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Warum ein Studium in Estland/Tartu?

Ich habe mich gezielt für die Universität Tartu und Estland beworben, da ich mich sehr für die Auswirkungen der Digitalisierung interessiere und Politik, Verwaltung und Organisation studiere. Im Bereich Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist Estland eines der führenden Länder weltweit. Aus dem Grund wird es oft auch als eEstonia bezeichnet. Man kann hier fast alle Verwaltungsdienstleistungen online erledigen. Auch für IT und StartUp-Interessierte hat Estland viel zu bieten, kommen von hier bekannte Firmen wie Skype oder Transferwise. Estland hat die höchste pro Kopf Unternehmensgründungsrate in Europa. Entrepreneurship und Innovationen werden hier Großgeschrieben.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 01/2017 - 06/2017

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland

Die Universität Tartu ist die einzige Volluniversität in Estland und geht zurück auf Karl Gustav den II (König von Schweden). Die Universität wurde erstmal 1632 erwähnt und ist eine der bedeuteten und renommiertesten Einrichtungen in der Region Nordosteuropa. Besonders wichtig war für mich, dass ich meine Englischkenntnisse verbessern kann und mich im internationalen Umfeld befinde. Beides klappt in Estland/Tartu sehr gut. Das englische Sprachniveau der Bevölkerung, besonders der jüngeren Generation ist vergleichbar mit Skandinavien. (also sehr gut). Grundsätzlich kann ich jedem Estland als Studienort empfehlen, der eine kostengünstige Alternative zu den Skandinavischen Ländern sucht. Die Universität Tartu zeichnet sich durch eine Vielzahl internationaler Studenten und Dozenten aus. Alle meine Dozenten kamen aus unterschiedlichen Ländern. Es war viel vertreten von Estland, über Russland, die Niederlande, Italien oder Argentinien. Die internationalen Studenten kamen meistens aus Europa, aber auch einige aus den USA und Asien. Neben Franzosen, Italienern und Deutschen trifft man besonders auch Studenten aus Osteuropa in Estland. Wer bei Estland an Osteuropa, alte Industriestädte, alte Plattenbauten etc. denkt liegt leider falsch. Es ist ein kleines Land mit schönen Städten und viel Natur. Der erste Eindruck von Estland war sehr sauber und aufgeräumt und moderner als Deutschland. Estland (besonders Tallinn und Tartu) ist eher mit den Skandinavischen Ländern zu vergleichen, als mit anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion oder Russland. Tartu ist eine Studentenschaft mit einer schönen kleinen Innenstadt. Hier findet man viele schöne Cafés und Kneipen. Beste Bedingungen zum Leute kennenlernen und entspannen.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 01/2017 - 06/2017

Gastuniversität: University of Tartu

Gastland: Estland

Sehr positiv und einfach. Für Erasmus muss man sicherlich einiges an Papierunterlagen erledigen, aber die Bewerbung an der Uni Tartu ist sehr unkompliziert. Es gibt ein Bewerbungsportal wo man relevante Dokumente hochladen muss und einen Antrag ausfüllt, welcher per Post an die Uni geschickt wird. Das Portal ist selbsterklärend und versendet während des Bewerbungsprozesses auch immer Benachrichtigen/Erinnerungen. Wenn man die Unterlagen vor der Bewerbung zusammensucht und die Anrechnung der Leistungen abklärt, dann kann nichts schiefgehen. Hinweis: Die meisten Kurse finden, wie vorher kommuniziert statt, zusätzlich gibt auch Kurse die während des Semesters belegbar sind. Es empfiehlt sich dies im Hinterkopf zu haben. Des Weiteren ist es wichtig gleich zu Beginn der Ankunft in Tartu sich um die Kurseinschreibung zu kümmern, da Kurse auch schnell voll sein können. Man legt Wert auf kleine Gruppen. Ich war in einem Seminar nie mehr als mit 15 Leuten zusammen, davon hatten ca. 70 % eine unterschiedliche Staatsangehörigkeit. Bei Fragen kann man unkompliziert die Erasmus-Koordinatorin kontaktieren und bekommt spätestens in einem Tag eine Antwort. Benötigte Dokumente für die Erasmusabrechnung werden sogar unaufgefordert zur Verfügung gestellt. Selbst aufwendige Dinge wie die Erstellung eines Transcript of Records waren für mich innerhalb eines halben Tages abholbereit.

