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Erasmus in Montpellier

Da mein Zweitfach im Bachelor Französisch ist, war es von Anfang an mein Ziel, während meines Studiums in ein französischsprachiges Land zu gehen. In Französisch hatte ich aber schon fast alle Module belegt, weshalb ich über die WiSo-Fakultät ins Ausland gehen wollte. Trotz sehr später Bewerbung hatte ich das Glück, einen Platz in Montpellier zu bekommen. Ich habe an der ISEM studiert, die im Januar 2017 mit der AES fusioniert wurde – das Institut jetzt heißt Montpellier Management. Die Organisation hat sich allerdings kaum verändert, sodass alle Angaben in dem Bericht trotzdem noch stimmen sollten.
Für die Gasthochschule musste man sich zusätzlich zur Erasmus-Annahmeerklärung auch online einschreiben, was aber relativ unkompliziert und schnell möglich war. Der Erasmus-Koordinator der Université de Montpellier war dabei aber von Anfang an sehr hilfsbereit und hat schnell auf Fragen per Mail geantwortet.


Studienfach: BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Institut Montpellier Management

Gastland: Frankreich

Anreise / Montpellier mit dem Auto

Ich bin mit dem Auto nach Montpellier gefahren. Wir waren zu dritt unterwegs und haben in Freiburg und Lyon jeweils einen Zwischenstopp über Nacht gemacht. In Frankreich sind alle Autobahnen mautpflichtig, weshalb wir von Freiburg nach Lyon mehr Landstraße gefahren sind. Auch diese waren aber gut ausgebaut und vor allem recht leer, sodass wir relativ schnell voran gekommen sind. Beachten muss man als Autofahrer eigentlich nicht viel, alle aktuellen Hinweise findet man zum Beispiel beim ADAC.

Montpellier ist durch seine engen Gassen nicht besonders autofreundlich und auch der Fahrstil der Franzosen war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt und mein Auto ohne Schaden wieder mit nach Berlin gebracht. In Montpellier gibt es wie in Berlin auch Parkzonen, für die man Anwohnerparkausweise beantragen kann. Das geht bei der „Tam“, die auch für den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind. Dafür fährt man mit seiner Meldebescheinigung (bekommt man entweder mit dem Mietvertrag oder kann es bei seinem Vermieter anfragen) aber am besten nicht zur Hauptzentrale am Hauptbahnhof, sondern zum „Tam Stationnement“ in der Rue Frédéric Fabrèges.

Studium an der Gastuniversität

Das Institut hat alle Informationen extra für ausländische Studierende sehr gut auf seiner Homepage zusammengefasst.

