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Mein Auslandssemester in Joensuu

Auf die Idee, nach Finnland zu gehen kam ich, da ich sowieso schon Kontakte an der Universität von Ostfinnland hatte und auch mein letztes Studienjahr gerne im Ausland verbringen wollte. Die Universität von Ostfinnland bot sich auch für das Thema meiner Masterarbeit an, da ich über karelische Minderheiten in Russland schreiben wollte und sich hier in Joensuu ein Karelisches Institut befindet.


Studienfach: Russisch/Englisch Lehramt Master

Aufenthaltsdauer: 08/2011 - 06/2012

Gastuniversität: University of Eastern Finnland

Gastland: Finnland

Meine Vorbereitungen umfassten zunächst natürlich das Beschaffen von Informationen zum Thema Erasmus durch unser Auslandsamt. Die Informationsveranstaltung und Beratung war sehr nützlich. Weiterhin habe ich mich neben der Bewerbung hier in Joensuu um eine Wohnung gekümmert (das geschieht durch Elli – Student Housing, man muss sich aber rechtzeitig bewerben). Alle nötigen Informationen kamen jedoch von der Gastuniversität selbst in Form eines Informationspakets, sodass man eigentlich nichts falsch machen kann.

Eine der wichtigsten Vorbereitungen war das Beschaffen von finanziellen Mitteln. Ich habe den gesamten Sommer vor meiner Abreise gejobbt und versucht, soviel Geld wie möglich zu sparen. Der Zuschuss durch Erasmus war nicht annähernd hoch genug, und so musste ich mich zusätzlich um einen Bildungskredit bemühen. Alles zusammen reichte für ein gutes Auskommen hier, leider nicht für die Reisen, welche durch die Studierendenvereinigung ESN angeboten wurden.

Studium an der Gastuniversität

Das Studium hier in Joensuu war sehr erfüllend. Die Atmosphäre an der Universität ist gut, die Lehrkräfte freundlich und hilfsbereit. Betreuung bekommt man besonders am Anfang durch Erasmus-Tutoren, welche einem bei praktischen Angelegenheiten gern zur Seite stehen. Die Vorlesungen und Seminare waren meist interessant. Anmeldung dazu erfolgt über WebOodi, ähnlich wie PULS an der Uni Potsdam. Das System ist momentan noch ein wenig verwirrend, aber machbar! Was mir an der Universität besonders gefiel, ist die Vielfalt an verschiedenen Seminararten. So kann man klassische Seminare und Vorlesungen belegen, Onlinekurse oder auch einfach Buchprüfungen. Man hat beim Studieren die volle Freiheit und auch die Tatsache, dass die Seminare nicht über das Ganze Semester verlaufen, sondern eher einen kürzeren Zeitraum füllen, dadurch jedoch intensiver stattfinden, war für mich vorteilhaft. Man konnte sich besser auf einzelne Themen konzentrieren und hatte im Endeffekt mehr von der kurzen Zeit eines Semesters.

Die Bibliothek ist hier in Joensuu zu meinem zweiten zu Hause geworden. Sie bietet eine gute Arbeitsatmosphäre und einen guten Fundus an Literatur. Computer stehen dort mehr als genug zur Verfügung; sollten alle besetzt sein, gibt es auch weitere Computerpools auf dem Campus, so finden sich eigentlich immer freie Arbeitsplätze. Alle Einrichtungen werden in der Vorbereitungswoche detailliert erklärt, sodass man eigentlich gleich loslegen kann.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Da ich bereits vor meinem Erasmusaufenthalt viele einheimische Kontakte in Joensuu hatte, fiel mir die Eingewöhnung nicht sonderlich schwer. Eigentlich bin ich als Mitglied des „Rudels“ offiziell adoptiert worden. Das normale Austauschstudentenleben ist hier jedoch eher multikulturell geprägt. Man findet leicht Kontakt zu ausländischen und einheimischen Studenten, da viele Veranstaltungen organisiert werden und ja nun mal auch niemand auf den Mund gefallen ist! Wie bereits erwähnt, werden auch diverse Fahrten angeboten, zum Beispiel nach Lappland, nach Schweden, nach Estland oder Russland. Diese aufregenden Angebote werden durch die Student Union organisiert und die jeweiligen Tutoren klären jeden Studenten bei Interesse nochmal auf.In Seminaren und auch im Student Housing entstehen Kontakte schnell, niemand bleibt lang allein.

Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt

Wichtigste Voraussetzung für ein Studium in Finnland ist die Kenntnis der englischen Sprache, denn ohne die hat man keine Chance. Ein Aufenthalt in Finnland ist somit auch immer für die Förderung der eigenen Englischkenntnisse von Vorteil. Die meisten Finnen sprechen hervorragendes Englisch, lediglich bei der älteren Generation kann das manchmal auf Probleme stoßen, da sollte man sich doch mal einen Ruck geben und sein Finnisch glänzen lassen. Bei Busfahrten sind so schon manch interessante Geschichten vorgekommen.

