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Erasmus in Kopenhagen

Bevor ich mich auf das Programm beworben habe, besuchte ich eine Informationsveranstaltung des International Office zum Thema Erasmus+. Dort wurden viele grundsätzliche Fragen schon einmal geklärt. Danach bewarb ich mich bei meinem Institut mit dem Standardbewerbungsformular. Ich bekam mehrere Zusagen zurück und wählte daraus die Universität Kopenhagen aus.

Nachdem der Erasmus+ Koordinator mich bei der Universität Kopenhagen vorgeschlagen hatte, lief der weitere Prozess online ab. Ich bekam den Zugang zur Online-Bewerbungsplattform zugesendet und hatte dort die Möglichkeit, mich neben Geschichte auch für andere Institute zu bewerben. So war es mir möglich Veranstaltungen an zwei verschiedenen Departments zu belegen.


Studienfach: Geschichte
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 06/2017
Gastuniversität: University of Copenhagen
Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Universität Kopenhagen war sehr unterschiedlich zu Potsdam. Ich habe (neben einem Sprachkurs vor dem eigentlichen Semesterstart) insgesamt nur vier Veranstaltungen besucht, zwei pro Semester. Eine Veranstaltung war 15 LP wert, weshalb sie mit mehr Anspruch verbunden ist als in Deutschland. Gleichzeitig hat man so die Möglichkeit sich wirklich umfassend mit einem Thema auseinander zu setzen und nimmt mehr Stoff mit. Das Herbstsemester beginnt am 1. September und wird im Oktober von einer Woche Herbstferien unterbrochen. Es endet vor Weihnachten, mit Prüfungen nach den Winterferien im Januar. Das Frühlingssemester beginnt schon am 1. Februar, es gibt also keine semesterfreie Zeit. Dafür hat man eine Woche Osterferien. Das Semester endet im Mai, mit Prüfungen bis spätestens Ende Juni.

Meine Veranstaltungen fanden fast alle am südlichsten Campus, KUA, statt. Dieser Campus ist gerade frisch gebaut, sehr modern und beherbergt die Humanities. Alle Räume sind mit Blackboards, Whiteboards, großen Fenstern, Beamern und Soundsystem ausgestattet, was multimedialen Unterricht erlaubt. Darüber hinaus gibt es auf dem Campus mehrere Cafés und Mensen, sowie viele „studentische Freiräume“. Ausländische Studenten werden auf dem KUA Campus von ehrenamtlichen Mentoren, dem QA-Programm begleitet, die mehrere Events im Jahr organisieren und auch bei Fragen und Problemen unterstützen. Die Dozenten sind mit ihren Studenten per Du und problemlos per Mail zu erreichen. Darüber hinaus bieten sie Sprechstunden an und in einigen Veranstaltungen gibt es T.A., die die Studenten unterstützen.

       

Studienfach: Geschichte
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 06/2017
Gastuniversität: University of Copenhagen
Gastland: Dänemark

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Universität Kopenhagen bietet Kurse speziell für ausländische Studenten an. Ich habe hiervon einen intensiv Dänisch-Sprachkurs im August (Semester beginnt in September) mitgemacht. Neben diesen Sprachkursen, die auch während des Semesters angeboten werden, gibt es Kurse zur dänischen Kultur, Mythologie oder Philosophie. Da sie sich ausschließlich an internationale Studenten richten, trifft man hier keine Einheimischen. Ich habe während der Semester ausschließlich Veranstaltungen für dänische Studenten besucht. Diese werden auch auf Englisch angeboten, wegen den internationalen Dozierenden. In diesen Veranstaltungen war ich zum Teil die einzige Nichtdänin und hatte so viel Gelegenheit mit diesen was zu unternehmen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war schon vor dem Auslandsjahr auf C2-Niveau. Somit konnte ich mich bei dem Sprachtest, der für Erasmus+ verpflichtend ist, nicht verbessern. Nichtsdestoweniger würde ich sagen, dass vor allem mein gesprochenes Englisch viel sicherer geworden ist. Ich habe im Laufe des Jahres alle meine schriftlichen Leistungen und Präsentationen auf Englisch verfasst und hatte keine großen Probleme damit. Mein Dänisch wiederum ist noch ausbaufähig. Ich habe durch den Sprachkurs am Anfang des Jahres offiziell das Niveau A1 und konnte mich im Laufe des Jahres auch damit durch den Alltag bewegen. Innerhalb der Universität und mit Freunden habe ich mich aber fast ausschließlich auf Englisch verständigt.