Kurse und Prüfungen

Das Institut für Management in Montpellier hat ein extra ECTS-System für Erasmus-Studierende, nach dem man 6 beliebige Veranstaltungen à 5 ECTS wählen kann und somit auf die 30 geforderten Punkte kommt. Dies funktioniert allerdings nur, wenn man auch wirklich 6 Kurse belegt, andernfalls bekommt man dieselben Punkte wie die einheimischen Studierenden (meist weniger als 5). Durch dieses System kann man die Kurse vollkommen frei aus allen Semestern zusammenstellen. In Frankreich macht man zunächst den Bachelor (Licence) und anschließend den Master, wobei das Klima an der ISEM eher wie in der Schule als in einer Universität war. Die ersten beiden Licence-Jahre, also L1 und L2 lernen die Studierenden in Klassenverbänden und belegen alle dieselben Grundlagenkurse. Ab dem dritten Jahr (L3) kann man dann eine Vertiefung wählen, von denen eine komplett in englischer Sprache unterrichtet wird. Auch im Master gab es viele englischsprachige Kurse, wodurch auch die Erasmus-Studierenden, die noch Probleme mit Französisch hatten, ihre ECTS erbringen konnten. Die Kurse kann man vorher für sein Learning Agreement online aussuchen, die konkreten Zeiten bekommt man dann von den Erasmus-Koordinatoren erst relativ kurzfristig zugesandt. Zum Belegen der Kurse muss man sich nicht wirklich einschreiben, man geht zu den Veranstaltungen, die man sich ausgesucht hat und hält die finale Entscheidung erst auf der Anmeldung für die Klausuren fest, die man im zweiten Monat vor Ort abgeben muss. Bei den Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht, allerdings laden die französischen Dozenten selten ihre Präsentationen hoch, sodass man den Veranstaltungen ohne Anwesenheit kaum folgen kann. Von der Uni wurde außerdem ein Sprachkurs angeboten, der zweimal die Woche abends stattfand. Dort gab es Anwesenheitspflicht, was den Kurs zwar manchmal etwas anstrengend gemacht hat, aber insgesamt würde ich den Kurs jedem empfehlen. Mein Sprachlehrer hat das ganze in einer sehr angenehmen Atmosphäre gestaltet und ist auch viel auf unsere Wünsche und Themenvorschläge eingegangen, sodass ich wirklich viel auch für den Alltag mitgenommen habe. Alle Veranstaltungen schließen mit einer Klausur ab, die am Ende des Semesters geschrieben wird. Dafür gibt es immer eine (maximal zwei) Klausurenwochen, sodass man im Zweifel 6 Klausuren in 5 Tagen hat. Das Notensystem in Frankreich umfasst maximal 20 Punkte, 10 braucht man, um zu bestehen. Die Klausuren werden anonym geschrieben, aber die Arbeiten von Erasmus-Studierenden werden extra markiert, sodass die Dozenten das bei der Korrektur der Klausuren im Hinterkopf haben. Rückblickend empfinde ich die Bewertung auf jeden Fall als streng, aber die meisten Dozenten hatten Verständnis dafür, dass unser sprachliches Niveau nicht das eines Muttersprachlers ist und haben deshalb keine Rechtschreib- und Grammatikfehler abgezogen. Von anderen Fakultäten weiß ich, dass dort weniger Rücksicht genommen wurde, deshalb würde ich sagen, dass das ganze Institut sehr freundlich gegenüber internationalen Studierenden war.

Rahmenbedingungen an der Universität

Das Institut MoMa befindet sich am Campus Richter, direkt neben dem Lez, einem großen Fluss, der durch Montpellier fließt. Neben den drei Unigebäuden und der Mensa gibt es dort auch eine Bibliothek, die durch ihre Glasfront sehr angenehm zum Lernen ist.  Die Öffnungszeiten sind ungewöhnlich kurz – unter der Woche bis 19 Uhr und am Sonntag gar nicht. Dafür ist der Bestand sehr groß, sowohl Bücher als auch DVDs konnte man mit seinem Studentenausweis ausleihen. Dort gab es auch einen Computerpool und ein paar Drucker.

Eine Vorlesung am MoMa dauert 3 Stunden, meist mit einer Pause von 15 Minuten nach den ersten 90 Minuten. Zwischen 12:30 und 14:00 gibt es eine längere Mittagspause, in der man zum Beispiel in die Mensa gehen kann. Für 3,25 € (Stand 12/16) kann man dort eine kleine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert auswählen. Bezahlen kann man dort mit seinem Studentenausweis, der wie die PUCK an der Uni Potsdam funktioniert. In den Studentenwohnheimen kann man mit der Karte auch seine Wäsche waschen.

