt hätte, konnte er sogar Deutsch. Der weitere Prozess verlief eher unproblematisch und das meiste konnte dann noch vor Ort in Person geklärt werden.


Studienfach: Kulturwissenschaften und Anglistik

Aufenthaltsdauer: 08/2014 - 05/2015

Gastuniversität: University College Dublin

Gastland: Irland

An dem University College Dublin werden sehr viele internationale und ERASMUS Studenten angenommen, jedoch werden diese wenn es um den Lerninhalt und die erforderliche Leistung geht nicht unbedingt anders behandelt als die irischen Studenten. Dies kann positiv aber für einige Studenten auch negativ sein. Ich war eher positiv davon überrascht, da man dadurch viel schneller und herzlicher von heimischen Studenten integriert und angenommen wurde. Dadurch, dass man keine Sonderstellung bekam wurde man auch untereinander wie ein einheimischer Student behandelt. Dies kann für einige, vor allem für jene Studenten, die nicht unbedingt fließend in der jeweiligen Sprache sind, Schwierigkeiten mit sich bringen. Die Muttersprachler haben dadurch offensichtliche Vorteile den ERASMUS Studenten gegenüber. Natürlich konnte man immer zu den Dozenten direkt gehen und um Hilfe oder Erweiterung der Abgabetermine bitten, was diese auch mit Freundlichkeit und Verständnis aufnahmen. Die Kurse waren in Seminare und Vorlesungen aufgeteilt, wobei zu den Vorlesungen jeweils ein Workshop oder Tutorium hinzu kam. Für jeden Kurs wurden 5 bis 10 LP bei bestehen der Mid-Term Essays, End-of-Term Essays und Klausuren, berechnet. Die Anzahl der Essays und ob eine Klausur geschrieben wird, war je nach Höhe des Semesters also Levels unterschiedlich und ob es eine Vorlesung oder ein Seminar war. Die Leistung wurde wie gesagt, meines Wissens nach genau wie bei den einheimischen Studenten bewertet. Das Studienklima war größtenteils entspannt, bis es dann zu den Abgabeterminen kam, wo alle Studenten gemeinsam in der Bibliothek oder woanders am Campus hart arbeiteten und sich gegenseitig unterstützten. Bei Fragen war stets jemand ansprechbar, ob Kommilitonen, Dozenten oder sonstige Angestellten der Universität. Durch gut organisierte Sprechzeiten, stand eigentlich immer jemand zum Gespräch zur Verfügung. Da es an der UCD von Studenten geleitete Societies gab, hatte man dort auch immer einen Ansprechpartner. Außerdem habe ich durch diese Societies sehr viel leichter auch irische Freunde gefunden, durch die gemeinsamen Interessen und die Aktivitäten die innerhalb dieser Gruppen geplant wurden. Es gab Societies über fast jedes Thema zum Beispiel speziell für ERASMUS und internationale Studenten, die unterschiedlichsten Sprachen, jeder Studienzweig aber auch Freizeit Interessen wie Sport, Kunst, Filme oder Musik. Man konnte sich an so vielen Societies anmelden wie man wollte für eine Gebühr von jeweils nur 2€.
Die Bibliothek ist sehr groß, hat ein großes Inventar, welches im Voraus auf der Internetseite gecheckt werden konnte und bot immer einen Rückzugsort zum Lernen. In der Bibliothek gab es diverse Möglichkeiten Laptops oder andere elektronische Geräte anzuschließen und zu nutzen. Wenn man keinen Laptop hatte oder ihn vergessen hatte, konnte man sich dort einen für den Tag ausleihen. Die Bibliothek hatte, während der Klausurenphase auch am Sonntag, die ganze Woche bis Samstag rund um die Uhr geöffnet.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

