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Persönlicher Erasmus-Erfahrungsbericht - Roskilde Universitet

Die Bewerbung für das Erasmus-Programm lief zumindest über Kulturwissenschaft relativ unkompliziert. Die Plätze werden hier nicht nach Leistung verteilt, sondern nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Nach Platzzusage von der Home University in Potsdam wird man an der Host University nominiert und in der Regel auch angenommen. Zur kompletten Annahme ist es erforderlich ein ‚Transcript of Records‘ mit allen bisher erreichten Leistungen aufzuführen sowie das Learning Agreement mit den Kursen die man an der Gastuniversität belegen möchte. Keine Sorge, dieses Learning Agreement ist erstmal nur provisorisch und wird dann vor Ort mit Hilfe des Koordinators geändert und mit den richtigen Kursen ausgefüllt. Wichtig ist nur, dass in einem Semester 30 ETCS-point angestrebt werden.


Studienfach: Kulturwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2013 – 01/2014

Gastuniversität: Roskilde Universitet

Gastland: Dänemark

Es ist sicherlich auch überlegenswert ein Urlaubsemester zu beantragen. Hierbei werden an der Home-University die Fachsemester auf Eis gelegt und laufen erst weiter, wenn man zurück ist. Grade wenn es wichtig ist, in der Regelstudienzeit zu studieren, ist dies eine gute Lösung. Für die Bewerbung gibt es also viele Formulare auszufüllen und Fristen einzuhalten. Daher ist es ratsam an allen Erasmus-Infoveranstaltungen teilzunehmen. Diese sind sehr hilfreich um das ganze System zu verstehen und die Ruhe zu bewahren. Etwas später in Bewerbungsverfahren ist es auch vorausgesetzt sich bei ‚UPrepare‘ anzumelden. Auf dieser Internetseite hat man alle Fristen und To-Do-Listen im überblick. Dies hilft einem die Übersicht zu behalten. Hat man diese Hürden gemeistert und hat einen Platz in Erasmus-Programm erhalten, muss man schon bald anfangen sich über die Unterkunft Gedanken zu machen.

Wohn- und Lebenssituation

Zu Beginn steht natürlich die Frage nach dem „Wo?“. Dies muss jeder für sich entscheiden. Möchte ich lieber in der Hauptstadt Kopenhagen leben mit umfangreichen Ausgehmöglichkeiten und Kontakt zu Einheimischen (wobei es sehr schwer ist in Kopenhagen eine Wohnung zu bekommen) oder möchte ich in Roskilde oder auch direkt auf dem Campus in einem Wohnheim leben mit direkter Uni-lage, Uni- und Wohnheimpartys, dem Studentenhuset und viel Kontakt zu anderen (oft eben auch internationalen) Studierenden? Im letzten Fall werden einem mit der Annahmebestätigung der Uni automatisch Informationen bezüglich der Bewerbung für einen Platz im Studentenwohnheim mitgeschickt. An der RUC gibt es für internationale Studierende drei mögliche Unterkünfte: im Korallen (Einzelzimmer mit eigenem großzügigem Bad und kleiner Kochfläche sowie mehreren großen Gemeinschaftsküchen im 2007 erbauten Wohnheim), im Kolibiren (Einzelzimmer mit eigenem Bad und Gemeinschaftsküche. Interessant ist der Poolroom, wo die Bewohner Billard spielen und feiern können) und im Rockwool (4er WGs mit eigenem Zimmer und Gemeinschaftsküche. Es teilen sich je 2 Personen ein Bad). Natürlich variieren die unterschiedlichen Wohnheime auch von den Mietkosten. Die ungefähren Preise werden aber auf dem Informationsbogen aufgeführt.

Die Unterbringung aller drei Wohnheime ist auf dem Campus. Dabei befinden sich das Rockwool und das Kolibien näher am Bahnhof, Einkaufsmöglichkeiten und der Bibliothek. Bei der Anmeldung kann man sein favorisiertes Wohnheim angeben, in dem man dann höchstwahrscheinlich auch einen Platz bekommt, wenn man schnell genug bei der Anmeldung ist. Die Verteilung der Zimmer geschieht nach dem Prinzip: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“. Um sicher zu gehen, dass man einen Platz bekommt, sollte man also möglichst zügig nach Erhalten der Bestätigung die Antrag auf „Accommodation“ abschicken und die Kaution von 10.000 DKK auf das genannte Konto überweisen. Ich hab im Korallen gewohnt. Ich habe mich bewusst dafür entschieden auf dem Campus in einem Studentenwohnheim zu leben. Für ein Semester sicherlich die richtige Entscheidung.

