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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Metz

Nach der Nominierung an der Gasthochschule bekam ich die erste wichtige E-Mail mit Informationen zum Bewerbungsverlauf und zu den Bewerbungsunterlagen. Welche Unterlagen also zu welchen Fristen bei wem eingereicht werden müssen, kann der E-Mail entnommen werden. Das Online-Bewerbungsportal wird direkt verlinkt. Unter anderem muss für die Bewerbung das erste Learning Agreement avant la mobilité angefertigt werden. Die Kurse können dabei erst einmal provisorisch eingetragen werden und müssen keine Richtigkeit haben, da es sich um kein endgültiges LA handelt. Nach Ankunft im Gastland erfolgt die Überarbeitung und damit die Erstellung des zweiten LAs pendant la mobilité. Die Modulkataloge befinden sich auf den Websites der jeweiligen Fachbereiche unter Formation. Die Modulkataloge für die Studiengänge des Fachbereichs UFR Arts, Lettres et Langues – Metz könnt ihr unter folgendem Link einsehen. Für den ersten Antrag auf einen Wohnheimplatz, der für die Bewerbung ausgefüllt werden muss, könnt ihr euch auf folgender Seite informieren. Auf dieser Website sind unter anderem die Wohnheimstandorte, die Zimmermöglichkeiten und die Mieten aufgelistet und abgebildet, unter denen gewählt werden kann. Nach dem fristgerechten Einreichen der Bewerbungsunterlagen bekam ich einen Lettre d’acceptation Erasmus von der Université de Lorraine zugesandt, der den Auslandsaufenthalt bestätigte.