In dem Unterricht an sich war es eher schwierig Kontakt zu den irischen Studenten aufzubauen, vor allem in den Vorlesungen, da dort sehr viele Studenten anwesend sind. Ich habe mich jedoch meistens zu jemanden dazugesetzt und denjenigen angesprochen. Die Iren waren immer freundlich aber nur einige von diesen Begegnungen wurden zu Freundschaften. Durch die vielen organisierten Treffen, hatte man schon bevor die Uni überhaupt angefangen hat schon Kontakt zu anderen ERASMUS Studenten aus vielen verschiedenen europäischen Ländern, was einem schon mal eine Grundlage für ein paar Freundschaften gab. Dann durch das Buddy-Programm lernte man auch schnell einheimische Studenten kennen. Dabei wurde man einer Gruppe von einheimischen und anderen ERASMUS Studenten zugeteilt, mit denen man sich austauschen konnte. Schneller als in den Vorlesungen lernte man jedoch einheimische Studenten kennen, sobald man sich wie gesagt einer Society anschloss und bei dessen Aktivitäten partizipierte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich persönlich, hatte bevor ich an dem ERASMUS Programm teilgenommen habe schon ein gutes Level in Englisch aber durch den Aufenthalt wurde ich noch fließender und sicherer. Dadurch, dass man vieles mit den anderen ERASMUS Studenten aus den verschiedensten Ländern und den einheimischen Studenten zu tun hatte, hat man sich schnell an das Sprechen der anderen Sprache gewöhnt und hat auch voneinander lernen können. Im ersten Semester meines Aufenthaltes hatte ich viele Freunde aus dem ERASMUS Programm aus anderen Ländern, was sehr angenehm für die Umstellung auf Englisch war, weil alle ein wenig schüchtern waren und sich in der gleichen Situation befunden haben. In meinem zweiten Semester sind die meisten ERASMUS Studenten wieder nach Hause gegangen, weswegen ich dann viel mehr mit den heimischen Studenten zu tun hatte, wovon meine Englisch Kenntnisse weiter profitiert haben. Außerdem hat das Niveau an Englisch, dass in den Essays erwartet wurde, mich weiter motiviert auf mein Englisch besonders zu achten und möglichst keine Fehler zu machen.

Wohn- und Lebenssituation

Das Finden einer Wohnung gestaltete sich leider etwas schwieriger. Ich wollte nicht wirklich in dem Studentenwohnheim unterkommen, da mir dies etwas zu teuer wäre auf Dauer. Natürlich wäre das die angenehmste Variante gewesen. Ich empfehle 1-2 Wochen vor Anfang der Vorlesungen in der Stadt anzukommen, damit man noch eine angemessene Unterkunft finden kann. Da wir (ich und die beiden anderen Kommilitonen aus Potsdam) uns nicht vor der Abreise um eine Unterkunft gekümmert hatten, mussten wir erst einmal in einem Hostel unterkommen. Da sehr viele Studenten in Dublin zu dem Zeitpunkt eine Unterkunft suchten, war es schwierig etwas in unserem Budget, nicht unbedingt bei einer Gastfamilie und gewünschter Größe zu finden. Auf der Internetseite daft.ie konnte man wenn man schnell genug war, Kontakt mit den Vermietern aufnehmen und sich Wohnungen angucken. Dort kann man einen Filter einstellen, um nur die Angebote angezeigt zu bekommen, die für einen in Frage kommen würden. Außerdem sollte man sich darauf einstellen, sich ein Zimmer oder einen Wohnraum mit jemand anderem Teilen zu müssen und trotzdem einen für deutsche Verhältnisse hohen Betrag pro Monat zahlen zu müssen. Die Miete wird dort üblicherweise wöchentlich Bar oder per Überweisung bezahlt aber nach Anfrage kann man das auch monatlich tun.

In Dublin ist es üblich für die öffentlichen Verkehrsmittel eine Leap-Card zu besitzen. Für 100€ im Monat kann man dann alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Wenn man die 100€ nicht aufbraucht im Monat, wird das Restgeld in den nächsten Monat übernommen und kann dann weiter benutzt werde. Also das Geld verfällt nicht. Busse und sie sogenannte Luas fahren zuverlässig, Nachts jedoch leider nicht so häufig. Da ich mir das Geld sparen wollte und zwischen der Uni (die südlich etwas außerhalb liegt) und dem Stadtzentrum gut gelegen wohnte, habe ich mir ein billiges Fahrrad für 60€ gekauft. Somit war ich immer flexibel, vor allem abends, und habe außerdem Sport gemacht, während ich Geld gespart habe. Der einzige Nachteil war das regnerische Wetter. Mit guter, regenfester Kleidung war dies jedoch auch zu bewältigen. Wenn ich dann doch mal die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt habe, variierten die Preise pro Anhaltestelle und waren zumutbar.

In der Ersti-Woche (freshers week) an der UCD werden einem viele und gute Angebote für das Eröffnen eines Bankkontos vorgeschlagen. Da ich persönlich jedoch von meiner deutschen Bank schon gute Konditionen europaweit bekomme, habe ich diese Angebote nicht wahrgenommen. Im Nachhinein würde ich es jedoch empfehlen dort ein Konto zu eröffnen, da man sich dann keine Gedanken über eventuelle weitere Gebühren machen muss und noch gute Angebote bekommt. Da ich Privat krankenversichert bin, musste ich mir über Krankenversicherungen keine weiteren Gedanken machen. Ich nehme aber an, dass man sich vor Ort beraten lassen kann und dort direkt was vereinbart. Alles in Dublin ist leider teurer, auch das Essen. Wenn man sich gut und gesund ernähren will muss man dafür auch mehr Geld ausgeben. Ansonsten gibt es bei eher billigeren Supermärkten wie Tesco und SuperValu gute Angebote für mehr oder weniger gute Qualität. Es gibt jedoch auch jede Menge Lidl und Aldis in Dublin verteilt. Ich habe mich für die letztere, billigere Variante entschieden und habe dadurch um die 150-200€ im Monat für Essen und Trinken ausgegeben.

