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ERASMUS-Erfahrungsbericht - Cork

Im Gegensatz zu den meisten anderen Auslandsstudenten, habe ich mein Erasmus Semester in meinem 7. Fachsemester absolviert. Als Bewerbungsunterlagen reichten im meinem Fall eine Leistungsubersicht der bisher absolvierten Kurse aus. Da die Anzahl der Bewerber die Anzahl der freien Studienplatze nicht uberschritt, gab es von Seiten der Universitat Potsdam keinerlei weitere Anforderungen. Auch bei der Annahme an der Universitat in Cork gab es keine weiteren Komplikationen. Nach der Annahme wurde mir ein Informationspaket per Post zugesendet. Informationen zur vorlau gen Kurswahl und anderen Vorbereitungen wurden mit per E-mail gesendet. Ansonsten galt es noch die Erasmus Informationsveranstaltung der Uni Potsdam zu besuchen, sowie einen kleinen online Englisch-Sprachkurs zu absolvieren. Sehr praktisch fur den Auslandsaufenthalt ist die Bescha ung einer Kreditkarte im Vorfeld, da sich das Abheben von Bargeld im Ausland dadurch stark vereinfacht. Viele Anbieter haben gerade fur Studenten kostenlose Angebote.


Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2015 - 12/2015

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland

In Cork angekommen gab es zunachst einige Informationsveranstaltungen in denen das weitere Vorgehen erlautert wurde. Vor allem mit der im Vorfeld stattgefundenen vorlau gen Kursbelegung gab es einige Schwierigkeiten, da sich einige Kurse als nicht verfugbar entpuppten, oder die Kurse nicht die erwarteten Inhalte thematisierten. Die Verantwortlichen am Institut waren in dieser Angelegenheit aber sehr zuvorkommend und haben die Teilnahme an weiteren Kursen (auch Masterkursen) angeboten. Generell habe ich alle Dozenten und Mitarbeiter, vor allem auch im Auslandsamt (International Oce) als sehr hilfsbereit wahrgenommen. Deshalb kann ich nur empfehlen sich bei Schwierigkeiten einfach an die verantwortlichen Mitarbeiter zu wenden. Gerade zu Beginn des Semesters gibt es zahllose Veranstaltungen, die entweder an alle Studierenden, alle Studienanfanger oder auch speziell an ERASMUS Studenten gerichtet sind. Ich kann nur raten zu so vielen Veranstaltungen wie moglich zu gehen, da diese die beste Moglichkeit darstellen gleich zu Beginn mit anderen Studenten in Kontakt zu kommen. Auch wenn man sich vom Titel der ein oder anderen Veranstaltung vielleicht nicht wirklich angesprochen fuhlt, kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass sich hinterher eine bunte Truppe zusammen ndet mit der man noch durch die Pubs der Stadt streifen kann.

Kurse und Module

GL 3026 Hydrogeology and Engineering Geology

Der Kurs in Hydrogeologie war in Sachen Geologie in meinen Augen einer der besten Kurse. Die Modulverantwortliche Eileen Mc Carthy ist selbst auf diesem Gebiet tatig und kann zahlreiche Anwendungsbeispiele liefern und gut erklaren. Gerade zu Beginn ist die Menge an Informationen und das hohe Tempo in den Vorlesungen etwas gewohnungsbedurftig, allerdings wurde auch jede Nachfrage seitens der Studenten sehr ausfuhrlich und und tre end beantwortet. Auch hier gilt also: Im Zweifelsfall einfach nachfragen. Inhaltlich werden in der Vorlesung grundlegende Hydro- sowie Ingenieursgeologische Konzepte und Methoden erläutert, die dann in den Übungen vertieft werden. Die Übungen werden mit einfachen Mitteln wie Gra kpapier, Zirkel, Taschenrechner und Excel gelost, die Betreuung hierbei ist ausgezeichnet. Gegen Ende des Moduls ndet eine Exkursion zu einer Windfarm in der Nähe von Cork statt. Das ist zwar sehr interessant, allerdings muss ich sagen, dass die Menge an Übungen und die Masse an Informationen hier im Verhältnis zur eingeplanten Zeit etwas übertrieben war. Ein weiterer fragwürdiger Punkt ist die Art der Prüfungsform. Exkursionsbericht und Übungsaufgaben machen einen Teil der Note aus, der andere wird durch die Abfrage von Essays ermittelt. Hierbei erstellen die Studenten 2 Essays im Umfang von etwa 1000-1500 Wörtern, die dann in einer Prüfungssitzung aus dem Gedächtnis samt Quellenangaben nochmals aufgeschrieben wird.
Diese Prüfungsform ist in meinen Augen sehr Zeitaufwendig und fur mich keinen erkennbaren Vorteil gegenüber einer einfachen Abgabe der erarbeiteten Essays.

