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Erasmus in Montpellier

Die Bewerbung für ein Erasmus-Stipendium hat sich für mich relativ simpel gestaltet, da das Institut für Romanistik kein Motivationsschreiben oder ähnliches fordert. Nichtsdestotrotz musste man sich gerade nach der Zusage für einen Studienplatz im Ausland um eine Vielzahl von Dokumenten kümmern, die es bei der Gasthochschule einzureichen galt (teils per Mail, teils postalisch). Durch diverse Infoveranstaltungen und die Unterstützung der zuständigen Mitarbeiter der Uni Potsdam war das alles aber nicht allzu schwierig.


Studienfach: Französische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Université Paul Valéry Montpellier III

Gastland: Frankreich

Ein wichtiger Punkt bei der Vorbereitung des Auslandsstudiums war das Erstellen des Learning Agreements before the mobility. Dies hat sich für mich zunächst etwas kompliziert gestaltet, da es nicht sehr einfach war, sich auf einer fremden Uni-Website zurechtzufinden und die Vorlesungsverzeichnisse zu durchblicken. Hilfreich ist es hierbei, auf die einzelnen Websites der verschiedenen UFR zu gehen (die Uni ist aufgeteilt in UFR1, UFR2, etc.). Positiv war für mich, dass so gut wie alle Kurse, die man online gefunden hat, dann auch tatsächlich vor Ort angeboten wurden. Es kann allerdings in Einzelfällen passieren, dass Dozenten dir mitteilen, dass ihr Kurs nicht unbedingt für Erasmus-Studenten geeignet sei. Allerdings ist es kein Problem, sich dann spontan noch Ersatz zu suchen und gegebenenfalls in der zweiten Woche noch in einen anderen Kurs einzusteigen, der bereits begonnen hat. Was man in Frankreich stets beachten muss: ein Kurs kommt selten allein. Fast immer gehören zwei Kurse zusammen, das heißt man wählt nicht einfach ein Seminar, sondern auch noch eine dazugehörige Vorlesung oder eventuell auch ein zweites Seminar. Ich hatte auch einmal zwei Vorlesungen, die zusammengehörten. Zusammengehören heißt, dass man in beiden Kursen eine Leistung erbringen und sie bestehen muss, um am Ende die ECTS zu erhalten. Manchmal sind das für eine Vorlesung und ein Seminar nur 3 ECTS, manchmal auch doppelt so viel (meist abhängig davon, für welches Semester die Kurse angesetzt sind, es steht den Erasmus-Studenten frei, ob sie Kurse aus höheren oder niedrigeren Semestern belegen, auch wenn die aus höheren natürlich lieber gesehen werden). Wichtig ist daran zu denken, dass man sich für fast alle Kurse im Online-Portal anmelden muss. Hierfür braucht man seinen Studentenausweis. Diesen sollte man im Normalfall ohne Probleme kurz nach seiner Ankunft erhalten. Für dieses Prozedere wurde ein kleines Erasmus-Büro mit zuständigen Studierenden eingerichtet, an die man sich auch bei Fragen etc. wenden konnte. Bei mir hat sich das Anmelden an der Gastuniversität leider etwas verzögert, da es Probleme mit meiner Versicherung gab. Für die französischen Unis ist eine umfangreiche Versicherung quasi das Wichtigste, informiert euch gerade wenn ihr privatversichert sein solltet unbedingt im Voraus, was ihr als Nachweis vorbringen müsst, damit alles klappt! Hat man erstmal seinen Ausweis erhalten und sich im Online-Portal ENT registriert, kann es losgehen. Zu Beginn gab es zwei Info-Veranstaltungen, eine allgemeine für alle Gaststudenten auf Französisch und dann noch verschiedene kleinere nach Herkunftsländern sortiert. Hier waren bei uns dann auch deutschsprachige Mitarbeiter vor Ort, die Fragen beantworten konnten.

Nun erstmal zu der Stadt selbst und zu meiner Wohnsituation. Für mich war Montpellier die perfekte Erasmus-Stadt. Ich wollte in eine Stadt, die wesentlich kleiner ist als meine Heimatstadt Berlin, in der aber trotzdem ein bisschen was los ist. Außerdem hatte ich mich schnell für den Süden Frankreichs entschieden, da das Klima dort für mich einfach verlockend war. Obwohl ich im Wintersemester dort war, hatte ich zu Beginn noch meinen Sommerurlaub, da ich schon Ende August angereist bin und noch einige Zeit von Temperaturen um die 30 Grad profitieren konnte. Richtung Herbst/Winter wird es aber natürlich auch in Südfrankreich kälter, allerdings waren es bis zu meiner Abreise Ende Dezember tagsüber nie weniger als circa 10 Grad plus und im Herbst teilweise noch an die 20, ein großer Unterschied zu Deutschland! Montpelliers Altstadt ist wunderschön und ich hatte das Glück, nicht weit entfernt von ihr zu wohnen. Ich hatte mich von Anfang an dagegen entschieden, mich für ein Zimmer im Studentenwohnheim zu bewerben (zu dem Zeitpunkt habe ich aber auch noch an niedrigere Mieten geglaubt…) und mich im Internet nach WG-Zimmern umgeguckt. Es ist natürlich nicht so einfach, aus der Ferne ein Zimmer anzumieten. Ich bin aber zum Glück auf die E-Mailadresse eines Mannes gestoßen, der in Montpellier mehrere Wohnungen besitzt und deren Zimmer an (ausländische) Studenten vermietet. Die Kommunikation war relativ einfach und nett, ich habe für mein circa 10qm „großes“ Zimmer am Ende zwar 410€ plus Nebenkosten (Strom/Gas) bezahlt, aber dafür bin ich auch in einer großen, gut ausgestatteten Wohnung in perfekter Lage untergekommen. Man reserviert das Zimmer von Deutschland aus, indem man im Voraus eine Kaution überweist, hierfür erhält man selbstverständlich eine Quittung. Die Mailadresse lautet pralus.nicolas@gmail.nomorespam.com.