Die Erasmus-Koordinatorin vor Ort ist wirklich eine Riesenunterstützung. Vor Beginn der Vorlesungen hat das Institut ein Willkommensfrühstück für alle Erasmus-Studierenden organisiert, sodass wir uns alle kennenlernen konnten. Das war vor allem sehr praktisch, weil wir schnell Nummern ausgetauscht haben und uns direkt für das Wochenende verabreden konnten. Auch während des Aufenthaltes in Montpellier hat uns die Verantwortliche Raluca Smadu sehr geholfen und war geduldig, auch wenn wir manchmal länger gebraucht haben, um Dokumente wieder abzugeben oder das Kurssystem vollständig zu verstehen. Die Erasmus-Koordinatoren vor Ort haben auch alle Informationen zur Einschreibung vor Ort gegeben. Dafür musste man mit einem Passbild und einer Bestätigung seiner Krankenversicherung in die Uni fahren und dort ein Formular ausfüllen. Da ich keine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen habe, hatte ich „nur“ eine französischsprachige Bescheinigung meiner deutschen Krankenkasse – dies hat völlig ausgereicht. Gegen eine Gebühr von ca. 5 Euro hat man dann auch gleich seinen Studentenausweis, sowie alle Login-Daten für das Uni-Intranet und das WLAN am Campus bekommen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe glücklicherweise ein Zimmer in einem Studentenwohnheim bekommen und musste mich deshalb nicht weiter mit der Wohnungssuche beschäftigen. In meinem Umfeld habe ich aber vor allem von positiven Erfahrungen gehört – zwar sind die Wohnungen alle recht teuer, aber alle, mit denen ich gesprochen habe, haben am Ende etwas gefunden, womit sie zufrieden waren. Gucken kann man auf jeden Fall auf Facebook (dort gibt es immer aktuelle Erasmus-Gruppen) oder auf Seiten wie https://www.leboncoin.fr/annonces/offres/languedoc_roussillon/ (da gibt es alles, aber eben auch Wohnungen), http://www.seloger.com/immobilier/locations/immo-montpellier-34/bien-appartement/, http://www.appartager.com/languedoc-roussillon/herault/colocation-montpellier?gclid=CJf42PmhwM0CFZAW0wodrEUIsA (für WGs). Mein Zimmer war im Wohnheim „Boutonnet“, dort habe ich 281 € Miete pro Monat gezahlt und hatte 9 m² inklusive eigenem Bad. Außerdem gab es auf jeder Etage eine Gemeinschaftsküche, die von etwa 16 Leuten genutzt werden konnte. Das Zimmer war zwar klein, aber für eine Person total ausreichend, es waren viele Schränke da und man hatte sogar seinen eigenen Kühlschrank. Sonst war allerdings nichts vor Ort: Küchenutensilien, Putzmittel, Wäscheständer usw. musste ich mir selbst kaufen. Dafür würde ich den IKEA an der Haltestelle „Odysseum“ empfehlen – dort gibt es wie hier auch eigentlich alles und gerade zu Semesterbeginn gab es viele Angebote für Studenten. Auch in den Facebook-Gruppen wird viel verkauft und weitergegeben, sodass es sich auf jeden Fall lohnt, dort zu suchen. Das Gelände des Wohnheims wird videoüberwacht und man kann nur mit seiner Schlüsselkarte rein- und rausgehen. Die Schlüsselkarte ist im Normalfall der Studentenausweis, mit dem man dann auch sein Zimmer abschließen kann. Im Wohnheim gibt es WLAN und einen Waschraum mit Waschmaschinen und Trocknern. Mit Waschmittel und Weichspüler sollte man für eine Wäsche mit 3-4 Euro rechnen. Bettwäsche wird bei Bedarf gestellt, man muss sie allerdings alle 3 Wochen zurück in die Wäscherei bringen und gegen neue austauschen. Für das Wohnheim braucht man außerdem eine französische Haftpflichtversicherung. Die kann man zum Beispiel bei MEP für 28 Euro pro Jahr (automatische Kündigung nach einem Jahr) abschließen. Eine deutsche Versicherung wurde in dem Fall nicht akzeptiert. Mein Wohnheim wollte außerdem eine „Gesundheitsbescheinigung“ haben, die besagt, dass ich keine ansteckenden Krankheiten habe. Die kann man sich beim Arzt der Universität holen, der ebenfalls am Campus Richter sitzt. Dafür sollte man aber so schnell wie möglich einen Termin machen, als ich es in der zweiten Woche versucht habe, war es nur über Hilfe meiner Koordinatorin möglich, einen Termin vor November zu bekommen.