Studienfach: Master Französisch - Lehramt an Gymnasien

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Université de Lorraine

Gastland: Frankreich

Bewerbung an der Gasthochschule

Auf dem Lettre d’acceptation Erasmus sind die Personen angegeben, die nach der Ankunft aufgesucht werden müssen. Bei mir handelte es sich um Mme Micheline Morel (micheline.morel@univ-lorraine.nomorespam.fr), welche für pädagogische Angelegenheiten wie der offiziellen Einschreibung in den Fachbereich verantwortlich ist, und um Mme Phanny Sin der Direction des Relations internationales Européennes (phanny.sin@univ-lorraine.nomorespam.fr), welche für administrative Angelegenheiten verantwortlich ist und welche den Erasmus-Studierenden stets wichtige Informationen zukommen lässt, denen während des Aufenthaltes nachgegangen werden muss. Mme Morel steht einem stets mit Rat und Tat zur Seite, ist sehr freundlich und zuvorkommend. Für die Erstellung des Learning Agreements pendant la mobilité ordnete sie mir den Dozenten M. Nicolas Brucker zu. Er sprach Deutsch und half mir mit der Auswahl der Kurse. Es stehen dafür ungefähr vier Wochen bis Mitte Oktober zur Verfügung. Anschließend versendet Mme Morel das neue LA an die Uni Potsdam zurück. Das System ist wie bei uns in Licence 1, 2 und 3 (Bachelor) und Master 1 und 2 unterteilt. Das semestre 1 steht für Wintersemester und das semestre 2 für Sommersemester. Wie bereits angegeben, können die Kurse zum einen den Modulkatalogen entnommen werden und zum anderen dem System ENT (Espace Numérique de Travail), wofür nach der Ankunft für den Studenten ein persönlicher Account angelegt wird. Bei mir erfolgte dies in Zusammenarbeit mit Mme Morel. Auf dieser Plattform werden alle Kurse angezeigt, die belegt werden können. Zudem kann eingesehen werden, wann, wo und bei wem sie stattfinden. Die Einsicht sollte möglichst jede Woche erfolgen, da die Zeiten sich ab und zu ändern können und dies dort vermerkt ist. Es gibt sogenannte TDs und CMs. Bei den TDs gibt es die kleinen CCs (contrôles continus), von denen meist zwei im Laufe des Semesters durchgeführt werden, und bei den CMs gibt es meist ein großes ET (examen terminal) am Ende des Semesters. In den TDs können aber natürlich auch beispielsweise Referate oder Dossiers verlangt werden. Die Leistungen werden dabei wie bei uns in ECTS (Leistungspunkte) verbucht. Der Stundenplan ist für die Studierenden dort größtenteils vorgegeben, was aber den Erasmusteilnehmenden nicht daran hindern sollte, die Kurse frei auszuwählen. Es können beispielsweise auch Kurse aus anderen Fachbereichen belegt werden. Da ich neben Französisch auch Deutsch studiere, entschied ich mich auch für ein paar Kurse aus dem Studiengang Allemand. Es war dabei sehr interessant zu sehen, wie die eigene Muttersprache in einem anderen Land gelehrt und gelernt wird. Ich empfehle auch den einen oder anderen Übersetzungskurs wie Thème (Französisch-Deutsch) oder Version (Deutsch-Französisch) zu belegen, da es für den Ausbau der Sprachkompetenzen sehr hilfreich ist und eine zusätzliche Unterstützung darstellt. Insgesamt betrachtet, herrscht ein sehr angenehmes und ausgeglichenes Klima in der Uni. Die Dozenten sowie die Kommilitonen sind sehr offen und kontaktfreudig und stehen einem bei Fragen gern zur Verfügung. Bei höflichem Nachfragen stellen sie einem auch gern ihre Notizen zur Verfügung, falls der Dozent einmal zu schnell gesprochen hat. Die Dozenten versuchen aber auch Rücksicht zu nehmen. Im Vergleich zum Unterricht an der Uni Potsdam herrscht dort eher eine schulische Atmosphäre. Auf dem Campus Saulcy gibt es eine Bibliothek mit PC-Pool. In der Stadt gibt es nahe der Insel auch Shops, in denen selbstständig kopiert und ausgedruckt werden kann.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Einführungsveranstaltungen sowie die Gruppen, die auf Facebook gebildet werden, dienen zum ersten Kennenlernen der anderen Erasmusstudierenden und können zur Organisation von ersten Treffen dienen. Außerdem gibt es Studierende, die bei der Direction des Relations internationales Européennes arbeiten und den Erasmusstudierenden ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen und alle zusammenbringen. Zudem lernen sich die Teilnehmer in den Kursen sowie in außeruniversitären Veranstaltungen näher kennen. Ein Beispiel dafür wäre die Veranstaltung Café des Langues, die jeden Dienstagabend meist in der Tipsy Beef Bar in der Stadt stattfindet. Dort treffen verschiedene Nationalitäten aufeinander und es wird sich in unterschiedlichen Sprachen miteinander unterhalten.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich bereits vor dem Erasmussemester schon einmal für drei Monate bei einer französischen Familie gelebt hatte, habe ich schon gute Grundkenntnisse mitgebracht, die ich weiter ausbauen konnte. Die verschiedenen Alltagssituationen beim Einkauf, bei den Behördengängen, im Restaurant oder in der Arztpraxis halfen mir sehr mein Repertoire an Vokabeln und Wendungen zu festigen und zu erweitern. Natürlich halfen diesbezüglich auch die Kurse an der Uni, die die Sprache auf fachwissenschaftlicher Ebene ausbauten. Das Hör- und Textverstehen wird sehr gut geschult, da die Konfrontation mit der französischen Sprache natürlich nicht nur im Unterricht erfolgt. Auch in der Textproduktion bekommt man Routine durch das Schreiben von Dossiers. Durch den Aufenthalt steigt ebenfalls das Selbstvertrauen auf sprachlicher Ebene und das Sprachgefühl erweitert sich. Zudem fällt es zunehmend leichter, in der Fremdsprache zu denken.