Wichtig zu wissen ist, dass ihr euren Schlüssel für ein Wohnheimzimmer nur Mo-Fr. zwischen 8-10 Uhr morgens abholen könnt. Der Hausmeister Henning ist leider immer nur zu dieser Zeit vor Ort. Dies solltet ihr bei der Planung der Anreise berücksichtigen. Solltet ihr nicht die Möglichkeit haben zu dieser Zeit dort zu sein, habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder ihr übernachtet noch eine Nacht im Hostel oder ihr meldet euch beim Mentoren Programm an. Wenn ihr rechtzeitig bescheid gebt, kann euer Mentor den Schlüssel für euch abholen und euch sogar vom Bahnhof abholen. Außerdem habt ihr dann gleich jemanden, der eure Fragen beantworten kann und euch ein bisschen herumführen kann.
Beim Einzug erhält man mit dem Schlüssel und elektronischem Türöffner fürs Wohnheim auch eine Waschkarte für Waschmaschine und Trockner. Diese befinden sich im Korallen und Kolibiren im Haus. Das Rockwool nutzt die Waschmaschinen von Kolibrien mit. Die Abrechnung befindet sich auf der monatlichen Rechnung für die Miete.

In Trekroner direkt gibt es keine Bank. Einen Bankautomaten zum Geldabheben findet ihr aber bei der Kantine. Grundsätzlich gilt: in Dänemark kann man überall und immer mit Karte bezahlen. Bargeld ist fast überflüssig. Leider gilt dies nicht für die Bar in Studentenhuset. Ein bisschen Bargeld ist dann also doch von Nöten.

Der Bahnhof und die Lebensmittelgeschäfte Fakta (Discount) und SuperBrugsen sind ca. 150m entfernt. Das Korallen ist ca. 200m entfernter. Der Bahnhof (Trekroner) hat regelmäßige direkte Anbindungen nach Roskilde (die Fahrt dauert etwa 2 Minuten) und Kopenhagen H (dauert ca. 20 Minuten). Als Fahrkarten ist es vorteilhaft sich entweder eine 10er-Klippkarte (2 Zonen nach Roskilde/ 7 Zonen nach Kopenhagen) oder die Rejsekort zu besorgen. Diese ist günstiger und ist kostenlos in Kopenhagen oder Roskilde am Bahnhof zu erhalten (wenn man eine CPR-Nummer besitzt - dazu später mehr). Auf diese Karte läuft nach dem pre-paid Prinzip. Man lädt Geld auf die Karte und muss dann nur auf den Bahnhof an den blauen Säulen vor der Fahrt einchecken (check ind) und beim Verlassen des Bahnhofs auschecken (check ud). Das Guthaben wird einen bei jedem auschecken angezeigt. Das auschecken ist sehr wichtig, da sonst nach 2 Stunden (das ist der Zeitraum in dem ihr nicht auschecken müsst, sondern nur wieder einchecken, wenn ihr zu einem anderen Zug oder zum Bus wechselt) das Guthaben verloren geht. Sollte das Guthaben niedrig sein (Guthaben unter 50 DKK) und man muss die Karte wieder aufladen wird man beim auschecken von dem Automaten darauf hingewiesen (low balance). Das klingt jetzt sicher sehr kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Fragt einfach beim International Office nach. Die helfen euch bestimmt gerne weiter.