Die Lebenshaltungskosten sind in Frankreich auf jeden Fall höher als in Deutschland. Das ist mir vor allem bei Kosmetika und in Restaurants/Bars aufgefallen. So bekommt man ein großes Bier selten unter 8 € und einen Kebap kaum unter 5 €. Was Lebensmittel angeht kann man aber schon sehr sparen, zum Beispiel bei Lidl sind die Preise nicht viel anders als bei uns. Im Vergleich zu anderen französischen Städten wie Lyon oder Paris ist Montpellier auf jeden Fall günstiger, nach etwa einem Monat habe ich mich schon an die französischen Preise gewöhnt und konnte dem mir zur Verfügung stehenden Geld leben.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich habe mich im Vorfeld beim Programm „Parrainage international“ angemeldet und einen sehr netten Buddy bekommen. Wir haben uns ein paar Mal getroffen und sie hat mir auch per SMS viele Fragen beantwortet. Zwar hatten nicht alle Teilnehmer so viel Glück wie ich, aber es kann auf jeden Fall nicht schaden, gerade am Anfang auch schon einen „richtigen“ Franzosen zu kennen. Kontakte zu einheimischen Studierenden aufzubauen fand ich relativ schwierig. Die meisten in der Uni waren auf jeden Fall nett und haben manchmal auch von sich aus Fragen gestellt, sind dann aber in den Pausen doch mehr unter sich geblieben. Auch wenn ich es mir fest vorgenommen hatte, konnte ich mich nur selten überwinden, mich einfach zu einer Gruppe dazuzustellen. Nach ein paar Wochen hatte ich auch kaum noch das Bedürfnis, weil wir uns als internationale Studierenden so gut zusammengefunden hatten, dass ich in meiner Freizeit nie alleine war. Im Nachhinein ist es dennoch etwas schade, dass ich nicht stärker den Kontakt mit Franzosen gesucht habe – möglich wäre es aber auf jeden Fall gewesen. Die anderen internationalen Studierenden habe ich vor allem über die Uni kennengelernt. Für die ersten Abenden habe ich mich außerdem immer spontan über die Erasmus-Facebookgruppe verabredet und auch so viele Leute kennengelernt, mit denen man am Anfang die Stadt und den Strand erkunden konnte. Man muss sich auf jeden Fall keine Sorgen machen, dass man alleine bleibt: die ganze Stadt ist voll von internationalen Studenten, die alle nach neuen Kontakten suchen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich durch den Auslandsaufenthalt auf jeden Fall verbessert, gerade durch die Veranstaltungen in der Uni. In der Gruppe haben wir aber vor allem Englisch gesprochen, weswegen sich gerade meine Umgangssprache leider nicht sehr erweitert hat. Allerdings habe ich jede Möglichkeit für ein bisschen mehr Sprachpraxis genutzt. Es gab zum Beispiel ein Mal im Monat einen deutsch-französischen Stammtisch im Maison Heidelberg, an dem man sehr unkompliziert mit Einheimischen in Kontakt kommen konnte. Außerdem habe ich den Sprachkurs in der Uni besucht und der ganze Alltag war natürlich auch auf Französisch. Von alleine kommt also nicht viel, aber wenn man möchte, kann man seine Sprache auf jeden Fall leicht verbessern.

