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Im akademischen Jahr 2016/17 nahm ich im Rahmen des deutsch-französischen Studiengangs am Erasmusprogramm teil.


Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Paris Ouest Nanterre La Défense

Gastland: Frankreich

Die Vorbereitung des Auslandaufenthaltes gestaltete sich, abgesehen von der Wohnungssuche, als unproblematisch, da wir bereits viele Informationen durch den deutsch französischen Studiengang erhalten hatten. Die Wohnungssuche in Paris ist hingegen wirklich schwer. Es empfiehlt sich eine Bewerbung an das cité universitaire (also an das deutsche Haus, das Heinrich-Heine-Haus) zu schicken. Die Bewerbung ist zwar aufwendig, jedoch lohnt sich ein Versuch allemal. Das cité universitaire ist wirklich schön und man ist in 35 Minuten mit dem RER in Nanterre. Ansonsten kann ich empfehlen so viele Nachrichten wie an potentielle Vermieter zu verschicken und auf jeden Fall auch nach Paris zu fahren, um sich die Zimmer vor Ort anzuschauen. Ich war sehr spät dran, aber es gab doch noch ein paar Zimmer. Auch gibt es die Möglichkeit sich für das Wohnheim in Nanterre zu bewerben, das sich direkt auf dem Campus befindet. Ich hatte damals eine Zusage für ein Zimmer in dem Wohnheim bekommen, aber hatte dieses letztlich abgelehnt, da mir erzählt wurde, dass die Zimmer dort nicht sehr schön seien und die Gegend unsicher sei. Die Zimmer sind tatsächlich sehr klein, aber die Gegend habe ich selbst nicht als unsicher empfunden. Wer als kein Problem hat auf 9 Quadratmetern zu wohnen, sollte sich auf jeden Fall auch für das Wohnheim auf dem Campus der Universität Nanterre bewerben. Meine Wohnung habe ich letztlich über eine Maklerin gefunden. Das kostet natürlich extra, aber kann einen wirklich im letzten Moment retten.

Studium an der Gastuniversität

Das Jurastudium in Frankreich ist wirklich ganz anders als in Deutschland. In den Vorlesungen (cours magistraux) wird meist diktiert und anschließend soll man dieses Diktat für die Klausur auswendig lernen. Parallel zu den Vorlesungen gibt es eine Art Seminare, die sogenannten TD’s (travaux dirigés). In den TD’s wird der Stoff vertieft und die Methodik eintrainiert. Die Notengebung und die Intensität hängt hier maßgeblich von dem TD-Leiter ab. Je nach TD-Leiter kann man folglich ein sehr entspanntes Semester oder auch ein wirklich sehr unangenehmes Semester verbringen. Auch werden in Frankreich nicht so viele Fälle wie in Deutschland gelöst, sondern es gibt noch viele andere Klausurformen wie den commentaire d’arrêt oder die dissertation. Um das Prinzip des commentaire d’arrêts zu verstehen, empfehle ich das Buch „je veux réussir mon droit“. Das Buch hilft einen ersten Überblick zu bekommen. Auch sollte man versuchen in möglichst viele facebook Gruppen (auch der TD’S) einzutreten, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Empfehlen kann ich die Völkerrechtsvorlesungen an der Uni, da diese meist vergleichsweise lebendig gehalten werden und es in diesem Reichsgebiet gute Professoren an der Uni gibt. Die französischen Kommilitonen waren stets hilfsbereit und haben einem auf Nachfrage gerne geholfen. Auf facebook werden Mitschriften ausgetauscht und Fragen beantwortet. Der Zusammenhalt der Studenten war demnach trotz der Anonymität gut.