Hier solltet ihr euch auch hinwenden, wenn ihr euch eine Dänische Handynummer zulegen wollt. Ihr erholtet hier eine Simkarte vom Lebara. Das ist eine Dänische Telefongesellschaft, mit der ihr sehr günstig ins Ausland telefonieren könnt. Außerdem sind SMS und Telefongespräche von Lebara zu Lebara kostenlos. Das ist sehr praktisch, weil die meisten Internationals diesen Anbieter haben und somit kostenlos kommunizieren können. Zu einem relativ geringen Aufpreis kann man sich auch Internet dazubuchen. Auch hier gilt wieder das Prinzip von pre-paid. Aufladecodes könnt ihr bei Fakta und SuperBrugsen erhalten, wie auch in eigentlich allen anderen Lebensmittelgeschäften.
Wenn ihr also eine Unterkunft habt, könnt ihr euch mit eurer Dänischen Adresse registrieren lassen. Dadurch ist man dann auch automatisch und kostenlos in Dänemark krankenversichert. Die so genannte Yellow-card erhält man wenn man sich beim Roskilde Borgerervice anmeldet und seine CPR-Number erhält. Diese Nummer wird bei eurem Aufenthalt eine Schlüsselrolle spielen, denn ohne diese verflixte Zahl sind euch eine Menge Türen versperrt. Ihr braucht sie beispielsweise für die Registrierung in der RUC-Bibliothek oder der Roskilde Library, beim Anmelden für den Dänisch-Kurs, beim Erstellen einer Rejsekort (mit dieser könnt ihr ermäßigt Bus und Bahn fahren), zur Eröffnung eines Kontos und zu ziemlich jeglichem bürokratischem Krims-Krams. Um eine CPR-Nummer zu bekommen, müsst ihr nach Roskilde (wenn ihr in Roskilde oder Trekroner (Campus) wohnt) oder nach Kopenhagen zum Borgerservice (Bürgeramt) fahren und eure Dänische Adresse angeben und einen Hausarzt bestimmen. Nach ca. 2 Wochen bekommt ihr dann eure CPR-Number und eure yellow-card (Krankenversicherungskarte) zugeschickt. Vergesst also nicht euren Namen auf den Briefkasten zu kleben. Die Briefträger nehmen euren Brief sonst einfach wieder mit. Im Grunde läuft das alles sehr problemlos und erleichtert euch viele Dinge.

Man muss sich leider damit abfinden, dass die Lebensunterhaltungskosten in Dänemark viel höher sind als in Deutschland. Bei Lebensmitteln hat man die Möglichkeit (wenn man bei den Discount Läden wie Netto, Lidl oder Fakta einkaufen geht) nicht sonderlich viel mehr auszugeben. Trotzdem ist eigentlich im Verhältnis alles teuer und man muss sein Geld zusammenhalten. Das Geld, das man von ERASMUS erhält, ist eine kleine Hilfe, deckt aber auf keinen Fall die Kosten.

Studium an der Gastuniversität

RUC teilt die Studienfächer in so genannte Häuser ein. In diesen Häusern haben die Studenten gemeinsam ein 2 jähriges Grundstudium (basic studies). Erst ab dem 5. Semester spezialisieren sie sich dann. In den Häusern gibt es Küchen und Gemeinschafts- und Gruppenräume zum arbeiten uns ‚socializing‘. In Cultural Encounters finden die Vorlesungen jedoch in verschiedenen Häusern statt. Das eigentliche Haus mit den Sekretariaten und der Küche (die Küchen haben an der RUC einen besonderen Stellenwert) ist das Haus 3. Leider ist dieses Haus ziemlich kompliziert konstruiert und man kann sich leicht verlaufen. Habt also keine Angst an irgendeiner Tür zu klopfen und zu frage wie ihr irgendwo hinkommt. Die sind das gewohnt.

Jeder Student erhält von der Uni 700 freie Kopien, die (außer in der Bibliothek) in den Departments verwendet werden können. Dort gibt es Kopierer- und Druckerräume die ihr jederzeit nutzen könnt. Fragt am besten bei den ITs in eurem Haus, wie ihr euch diese Kopien freischalten lassen könnt und wie ihr den Drucker einrichten könnt.

Im vergleich zur Uni Potsdam finden an der RUC im Semester nur relativ wenig Kurse statt. In der Infoveranstaltung zu Beginn des Semesters werden diese vorgestellt. Als Exchange Student hat man noch einen relativen Spielraum andere Kurse zu wählen, im Grunde sind sie aber von RUC vorgegeben. Die lectures in Cultural Encounters haben einen Umfang von 3 Stunden und finden ca. 2x die Woche statt. Die Kurse finden zudem nacheinander im Semester statt, so dass genügend Zeit zur Vor-und Nachbereitung bleibt. Essays werden im Semester geschrieben und sind zeitlich und thematisch eingeschränkt.