Was Montpellier außer Uni zu bieten hat

Öffentliche Verkehrsmittel

In Montpellier gibt es Busse, Straßenbahnen und Fahrräder, die man sich ausleihen kann. Die Monatskarte kostet für Jugendliche unter 27 Jahren 28 €. Dafür muss man einmalig an einen Servicepoint der Tam, danach kann man die Karte jeden Monat selber aufladen. Dafür sollte man auch eher nicht zum Hauptbahnhof fahren, sondern zu einem Schalter an der Haltestelle „Occitanie“. Dort hat man normalerweise kaum Wartezeiten. Einzelfahrten kosten sonst 1,20 € oder man kauft eine 10er Fahrkarte für 10 €. In jedem Fall sollte man immer an seine Fahrkarte denken, gerade in den Straßenbahnen wird sehr viel kontrolliert. Die Fahrräder kann man an den „velomagg“ Stationen ausleihen, dabei ist die erste halbe Stunde immer kostenlos und auch danach noch sehr günstig. Für alle, die sich kein eigenes Fahrrad kaufen wollen, ist das auf jeden Fall eine gute Alternative. Fahrräder gibt es ansonsten auf dem Markt in Mosson zu kaufen, der bei gutem Wetter jeden Sonntag stattfindet.

Bankkonto und Telefon

Um das Wohngeld CAF zu beantragen, braucht man ein französisches Bankkonto. Ich konnte keine Bank finden, die für so kurze Zeit ein neues Konto eröffnet und habe deshalb ein „Compte Nickel“ eingerichtet. Das ist ein Konto, bei dem man alles nur online regelt. Pro Abhebung zahlt man dann zwar 1 €, mir war es aber trotzdem so lieber als die ganze Zeit nur meine deutsche EC-Karte mit deutlich höheren Gebühren zu nutzen. Die Karte bekommt man in sogenannten „Kiosken“, die Standorte kann man online einsehen. Um das Konto zu eröffnen braucht man lediglich seinen Personalausweis und eine Gebühr von 20 €. Man erhält außerdem eine IBAN und BIC, sodass man also auch über dieses Konto CAF erhalten kann. Kündigen konnte ich mein Konto nach meinem Auslandsaufenthalt mit wenigen Klicks und ohne Probleme oder zusätzliche Gebühren. Eine französische SIM-Karte bekommt man am einfachsten über den Anbieter „Free“, bei dem ich die Tarifoption 20 € für 50 GB Internet + Flat in französisches Netz und deutsches Festnetz gewählt habe. Die Karten holt man sich am Besten an einem „borne libre service“, die Standorte kann man auch hierfür online einsehen. Dafür braucht man dann lediglich eine Kreditkarte, von der der entsprechende Betrag jeden Monat abgebucht werden kann.

Freizeitangebot

Freizeitmäßig gibt es in Montpellier viel zu entdecken. Man kann zum Beispiel den Hochschulsport nutzen, für den man einmalig 40 Euro bezahlen muss und dafür dann jeden Kurs besuchen kann, den man möchte. Aber auch außerhalb davon gibt es viele Möglichkeiten, sportlich aktiv zu sein. Der Eintritt ins Olympia-Schwimmbad „Antigone“ kostet nur 3€ und in vielen Leichtathletikstadien (zum Beispiel am Stade Philippides) kann man unter der Woche nach 20 Uhr kostenlos trainieren. Über Facebook wurden außerdem mehrere Laufevents organisiert, bei denen man dann am Abend mit einer Gruppe durch Montpellier gejoggt ist. Ansonsten kann ich den Strand sehr empfehlen, den erreicht man am besten mit einem Bus, der am Place de France abfährt, oder mit der Tram-Linie 3 und ein bisschen mehr Fußweg. Der Zoo in Montpellier ist zwar relativ klein, aber kostenlos und auf jeden Fall einen Besuch wert. Bei schönem Wetter lohnt es sich aber auch, einfach mal in der Stadt loszulaufen und zu gucken, was man in den kleinen Gassen so entdecken kann. Auch am Ende meines Semesters habe ich mich noch in Straßen wiedergefunden, die ich vorher noch nie gesehen habe. Zu Beginn meines Semesters habe ich außerdem den „PassCulture“ für 9 Euro gekauft. Durch diesen Pass konnte ich in ausgewählten Kinos Filme für 3,90 € sehen und in die Oper am Place de la Comédie für nur 5 € gehen. Den Pass würde ich jedem empfehlen, der sich auch kulturell ein bisschen in Montpellier umgucken möchte.

