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Ein Semester am University College Cork

Als aller erstes habe ich mich bei Kommilitonen, die schon ein ERASMUS-Programm absolviert hatten informiert und erfragt, welche Erfahrungen diese mit ERASMUS und insbesondere mit Irland gesammelt haben. Danach habe ich mir auf der Internetseite ein für mich infrage kommendes Land ausgesucht und einen Termin mit dem Erasmuskoordinator meiner Fakultät vereinbart, um weitere Informationen zu erhalten. Dann war alles ganz einfach, ich habe die Formulare ausgefüllt und diese wurden dann an die Gastuniversität gesendet. Diese sendete mir dann einige Unterlagen, die ich ausfüllen und zurücksenden musste.


Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 05/2017

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland

Studium an der Gastuniversität

Am University College Cork werden die Kurse im Voraus über ein Programm gewählt und man muss sich vorher informieren, inwiefern sich diese überschneiden. Ich hatte leider das Pech, dass zu diesem Zeitpunkt kein Master für Geologie angeboten wurde. Somit hatte ich einige Probleme mit der Kurswahl. Leider wurde ich auch erst darüber informiert, als ich bereits in Cork war und meinen ersten Kurs besuchen wollte. Für mich hieß das, ein bisschen Gerenne, da ich mich informieren musste, welche Kurse ich nun besuchen würde und wie sinnvoll diese wären. Ich musste mich mit den Fachleitern der jeweiligen Institute kurzschießen und erfragen, ob ich diese Kurse besuchen kann. Alle Mitarbeiter der Universität waren sehr freundlich und hilfsbereit und ermöglichten mir somit, neue Kurse zu wählen, die im „Learning Agreement during the mobility“ festzuhalten sind.

Die Vorlesungen und Übungen gehen immer nur 60 Minuten, wobei von diesen die ersten 5 Minuten und die letzten 5 Minuten abgezogen werden, damit man die Möglichkeit hat, den Raum zu wechseln. An und für sich ganz gut, aber wenn man den Campus wechseln muss reichen diese 10 Minuten leider nicht aus.

Die Kurse sind teilweise sehr voll und die Möglichkeit, seinen Laptop zu laden, ist kaum vorhanden. Da die meisten Veranstaltungen in alten Räumlichkeiten stattfinden, gibt es keine Stromquellen in den Hörsälen. Die Tische sind zum Teil sehr klein und ermöglichen nur Platz für einen Block zum Mitschreiben.

In den meisten Kursen ist es üblich, dass Essays geschrieben werden. Diese sind sehr zeitintensiv, aber dafür gibt es am Ende in den meisten Kursen keine Klausur. In anderen Kursen gibt es Hausaufgaben und Übungen, die am Ende zu der Klausur gerechnet werden.

Zum Ende des Semesters gibt es eine „study review“. In dieser Woche kann man sich voll und ganz auf das Lernen für die Klausuren vorbereiten, da es keine Veranstaltungen mehr gibt. In dieser Zeit werden die Öffnungszeiten der Bibliothek verlängert, sodass man teilweise 24 Stunden die Bibliothek nutzen kann.

Es gibt die Möglichkeit, sich Laptops zu mieten oder die Computerpools zu nutzen. Die Pools sind leider zum Teil sehr überfüllt, so dass man keine Möglichkeit hat, einen Computer zu nutzen.

Die Dozenten und auch die Mitarbeiter des International Office sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Sie haben immer ein offenes Ohr und versuchen, so schnell wie möglich, Probleme zu lösen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Das Semester startet mit verschiedenen Einführungs- und Informationsveranstaltungen bei denen man andere ausländische Studenten kennenlernt. Diese Veranstaltungen sind gut geplant und ermöglichen einen guten Start in der neuen Stadt und die Möglichkeit, Freundschaften zu schießen. Das Programm vom International Office ging über zwei Wochen und beinhaltete Welcome Meetings, Speed Friendship, Filmabende, Campus- und Stadtführungen, Workshops, ganz viele Partys und sogar organisierte Ausflüge in schöne Orte in Corks Umgebung.