Freizeitangebot wird an dem University College Dublin groß geschrieben. Wenn man den, schon erwähnten, Societies beitritt, werden immer irgendwelche Freizeit Aktivitäten angeboten. Sei es ein Pizza-Abend zum kennenlernen oder ein Tages/Wochenend- Trip in eine andere Stadt in
Irland. Es gibt dort immer was zu tun neben dem Studieren. Außerdem wird ein sehr weit gefächertes Sport Programm angeboten, wobei man die verschiedensten Sportarten ausprobieren kann. Von Bogenschießen zu Hurling und Gaelic Football (zwei spezielle typisch irische Sportarten). Bei einer ziemlich niedrigen Teilnahmegebühr von 10-15€ hat man dann 1-2 mal (eventuell auch öfter) Training in der Woche und nimmt gegebenenfalls an Wochenenden an Turnieren teil. Außerhalb der Angebote der Universität wird einem auch nicht so schnell langweilig. Die Stadt Dublin an sich kann man relativ schnell entdecken und alles sehen was sehenswert ist. Es werden jedoch auch jede Menge Tages und Wochenend-Trips mit dem Bus an die verschieden Orte in Irland angeboten. PaddyWagon ist nur einer von vielen. Auch wenn einige dieser Touren vom Preis her etwas teurer sind, lohnen diese sich sehr und sind nur zu empfehlen. Auf all diesen Touren ist ein Touristenführer beziehungsweise der Fahrer anwesend, durch die man auf sehr humorvolle Weise viel über die Geschichte und Kultur von Irland lernen kann. Wenn man auf die Kommentatoren verzichten will und einfach die andere Stadt selbständig erkunden will bietet sich der Bus Eireann an.

Das Nachtleben in Dublin ist, vor allem für Erasmus-Studenten, sehr belebt. Man kann sich zu Anfang des Semesters ein Bändchen für 20€ kaufen, mit dem man umsonst über das Semester verteilt auf sieben Motto-Parties rein kommt. Dadurch lernt man sehr viele Kommilitonen aus ganz Europa kennen. Auch wenn man nur in einen Pub geht in Dublin, lernt man sehr schnell nette Iren kennen und fühlt sich schnell willkommen und gut aufgehoben.

Studienfach: Kulturwissenschaften und Anglistik

Aufenthaltsdauer: 08/2014 - 05/2015

Gastuniversität: University College Dublin

Gastland: Irland


Rückblick

Nachfolgenden Studenten würde ich raten sich darauf einzustellen, dass alles etwas teurer ist sich aber dadurch nicht die Erfahrung verderben zu lassen. Außerdem würde ich raten mutig zu sein und so viele Studenten (vor allem irische) anzusprechen wie möglich. Alle sind super freundlich und freuen sich darüber neue Leute kennen zu lernen, vor allem wenn diese nicht aus Irland sind. Weiterhin würde ich aus dem gleiche Grund raten bei so viele Veranstaltungen wie möglich mitzumachen, da man dort Freunde findet und die besten Erfahrungen sammelt. Da Irland ein wunderschönes Land ist würde ich auch raten, dass man so viele Trips wie möglich macht um die verschieden Landschaften zu sehen zu bekommen. Gleichzeitig sollte man sich auch auf die Uni konzentrieren, da es dort so viele tolle Kursangebote gibt, bei denen man jedoch auch viel arbeiten muss um eine gute Note zu bekommen.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich eine tolle Zeit in Dublin verbringen durfte wobei ich sehr viele nette Leute kennengelernt habe und gute Freunde gefunden habe. Ich bin unglaublich froh zwei Semester dort geblieben zu sein und kann dies nur weiterempfehlen. Erst nach einer gewissen Zeit festigen sich die Bekanntschaften und brauchen etwas Zeit um zu Freundschaften werden zu können. Außerdem konnte ich das weite Kursangebot dadurch noch besser ausnutzen und auf meinen sehr interessanten Kurs über irische Kultur aufbauen. Es ist einfach eine tolle Erfahrung nicht nur in einer anderen Stadt, sondern gleich in einem anderen Land studieren zu können und all die kulturellen Unterschiede kennenzulernen was die Gemeinschaft der Universität und dessen Studenten angeht, zum Beispiel.

Irland

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier.