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Erasmus an der Université Paris 13

Ich hatte bereits ein Auslandsjahr in Frankreich während meines Bachelorstudiums absolviert. Mir war bereits am Ende klar, dass ich dies im Master noch einmal wiederholen möchte. Ich habe mich also gleich zu Beginn meines Masterstudiums für eine der empfohlenen Universitäten auf unserer Homepage beworben. Es zog mich in die Hauptstadt Frankreichs – Paris. Bereits zu Beginn war es schwierig für mich, mich für die richtige Universität zu bewerben. Ich hatte die Absicht mein Französischstudium in Paris zu beenden und wollte daher eine geeignete Universität wählen. Ich hatte mich zu Beginn für die Universität Paris 12 beworben, da sie nach der Homepage zufolge am meisten meinen Erwartungen entsprach. Doch es kam anders, als geplant. Frau Wagner hat mich in die Universität Paris 13 versetzt, da der Vertrag mit der anderen Universität abgelaufen ist. Diese Universität stand nicht zur Auswahl, daher war ich doch sehr skeptisch. Ich stöberte daraufhin auf deren Homepage und war jedoch schnell begeistert. Das Profil sollte meine Erwartungen erfüllen. Schnell wurde der Kontakt zu der Gasthochschule aufgenommen. Erst nach der erfolgreichen Zusage beider Seiten sollte ich dann Formulare ausfüllen und ein Motivationsschreiben, Lebenslauf, eine Weiterempfehlung eines Dozenten (herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Dr. Häseler) und eine Bestätigung meines Sprachniveaus nachreichen.


Studienfach: Französisch und Latein, LA

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Paris 13

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Durch die Erfahrungen meines vorigen Aufenthalts wusste ich bereits in etwa, was mich erwartet. Mit Chaos hatte ich gerechnet. Am 5. September wurden wir zu einem Willkommenstreffen eingeladen, wo wir anschließend einen Sprachtest absolvieren mussten. In der ersten Woche sollten wir je nach unserem Niveau an einem Sprachkurs teilnehmen. Alles schien gut organisiert. Zusammen füllten wir die erforderlichen Formulare mit der Koordinatorin aus. Den Studentenausweis sollten wir nach Absprache im Laufe der Woche dann im Büro abholen. Geduld ist hier gefragt, denn dies gestaltete sich als schwierig, da nicht alle ihre Ausweise sofort bekommen konnten. Dieser Ausweis war notwendig, um das Unigelände zu betreten. Bereits am Eingang muss man sich als Student ausweisen und die Taschen (mehr oder weniger) werden durchsucht. Dies war für mich etwas eigenartig, da man dies bei uns nicht gewohnt war. Aber man gewöhnt sich schnell an diesen Umstand. Die Kurswahl war alles andere als einfach. Auch nach einer Woche war der Semesterplan noch nicht fertig und ich habe meine Kurse in letzter Minute gewählt. Grundsätzlich konnte ich alles wählen, was ich wollte. Meine Koordinatorin hat mir dabei sehr geholfen und ihre Meinung dazu gegeben, welche Kurse für den Master zu empfehlen sind. Ich wollte so viele Kurse, wie möglich wählen, damit ich mir diese anrechnen lassen kann. Für Masterkurse hat man grundsätzlich immer 6 ECTS erhalten. Ich habe unter anderem auch ein paar Sprachkurse belegt, für die man jeweils 3 ECTS erhalten hat. Wir haben außerdem auch die Möglichkeit gehabt an einer Englischprüfung (kostenlos für uns!) teilzunehmen, wofür wir dann ein Diplom CLES B1/B2 erhalten haben. Der Unterricht an sich ist dann noch einmal anders als an unserer Universität. Seminare werden durch den Frontalunterricht des Dozenten geführt. Disziplin ist hier nicht zu finden. Sowohl Dozenten als auch Studenten kommen, wann sie wollen. Unterrichtsaufälle werden einfach in der Rattrapage – Woche nachgeholt. Die Paris 13 besitzt durchaus Moodle, wird jedoch für ausländische Studenten nicht freigeschaltet – warum auch immer. Jeglicher Unterrichtsausfall wird nicht mitgeteilt. Ich war mir anfangs unsicher, ob ich Masterkurse erfolgreich absolvieren könnte. Doch ich versuchte mein Glück. Ich verstand viel und einige Dozenten nahmen sogar Rücksicht darauf nicht allzu schnell zu sprechen. Ich nahm sogar an Sportkursen teil und kam somit leichter in Kontakt mit den einheimischen Studenten. Diese Kurse waren für uns kostenlos. So versuchte ich mich in Judo, Volleyball und Pilates. Ein großes Dankeschön geht hier an die Hilfsbereitschaft und Fürsorge der Dozenten und Verwaltungsmitarbeiter. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Auch meine französischen Studenten waren hilfsbereit und offen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu den ausländischen Studierenden war es einfacher in Kontakt zu treten als mit den Einheimischen. So fanden immer wieder Zusammentreffen von zahlreichen Erasmus-Organisationen statt. Man war also immer in Gesellschaft. Die Kontaktaufnahme zu den einheimischen Studierenden war hingegen schwerer. Zu empfehlen wäre die Teilnahme an einem Tandemprogramm. So hätte man zu Beginn gleich einen „französische/n Freund/in“. In den Kursen selbst knüpft man eher keine Freundschaften, da diese oft kein Interesse haben sich mit ausländischen Studierenden zu treffen. Ich selbst habe erst im zweiten Semester an dem Tandemprogramm teilgenommen, weil die Vermittlung im ersten missglückte. Ich empfehle es jedem, der sich sprachlich weiterbilden möchte. Es ist eine Bereicherung in jeder Hinsicht!

