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Mit Erasmus+ nach Kopenhagen

Schon im ersten Bachelor Semester wurde in meinem Fachbereich eine Informationsveranstaltung bezüglich der Möglichkeiten eines Auslandssemesters und der fachspezifischen Partnerhochschulen gegeben. Als für mich feststand, dass ich mein fünftes Semerster gerne im Ausland und am liebsten in Kopenhagen verbringen würde, hat mir ein Blog, der innerhalb meines Fachbereichs geführt wird, sehr weiter geholfen. Auf dem "EMW abroad blog" findet man viele hilfreiche Tipps und Erfahrungsberichte, die alle von Studierenden verfasst wurden, die im selben Fach an den gleichen Partnerhochschulen bereits einen Auslandsaufenthalt absolviert haben.
Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule gestaltete sich sehr unkompliziert. Ich musste nur eine Bewerbungs-Mail an den Erasmus-Koordinator meines Faches schreiben und nach dem ich für den Platz ausgewählt wurde, lief alles Weitere wie von selbst. Für die Bewerbung an der Gasthochschule mussten einige Unterlagen ausgefüllt werden, aber da ich all diese Schritte gemeinsame mit einer Kommilitonin durchgegangen bin, die auch ein Auslandssemester machen sollte, war das keine allzu große Herausforderung. Sich dabei mit jemandem zusammen zu tun ist wirklich eine große Hilfe, da man zu zweit ganz schnell merkt, welche Unklarheiten eigentlich doch logisch lösbar sind.


Studienfach: Europäische Medienwissenschaft
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 12/2016
Gastuniversität: Universität Kopenhagen
Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

An der University of Copenhagen wird man sehr gut in Empfang genommen. Es gibt zahlreiche Einführungsveranstaltungen und Flyer, die einem genau verraten, wie das Ganze in Kopenhagen läuft. Wenn man mit seinen Kursen unzufrieden ist oder sich herausstellt, dass man doch keine Note für einen Kurs bekommen kann, ist ein Kurswechsel problemlos möglich. Insgesamt war mein Semester in Kopenhagen relativ entspannt, ich hatte pro Woche 8 Stunden Uni, die sich auf zwei Kurse aufteilten, und trotzdem bin ich so auf meine 30 ECTS gekommen. In meinem Fachbereich wurde eine 80% Anwesenheit verlangt und Texte sollten wöchentlich gelesen werden. Von den Anforderungen her ist das Studium an der University of Copenhagen also durchaus im Rahmen des Möglichen. Stressig wurde es erst als das Semester auf sein Ende zu ging, da ich in beiden Kursen relativ umfangreiche Hausarbeiten abliefern musste. Kleiner Tipp: wenn ihr das Wintersemester in Kopenhagen verbringt, solltet ihr eure Hausarbeiten rechtzeitig schreiben. Mit einem Abgabetermin am 2. Januar war meine Weihnachtszeit dieses Jahr nämlich eher weniger besinnlich. Insgesamt ist die Uni Kopenhagen sehr modern, gut ausgestattet, hübsch eingerichtet und das Mensaessen ist zwar teuer aber dafür sehr lecker und gesund.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaft
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 12/2016
Gastuniversität: Universität Kopenhagen
Gastland: Dänemark

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich empfehle jedem, der ein Auslandssemester macht, einen pre semester language course zu belegen. Man lernt viele neue Menschen kennen, die alle aus unterschiedlichen Ländern kommen und sich in der gleichen Situation befinden, wie man selbst. Jeder ist da, um neue Leute zu treffen und es bleibt neben dem Kurs ausreichend Zeit, um erste gemeinsame Unternehmungen zu machen. In meinem Fall hat mir der Dänisch Kurs auch sprachlich sehr weiter geholfen, da allein die paar Basics, die ich dort gelernt habe, schon gereicht haben, um ein bisschen was zu verstehen und problemlos Behördengänge, Einkäufe und den Alltag erledigen zu können. Wirklich dänisch sprechen kann ich nun zwar nicht, aber verstehen kann ich doch schon recht viel. Die anderen Kurse, die ich während des Semesters belegte, waren natürlich alle auf Englisch, sodass ich hier auch viele neue Leute kennen lernte, unter denen jedoch kaum Einheimische zu finden waren. Mein großes Glück war, dass eine Freundin von mir mit 14 Dänen zusammen gewohnt hat. Ich habe viel Zeit in deren Wohnheimsküche verbringen dürfen und habe dadurch nicht nur unglaublich nette und lustige Menschen kennen gelernt, sondern auch einiges über die dänische Kultur und dänische Traditionen gelernt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Durch mein Auslandssemester in Kopenhagen habe ich nicht nur ein paar Brocken dänisch gelernt, sondern auch mein Englisch verbessert. Wie gesagt, wurden alle Kurse, die ich besucht habe, auf Englisch unterrichtet, was wirklich gar kein Problem darstellte. Auch die beiden zwanzigseitigen Hausarbeiten, die ich abschließend auf Englisch verfassen sollte, gingen mir sprachlich recht leicht von der Hand. Ich muss dazu sagen, dass ich zuvor - außer in meiner Schulzeit - kaum dazu gekommen war, Englisch zu sprechen. Ich bin mir nicht sicher, wie viel besser mein Englisch wirklich geworden ist, aber auf jeden Fall bin ich nun deutlich selbstsicherer in der Sprache, wodurch es mir sehr viel leichter fällt, mich auf Englisch zu unterhalten.