Wohn-  und Lebenssituation

Die Direction des Relations internationales Européennes informiert die Erasmuskandidaten rechtzeitig darüber, wann und wo sich für eine Unterkunft beworben werden kann. Die Bewerbung sollte gegen Ende April und Anfang Mai erfolgen, da sonst schon die meisten Wohnheimplätze vergeben sind. Für die Bewerbung muss auf der Website von dem Studentenwerk Crous Lorraine ein Account erstellt werden, um sich online bewerben zu können. Der Antrag (Dossier Social Étudiant/DSE) sowie die zugehörigen Unterlagen müssen anschließend per Post an Crous Lorraine zugesandt werden. Nach der Zusage per E-Mail ist die Reservierung des zugeteilten Zimmers nötig. Dies erfolgt durch die Online-Überweisung des ersten Mietbetrags über den Account. Wie bereits oben angegeben, kann sich unter folgendem Link über die Wohnheimmöglichkeiten informiert werden. Vor der Ankunft muss telefonisch ein Termin für die Schlüsselübergabe gemacht werden. Dies sollte rechtzeitig ungefähr zwei bis drei Wochen vorher erfolgen, da die Leitungen sonst kurz vorher alle stets belegt sind und niemand erreicht werden kann. Direkt nach der Ankunft muss auf jeden Fall eine Versicherungsgesellschaft aufgesucht werden, um die Versicherungen risques locatifs, responsabilité civile und gegebenenfalls eine Versicherung für den Diebstahl abzuschließen. Die jeweiligen Verträge müssen in der Rezeption bei der Anmeldung vorgelegt werden. Die deutschen Versicherungen werden leider nicht akzeptiert. Empfehlenswert ist die Versicherungsgesellschaft MGEL. Diese wird von vielen Studenten genutzt und befindet sich direkt gegenüber der Brücke, die als Auffahrt auf die Insel dient. Gerade zu Beginn des Semesters ist allerdings sehr viel los, sodass für den Termin entsprechend Zeit eingeplant werden sollte. Ich musste ungefähr eine Stunde warten, bis ein Schalter frei war. Es ist auf jeden Fall auch empfehlenswert den Diebstahl abzusichern. Nach der Ankunft kann auch bei der CAF finanzielle Unterstützung für den Wohnheimplatz beantragt werden. Dies kann online erfolgen oder direkt Vorort bei der CAF. Ich empfehle es direkt zum Sitz in Metz zu fahren oder zu laufen (20 Minuten zu Fuß). Dort gibt es Computer, an denen die Bewerbung durchgeführt werden kann. Zudem steht Personal zur Verfügung, die den Kunden begleiten und Fragen beantworten. Es ist ganz wichtig, dass die Geburtsurkunde bei der Antragstellung im Original vorliegt. Es wird zwar am Ende nur eine Kopie eingereicht, aber die Sachbearbeiter wollen vorher das Original sehen. Aber welche Unterlagen aus Deutschland mitgebracht werden müssen, darüber werdet ihr vorher natürlich von Mme Phanny Sin informiert. Für die CAF braucht ihr auch ein französisches Konto. Für die Eröffnung braucht ihr euch einfach einen Termin beispielsweise bei der Société Générale oder der Caisse d’Epargne geben lassen. Für Eröffnungen sowie Schließungen müssen immer Termine vereinbart werden. Ich hatte mein Konto bei der Société Générale. Die PIN, die Schecks sowie der Onlinezugang werden per Post zugesandt. Die Bankkarte muss allerdings bei der Bank gegen Vorlage des Ausweises persönlich abgeholt werden. Ich musste sogar vorher Geld auf das Konto überweisen, um sie abholen zu können. Denn dadurch wird die Karte erst aktiviert. Bezüglich der finanziellen Unterstützung aus Deutschland kann neben dem Erasmus-Stipendium auch Auslands BAföG beantragt werden. Dies wird gezahlt, wenn auch der Anspruch auf Inlands BAföG besteht. Allerdings kann es sein, dass der Zuschuss von der CAF vom Auslands BAföG abgezogen wird. Somit wäre die Antragstellung bei der CAF natürlich unnötig. Aber darüber sollte sich bei dem jeweiligen Sachbearbeiter in Deutschland  vorher informiert werden. Ich