Bei diesen Veranstaltungen nehmen leider keine einheimischen Studenten teil, somit ist die Möglichkeit, diese kennenzulernen sehr gering. In den Kursen sind die Iren auch eher unter sich. Die meisten fahren am Wochenende nach Hause, da diese nicht in der Stadt Cork leben. Die beste Möglichkeit, einheimische Studenten kennenzulernen ist durch das Besuchen der verschieden Sport Clubs und Societies. Die Sportveranstaltungen finden alle in der Mardyke-Arena statt. Diese ist eine ein toller Sportkomplex, der neben Fitnessstudios inklusive Kursen, Beratung, und Trainingsplänen, Schwimmbad, Sauna, Kletterwand auch die Sporthallen und Outdoorsportplätze beinhaltet. Als UCC Student hat man die Chance, das alles kostenfrei zu nutzen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch ist wesentlich besser geworden und es fällt mir nun leichter, frei zu sprechen. Die Scheu, vor Fremden Englisch zu sprechen, wurde dadurch besser, dass ich auch in der Freizeit gezwungen wurde, meine Sprache zu verbessern. Mein Verständnis für Zusammenhänge ist nun deutlich besser. Leider trifft man gelegentlich auf sehr viele Deutsche und fällt dann immer wieder in alte Muster und spricht Deutsch.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich wohnte in einem Studentenwohnheim (Arcadia Hall), welches mir durch die Gastuniversität vorgeschlagen wurde. Dieses musste schon im Voraus bezahlt werden, was reibungslos ablief. Die Kosten dafür sind sehr hoch (für neun Monate rund 4000€) und die Bilder aus dem Internet entsprechen nicht unbedingt der Wahrheit. Mein Zimmer ist sehr klein und dunkel gewesen. Der Strom wird zusätzlich abgebucht, was ungefähr 15-20 € in der Woche pro Person sind. Ich teilte mir mein Apartment mit 2 weiteren Studentinnen. Das Badezimmer und die Küche/Wohnzimmer waren Gemeinschaftsräume. Es gab keine Bettwäsche, das heißt, bevor man das erste Mal schlafen kann, muss man erst in die Stadt zu Pennys, Tesco oder in ein anderes Geschäft, um sich Kopfkissen und eine Bettdecke zu kaufen. Es gibt auch keine Schreibtischlampe, sondern nur eine Lampe im Zimmer, die an der Seite der Wand befestigt ist. Bevor man sich richtig wohlfühlen kann, mussten wir (meine neuen Mitbewohnerinnen und ich) das ganze Apartment putzen. In dem Apartment gab es keinerlei Reiniger oder Hygieneartikel bei der Ankunft. Das heißt, man darf am Anfang sehr viel Geld für Kleinigkeiten investieren. Ich habe in den ersten paar Wochen um die 200 € für Bettzeug, Lampe, Reinigungsartikel, Kleiderbügel und weitere Dinge investiert. Leider ist die Wohnlage in Cork sehr schlecht. Es gibt kaum günstige Unterkünfte und es ist größtenteils sehr dreckig und gibt viel Schimmel in den Häusern. Schimmel scheint hier mehr oder weniger „normal“ zu sein. Das Heizen wird vom Strom abgezogen und der scheint hier sehr willkürlich berechnet zu werden. Daher heizt man lieber nicht und spart Strom.

Es gibt die Möglichkeit, in Cork mit dem Bus zur Universität zu fahren, dieses ist aber auf Dauer sehr teuer. Eine Strecke kostet 1.60 € mit der Leapcard (normal 2.10 €), welche vorher beantragt werden muss und 10 € kostet. Es gibt auch die Möglichkeit einer Monatskarte, diese kostet dann 65 €. Der beste Weg, sich in Cork fortzubewegen, ist das Fahrrad oder zu Fuß. Es gibt die Möglichkeit, sich ein „CocaCola bike“ zu mieten. Dieses ist eine kostengünstige Alternative, aber bei den Stoßzeiten gibt es teilweise keine Fahrräder mehr oder keinen Platz, das gemietete Fahrrad abzustellen.

Ein Bankkonto kann man nur eröffnen, wenn man einen Reisepass mit sich führt. Grundsätzlich kann man fast überall mit Kreditkarte zahlen.

Es gibt einen Arzt auf dem Campus, der von Studierenden kostenlos aufgesucht werden kann.

Die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch. Ich gab in der Woche ungefähr 70-100 € für Lebensmittel aus. Meine Lebensmittel kaufe ich bei Aldi, Lidl oder Tesco, welches die günstigsten Supermärte in Cork sind. Leider lässt es sich nicht vermeiden, sein Essen immer selbst zu kochen und man beugt sich den gesellschaftlichen Druck und geht essen. Eine Mahlzeit kostet so um die 10 € aufwärts. Leitungswasser gibt es immer kostenlos.

Sonstige Hinweise

Die Wahl des Studentenwohnheims ist sehr wichtig, falls das für einen infrage kommen sollte. Eden Hall ist ein sehr großes Studentenwohnheim, das sehr weit außerhalb des Zentrum liegt und wenn man kein Fahrrad hat, ist man auf den Bus angewiesen, der nicht so zuverlässig ist, wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Dieses Jahr hat die Busgesellschaft für 5 Wochen gestreikt und es fuhr kein Bus. Der Weg zu Fuß von Eden Hall zum Campus beträgt ungefähr 30-40 Minuten.

Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 05/2017

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland


Rückblick

Im Nachhinein hätte ich gern zentraler gewohnt. Von meinem Apartment in die Stadt waren es zu Fuß nur 10 Minuten, aber zum Hauptcampus brauchte ich 30 Minuten. Das Studentenwohnheim liegt in einer eher schlechteren Gegend mit Kriminalität, wobei ich das als Großstädter nicht so empfand. Die Öffnungszeiten der Supermärkte sind sehr kundenfreundlich, man hat die Möglichkeit, montags bis sonntags einkaufen zu gehen. Die Supermärkte schließen gegen 21 Uhr und Tesco sogar gegen 22Uhr. Die anderen Läden schließen gegen 18 Uhr oder 19 Uhr je nach Wochentag. Die Bars und Pubs sind immer gut gefüllt und gefeiert wird nicht wie bei uns am Wochenende, sondern besonders am Dienstag und Donnerstag. Das ist natürlich ein wenig hinderlich, wenn man am nächsten Tag um 9Uhr eine Vorlesung hat. Die irische Kultur ist sehr vielseitig, die Landschaft traumhaft, und die Menschen sind sehr offen, lustig, herzlich und trotzdem höflich.

Irland

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