Die Anreise empfehle ich über Tallinn bzw. Riga. Tartu ist von beiden Städten gut mit dem Bus zu erreichen. Der Flug nach Riga sollte etwas günstiger als Tallinn sein. Von hier sind es ca. 4h nach Tartu und der Bus kostet ca. 14 Euro. Je eher man bucht, desto billiger!

Ich habe im Wohnheim Raatuse 22 gewohnt, wo eigentlich alle internationalen Studenten leben. Das Wohnheim ist modern und sehr zentral. Es kostet 215 EUR und man muss sich ein Zimmer mit einer zweiten Person teilen. Das mag für den ein oder anderen abschreckend wirken, ist auf alle Fälle eine Erfahrung wert. Alternativ kann man auch ein ganzes Zimmer für den doppelten Preis buchen. Im Preis ist eine wöchentliche Reinigung enthalten. – Günstigeren Wohnraum gibt es auf dem privaten Wohnungsmarkt. Dies erfordert mehr Aufwand, aber da bekommt man ca. für 150 EUR pro Monat ein Zimmer. Wer dies machen möchte, sollte beachten, dass er oder sie den Anschluss nicht verliert, da wirklich fast alle internationalen Studenten in Raatuse 22 wohnen.

Bankgeschäfte habe ich alle mit meiner Kreditkarte abgewickelt. Bitte beachtet mit großen Bargeldscheinen hat man in kleinen Läden ein Problem. Die Esten zahlen sehr viel mit Karte. Es kam bei mir oft vor, dass ich einen 50 Euroschein, im Geschäft nicht wechseln lassen konnte, weil nicht so viel Bargeld da war. Man kann sagen, dass Zahlungsmittel Nr. 1 in Estland ist die Kreditkarte. Auch in Bar oder in Clubs ist es normal sein Getränk mit der Karte zu bezahlen.

Wie waren meine Kurse?

Sehr interessant und lehrreich. Ich habe größtenteils Masterkurse absolviert, was überhaupt kein Problem ist, auch wenn man noch im Bachelor ist. Ich habe vor allem Kurse im Bereich internationale Beziehungen (besonders EU-Russland) und eGovernment absolviert. Letztere kann ich besonders empfehlen, da man einen guten Einblick in die Digitalisierung in Estland bekommt.Grundsätzlich sind die Kurse anders als in Deutschland. Ich finde sie haben einen höheren Anteil an Praxisorientierung und man muss mehr unter dem Semester machen. Ein Beispiel: In einem Kurs wo es um die wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa und Russland ging, hatten wir über 4 Sitzungen den ehemaligen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Herrn Kallas aus Estland zu Gast. Er hat einen authentischen Inneneinblick in das Leben der EU gegeben.Während des Semesters muss man besonders Gruppenarbeiten, Essays und Präsentationen erledigen. Die Abschlussnote setzt sich auch aus unterschiedlichen Teilleistungen zusammen. Bei der Planung sollte auch beachtet werden, dass es in machen Kursen möglich ist, die Kurse online zu absolvieren. Das heißt die Vorlesungen stehen online zur Verfügung. Die Alternative ist der gleiche Kurs offline im Vorlesungsraum. Hierbei herrscht dann gelegentlich Anwesenheitspflicht. Wenn man den Kurs online absolviert, dann muss man nach jeder Vorlesung Lernkontrollfragen beantworten. Durch die Möglichkeit ist es auch kein Problem Überscheidungen im Stundenplan zu verhindern. Aber Achtung: Die Möglichkeit der Auswahl besteht nicht für jeden Kurs.Die Qualität der Kurse würde ich grundsätzlich vergleichbar mit Potsdam einschätzen. Lediglich die unterschiedliche Ausrichtung (eher praxisorientiert, weniger wissenschaftlich) und der unterschiedliche Aufbau der Kurse (mehr im Semester, weniger Hausarbeiten) ist unterschiedlich. Dadurch kann es sein, dass die Kurse evtl. etwas verschult Wirken. Bezüglich der Anerkennung kann ich noch kein abschließendes Fazit ziehen, aber mein Antrag ist eingereicht und die Kurse werden voraussichtlich anerkannt. Einschränkend muss ich sagen, dass ich über ein Mobilitätsfenster im Erasmus war. Das heißt ich die Anerkennungsproblematik war bei mir nicht wirklich vorhanden.Mein Fazit ist aber positiv, da ich frei wählen konnte und auch Masterkurse besuchen durfte. Grundsätzlich habe ich viel gelernt in dem Semester, sowohl fachlich als auch sprachlich und über die Region um Estland.   

