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ERASMUS-Erfahrungsbericht - University College Dublin

Die Vorbereitungen auf meinen ERASMUS-Aufenthalt haben sich als aufwendiger als erwartet herausgestellt. Das ERASMUS-Programm wirbt mit dem geringen bürokratischen Aufwand. Dennoch erfordert die Vorbereitung einiges Hin und Her bis alle Unterlagen von den verschiedenen Stellen zusammengetragen und unterschrieben sind. Die Kontaktaufnahme zur Gastuniversität verlief mit etwas Verzögerung, da ein halbes Jahr vor Studienbeginn noch immer keine Rückbestätigung des Austauschabkommens von der Gastuniversität vorlag. Es hat einige Nachfragen unsererseits (von uns zukünftigen Austauschstudenten!) gekostet bis der Vertag vorlag und somit unser Aufenthalt bestätigt werden konnte. Sobald diese Bestätigung vorlag verlief der Kontakt jedoch problemlos. Die Gastuniversität hat einen regen Email-Kontakt zu uns gehalten und alle nötigen Informationen rechtzeitig zur Verfügung gestellt.


Studienfach: Deutsch / Geschichte BA Lehramt an Gymnasien

Aufenthaltsdauer: 09/2012 - 12/2012

Gastuniversität: University College Dublin

Gastland: Irland

Leider haben wir von unserem Koordinator an der Uni Potsdam nicht die Hilfe beim ausfüllen der Formulare und zusammentragen der Nachweise erhalten, die wir uns erhofft hatten. Insofern hat dies sehr viel Eigeninitiative erfordert. Die größten Probleme hatte ich bei der Bestätigung des vorläufigen Learning Agreements durch das Institut, da der ERASMUS-Koordinator einem anderen Institut zugehörig war. Die entsprechenden Unterlagen sind erst wenige Tage vor Semesterbeginn im Ausland und somit vor meiner Abreise eingetroffen. Dadurch war die Bearbeitung der Unterlagen nur sehr kurzfristig möglich, was jedoch auf Grund von Urlaubszeiten an der Uni Potsdam problematisch war. Mein Tipp: hartnäckig bleiben.

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der UCD ist modularisiert. Ein Modul besteht aus einer Vorlesung und einem Seminar/Tutorium. Beide zusammen sind 5LP wert (im BA). Die Veranstaltungen dauern in der Regel 50 Minuten pro Sitzung und haben zwei obligatorische Termine pro Woche. In meinen Geschichtskuren war die Trennung zwischen Vorlesung und Seminar sehr deutlich. Die Vorlesungen wurden je nach Anzahl der Teilnehmer in entsprechenden Hörsälen gehalten. Die Seminare wurden zu verschiedenen Terminen in Kleingruppen angeboten. In meinen Deutschkursen war diese Trennung weniger deutlich erkennbar. Auch hier waren die Dozenten bemüht zwischen Vorlesungsseminaren und Arbeitsseminaren zu unterscheiden. Häufig ging jedoch die eine Form in die andere über. Die Seminargruppen sind vergleichsweise klein (meist 15-25 Studenten) und sollen Raum zur Diskussion bieten. Leider waren meine irischen Kommilitonen nicht sehr diskussionsfreudig. Es scheint dort keine Diskussionskultur in der Form wie wir sie an deutschen Universitäten praktizieren zu geben.

Die Anforderungen in den Kursen waren gut zu bewältigen. Die Leistungserbringung erfolgt in der Regel über drei Komponenten: Die Anwesenheit macht 10% der Gesamtnote aus; 30-40% werden über sogenannte Midterm-Essays oder kleinere Tests während des laufenden Semesters erbracht; die übrigen 50-60% der Modulnote werden über eine abschließende Klausur oder einen größeren Essay bzw. kleine Hausarbeit (während des Semesters zu schreiben) abgedeckt. Das Wintersemester beginnt Anfang September und ist folgendermaßen gegliedert: 1 Einführungswoche (für International Students relevant); 12 Vorlesungswochen die an einigen Instituten eine sogenannte Readingweek (d.h. keine Vorlesungen/Seminare) etwa in der Mitte des Semesters beinhalten; 1 Woche Revision (d.h. ein Woche FREI zum lernen); 2 Wochen Exams am Ende des Semesters (im WiSe noch VOR Weihnachten).
Die UCD ist unglaublich gut ausgestattet. In jedem Raum ist ein Medientisch vorhanden der auch für Studenten frei zugänglich ist. Die Bibliothek ist groß und gut sortiert. Während des Semesters ist sie Montag bis Samstag geöffnet, kurz vor den Exams auch an Sonntagen. Anders als an der Uni Potsdam sind die Räumlichkeiten auf die große Anzahl der Studenten ausgelegt. Ich habe es nicht einmal erlebt, dass ein Raum zu klein für alle Studenten war. Es waren immer ausreichend Tische bzw. Stühle vorhanden. Die Flure sind breit, so dass es kaum „Stau“ auf dem Weg von einer zur nächsten Veranstaltung gibt. Es gibt ausreichend, moderne und saubere sanitäre Anlagen.