annullierte kurz vor meiner Rückkehr den Antrag, da die Bearbeitung zu lange andauerte und ich bereits das französische Konto kündigen musste. Die Zimmermiete kann monatlich an der Rezeption bezahlt werden. Ich bekam ein Zimmer von 9m2 mit Waschbecken und Kühlschrank direkt auf dem Campus Saulcy. Bad und Küche sind kollektiv. Es sollten allerdings nicht zu hohe Erwartungen mitgebracht werden. Auch wenn von Montag bis Freitag eine Putzfrau kommt und Küche und Bad säubert, hält die Sauberkeit nicht lange an. Auf jedem Flur gibt es eine Küche und zwei Bäder. Die Küche besteht aus insgesamt vier elektrischen Kochplatten und jedes Bad aus zwei Toiletten und zwei Duschen. Sie sind zwar nicht geschlechtergetrennt, aber durch Türen verschließbar. Auf den Toiletten gibt es kein Toilettenpapier, keinen Mülleimer und keine Toilettenbrille. Auch in der Küche gibt es keinen Mülleimer. Es wird darauf bestanden, dass jeder seinen Müll mit aufs Zimmer nimmt und anschließend selbst wegwirft. Die Zimmer an sich sind in Ordnung und für vier bis fünf Monate ausreichend, wenn es renoviert ist. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert Badelatschen, frisches Bettzeug sowie Topf, Pfanne, Wasserkocher und Geschirr mitzubringen, damit nach der Ankunft gleich geduscht und gekocht werden kann. Es gibt in der Nähe auch einen Ikea, in welchem ihr auch ein paar Utensilien kaufen könnt. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind Simply und Lidl. Zum Simply gelangt ihr gut mit der Mettis-Bahn. Um zum Lidl zu gelangen, solltet ihr euch ein Fahrrad ausleihen. Für die Bahn könnt ihr euch eine Monatskarte kaufen oder beispielsweise eine 10er Karte, die ihr am Automaten stets aufladen könnt, um auch etwas Geld zu sparen. Im Wohnheim gibt es auch Internet von Crous Lorraine zur Verfügung gestellt. Ihr könnt aber auch Eduroam nutzen. Ich empfehle euch auch Netflix oder ähnliches anzuschaffen, da es keinen Fernseher gibt. In den Pavillons 4 und 7 stehen jeweils zwei Waschmaschinen und Trockner. Diese funktionieren durch das Einwerfen von Jetons, die ihr in der Rezeption oder in der Épicerie gegenüber für 2€ pro Stück kaufen könnt. Für Waschmittel muss selbst gesorgt werden. Neben der Épicerie, in der ein paar Lebensmittel gekauft werden können, gibt es auf dem Campus auch beispielsweise das Resto U, in der ihr eine vollwertige Mahlzeit bekommt, und kleinere Bistros. Auf dem Campus gibt es auch die Organisation SUMPPS, die für die medizinische Versorgung der Studenten verantwortlich ist. Bei Beschwerden könnt ihr dort die Ärztin aufsuchen, welche euch umsonst untersucht und behandelt. Neben SUMPPS gibt es auch die Sportorganisation SUAPS. Für 10€ pro Semester könnt ihr an jeglichen Sportveranstaltungen teilnehmen wie beispielsweise Volleyball, Fußball, Gymnastik, Fitness, Kampfsport, Schwimmen oder Klettern. Metz ist eine sehr schöne und historische Stadt in der ihr einige gut erhaltene Monumente wie die Kathedrale besichtigen könnt. Es gibt auch zahlreiche gemütliche Restaurants und Bars, in denen beispielsweise schöne Abende mit den Kommilitonen verbracht werden können.

Studienfach: Master Französisch - Lehramt an Gymnasien

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Université de Lorraine

Gastland: Frankreich


Rückblick

Jeder Aufenthalt lässt die zu lernende Sprache mehr und mehr zur eigenen Sprache werden. Zudem kommen auch viele außersprachliche Erfahrungen hinzu, die einen reifen lassen und das Selbst- und Weltverständnis erweitern. Ihr bekommt die Möglichkeit viele liebe Menschen kennenzulernen und mit ihnen eine tolle Zeit zu verbringen, auch noch nach dem Aufenthalt. Es ist also in jedem Fall empfehlenswert

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