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandsaufenthalt hatte ich mir als großes Ziel gesetzt, soviel französisch wie möglich zu sprechen. Mithilfe der Sprachkurse und meines Tandemprogramms war dies auch möglich. Mein Verständnis für die Sprache hat sich enorm verbessert und mittlerweile bin ich auch in der Lage mich viel besser zu verständigen als zuvor. Man muss viel Geduld haben und auch viel an sich arbeiten, um aus sich hinauszugehen und einfach jede Möglichkeit der Kommunikation nutzen.

Wohn- und Lebenssituation

Ein ganz großes Problem ist die Wohnungssuche für mich gewesen. Hier ist sehr viel Geduld gefordert das Passende für sich zu finden. Anfangs wollte ich in einer WG mit Franzosen leben, damit ich auch mein Französisch verbessern konnte. Doch dies war nicht einfach, da man sich hierfür meistens persönlich vorstellen musste. Da ich aber noch in Deutschland war, war dies nicht möglich. Meistens waren die WGs auch nicht interessiert Ausländische aufzunehmen. Ich bewarb mich für eine Residence Etudiante, um mich abzusichern, falls wenn ich keine Wohnung in Paris finden würde. Ich habe dann über eine Anzeige auf https://www.spotahome.com/de/paris mein kleines Studio gefunden. Ich habe für 12 m² 550 € gezahlt. Das ist eine Menge Geld – doch für mich war es wert in die Wohnung zu investieren. Ich wohnte sehr zentral an der Grands Boulevards. Ich würde immer wieder über diese Webseite Wohnungen buchen, der Service ist einzigartig und man wird gut beraten. Für eine Gebühr ist der Mietvertrag auch schnell unterschrieben. Von Freunden weiß ich, dass es mehrere Residenzen in Saint Denis, Villetaneuse, Epinay oder Bobigny für Studenten gab. Eine meiner Freunde hatte das Glück ein eigenes Zimmer für 375€ in der anliegenden Residenz zu erhalten. Diese war direkt neben dem Unigelände und erst 2015 neu renoviert worden. Eine andere Freundin dagegen musste in Epinay wohnen, wo die Wohnverhältnisse deutlich schlimmer waren. Für 425 € musste sie sich die Küche und das Bad, was mit Schimmel bedeckt war, mit ihrer Mitbewohnerin teilen. Zu Beginn hatte sie nicht einmal Internet oder Strom. Es ist also wirklich eine Zumutung dort längerfristig zu leben. Anders als im Internet geschildert, sind diese Zimmer nicht vollständig ausgestattet. Es fehlt an Geschirr, Besteck und Bettwäsche. Diese Sachen sollten also unbedingt mitgenommen werden!

Außerdem habt ihr die Möglichkeit Wohngeld CAF zu beantragen. Stellt den Antrag frühzeitig, denn es dauert, bis ihr das Geld seht! Ihr braucht vor allem viel Geduld, denn sie fordern immer wieder neue Belege, die nachgereicht werden müssen. Den Antrag könnt ihr online stellen: www.caf.fr.