Wohn-  und Lebenssituation

Die Universität verweist auf ihrer Homepage zu Housing Foundation als offizieller Ansprechpartner für Wohnungen internationaler Studierender. Sobald man zugelassen ist, hat man die Möglichkeit den Zugangscode zur Wohnungsverteilungshomepage zu bekommen. Dieser wird an alle gleichzeitig verschickt und danach zählt wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Dabei gehen Preis und Qualität der Wohnung weit auseinander. Ich habe eines der billigeren erwischt, ein Zimmer mit Bad und Küchenzeile, geteilt mit einer zweiten Studentin, für ca. 460 € Miete (warm). Es gibt natürlich auch billigere Zimmer, die unter anderem von Privat vermietet werden. Doch gerade im August/September suchen Hunderte nach diesen und ich kenne viele, die die ersten Monate auf Sofas oder in Hostels schlafen mussten. In dem Sinne ist die Housing Foundation zwar teuer und undurchsichtig, aber auch die sicherste Möglichkeit eine Wohnung zu finden.

Die Stadt Kopenhagen hat ein relativ gutes öffentliches Verkehrsnetz mit S-Bahn, Metro und vielen Buslinien. Fährt man mehr als zwölf Strecken pro Monat, lohnt sich eine Monatskarte für ca. 50€. Doch eigentlich braucht man diese nicht, denn Kopenhagen hat ein unglaublich gutes Fahrradnetz. Jede große Straße hat zwischen Fußgängerweg und Autos einen separaten Fahrradstreifen, so kommt man schnell, sicher und billig von A nach B.

Direkt nach der Ankunft in Dänemark muss man sich seine „Residence Permit“ holen und für die staatliche Krankenversicherung melden. Sobald man länger als drei Monate in Dänemark lebt ist das Pflicht. Die Universität hat dazu mehrere Seiten Information und Grafiken, damit das problemlos vonstattengeht. Mit der Krankenversicherung bekommt man zusätzlich eine CPR-Nummer. Jeder Däne bekommt diese Nummer eigentlich bei Geburt, sie ist Krankenversicherungsnummer, Steuer-ID und vieles mehr.

Ich bin während meines Aufenthalts bei meiner deutschen Bank geblieben und habe überall mit Kreditkarte bezahlt. Das ist in Kopenhagen problemlos möglich, da alle (wirklich alle) mit Karte bezahlen. Falls ihr trotzdem ein dänisches Konto haben wollt, braucht ihr dafür eure CPR-Nummer. Ohne die funktioniert nichts.

Als Hauptstadt bietet Kopenhagen ein breites Freizeitangebot. Darüber hinaus bieten ESN und QA-Programm Veranstaltungen für internationale Studenten an. So gibt es Stadtführungen, Kanaltouren, kulturelle Abende und vieles mehr.  


Rückblick

Dänemark ist teuer. Wenn ihr euch schon ein bisschen mit dem Land auseinander gesetzt habt, wisst ihr das sicher, aber man unterschätzt das leicht. Vor allem am Anfang warten große Ausgaben auf euch, denn für Wohnungen müsst ihr häufig sowohl die Kaution als auch die ersten drei Monatsmieten auf einmal bezahlen, denn die Vermieter gehen schon mal nach Quartal.
Neben der Miete, die mein größter Kostenfaktor war, kommen auch höhere Lebenserhaltungskosten auf euch zu. Ich habe vor meinem Auslandsjahr einen Minijob gehabt und dann während des Jahres von Kindergeld und Bafög gelebt und bin damit gerade so hingekommen. Groß feiern geht aber damit nicht, dafür sind die Preise für Alkohol zu groß.
Ich hatte von vornerein damit geplant, vor allem zum Studieren nach Kopenhagen zu gehen und werde das auch nie bereuen. Die Veranstaltungen waren qualitativ fast alle auf einem enorm hohen Level und das Jahr hat mich akademisch viel weiter gebracht.
Darüber hinaus habe ich einige Freundschaften schließen können, die mir hoffentlich noch lange erhalten bleiben.

Kopenhagen war für mich wirklich großartig und ich hoffe, dass auch andere diese Erfahrung machen können.


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