Die technische Ausstattung der Universität Nanterre ist hingegen nicht besonders gut. In den Seminarräumen gibt es nicht einmal Tageslichtprojektoren und Stifte für die Tafeln gibt es meist auch nicht. Aber das hat niemand wirklich gestört, da die Tafel sowieso fast nie benutzt wurde und Schaubilder oder sonstige bildliche Darstellungen eher selten waren. Im Computerkurs lernt man die Bedienung von Windows 95. Erasmus-Studenten empfehle ich so viele mündliche Prüfungen wie möglich abzulegen, da hier bessere Noten vergeben werden und man auch ohne jedes Detail zu beherrschen, bestehen kann. Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass mir das System und die Herangehensweise in der Uni überhaupt nicht gefallen hat. Die Studenten werden mit Wissen überfrachtet und meist weiß man überhaupt nicht, warum man diesen Stoff eigentlich lernt. Bei der Vermittlung von so viel Detailwissen und Jahreszahlen von Urteilen bleibt meist keine Zeit die Rechtsmaterie zu vertiefen oder wirklich zu verstehen. Ich habe in diesem Jahr das deutsche Rechtsystem mit seiner abstrakten und systematischen Vorgehensweise sehr zu schätzen gelernt. 

 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Da ich zusammen mit einer Pariserin gewohnt habe, hatte ich so bereits Kontakt zu Franzosen. Auch hatte ich das Glück den ein oder anderen Franzosen außerhalb der Uni kennenzulernen. Besonders durch den Hochschulsport kann man gut Franzosen kennen lernen. In den Vorlesungen ist es jedoch eher schwerer Franzosen kennenzulernen. Auf facebook werden Ausflüge für Jugendliche ans Meer, die Loire Schlösser oder andere bekannte Ziele in der Umgebung von Paris organisiert. Bei diesen Ausfahrten kann man leicht internationale Kontakte knüpfen (YEP Youth Events).

 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor dem Auslandsaufenthalt hatte ich bereits solide Französisch-Kenntnisse. Trotzdem habe ich persönlich enorme Fortschritte während meines Aufenthaltes in Frankreich gemacht. Insbesondere das regelmäßige Schauen französischer Filme und die Konversationen mit französischen Freunden/ Bekannten haben mir viel geholfen.

Wohn- und Lebenssituation

Paris ist natürlich eine wunderschöne Stadt in der man viel Unternehmen kann. Besonders angetan haben es mir die vielen leckeren Bäckereien und Restaurants in Paris. Wer wie ich gerne isst, lebt in Paris einen Gourmet-Traum. Besonders empfehlenswert ist die Rue Moufftard, wo man für Paris Verhältnisse wirklich günstig essen kann.
Man sollte sich auf jeden Fall eine carte navigo holen. Auch für die Zeit der Wohnungsbesichtigungen in Paris kann man sich eine carte navigo für eine Woche holen.
Paris ist leider auch sehr teuer und darüber sollte man sich im Klaren sein bevor man nach Paris kommt. Man kann jedoch Wohngeld (caf) beantragen, dass einen wirklich entlastet.
Auch sehr empfehlenswert ist der Hochschulsport der Uni Nanterre. Ich hatte den Kletterkurs besucht und habe wirklich tolle Erfahrungen mit den Leuten und dem Programm gemacht.
Meine persönliche Wohnsituation war etwas anstrengend, da meine Vermieterin etwas speziell war. Da ich mit ihr im selben Haus gewohnt habe und auch die selbe Küche genutzt habe, musste ich mich ihren strengen Regeln unterwerfen. Anfangs wollte sie mich nicht mal die Küche benutzen lassen und ich hatte stets den Eindruck nicht wirklich willkommen zu sein. Daher empfehle ich es sich genau zu überlegen, ob man mit seinem Vermieter zusammenwohnen möchte. Man hat so natürlich den Vorteil direkt mit einem/r Franzosen/ösin zusammen zu wohnen und das französische Leben kennenzulernen. Es ist jedoch sehr oft so, dass man in diesen Fällen keinen Besuch von Freunden haben darf und man dem Wohlwollen des Vermieters ausgesetzt ist.

Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Université Paris Ouest Nanterre La Défense

Gastland: Frankreich


Insgesamt war das Jahr in Paris sehr anstrengend, aber auch sehr erfahrungsreich. Man lernt mit Stress umzugehen und sich auch an unangenehme Situationen anzupassen. Paris ist vor allem im Frühling wirklich wunderschön und ich werde gerne an die schönen Momente zurückdenken, die ich hier verbringen durfte.

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