Durch die zentrale Lage meiner Wohnung hatte ich Zugang zu 3(!) verschiedenen Metrolinien von 14. Um das Pariser Metronetz zu nutzen ist eine Jahreskarte empfehlenswert – auch wenn ihr nur für ein Semester bleibt. Ihr könnt das Jahresabo jeder Zeit kündigen, indem ihr einen Brief an die Agentur schickt mit der Bitte der Kündigung. Die Formulare für ein Abonnement erhält man an den meisten großen Metrostationen (http://www.ratp.fr/). Nach einer Wartezeit von zwei Wochen kann man die NAVIGO-Karte im Wert von 335 € für 5 Tarifzonen nutzen. Da sich die Universität in der 3. Zone befindet, hat sich der Kauf hiermit schon gelohnt. Zur Uni kam man mit dem Vorortzug H sehr gut vom Gare du Nord zum Gare Epinay Villetaneuse innerhalb von 10 Min. Am Gare angekommen konnte man den Bus 156, der direkt am Gare steht, nehmen oder zu Fuß ( etwa 15Min.) zur Uni gelangen. Eine andere Möglichkeit wäre die RER D vom Gare du Nord bis zum Gare Saint-Denis. Von da konnte man dann die Tram T8 bis zur Station Jean Vilar nehmen und nach paar Schritten war man dann auch in der Uni. Der Gare Saint-Denis ist immer voll von Menschen, daher eher zu vermeiden, der Menschmassen hasst.

Bereits am ersten Tag meiner Ankunft hatte ich einen Termin bei meiner Bank, um mir ein französisches kostenloses Konto eröffnen zu lassen. Ich war zufriedene Kundin bei der BNP Paribas. Den Termin habe ich mir bereits online mehrere Wochen vor meiner Ankunft beschafft. Denn erst mit der Eröffnung eines französischen Kontos war ich in der Lage einen Mobilfunkvertrag abzuschließen. Für 10 € im Monat bei RED hatte ich 100 Frei-Minuten, - SMS und 5GB Internet, was völlig gereicht hat.

Wer in Paris leben möchte, muss vorher viel sparen. Alles ist hier viel teurer als in Deutschland. Da überlegt man sich zweimal, ob man mit seinen Freunden ausgehen möchte. Es gibt viele Studentenbars rund um Bastille, wo sich auch viele Einheimische tummeln. Paris bietet eine Palette an Freizeitangeboten, von denen die meisten für unter 26-jährige kostenlos sind – sei es der Besuch des Arc de Triomphe oder des Louvre-Museums. Weitere Inspirationen kann man auch auf folgender Webseite finden: http://www.paris.fr/. Auch für die nächtlichen Aktionen ist Paris sehr offen. Selbst an Sonntagen sind viele Diskotheken geöffnet. Auf der Seite http://www.soonnight.com/paris/ ist für jeden etwas zu finden. Da ich nur 8 Kurse belegt hatte, hatte ich vor mir eine Arbeit zu suchen. Über die Seite http://www.speaking-agency.com/ wurde ich dann auch schnell fündig. Ich war Babysitterin zwei kleiner Jungs, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich sollte mit ihnen deutsch und französisch reden. Dadurch konnte ich auch mein Französischvokabular aufstocken und habe gelernt spontaner zu antworten. Die Bezahlung war recht zufriedenstellend. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass hier Steuern gezahlt werden müssen – egal ob man unter 450 € im Monat verdient oder nicht. Dieser Job hat mir viel Freude bereitet und ist jedem zu empfehlen, der gerne mit Kindern spielt.

Rückblick

Wenn ich zurückblicke, bin ich sehr stolz auf mich diese Reise angetreten zu haben. Ich würde sie jedem ans Herz legen einen Auslandsaustausch zu machen. Man wächst über sich hinaus, wird selbstständiger und lernt so viele neue Leute kennen. Was ich definitiv nicht vergessen werde, ist die Herzlichkeit der Franzosen – sei es in der Uni oder in der Freizeit. Man ist nie allein. Eines der Dinge, die mir hier gefehlt haben, ist die Organisation in der Universität. Erst später schätzt man sein universitäres System mehr.

Studienfach: Französisch und Latein, LA

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Paris 13

Gastland: Frankreich


Sonstige Hinweise

Seid immer wachsam! Taschendiebe gibt es da wie Sand am Meer. Ich persönlich konnte zwei (!) Mal schlimmeres verhindern, aber selbst meine Freunde sind Opfer von Taschendieben geworden. Nutzt jede Gelegenheit und reist umher. Rund um Paris gibt es viele sehenswerte Orte wie Rouen, Giverny oder berühmte Schlösser, die von Paris höchstens zwei Stunden mit der Bahn oder Bus zu erreichen sind. Es werden über Facebook auch viele Wochenendtrips durch diverse Organisationen wie EIAP organisiert.

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