Nachtleben

Da Montpellier eine absolute Studentenstadt ist, lässt auch das Nachtleben nicht zu wünschen übrig. In der Innenstadt gibt es zahlreiche Clubs und Bars, zum Beispiel das Panama Café (jeden Abend geöffnet, kostenloser Eintritt, immer voll und gute Stimmung), den Rockstore (zwar mit Eintritt, dafür aber besondere Partys wie die „Time Machine“, einer musikalischen Zeitreise), das Cargo (vor allem am Wochenende viele Studentenparties) oder das Antirouille (immer wechselnd, meist Electro-DJs). Außerdem gibt es die „Australian Bar“, wo jeden Montag Party mit vergünstigten Getränken war. Etwas außerhalb gibt es auch ein paar Clubs, die man durch den Nachtbus „l'Amigo“ erreichen kann. Gerade zu Beginn meines Auslandssemesters, als es abends noch sehr warm war, konnte man seinen Abend auch einfach in einer der vielen Gassen oder im Parc Peyrou verbringen, von wo aus man einen tollen Blick über Montpellier und Umgebung hat.

Montpellier und Umgebung

Auch die Umgebung von Montpellier ist einige Ausflüge wert. Ich würde zum Beispiel den Pic Saint-Loup empfehlen, den man ohne große Kletterkünste besteigen kann und von dem man einen guten Blick über die Berge und die Natur bis hin zum Meer hat. Die Nachbarstädte Nîmes und Sète sind ebenfalls sehr schön und haben trotz der geographischen Nähe nochmal einen anderen Charakter als Montpellier. In 2 Stunden kommt man außerdem nach Avignon oder Carcassonne. Wenn man etwas mehr Zeit hat, lohnt es sich auf jeden Fall auch, den Süden Frankreichs weiter zu erkunden und sich zum Beispiel Nizza oder Marseille anzugucken. Mit dem Fernbus kann man außerdem für nur 15 Euro nach Barcelona fahren.

Besondere Events

In der Nachbarstadt Nîmes findet zweimal im Jahr ein Stierfest, die „Féria“ statt. Der Anlass sind zwar mehrere Stierkämpfe, allerdings gleicht die Stadt zu der Zeit mehr einem einzigen Volksfest, mit vielen Buden, offenen Restaurants und Tanzflächen auf der Straße. Im Dezember gibt es in Montpellier die „Fête des Lumières“, zu der einige Gebäude mit Lichtanimationen angestrahlt werden. Jede Animation hat ihren eigenen Stil und wird mit Musik verbunden, sodass man an jeder Ecke etwas anderes entdecken kann. Ebenfalls im Dezember gab es in Palavas-les-Flots, einem nahen Strandort das „Bain de Noël“, bei dem ein paar 100 Menschen zusammen ins Mittelmeer laufen. Wir waren als Gruppe da und hatten viel Spaß – dazu war das Ganze noch für einen guten Zweck.

Studienfach: BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Institut Montpellier Management

Gastland: Frankreich


Fazit

Montpellier war für mich absolut die richtige Wahl für mein Auslandssemester, ich könnte mir nichts von dem, was ich erlebt habe, besser vorstellen. Die Stadt ist jung und studentisch, es ist immer etwas los und trotzdem ist die gesamte Atmosphäre sehr entspannt. Vermutlich auch dadurch, dass die Stadt im Süden Frankreichs liegt, ist die Mentalität der Menschen ganz anders, manchmal hatte ich das Gefühl, Stress ist für die Einwohner ein Fremdwort. Die Universität ist durch das Kurs- und Punktesystem sehr erasmusfreundlich, die Einheimischen sind insgesamt sehr aufgeschlossen und freundlich. Die Stadt ist zwar im Vergleich zu Berlin deutlich kleiner, aber trotzdem nicht zu ruhig und auf gar keinen Fall langweilig.

Alors – allez-y et profitez-en! :)


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