GL 3028 Micropalaeontology and Palynology

Dieses Modul besteht aus einer Vorlesung in der vornehmlich die Klassi zierung von Mikrofossilien besprochen wird, sowie einer Übung in der Skizzen und Beschreibungen von selbiger erstellt werden. Der Dozent Dr. David Jarvis vermag diese in meinen Augen etwas trockene, aber sehr wichtige Materie mit viel Humor zu vermitteln. Die Prüfungsform ist hier ähnlich zu GL3026, man bearbeitet im Vorhinein bekannte Aufgabenstellungen und schreibt diese in einer Klausur am Ende des Semesters ohne Hilfsmittel erneut auf.

PY 3011 Environmental Physics

Der Inhalt dieses Moduls entsprichten in weiten Teilen den Modulen Experimentalphysik fur Geowissenschaftler 1 und 2 an der Universität Potsdam. Trotzdem erachte ich diese Modul fur durchaus empfehlenswert, da stets interessante umweltwissenschaftliche Interpretationen und Aufgabestellungen eingearbeitet werden, die die Anwendungsmöglichkeiten des Sto ffs besser veranschaulichen als es eine rein physikalische Betrachtung konnte. Die Dozenten sind auch hier sehr hilfsbereit und führen gut organisierte und verständliche Übungen, in denen Übungsaufgaben bearbeitet werden, sowie Praktika zu den Themen Radioaktivität und Warmeleitung.

GA 1120 Introduction to Modern Irish

Dieses Modul ist mein persönlicher Geheimtipp. Mir persönlich war zu Beginn meines Aufenthalts nicht bewusst, dass Irisch als 2. Sprache neben englisch in Irland weit verbreitet ist. In den Städten sind beispielsweise sämtliche Beschilderungen sowohl auf englisch als auch auf Irisch vorhanden und schon grundlegende Kenntnisse der Sprache ermöglichen es die Atmosphäre und die Kultur Irlands besser wahrzunehmen. Der Kurs setzt genau hier an und verzichtet auf zähe grammatikalische Grundlagen und (zunäachst) Rechtschreibung. Stattdessen lernt man schon in den ersten 2 Wochen einfache Gespräche auf Irisch zu führen. Um wirklich etwas davon zu haben, sollte man den Rat der Dozenten beherzigen und in der Stadt oder in Pubs das Gespräch mit Einheimischen suchen, die meiner Erfahrung nach immer begeistert sind ein paar Worte auf Irisch zu wechseln. Sowohl der Kurs als auch die Anwendung der Sprache haben mir viel Spaß gemacht, allerdings ist es auch wirklich erforderlich möglichst alle Termine wahrzunehmen, da man sonst leicht den Anschluss verliert. Darüber hinaus geben die Dozenten zahlreiche Tipps zu typisch irischen Sport-, Musikoder Tanzveranstaltungen.

Wohn- und Lebenssituation

Der Uni-Alltag in Irland hat in meinen Augen eine gänzlich andere Bedeutung als in Deutschland. Für die meisten Studenten spielt sich das gesamte Leben, also Studium, soziale Kontakte, Freizeitgestaltung, Nebenjob in der Uni ab. Daher herrscht unter den Studenten und auch Dozenten ein sehr familiäres Klima, da man einfach ständig in Kontakt steht.

Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung an der Universität sind gigantisch. Von Sportclubs wie Fuball, Basketball, Kampfsport über Musik-AGs bis hin zu Hobbygruppen wie dem Harry Potter Club ist jede Interessengruppe vertreten. Für Studenten ist darüber hinaus das gesamte Angebot kostenlos, inklusive Nutzung des Schwimmbades in der unieigenen, hoch modernen Sportanlage. In meinen Augen war der Mountaineering Club eine der besten Erfahrungen meines Auslandsaufenthaltes. Bei den wöchentlichen Tageswanderungen kommt man schnell in Kontakt mit internationalen und irischen Studenten vieler verschiedener Fachrichtungen und lernt zudem tolle Gegenden Irlands abseits der Touristenattraktionen kennen. Außerdem ermöglicht einem die Teilnahme zweimal wöchentlich die Kletterhalle zu besuchen, wo man von den fachkundigen Leitern an den Sport herangeführt wird und außerdem noch sämtliches Equipment zur Verfügung gestellt bekommt.

Neben den oziellen Clubs haben sich während meines Aufenthalts viele selbstorganisierte Gruppen zusammengefunden, beispielsweise eine ERASMUS-Fußballgruppe. Ein weiterer heißer Tipp ist die International Society. Neben wöchentlichen Parties stehen auch regelmäßig Stäadte-Trips, z.B. nach Galway, Dublin oder Belfast an. Die Fahrten sind zwar stark geführt und ermöglichen es nicht wirklich die Städte frei zu erkunden, allerdings ist ein Pauschalpreis von 50 Euro fur 3 Tage, inklusive Busfahrt, Unterkunft, Verpflegung und Eintrittskarten fur Museen oder andere Sehenswurdigkeiten, einfach unschlagbar. Die etwas näheren Städte wie Galway oder der Ring of Kerry lassen sich auch super mit einem Mietwagen auf eigene Faust erreichen. Mietwagen sind in Irland zwar ziemlich günstig, allerdings gilt die Regel, dass man entweder 25 Jahre alt sein, oder den Führerschein seit 5 Jahren besitzen muss. Wenn das nicht der Fall ist, kann man trotzdem mal zu den gängigen Autovermietungen (z.B. Hertz) gehen und mit den Mitarbeitern sprechen. Ich selber habe die Voraussetzungen eigentlich knapp verfehlt, aber irgendwie ließ es sich dann doch regeln ein Auto zu mieten.

Unterkunft

Ich habe mich direkt nach meiner Zusage von der Universitat in Cork um eine Unterkunft gekümmert, was aber de nitiv zu spät war. Ich kann nur empfehlen, sich sobald es sich abzeichnet, dass man den ERASMUS-Platz bekommt, um eine Wohnung zu küummern. Der Kontakt zu meiner ursprünglich gewünschten Unterkunft (Abbey Wharf) war etwas schwierig, da meine erste Meldung dort wohl verloren gegangen war. Auch hier gilt aber: Einfach mit E-mails oder Anrufen nachbohren, eigentlich reagieren alle Verantwortlichen sehr hilfsbereit. Da die Zahl der Unterkünfte etwas knapp war, wurde sich dann seitens der Uni um Unterkunfte gekümmert. Ich bin im Arcadia Hall untergekommen, wo hauptsachlich internationale Stundenten wohnen. Ich habe mich dort von der Atmosphäre her sehr wohl gefühlt und die Ausstattung war mit Bett, Schreibtisch, Backofen, Herd und Couch vollkommen ausreichend. Allerdings sind sowohl Bäder als auch Wohnräume zum Teil wirklich stark mit Schimmel belastet. Ich habe meine Wohnung mit zwei anderen deutschen Jungs geteilt. Zu Beginn fand ich es sehr praktisch jemanden zu haben mit dem man sich gut verständigen kann, gerade was die bürokratischen Aufgaben zu Beginn des Studiums angeht. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass mich die Wohnsituation  immer wieder aus der Erasmus Atmosphäre gezogen hat, da innerhalb der Wohnung doch wieder viel deutsch gesprochen wurde. Eine Nachfrage im Buro der Verwaltung oder beim Hausmeister häatte vermutlich ausgereicht um in eine Wohnung mit internationalen Studenten zu wechseln, was ich in der Situation wirklich hätte tun sollen.