Internetzugang (WLAN) ist ebenfalls überall auf dem Campus frei verfügbar. In den Hauptgebäuden gibt es zudem PCs die für den schnellen Blick in Email-Account oder Facebook frei zur Verfügung stehen.
Daneben gibt es auf dem Campus einen eigenen Supermarkt, mehrere Cafes, große, gut ausgestattete Sporteinrichtungen (inklusive eigenem Hallenbad), eine eigene Bankfiliale und mehrere Geldautomaten, Student-Shops die Lebensmittel, Schreibwaren, Bücher und alles was man sonst noch als Student benötigt anbieten, eine Apotheke, ein Ärztezentrum nur für Studenten und sogar ein eigenes Kino.
Ein Manko ist jedoch die Mensa. Sie ist zwar groß und gut eingerichtet aber die Auswahl an Essen ist beschränkt und die Gerichte sind meist nicht sehr gesund. Es gibt viel Frittiertes und wenig frisches Gemüse oder Ähnliches. Zudem sind die Preise extrem hoch. Es gibt nur ein Gericht pro Tag mit Studenten-Rabatt, also keine Auswahl, und dieses kostet ca. 4,25 Euro. Alle anderen Gerichte liegen zwischen 6-8 Euro. In den Cafes bekommt man Sandwichs ab 4 Euro. Ein normaler Becher Kaffee kostet ca. 1,90 Euro. Insgesamt sind die Preise also sehr viel höher als in Deutschland.

Die Betreuung durch das International Office an der UCD ist sehr gut! Am Info-Desk ist immer jemand, der einem mit allen Problemen und Fragen rund um Uni und Studium helfen kann. Die Mitarbeiter dort sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Es gibt die sogenannte Global Lounge, das ist ein großer Raum mit Tischen, Couchen, Sesseln und einer großen Wand mit mehreren TV-Screens. Dort kann man in Freistunden die Zeit verbringen. Es ist eigentlich immer jemand zum quatschen da. Zudem gibt es dort die verschiedensten Veranstaltungen von allen Möglichen Student Associations.

Das Konzept der Student Associations war für mich völlig neu. Es handelt sich dabei um Clubs oder AGs zu den verschiedensten Themen: Sportarten, Musik, Sprachen, Kunst und Theater – für jeden ist etwas dabei. Diese Clubs stellen sich zu Beginn des Semesters vor und jedem Studenten steht es frei, so vielen Gruppen beizutreten wie er möchte. Diese Gruppen organisieren dann verschiedene Veranstaltungen über das Semester hinweg, von Studenten für Studenten.

Diese Associations sind sehr populär und tragen zu dem besonderen Klima an der Uni bei. Es herrscht dort ein viel größerer Zusammenhalt unter den Studenten als ich ihn bis dahin gewohnt war. Die Studenten identifizieren sich sehr stark mit ihrer Uni. Der Campus ist nicht nur der Ort an dem gelernt wird. Viele verbringen hier auch ihre Freizeit, treiben Sport oder treffen Freunde.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studenten

Vor meiner Reise nach Dublin hatte ich gehört, dass es sehr schwierig sein soll Kontakte zu einheimischen Studenten zu knüpfen, da diese selbst als Sprachstudenten offenbar nicht an Muttersprachlern interessiert seien. Mit dieser Erwartung bin ich nach Irland gereist und dort äußerst positiv überrascht worden. Ich habe vor allem in meinen Deutschkursen einige Studenten getroffen, die im vergangenen Jahr selbst im Ausland studiert hatten (eine Kommilitonin ist sogar an der Uni Potsdam gewesen). Diese Studenten waren von Beginn an sehr interessiert sich mit einem Muttersprachler zu unterhalten. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden. Mein Kontakt zu den Iren hat sich schnell auch auf den Freizeitbereich ausgedehnt. Nach und nach habe ich dann auch andere Studenten kennengelernt, die nicht selbst im Ausland waren. Auch diese haben sich sehr interessiert gezeigt und ich kann sagen, dass ich in meinen Seminaren gut integriert war. In meinen Geschichtskursen war der Kontakt nicht ganz so intensiv. Dennoch habe ich auch hier einige nette Iren kennengelernt und hatte immer das Gefühl im Seminar in die Gruppe integriert zu sein.