Finnisch-Kurse werden von der Universität hier angeboten und pro Semester schafft man im Schnitt zwei davon. Für diejenigen, welche nicht so sehr am Erlernen dieser außergewöhnlichen Sprache interessiert sind gibt es zumindest Survival-Finnisch-Kurse, die sind aber nicht Pflicht! Mir hat der Aufenthalt hier sehr viel gebracht, ich konnte jeden Tag mein Englisch trainieren und vor allem, was mir sehr wichtig war, ein gutes Basiswissen an Finnischer Lexik und Grammatik ansammeln. Ich verstehe nach diesem Jahr schon recht viel, kann finnische SMS oder Facebook-Posts schreiben, dem finnischen Fußballkommentator folgen und auch langsam reden. Eines muss man sich jedoch klar machen, hier in Ostfinnland spricht man einen Dialekt; gesprochenes Finnisch unterscheidet sich sowieso sehr stark von dem was man so lernt und das Verständnis ist die Kompetenz, welche sich hier wohl am langsamsten von allen entwickelt. Also Geduld!

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft bekam ich von Joensuun Elli – Student Housing. Manche Erasmusstudenten hatten nicht so viel Glück und wurden zunächst in einer Notunterkunft untergebracht. Also, rechtzeitig bewerben! Auch wenn man nicht gleich etwas findet (was in Finnland durchaus möglich ist, besonders in Joensuu ist die Wohnungssituation sehr schlecht), so wird man nicht im Stich gelassen, von daher keine Angst. Viele Studenten haben sich dann auch zusammengetan, aber natürlich ist ELLI die günstigste Variante, auch wenn man in der Regel etwas weiter außerhalb untergebracht wird. Die Miete bei ELLI liegt zwischen 180-300 Euro (kommt drauf an wo, ob mit Internet oder Möbeln etc.).

  • Internet: das Elli-net ist recht schnell, aber Ihr werdet ein Modem und Kabel brauchen, die sind relativ teuer! Also am besten mal in den Facebookgruppen für Erasmusstudenten in Joensuu oder auf Flohmärkten schauen, bevor man 60 Euro dafür ausgibt. Ansonsten kostet der Internetzugang 20 Euro/ Monat.
  • Wichtig: Fahrrad! In Finnland geht nichts ohne Fahrrad, günstig erwerben kann man die auf den Flohmärkten (kirppis) oder man leiht sich welche. In jedem Fall eine lohnende Investition, denn Busse sind recht teuer.
  • Möbel: Man kann Möbel bei Elli mieten (Bett, Tisch, Stuhl, Regal), aber ein Besuch beim Flohmarkt ist unumgänglich, denn man braucht auch Decken, Geschirr (das Survival Package gibt’s bei der Student Union, ist aber nicht sehr umfangreich) und vor allem im Sommer – Vorhänge! In Joensuu gibt es großartige Flohmärkte, einfach mal die Tutoren fragen!

Eine Krankenversicherung habe ich nicht extra abgeschlossen, denn wir sind in der EU. Abgesehen davon ist hier jeder Student abgesichert, dafür bezahlt man ja auch die 52 Euro/Semester an die Student Union. Auf dem Campus gibt es ein „Gesundheitszentrum“, wo man mit allen Leiden hingehen kann. Arzttermine sind zwar mit Wartezeiten verbunden (in Finnland mangelt es anscheinend besonders an Zahnärzten), aber im Prinzip muss sich niemand Sorgen machen, dass er im Ernstfall nicht versorgt wird!

Studienfach: Russisch/Englisch Lehramt Master

Aufenthaltsdauer: 08/2011 - 06/2012

Gastuniversität: University of Eastern Finnland

Gastland: Finnland


Rückblick

Die Zeit in Finnland war großartig für mich. Zuerst wollte ich nur ein Semester bleiben, doch ich habe mich schnell für eine Verlängerung entschieden (ja, auch das ist möglich). Nach Ablauf des zweiten Semesters verschob ich meinen Flug nochmal um einen Monat, ich denke das sagt genug aus. Mittlerweile spiele ich auch mit dem Gedanken, mich hier später noch einmal zu bewerben, als Lehrer für Deutsch und Russisch vielleicht, aber bisher sind das nur Ideen. Mit der finnischen Sprache habe ich jedenfalls noch nicht abgeschlossen, sie macht mir sehr viel Spaß und ich möchte da weitermachen. Meine Masterarbeit ist hier ebenfalls fast fertig geworden, bis auf die geplante Studie. Meine Finanzen ließen es nicht zu, viel zu reisen. Das kommt davon, wenn man länger bleibt als geplant, denn Jobs findet man hier nur sehr schwer. Dazu braucht man gute Finnisch-Kenntnisse. Dennoch, Finnland ist stets eine Reise wert. Auch wenn es nicht durch Architektur hervorsticht, so macht die Natur es wieder wett. Die Menschen erscheinen manchmal rau, sind aber stets herzlich, genau wie das Wetter. Wem das gefällt, der ist hier genau richtig.

Finnland

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