Lebenshaltungskosten

Die Preise in Irland für Lebensmittel liegen geschätzt etwa das 1,5-fache über den Preisen in Deutschland. Preislich emp fiehlt es sich daher durchaus bei Discountern wie ALDI oder LIDL einzukaufen, die in der Stadt gut erreichbar sind. Für die Atmosphäre kann man aber auch hin und wieder den English Market oder andere kleine Läden in der Stadt besuchen, die aber deutlich teurer sind.

Verkehrsmittel in Cork

Da im Studentenausweis kein Ticket fur öff entliche Verkehrsmittel enthalten ist und man stets teure Einzeltickets kaufen muss, lohnt sich die Bescha ung eines Fahrrads. Hier gibt es zum einen die Möglichkeit sich beim Bike shed, einem Laden der mit gebrauchten Fahrrädern handelt, ein Rad zu bescha ffen, allerdings ist zu Beginn des Semesters, wenn alle Erasmus Studenten ein Fahrrad suchen, die Auswahl sehr begrenzt. Die aus meiner Sicht praktischere Lösung ist die Teilnahme an einem Bike-Sharing System, das in Cork von Coca Cola betrieben wird. Die Stationen sind gut in der Stadt verteilt und für nur 10 Euro pro Jahr ist es auch noch sehr preisgünstig. Ein weiterer Vorteil hier ist, dass man sich nicht um die Instandhaltung des Rades kümmern muss, sondern stets funktionstüchtige Räder mit Lichtanlage zur Verfügung stehen.

Sprachkompetenz

Englische Sprachkenntnisse sind auch im deutschen Uni-Alltag unverzichtbar, daher ist natürlich in der Regel davon auszugehen, dass man bereits vor dem Aufenthalt über solide Kenntnisse verfügt. Ich denke dass die oben beschriebene Wohnsituation im Hinblick auf die Verbesserung meiner Sprachkompetenz etwas hinderlich war. Dennoch kann ich sagen, dass ich gerade im mündlichen Umgang mit der englischen Sprache vertrauter geworden bin, und es mir nun leichter fällt ein alltägliches oder auch fachliches Gespräch auf englisch zu führen. Durch den irischen Sprachkurs habe ich in nur etwa 3 Monaten gelernt, ein einfaches Gespräch in einer völlig fremden Sprache zu führen, was ein wirklich tolles Erfolgserlebnis ist.

Tipps fur nachfolgende Studenten

Ich kann eigentlich nur raten von Anfang an den Kontakt mit einheimischen und internationalen Studenten zu suchen. Man sollte so viele Veranstaltungen wahrnehmen wie nur irgendwie geht um gleich Anschluss zu neuen Menschen zu finden. Gerade zu Beginn des Aufenthalts sind alle anderen Studenten in der gleichen Situation wie man selbst, was das Knüpfen von Kontakten sehr einfach macht. Auf der anderen Seite sollte man auch nicht zu verbissen versuchen, die Zeit seines Lebens zu erzwingen, in der Regel ergeben sich die besten Erfahrungen und Erlebnisse ganz von selbst. Gerade wenn nach den ersten Wochen die Flut von Events nachlässt und sich ein normaler Alltag einstellt kommt leicht das Gefühl auf etwas zu verpassen. Im Nachhinein stellte sich bei mir heraus, dass gerade dieser unbeschwerte Alltag in einem fremden Land mit neuen Menschen eine der besten Erfahrungen meines Aufenthaltes war. 

Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2015 - 12/2015

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland

Irland

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