Wenn man zentrumsnah wohnt, kann man in Montpellier viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen, für die restlichen Strecken nimmt man die Tram. Gebrauchte Fahrräder findet man zum Beispiel auf dem Flohmarkt in Mosson, allerdings zahlt man dort trotzdem nicht weniger als 40-50€ für ein geklautes Rad. Und apropos geklaut: mir wurde gesagt, dass in Montpellier mehr Fahrräder geklaut werden als in Berlin, keine Ahnung woher diese Info kommt, ich habe es jedenfalls nicht darauf ankommen lassen, denn zu Fuß und mit der Tram ist man gut unterwegs. Für die Tram sollte man sich direkt zu Beginn ein Monatsticket kaufen. Man zahlt beim ersten Mal um die 30€ mit der einmaligen Gebühr für die Karte von ein paar Euro und kann diese dann immer wieder an den Automaten bei den Stationen aufladen. Um sich das Ticket zu besorgen, muss man mit einem Passfoto bewaffnet (oder man lässt sich vor Ort mit der Webcam fotografieren) in die TaM Filiale am Bahnhof gehen und reichlich Zeit mitbringen, denn dort ist meist die Hölle los. Man kann natürlich auch Glück haben, eine Freundin musste lediglich 30 Minuten warten, ich mehrere Stunden. Um dem vorzubeugen, hier ein Tipp: macht euch vorher ein Rendez-vous online!

Ich habe mich wie gesagt in Montpellier sehr wohlgefühlt. Was man aber insgesamt sagen muss: Frankreich ist definitiv teurer als man es aus Deutschland gewohnt ist. Es ist zum Beispiel verlockend, in dem zentralen Monoprix am Place de la Comédie einzukaufen, leider wird man dort aber viel Geld los. Günstiger wird es, wenn man sich die Zeit nimmt bis zum Einkaufszentrum Odysseum (gleichnamige Tramstation) zu fahren, dort gibt es einen riesigen Supermarkt mit moderateren Preisen. Das Einkaufszentrum ist auch ein guter Tipp, wenn man mal shoppen gehen möchte. Mich persönlich haben aber die kleinen Gassen der Altstadt mehr gereizt, in denen man auch viele Shops findet. Wenn man über Freizeitgestaltung in Montpellier redet, muss man natürlich auch auf die Nähe zum Meer eingehen. Da kommt man mit der Tram vom Bahnhof aus ganz unkompliziert hin. Das letzte Stück legt man entweder mit einem Bus zurück, der aber eher selten fährt, oder man geht zu Fuß. Das Erasmus Student Network Montpellier hat von Anfang an viele Veranstaltungen organisiert, von Partys bis zu kleinen Ausflügen in nahegelegene Städte. Was ich etwas schade fand, war, dass es keine Campusführung gab und eine Stadtführung auch erst angeboten wurde, als man eigentlich schon alles selbst erkundet hatte. Aber das ist ja auch nicht das schlechteste. Und der Campus ist meiner Meinung nach sehr übersichtlich.

Studienfach: Französische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Université Paul Valéry Montpellier III

Gastland: Frankreich


Insgesamt war mein Aufenthalt in Montpellier eine sehr positive Erfahrung. Ich habe dort ja nur ein Semester verbracht und muss sagen, dass das im Endeffekt wirklich eine sehr kurze Zeit ist. Für mich war die Entscheidung trotzdem richtig, aber ich denke es lohnt sich durchaus darüber nachzudenken, ob man nicht doch zwei Semester im Ausland verbringen will, wenn man schon mal den ganzen bürokratischen Kram hinter sich hat. Das Studium auf Französisch war für mich wenig problematisch, man muss eigentlich keine Angst haben nicht mitzukommen, da man sich sehr schnell daran gewöhnt, dass die Dozenten Französisch anstatt Deutsch reden. Fast immer gibt es auch eine Power-Point-Präsentation, die beim Verständnis hilft. Aber Achtung – diese werden meist nicht komplett online zur Verfügung gestellt, nur in Einzelfällen. Ich habe es nur in einem Kurs erlebt, dass ich wirklich große Verständnisprobleme hatte, da der Dozent sehr schnell gesprochen hat und keinerlei Skript oder ähnliches vorlag. Ich habe mich dann auch dagegen entschieden, diesen Kurs weiterzumachen. Es gab bei uns zwei Kurse, die speziell für Erasmus-Studenten waren und ausnahmsweise nicht mit einem anderen Kurs zusammenhingen. In meinem Kurs waren die Stichpunkte in der Präsentation dort sowohl auf Französisch als auch auf Englisch. Außerdem gab es einen Tandem-Kurs für deutsche und französische Studierende, hierzu kann ich aber nichts weiter berichten, da ich diesen nicht belegt habe. Abschließend bleibt zum Thema Studium zu sagen, dass man sich am Ende auf eine Vielzahl von Klausuren einstellen muss, ich hatte nicht einmal sonderlich viele Kurse und musste sieben Stück schreiben. Aber das heißt natürlich nicht, dass man sein Auslandssemester nicht trotzdem genießen kann. Ich würde Montpellier definitiv weiterempfehlen! 

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