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Erasmus in Tartu

Als ich mich für das von der EU geförderte ERASMUS-Programm entschied, fiel meine Wahl sehr schnell auf die University of Tartu. Einerseits reizte es mich in ein Land zu gehen über das ich bis zum Beginn des Auslandsaufenthaltes nicht viel wusste. Andererseits wollte ich gerne an einer Universität studieren, an welcher Kurse auch auf Englisch angeboten werden. Die Bewerbung für die Gastuniversität erfolgte beim zuständigen ERASMUS-Koordinator. Nachdem ich eine Zusage von der Universität Potsdam erhalten hatte und zeitgleich für die Universität Tartu nominiert wurde, reichte ich die erforderlichen Unterlagen an der Gastuniversität ein. Zu beachten ist, dass der 1. Juni Bewerbungsschluss für alle EU-Bürger ist. Nach Einreichung aller Unterlagen erhielt ich die Zusage der UT und darüberhinaus Infobroschüren mit allen wichtigen Informationen rund um den Auslandsaufenthalt.


Studienfach: Politik und Verwaltung, Öffentliches Recht

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 01/2014

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland

Studium an der Gastuniversität

Ende August reiste ich dann nach Tartu, um an der Einführungswoche teilzunehmen. Dort erhielt ich wichtige Informationen über das Studium an der UT, insbesondere die Kursanmeldung (am besten in der 1. Studienwoche, da Kursplätze begrenzt sind!), sowie über kulturelle und sportliche Aktivitäten in Tartu und Umgebung. Die Teilnahme an dieser Einführung kann ich daher sehr empfehlen, auch weil man dort schon erste Kontakte zu anderen internationalen Studenten knüpfen kann und seinen Tutor kennenlernt, der einem bei allen Fragen behilflich ist. Während der Anmeldung für die Kurse stellte ich fest, dass ich im Bereich der Politikwissenschaften nur Masterkurse belegen konnte, da die Bachelorkurse lediglich auf Estnisch angeboten wurden. Die Anmeldung für die Masterkurse ist kein Problem, jedoch muss man einen höheren Arbeitsaufwand einplanen. Im Allgemeinen sind die Leistungsanforderungen über das ganze Semester verteilt mit midterm und final papers, sodass nicht, wie häufig in Deutschland, die Note von einer einzigen Abschlussklausur abhängt.

Des Weiteren erhält man für die meisten Kurse entweder 3 oder 6 Leistungspunkte (ECTS), was die Vergleichbarkeit mit Leistungen an der Heimatuniversität einfacher macht und damit auch später die Anrechnung der im Ausland erbrachten Leistungen. Da man in den Kursen überwiegend internationale Studenten hat und die Professoren aus aller Welt kommen, besitzt die Uni ein internationales Flair, welches auch die Diskussionsfreude der Studenten fördert. Darüber hinaus ist die Teilnahme an einem Estnisch-Sprachkurs empfehlenswert, da man nicht nur Grundkenntnisse einer einzigartigen Sprache erlangt, sondern auch viel über Estland und seine Kultur lernt.

Die „Faculty of Social Siences and Education“ besitzt eines der neuesten Fakultätsgebäude, welches technisch gut ausgestattet ist und über eine eigene kleine Bereichsbibliothek verfügt. Die Hauptbibliothek ist von dieser Fakultät und vom Stadtkern nicht weit entfernt und bietet eine große Auswahl an Büchern und Zeitschriften in estnischer, russischer, englischer und sogar auch deutscher Sprache. Insgesamt bin ich mit der Betreuung durch den International Student Service und die Mitarbeiter der Sozialwissenschaftlichen Fakultät sehr zufrieden, da einem bei Fragen und Problemen immer jemand zur Seite stand.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Wenn man in einem der Wohnheime wohnt (Raatuse 22, Narva 25, Narva 27) ist es sehr einfach Kontakte zu internationalen Studierenden zu knüpfen. Darüber hinaus lernt man viele Studenten in der Einführungswoche sowie bei den ersten Veranstaltungen kennen, die vom Erasmus Student Network (ESN) Tartu organisiert werden. Da man wenig einheimische Studenten in den englischsprachigen Kursen hat und Esten eher zurückhaltend sind (aber sehr herzlich!), lohnt es sich am „Buddy Programm“ der Uni teilzunehmen, um Esten näher kennen zu lernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

