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Erasmus+ in Rennes

Die ersten Informationen zum Erasmus-Programm erhielt ich im Rahmen der Studienberatung der Europäischen Medienwissenschaft. Beim zuständigen Erasmus-Koordinator konnten anschließend zusätzliche Informationen erfragt werden. Auf dem studentischen Auslandsblog meines Studiengangs fand ich außerdem wertvolle Ratschläge und persönliche Erfahrungsberichte zum Nachlesen: www.emw-abroad.blogspot.de
Da ich wusste, dass ich meinen Auslandsaufenthalt in Frankreich verbringen wollte, aber keine Partnerschaft meines Studiengangs mit Frankreich bestand, kontaktierte ich Erasmus-Koordinatoren anderer Institute der Philosophischen Fakultät um mich daraufhin für einen Aufenthalt an verschiedenen Gasthochschulen zu bewerben: www.uni-potsdam.de/international/outgoing/studium/erasmus/koordinatoren.html


Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Rennes 2 Haute Bretagne

Gastland: Frankreich

Im Februar erhielt ich die Zusage vom historischen Institut für die Université Rennes 2. Nach der Nominierung durch die Universität Potsdam bekam ich von der Gastuniversität Anfang April eine Mail mit allen weiteren Informationen zum Abschluss des Bewerbungsverfahrens: www.univ-rennes2.fr/Service-relations-internationales/incomingHinsichtlich der administrativen Vorbereitung empfand ich besonders die Informationsveranstaltungen des International Office als sehr informativ. Des Weiteren findet man auf der Internetseite der Uni Potsdam (International Office) ausführliche Erklärungen hinsichtlich einzureichender Dokumente, Hinweise zur Finanzierung, Anerkennung, Beurlaubung etc. Zur vorläufigen, für das Learning Agreement benötigten Kurswahl stand online ein Guide ects zur Verfügung. Der Katalog umfasste eine Liste aller, für Austauschstudierende offene, Kurse. 50% der Kurse mussten dabei im von der Partnerschaft betroffenen Département (Insitut) belegt werden. Insgesamt konnte aus dem Kursangebot von maximal 2 Départements gewählt werden. Anders als die einheimischen Studierenden, deren Kurswahl sich an einem festen Studienverlaufsplan orientierte, durften Erasmus-Studierende Kurse aus allen Jahrgängen (und teilweise auch aus dem Masterangebot) besuchen. Die Wahl ließ sich daher sehr gut individuell gestalten und auf das Studium in Deutschland abstimmen. Außerdem bestand die Möglichkeit, sich für einen begleitenden Sprachkurs einzuschreiben (für ein Semester kostenlos).

Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Rennes 2 Haute Bretagne

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Vor Semesterbeginn fand eine Einführungswoche mit vielfältigen Angeboten für Erasmus-Studierende statt. Mitunter wurde auch ein Zusammentreffen mit schon im Vorfeld per Email zugeteilten französischen parrains (Buddies) organisiert. Des Weiteren konnte man durch Stadt- und Campusführungen eine erste Orientierung erlangen und sich für Ausflüge anmelden. Im Rahmen einer Bibliotheksführung wurde auch die Benutzung der technischen Ausstattung und der Ausleihe im Detail erklärt. Alle wichtigen organisatorischen Informationen waren in einer Mappe enthalten, die jeder ausländische Studierende bekam. Darin war mitunter der Termin zur individuellen Einschreibung bzw. definitiven Kurswahl beim Service des Relations internationales (International Office) vermerkt, im Zuge dessen auch alle anderen Fragen beantwortet und Unterschriften eingeholt werden konnten. In den ersten Wochen bis dahin durften beliebig viele verschiedene Lehrveranstaltungen besucht werden. Im Rahmen kleiner Informationstreffen der einzelnen Départements erklärten die jeweiligen Erasmus-Koordinatoren fachspezifische Regelungen, etwa den systematischen Aufbau und die Eigenschaften der Vorlesungen und Seminare oder bestimmte Prüfungsmodalitäten. In den von mir belegten Kursen entschied jeder Dozent individuell, ob ich die reguläre Prüfung absolvieren sollte oder eine alternative Prüfungsleistung (etwa Hausarbeit) erbringen durfte. Insgesamt reagierten die Lehrenden sehr verständnisvoll und flexibel auf Nachfragen und bewerteten die erbrachten Leistungen hauptsächlich sehr fair. Im Gegensatz zu Deutschland gab es keine Semesterferien zwischen dem WS und dem SS. An die erste Prüfungsphase (um den Jahreswechsel) schloss sich das zweite Semester nahtlos an. Die erreichten Noten konnten einige Wochen nach den Klausuren und Abgaben online eingesehen werden. Das französische Notensystem besteht aus 20 Punkten, zum Bestehen reichen 10 Punkte aus. Werden die 10 Punkte in bestimmten Prüfungen (WS und SS) nicht erreicht, können jene bei der rattrapage im Juni wiederholt werden. Abschließend war ich mit meiner Kurswahl und meinem Studium an der Université Rennes II sehr zufrieden. Durch die Möglichkeit, Veranstaltungen aus 2 Departements und allen Jahrgängen zu belegen, konnte ich die Wahl wunderbar auf meine Interessen und mein Studium an der Universität Potsdam abstimmen. Die von mir belegten Kurse in den Départements (Instituten) Communication und Histoire haben meinen Erwartungen zumindest inhaltlich weitgehend erfüllt. Mir fehlte es lediglich in manchen Kursen an einer etwas ausgeprägteren Interaktion. Da ich anstrebte, die im Ausland belegten Kurse möglichst vollständig in mein Studium an der Universität Potsdam einzugliedern, sowie die erbrachten Leistungen anerkennen zu lassen, bemühte ich mich, den größten Teil der im Learning Agreement vermerkten Kurse auch tatsächlich zu besuchen und erfolgreich abzuschließen. Letztendlich schaffte ich es, auch im Ausland den Umfang der ungefähr 30 ects pro Semester zu erreichen. Besonders im ersten Semester fiel es mir aber noch sehr schwer, dem Unterricht in allen Kursen meines mitunter sehr vollen Stundenplans konzentriert zu folgen und zusätzlich gleichzeitig noch mitzuschreiben. Manche Lehrende luden bestimmte Dokumente auf cursus hoch, insgesamt war das Unterrichtsmaterial der von mir belegten Kurse aber nur selten online verfügbar. Netterweise fanden sich aber immer französische Studierende, die ihre Notizen gerne an mich und andere ausländische Studierende weitergaben. 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Abgesehen von kurzen, höflichen, aber oberflächlichen Unterhaltungen, blieb der Kontakt zu einheimischen Studierenden innerhalb des universitären Umfelds wenig ausgeprägt. Während der Lehrveranstaltungen gestaltete es sich als eher schwierig, französische Kommilitonen kennen zu lernen. Das mochte mitunter an dem verschulten System der Lehre in Frankreich liegen. Die Kurse bestanden zu einem großen Teil aus mitunter pausenlosem, 2-stündigem Frontalunterricht ohne gemeinschaftliche Diskussionen und die anwesenden Studierenden kannten sich oft schon sehr gut und besuchten im Gegensatz zu den Erasmus-Studierenden auch alle anderen Kurse ihres Stundenplans gemeinsam. Unter Austausch-Studierenden war es hingegen erwartungsgemäß einfach, Kontakte zu knüpfen. Ich empfand es nur als etwas schade, dass sich die Gruppen internationaler und französischer Studierender oft relativ stark abgrenzten und keinen Kontakt zueinander suchten. Außerdem war es für mich persönlich schwierig, einen beständigen internationalen Freundeskreis aufzubauen, da die meisten Erasmus-Studierenden die ich anfangs kennengelernt und mitunter sehr lieb gewonnen hatte, meist nur ein Semester in Rennes verbrachten und größtenteils schon im Dezember wieder abreisten. Besonders im Rahmen von Freizeitangeboten (Ausflüge, Sportkurse, Chor,…) lernte ich persönlich viele nette französische und internationale Studierende kennen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Das Erasmus-Auslandsstudium in Rennes war für mich der zweite lange Aufenthalt in Frankreich. Deshalb sprach ich bei meiner Ankunft in der bretonischen Hauptstadt schon gut französisch. Meinen sprachlichen Fortschritt, besonders auf mündlicher Ebene, selbst einzuschätzen fällt mir schwer. Laut dem OLS-Sprachtest hat sich mein Niveau von C1 zu C2 verbessert. Eine positive Entwicklung habe ich persönlich besonders hinsichtlich meiner schriftlichen Leistungen bemerkt. In den ersten Wochen fiel mir das Mitschreiben in den Lehrveranstaltungen noch sehr schwer und ich machte relativ viele kleine Fehler. Am Ende des zweiten Semesters konnte ich recht mühelos selbst einen literarischen Text (Prüfungsleistung in einem Kurs) schreiben. Ich glaube, dass ich durch das Verfassen der zahlreichen Hausarbeiten als Prüfungsleistungen (anstatt der regulären Klausuren) meine sprachlichen Kompetenzen wesentlich vertiefen konnte. Außerdem erweiterte ich meinen Wortschatz um Fachvokabular und besondere Redewendungen.

Wohn-  und Lebenssituation

Um eine Unterkunft in Rennes habe ich mich privat bemüht. Grundsätzlich bestand aber schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Universität die Möglichkeit, sich für ein Zimmer im Studentenwohnheim zu bewerben. Die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel in Rennes war sehr gut. Neben dem Busnetz durchquert eine Metrolinie die Stadt (www.star.fr). Ich persönlich kaufte mir zu Beginn meines Aufenthalts ein Fahrrad, um mich flexibel in der Stadt bewegen zu können. Rennes ist eine sehr charmante Stadt mit wunderschöner Architektur, hübschen kleinen Straßen und einem sehr großen Freizeitangebot. Es gibt viele kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants, sowie interessante Museen, Ausstellungen und Konzerte. Ich mochte besonders die Nähe zur bretonischen Atlantikküste. Mit dem Auto erreicht man in einer dreiviertel Stunde Saint-Malo, Dinard oder Cancale. Zusammen mit anderen Erasmus-Studierenden nahm ich außerdem an einem Ausflug zum Mont Saint-Michel teil. Mit einer Freundin verbrachte ich auch ein Wochenende in Vannes und auf der wunderschönen Ile d’Arz. Auch Becherel, eine kleine Stadt voller süßer Buchhandlungen ist für Literaturliebhaber auf jeden Fall einen Besuch wert.


Rückblick

Ich persönlich schätze meinen Auslandsaufenthalt als eine wertvolle Erfahrung, an der ich persönlich wachsen konnte. Als kulturell interessierte Person empfand ich das Erasmus-Studium als eine großartige Möglichkeit, auf sehr unkomplizierte Art und Weise nicht nur in die französische Kultur und Sprache einzutauchen, sondern auch ein anderes Lehrsystem und neue Inhalte aus einer internationalen Perspektive zu entdecken. Im Rückblick würde ich vielleicht etwas weniger Kurse wählen, um mich stärker auf die gewählten Inhalte konzentrieren zu können und mehr Zeit zu finden, um die Stadt und die Region kennen zu lernen.

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