Was kann man in Tartu und in Estland machen?

Ich habe das Leben in Tartu sehr genossen, auch wenn es nur die zweitgrößte Stadt Estlands ist. Es gibt zwar nicht so viele Geschäfte, aber dennoch wunderschöne Restaurants (Ich empfehle besonders das Restaurant Aparaat), Cafés und Bars und auch das Nachtleben hat für eine kleine Stadt relativ viel zu bieten. Tartu ist einfach eine Studentenhochburg und man fühlt sich sehr geborgen.Neben Tartu selber kann man viel Zeit in der Natur verbringen. Estland hat hier viel zu bieten, neben den Städten Tartu und Tallinn (die Altstadt ist wunderschön), kann ich im Sommer besonders die Ostseestadt Pärnu empfehlen. Des Weiteren fand ich die vielen Nationalparks sehr schön und empfehlenswert, sowie die beiden großen Inseln von Estland. Durch Estland zu reisen ist per Bus super komfortabel und günstig. Für die Strecke Tartu – Tallinn zahlt man bei LuxExpress ca. 7 Euro pro Fahrt und ist 2h 30 Minuten unterwegs. Wer in Estland studiert dem empfehle ich auch besonders sich das Baltikum anzuschauen. Riga (Lettland) ist 4h von Tartu entfernt und auch Vilnius (Litauen) erreichst man mit dem Bus unkompliziert. Über das Erasmusnetzwerk werden auch Fahrten in die anderen baltischen Staaten organisiert. Wer billig und mit viel Spaß nach Helsinki und Stockholm will, den empfehle ich an dem Semesterevent „Pirates oft he Baltic Sea“ teilzunehmen, welches vom Erasmusnetzwerk organisiert wird. Hierbei verbringt man 3 Tage auf einer Ostseefähre mit mehreren 100 Studenten und schaut sich die Städte Helsinki und Stockholm tagsüber an und in der Nacht wird auf dem Schiff gefeiert. Skandinavien ist von Estland aus gut zu erreichen. Von Tallinn fährt eine Fähre nach Helsinki, welche ca. 20 Euro kostet. Selbst Städte wie Oslo sind von Tallinn und Riga recht günstig per Flug zu erreichen. Wer nach Russland reisen möchte, dem empfehle ich dies besonders mit der Universität zu machen. Jedes Semester organisiert das Fremdspracheninstitut eine Reise nach Russland. Auf dem Plan sind St. Petersburg, Moskau und die Partnerstadt von Tartu, Pskov. Die Fahrt dauert 5 Tage und beinhaltet auch eine inhaltliche Vorbereitung auf Russland. Das Beste an der Sache ist, dass man sich den Kurs mit 3 Leistungspunkten anerkennen lassen kann. Alternativ kann man nach St. Petersburg auch mit dem Bus von Tartu aus fahren. Das kostet ungefähr 15 Euro. Bitte beachte, dass Du für Russland ein Visum brauchst. Also unbedingt einen gültigen Pass mitbringen.

Wie ist die estnische Bevölkerung?

Die Esten gelten als eher zurückhaltend. Dies stimmt sicherlich, aber wenn man einmal zu ihnen einen Kontakt aufgebaut hat, sind sie herzlich und freundlich. Sie bringen gerne Dinge auf dem Punkt und sind manchmal recht direkt. Grundsätzlich finde ich, dass sie der deutschen Mentalität sehr ähnlich sind. Der Unterschied ist eher die Offenheit und Begeisterung für Technologie. Die Esten sind sehr pro-europäisch und gleichzeitig sehr stolz auf ihr Land und ihre Unabhängigkeit. Ich mag die Kultur und Menschen in Estland sehr.


Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an Estland und diese haben sich voll erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Ich habe mich in meinen Auslandssemester sehr wohl gefühlt und es fiel mir eher schwer wieder nach Deutschland zurückzukehren. Für mich persönlich war es eine super Erfahrung. Ich kann Estland jedem empfehlen, der seine Englischkenntnisse verbessern will, ein Interesse an Digitalisierungsthemen hat, eine gute Universität sucht, auf Natur steht und finanziell nicht sehr viel Geld ausgeben kann und will. Die Universität Tartu und Estland würde ich nach meiner Erfahrung und der Erfahrung einiger Austauschstudenten dort, als Erasmusgeheimtipp bezeichnen.


Estland

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