Wohn-  und Lebenssituation

Meine Unterkunft habe ich über die Housingfoundation bekommen. Man muss wirklich schnell sein und sich auf den Tag der Vergabe am besten gut vorbereiten, um zu wissen welches Zimmer für einen in Frage kommt. An einem bestimmten Tag erhält man einen Link per Mail zugesendet, den man sofort öffnen sollte, um einen guten Platz in der Warteliste zu erhalten. Ich war wirklich schnell und musste so nur wenige Minuten warten, ich habe aber auch von anderen gehört, die bis zu drei Stunden in der Warteschlange hingen. Wenn man im workflow angekommen, ist sollte man sich zügig für ein Zimmer entscheiden, da andere zur gleichen Zeit Zugriff auf das Angebot haben und einem so Zimmer vor der Nase weggeschnappt werden. Ich hatte eigentlich ziemliches Glück mit meinem Zimmer. Das „Wohnheim“ entsprach eher einer WG, in der nicht wie angekündigt zehn Studenten sondern nur fünf Studenten wohnten. Für Kopenhagener Verhältnisse war sogar die Miete von ungefähr 450€ noch recht erschwinglich (ja, wirklich... in Kopenhagen ist eben alles teurer). Die Wohnung lag sehr zentral, genauer gesagt, habe ich in dem angesagten Stadtteil Nørrebro gewohnt und das Zentrum lag mit dem Fahrrad nur 5 Minuten entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel habe ich in Kopenhagen so gut wie gar nicht benutzt. Es gibt kein Semesterticket und mit über 3€ allein für kurze Strecke sind Busfahrten in Kopenhagen auch nicht wirklich günstig. Man kann sich zwar eine Ermäßigungskarte („Rejsekort“) kaufen, aber das hat sich für die fünf Monate, die ich in Dänemark verbracht habe, nicht gelohnt. Wer wirklich erfahren will wie Kopenhagener leben, sollte als aller erstes in ein Fahrrad investieren. Da die Stadt nicht so unfassbar groß ist, ist alles schnell erreichbar und da das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel Nummer eins ist, sind die Fahrradwege auch sehr gut ausgebaut. Sogar zum Strand kommt man ganz entspannt je nach Windlage innerhalb von 30 bis 40 Minuten. Wer plant ein Auslandssemester in Kopenhagen zu verbringen sollte trotz des Förderungshöchstsatzes von Erasmus schon mal anfangen zu sparen. In Kopenhagen ist einfach alles teurer – außer Avocados. Wahrscheinlich sind auch aus diesem Grund Containern und gemeinsame Kochabende besonders beliebt bei den Austauschstudenten.


Rückblick

Mein Auslandssemester in Kopenhagen würde ich jeder Zeit wiederholen. Ich hatte eine tolle Zeit in einer wunderschönen, modernen und angenehm entspannten Stadt. Der dänische Humor ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber ansonsten sind die Dänen ein sehr herzliches, freundliches und gut gekleidetes Völkchen (es leben tatsächlich nur 5,5 Millionen Menschen in Dänemark und die Dänen selbst behaupten scherzhaft, dass in ganz Dänemark nur so viele Menschen wie in Hamburg leben würden – was jedoch von irgendjemandem falsch recherchiert wurde). Mein abschließender Tipp: wenn ihr im Wintersemester nach Kopenhagen geht, solltet ihr unbedingt schon im August anreisen, um den Sommer in Dänemark zu erleben. Bevor die dunklen Wintermonate kommen, versuchen die Dänen nämlich so viel Sonne und Lebensfreude wie möglich zu tanken. Dann sind die Straßen und Parks voller glücklicher Menschen und das Hafenbad Islands Brygge und der Strandpark auf Amager sind die Orte, an denen man möglichst viel Zeit verbringen sollte. Mein ganz persönliches Highlight war übrigens, dass ich, obwohl ich mich auf Regen und Kälte eingestellt hatte, den perfekten Sommer erlebt habe und im hohen Norden sogar das erste Mal auf einem Surfbrett stand.

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