Die ausländischen Studenten bilden eine große eigene Gruppe an der UCD. Man lernt sich in der Einführungswoche kennen. Das International Office und die verschiedenen Studentenorganisationen für Internationals (ESN = Erasmus Students Network & ISS = International Student Society) bieten vor allem zu Beginn des Semesters eine große Zahl an Veranstaltungen für Internationals an bei denen man gut Leute kennenlernen kann. Das geht von Kaffeestündchen mit kostenlosem Essen und Getränken über Quizz- und Filmabende, Stadtführungen und Fahrten zu Ikea bis hin zum ESN-Pub-Crawl (kann ich nur empfehlen!). Man muss sicherlich nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen. Aber ich fand es eine gute Möglichkeit um Kontakte zu Menschen aus aller Welt zu knüpfen. Natürlich bleiben nicht alle Kontakte über das Semester hinweg im gleichen Maße erhalten aber man kennt sich zumindest irgendwie und grüßt sich auf dem Campus gegenseitig und ein paar Leute bleiben auf jeden Fall übrig, mit denen man die Zeit in Irland verbringen kann.

Was mich etwas gestört hat war die große Anzahl deutscher Austauschstudenten in Dublin (nicht nur an der UCD). Bestimmt 75% der Internationals kamen entweder aus Deutschland oder Frankreich (zumindest gefühlt). Leider besteht allgemein die Tendenz sich immer mit Leuten aus dem eigenen Land zusammenzutun. Insofern bestand auch meine „Clique“ hauptsächlich aus Deutschen. Aber man ist Menschen aus anderen Nationen dennoch viel aufgeschlossener gegenüber und auch Ausflüge und Pub-Abende in gemischten Gruppen sind keine Seltenheit. Das Wichtigste ist, auf die Leute zuzugehen. Man muss den Mut finden einfach jemanden anzuquatschen und dann bleibt man auch nicht lange allein. Denn im Grunde sind alle in der gleichen Situation: Man ist in einem fremden Land mit einer fremden Kultur und kennt niemanden so wirklich. Da kann man sich gegenseitig häufig am besten verstehen und weiterhelfen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Für mich war der ERASMUS-Semester nicht der erste längere Aufenthalt im englischsprachigen Ausland. Ich habe schon nach dem Abitur 10 Monate in einem englischsprachigen Land verbracht. Insofern war die Sprache für mich keine allzu große Herausforderung und Spracherwerb gehörte auch nicht zu meinen Zielen für dieses Semester.

Ich persönlich hatte im Grunde keine Probleme mit dem irischen Englisch. Ich finde den Dubliner Akzent relativ „ausländerfreundlich“. Er ist nicht zu hart und somit eigentlich gut zu verstehen. Etwas schwieriger wird es, wenn man sicht mit Menschen aus dem Norden oder dem Süden Irlands unterhält. Vor allem im Norden wird ein recht starker Akzent gesprochen, der nicht so einfach zu verstehen ist. Aber wenn man nett darum bittet, dann geben sich die Iren auch mühe beim Sprechen und man kommt gut zurecht.