Material erhält man in vorgefertigten ‚Readern‘ in book-shop an der Uni. Diese müssen bezahlt werden kosten je nach Umfang und Studiengang unterschiedlich viel. Sie enthalten dafür jedoch das gesamte Unterrichtsmaterial für den Kurs geordnet und zusammengefasst mit kurzen Anmerkungen des Dozenten, so dass man sich um nichts weiter kümmern muss.

Der Hauptbestandteil des Semesters besteht jedoch aus der so genannten ‚project work‘. Diese hat den Umfang von 15 ETCS-points und bildet somit die Hälfte der zu erreichenden Leistungen. Das Project ist eine Gruppenarbeit aus 2-6 Leuten (in Cultural Encounters), die selbstständig über das gesamte Semester verteilt erarbeitet wird. Je nach Gruppenstärke gibt es eine vorgegebene Seitenanzahl. Um ein Beispiel zu geben: Eine Gruppe von 3 Personen muss ein Projekt im Umfang von 55-65 Seiten schreiben. Das Thema wird zu Beginn des Semesters bei der groupformation-Phase frei erarbeitet und gewählt. Jede Gruppe erhält dann einen Supervisor, der sich regelmäßig mit der Gruppe trifft und zur Hilfe steht. Der Supervisor ist auch neben einem External Examiner euer Prüfer bei der mündlichen Verteidigung der Arbeit am Ende des Semesters.

In Dänemark gibt es ein anderes Benotungssystem. Dieses beinhaltet 6 Noten von -3 bis 12. Es gibt Umrechnungstabellen im Internet. Diese sagen, dass die Umrechnung folgendermaßen vorgeschlagen wird: 12= 1,0; 10= 1,7; 7= 2,3; 4= 3,3; 2= 4,0; -3= fail. Im Grunde also auch nicht so kompliziert wie es klingt.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Natürlich ist es ziemlich wahrscheinlich, dass man hauptsächlich andere Internationals kennenlernt. Im Foundation Course oder im Wohnheim werden besonders schnell Kontakte geknüpft. Wenn man sich aber ein Hobby zulegt bietet das neben dem Studium die Möglichkeit Dänen in der Freizeit kennenzulernen. Besonders an der RUC sind die Studenten sehr sozial und wenn man zum Beispiel beim RUC Sport/ RUC KOR/ International Club mitmacht oder sich als Volontär (z.B. im Studentenhuset) meldet, ist es sehr einfach mir Dänen in Kontakt zu kommen. Aus diesen Bekanntschaften können sich auch ganz schnell echte Freundschaften entwickeln.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Calvis: Dänisch Kurs. Mit CPR-Number hat man die Möglichkeit drei Jahre lang kostenlos die dänische Sprache zu erlernen. Calvis bietet mehrere Kurse auch auf unterschiedlichem Niveau an. Diese finden in Kopenhagen, Roskilde oder direkt an der RUC statt.

Studienfach: Kulturwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2013 – 01/2014

Gastuniversität: Roskilde Universitet

Gastland: Dänemark


Rückblick

Rückblickend kann ich nur jedem empfehlen, sein Auslandssemester an der RUC zu machen. Es herrscht ein wahnsinnig angenehmes Klima an der Uni. Jeder ist freundlich und hilfsbereit. Die zu erbringenden Leistungen sind zu meistern und die Erfahrungen und Freundschaften unbezahlbar.

Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen am Foundation Course teilzunehmen. Hier werden euch die wichtigen Dinge erklärt, ihr werdet herumgeführt (Kopenhagen, Roskilde, auf dem Campus) und lernt gleich neue internationale Studierende kennen. Die Organisation ist super und nach dem ‚ernsten‘ Vormittag, wird für euch ein tolles Abendprogramm von International Club vorbereitet. Hier habe ich meine engsten Freunde kennengelernt und alles Wichtige über die Uni, das Uni-leben und die Organisation des Studiums erfahren. Ihr könnt euch für Studienbeginn kostenlos anmelden. Es ist die zeit ganz sicher wert!

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