In Estland kommt man mit Englisch sehr gut zurecht, jedoch sind Grundkenntnisse der estnischen Sprache vorteilhaft, gerade wenn man sich nicht nur unter Studenten aufhält. Des Weiteren sprechen viele Menschen Russisch und manche sogar etwas Deutsch. Durch den Estnisch-Sprachkurs war ich in der Lage auch mal auf estnisch zu „bestellen“, ob im Café, in der Universität oder beim Busfahrer. Dadurch dass alle Politikkurse auf Englisch waren und man mit anderen Studenten immer auf Englisch kommuniziert hat, hat sich meine Sprachkompetenz sehr verbessert.

Wohn- und Lebenssituation

Nachdem ich die Zusage der Universität Tartu erhalten hatte, bewarb ich mich um einen Wohnheimplatz. Internationalen Studenten ist ein Zimmer im Wohnheim garantiert und so erhielt ich sehr schnell die Benachrichtigung, dass ich im Wohnheim Raatuse 22 wohnen könne, wo die meisten ausländischen Studierenden untergebracht sind. Dort teilte ich mir mit einer Studentin ein Zimmer und mit 4 weiteren Personen eine Wohneinheit, die aus Küche und Bad besteht. Die Miete ist im Verhältnis zu Berlin/Potsdam sehr preisgünstig und beträgt mit Nebenkosten und Internet um die 115 Euro pro Monat. Für ca. 50 Euro kann man beim Einzug ein Paket mit Bettwäsche und Handtüchern dazu kaufen. Ob Küchenutensilien und andere Einrichtungsgegenstände schon vorhanden sind, hängt dabei immer vom Vormieter ab oder inwieweit die Mitbewohner die WG schon ausgestattet haben.

Tartu ist eine kleine Studentenstadt, in der alles wichtige schnell zu Fuß zu erreichen ist. Obwohl Tartu nur knapp 100.000 Einwohner hat, gibt es sehr viele Cafés, Bars und Restaurants und darüber hinaus jede Woche viele kulturelle Highlights. Daneben hat auch das Nachtleben einiges zu bieten. Man muss nicht unbedingt schon in Deutschland eine Kreditkarte beantragt haben, da dies auch noch vor Ort möglich ist, eine Auslandskrankenversicherung hingegen sollte man aufjedenfall schon vor dem Auslandsaufenthalt abgeschlossen haben.

Studienfach: Politik und Verwaltung, Öffentliches Recht

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 01/2014

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland


Rückblick

Rückblickend war es die beste Entscheidung nach Tartu zu gehen, da ich mich in Estland sofort wohlgefühlt habe. Die Universität Tartu bietet sehr gute Kurse an und die Mitarbeiter der Uni standen einem immer mit Rat und Tat zur Seite. Tartu, als eine typische Studentenstadt, hat kulturell viel zu bieten, trotz ihrer geringen Größe. Und wenn man doch einmal „raus“ will, dann kann man preisgünstig in alle Ecken des Landes gelangen (z.B. für 6€ von Tartu nach Tallinn), dank eines sehr gut ausgebauten Bussystems in Estland. Darüber hinaus sind die Anbindungen an die Nachbarstaaten Lettland und Litauen auch gut, sodass sich eine Reise dahin aufjedenfall lohnt. Des Weiteren werden diverse Ausflüge von ESN Tartu organisiert (z.B. nach Lappland) oder vom Sprachinstitut der Universität (z.B. nach Russland). Auch preiswerte Flüge nach Oslo und Stockholm sind möglich vom Tallinner Flughafen. Tartu und Estland im Allgemeinen kann ich daher zum Auslandsstudium sehr empfehlen!

Estland

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