Ich kann nicht sagen, dass sich meine Sprachkompetenz maßgeblich verändert hat. Natürlich muss man zwischen Sprechen und Schreiben unterscheiden. Sprechen und Verstehen ist mitunter sehr viel leichter als die Sprache schriftlich umzusetzen, vor allem im akademischen Bereich. Aber meine irischen Kommilitonen waren sehr hilfsbereit und haben meine englischen Essays Korrektur gelesen. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich kaum Fehler gemacht habe. Das ist natürlich meine persönliche Erfahrung. Aber auch die meisten meiner ausländischen Kommilitonen hatten wenige Probleme und haben sich relativ schnell an das irische Englisch und das Studieren auf Englisch gewöhnt.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe meine Unterkunft schon recht frühzeitig gefunden, nachdem ich keinen Platz im Studentenwohnheim bekommen habe. Die Wohnheime liegen direkt auf dem Campus und sind ganz gut ausgestattet. Allerdings ist die Miete mit rund 600 Euro pro Monat sehr hoch. Wenn man in Dublin nach einer Unterkunft sucht muss man sich jedoch generell auf hohe Mietkosten einstellen. Man sollte mit mindestens rund 500 Euro pro Monat rechnen. Zudem ist der Wohnstandart dort nicht mit dem vergleichbar was man aus Deutschland gewohnt ist. Die Zimmer sind häufig sehr klein. Sie werden in der Regel möbliert vermietet, das ist für einen temporären Aufenthalt natürlich praktisch. Dennoch sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen an Ausstattung und Qualität der Zimmer herangehen.
Ich habe meine Unterkunft über daft gefunden. Das ist die größte Online Immobilien Plattform in Irland (http://www.daft.ie/). Mir war es sehr wichtig vorher zu wissen wo ich wohnen werde, da ich nur sehr kurzfristig vor Semesterbeginn anreisen konnte. Wenn man die Zeit hat kann man aber auch einfach ein bis zwei Wochen früher nach Irland fahren und dann vor Ort nach Unterkünften suchen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten neben dem teuren Wohnheim. Von shared living bzw. house sharing (i.d.R. Prinzip der Zweck-WG, häufig aber auch international) über digs (Prinzip Gastfamilie) bis hin zu einzelnen Apartments ist alles möglich.

Ich habe als Untermieterin im Haus einer Familie gewohnt. Ich hatte damit großes Glück, denn ich habe nur 400 Euro Miete (all bills included) pro Monat gezahlt. Das ist vergleichsweise günstig. Mein Zimmer war winzig, mit Einzelbett, kleinem Schreibtisch und Schrank eingerichtet, für die Zeit dort aber völlig ausreichend. Ich war mit meiner Unterkunft zufrieden, da ich nicht an die Familie und deren Alltag gebunden war sondern immer tun und lassen konnte was ich wollte. Es muss aber jeder für sich wissen, wie und wo er wohnen möchte.

Ein großes Manko in Dublin ist, dass es kein Semesterticket für Studenten gibt. Man zahlt also für jede Fahrt einzeln. Insofern sollte man bei der Unterkunftssuche darauf achten nicht allzu weit weg von der Uni zu wohnen. Andernfalls zahlt man eine Menge allein für den Weg zur Uni. Eine einfache Busfahrt kostet in der Regel zwischen 2-3 Euro. Neben dem Bus gibt es noch die LUAS. Das ist eine Art Tram, die allerdings nur zwei Linien hat: eine vom Zentrum in die südlichen Vororte und eine im nördlichen Teil der Stadt. Eine dritte Möglichkeit stellt die DART dar. Das ist eine Art S-Bahn die allerdings nur entlang der Küste fährt. Sie bietet sich an um Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Im Stadtverkehr ist die DART aber nicht sehr hilfreich. Mit einem gültigen Studentenausweis kann man für 15 Euro eine Student Travel Card kaufen. Auf diese kann man dann Geld laden und sie statt eines Einzeltickets benutzen. Mit der Travel Card bekommt man immer ein paar Prozent Rabatt auf jede Fahrt. Zudem bekommt man damit auch Rabatt in bestimmten Geschäften wie Boots (Drogerie) oder bei McDonalds. Die Student Travel Card beinhaltet eine sogenannte Leap Card. Das ist ein elektronischer Fahrausweis den jeder bekommt, nicht nur Studenten.

Der Vorteil ist, dass die Travel Card für alle drei Transportmittel gültig ist (Bus, LUAS & DART).
Neben dieser elektronischen Karte gibt es noch ein sogenanntes Rambler Ticket. Dieses ist allerdings nur für den Bus gültig. Es funktioniert im Grunde wie eine Tageskarte. Bei der ersten Fahrt wird ein entsprechender Betrag (ca. 3 Euro) vom Ticket abgebucht, den Rest des Tages fährt man dann quasi umsonst. Das 30 Tage Rambler Ticket kostet 91,50 Euro für Studenten. Es gibt auch eines für fünf Tage. Der Vorteil ist, dass man die 30 Tage nicht hintereinander abfahren muss. Das Ticket ist ein Jahr gültig. Ich persönlich habe mein Rambler Ticket benutzt um in der Woche mit dem Bus zur Uni zu fahren. Am Wochenende habe ich aber meine Travel Card für die LUAS benutzt. Dennoch zahlt man dort viel mehr für den Öffentlichen Nahverkehr als in Berlin und Potsdam.

Es kommt darauf an wo man wohnt aber die Hauptbuslinien die zur Uni fahren verkehren in den Stoßzeiten im Minutentakt. Vom Zentrum aus fährt man etwa 15 bis 20 Minuten zur Uni. Die Busse fahren regulär bis 23:30. Freitag und Samstag gibt es zusätzlich Nachtbusse auf den Hauptlinien welche halbstündig bis 4:00 fahren. Die Fahrt mit dem Nachtbus kostet immer(!) 5,70 Euro (egal wie viele Stationen man fährt). Das ist aber immer noch billiger als ein Taxi. Die LUAS verkehrt regulär bis 00:30. Da Irland nicht besonders groß ist biete es sich an, die Insel an Wochenendtrips zu erkunden. Am Besten ist es dafür ein Auto zu mieten. Das ist sogar vergleichsweise günstig. Allerdings muss man bei den meisten Autovermietungen 25 sein, um ein Auto mieten zu können. Einige wenige Vermietungen vermieten Autos gegen Preisaufschlag aber auch schon an jüngere Personen. 21 sollte man trotzdem mindestens sein. Wenn man nicht mit dem Auto fahren will dann bieten sich die Überlandbusse von Bus Eireann oder Aircoach an. Diese operieren verschiedene Linien welche die gesamte Insel bedienen. Da das Land infrastrukturell sehr auf Dublin fixiert ist kommt man von dort eigentlich überall problemlos hin.
Wenn man rausfinden will wie man in Dublin von A nach B kommt, dann geht man am besten auf hittheroad.ie . Die Seite zeigt einem dann alle Möglichkeiten mit Bus, LUAS, DART, Auto und zu Fuß an – mit Abfahrts-/Ankunftszeiten und Karte.

Es gibt in Irland verschiedene Banken. Da man heutzutage Online Banking aber von überall machen kann braucht man im Grunde kein Konto in Irland. Ich habe alles über meine deutsche Bank geklärt und das hat ganz gut funktioniert. Das einzige Problem ist, dass man mit deutschen EC-Karten in der Regel Gebühren zahlt, wenn man im Ausland Geld abhebt. Ich hatte von meiner Bank eine Spar Card mit der ich 10 Mal umsonst Geld abheben konnte. Das hat ausgereicht. Eine VISA-Karte hatte ich auch. Damit gab es allerdings einige Probleme, da sie nicht überall anerkannt wurde. Trotzdem glaube ich nicht, dass es sich lohnt für die Zeit ein eigenes Konto einzurichten. Nur wenn man dort während des Aufenthalts arbeiten will. Dann benötigt man allerdings auch eine Steuernummer. Diese bekommt man nur, wenn man mindestens zwei Semester dort studiert.

Was die Krankenversicherung angeht, so ist man, wenn man von seiner Kasse eine Europäische Krankenversicherungskarte hat, auf jeden Fall berechtigt im Notfall behandelt zu werden. Ich hatte zusätzlich eine zeitlich begrenzte Auslandsversicherung, die ich von meiner Kasse vermittelt bekommen habe. Ich musste diese zum Glück aber nie in Anspruch nehmen. Mein Tipp ist nur sich rechtzeitig (!) um diese Dinge zu kümmern.

Für das Handy besorgt man sich am besten eine Prepaid-Card. Ich war bei Meteor, das ist einer der größten irischen Anbieter. Es gibt aber auch Vodavon, O2 und Three die alle gute Angebote für Studenten haben. Wie viel man zahlt hängt vom persönlichen Bedarf ab. Ich bin mit 10 Euro im Monat ausgekommen aber das ist sicher bei jedem verschieden.

Wie schon angedeutet ist Dublin eine sehr teure Stadt. Mieten, Öffentlicher Nahverkehr und Lebensmittel sind mitunter ziemlich teuer. Grob überschlagen muss man mit ca. 1000-1500 Euro pro Monat rechnen – mindestens. Auch das hängt natürlich vom eigenen Bedarf und Lebensstil bzw. den eigenen Ansprüchen ab. Es gibt allerdings einige Möglichkeiten wie man auch in Dublin sparen kann. Beim Essen zum Beispiel: es ist generell günstiger wenn man für sich Zuhause kocht und nicht ständig auswärts (inklusive Mensa) Essen geht; zum Einkaufen sollte man zu ALDI oder LIDL gehen – dort gibt es die günstigsten Lebensmittel und auch einige deutsche Produkte (das „deutsche“ Brot von Lidl hat meine Speisekarte maßgeblich bereichert!). Aber auch TESCO hat gute Angebote. Generell kann man sagen, dass die Angebote meist echt gut sind. Es lohnt sich also darauf zu achten was gerade im Angebot ist.

Überschüssige Zeit lässt sich in Dublin sehr gut verbringen. An der Uni kann man immer Sport machen – mit und ohne Mitgliedschaft in einer der Societies. In der Stadt gibt es zwei Fußgängerzonen zum Shoppen und Zeit vertreiben. An den Wochenenden bieten sich Trips in die Umgebung an, zum Beispiel nach Howth (wunderschön – für mich ein absolutes MUST!), Dalkey, Bray oder Greystones (alles Orte an der Küste die gut mit der DART zu erreichen sind). Und dann gibt es in Irland natürlich auch die Pub-Kultur. „Bier-o’clock“ ist eigentlich immer. Insofern kann man sich einfach in einen Pub setzen und der Abend wird schön. Da kann nicht viel schief gehen. Ein Pint kostet im Schnitt 5 Euro (überall). Wenn man sich etwas von den teuren Touristen-Pubs in Temple Bar (Kultur- und Party-Viertel) entfernen will, dann sucht man am Besten rund um die Dame Street oder in der Nähe von St. Stephen’s Green.
Party geht natürlich auch. Es gibt eine ganze Reihe Clubs und viele Live-Konzerte. Da ist eigentlich für jeden was dabei. Man kann Dublin, was das angeht, aber nicht mit Berlin vergleichen und sollte sich generell auf eine etwas andere Feier-Kultur einstellen (12 cm High Heels sind ebenfalls ein MUST für Clubgängerinnen).

Studienfach: Deutsch / Geschichte BA Lehramt an Gymnasien

Aufenthaltsdauer: 09/2012 - 12/2012

Gastuniversität: University College Dublin

Gastland: Irland


Rückblick

Wenn ich auf meine vier Monate in Dublin zurück blicke dann kann ich sagen, dass ich eine sehr schöne Zeit dort hatte. Ich habe viele nette Menschen getroffen, neue Freundschaften geschlossen und eine neue Kultur kennengelernt. Ich habe viel vom Land gesehen und die Offenheit und Herzlichkeit der Iren zu schätzen gelernt. Was mein Studium betrifft, so hat mich mein Auslandsaufenthalt leider nicht wirklich weiter gebracht. Bei Geschichte gibt es dabei wenige Probleme. Die Kurse sind halbwegs kompatibel. Mein Tipp ist nur Kurse zu wählen die sich mit allgemein europäischen oder internationalen Themen befassen. Ich habe den Fehler begangen Kurse zur irischen Nationalgeschichte zu wählen. Die Kurse waren sehr interessant (!) aber ohne das entsprechende Hintergrundwissen war es häufig schwer die Ereignisse in einen größeren Kontext einzuordnen und zu verstehen. Was Deutsch betrifft so sind lediglich die Literatur-Kurse überhaupt anrechnungsfähig. Leider war das Angebot in diesem Bereich auf dem entsprechenden Level (3) nicht sehr groß. So hatte ich im Grunde keine Auswahl. Zudem ist das Studium dort anders gegliedert. In den einzelnen Studienjahren werden die Epochen chronologisch abgearbeitet. So werden im Level 3 nur Kurse zur Moderne angeboten. Dennoch war es eine sehr interessante Erfahrung den Alltag an einer ausländischen Uni kennenzulernen. Einiges läuft dort anders als ich es gewohnt war aus Deutschland. Allein diese Erfahrung war es wert im Ausland zu studieren. Ich kann nur jedem empfehlen ein Semester oder auch zwei im Ausland zu verbringen, wenn die Chance dazu besteht. Denn ein Auslandsaufenthalt bringt immer eine Horizonterweiterung mit sich. Zudem lernt man sich selbst besser kennen und macht unbezahlbare Erfahrungen. Ich persönlich habe im Ausland eine neue Einstellung gegenüber meiner eigenen Uni entwickelt. Plötzlich ist man Repräsentant der eigenen Universität unter vielen anderen. Ich habe in Irland Studenten getroffen die sich viel stärker als ich mit ihrer Uni identifiziert haben. Für diese Studenten ist die Uni nicht nur der Ort an dem sie lernen und ihn dann so schnell wie möglich wieder verlassen sondern ein Ort der Gemeinschaft auf den man durchaus stolz ist. Ich fühle mich meiner Uni heute auch stärker verbunden als vor meinem Auslandssemester und betrachte sie aus einer ähnlichen Perspektive.

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