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Copenhagen Business School 2012/13

Die BWL ist in fast allen skandinavischen Städten nicht an den Universitäten selber, sondern an separaten Business Schools angesiedelt. Leider verfügt die Universität Potsdam mit diesen in der Regel über keine Partnerschaftsprogramme, weshalb nur eine individuelle Bewerbung als Freemover in Betracht kommt. Selbiges gilt auch für die CBS.


Studienfach: BWL
Aufenthaltsdauer: 01 /2013 – 06 /2013
Gastuniversität: Copenhagen Business School (CBS)
Gastland: Dänemark

Es gibt zwei Möglichkeiten sich an der CBS zu bewerben: Als offizieller Freemover (Austauschstudent) – dann ist das International Office für einen zuständig, man bekommt Informationsunterlagen und hat die Pflicht zumindest 30 ECTS zu erwerben – oder als Credit Student. Ich habe mich als Credit Student beworben. Als Credit Student bewirbt man sich einfach für einzelne Kurse, die ca. ein knappes halbes Jahr vorher auf der Internetseite der CBS veröffentlicht werden. Hierbei gibt man dann an, wie viele Kurse man belegen möchte (Kurse bringen 7,5 oder 15 ECTS) und man gibt eine Prioritätenliste der konkreten Kurse an.

Nachteil dieses Verfahrens ist, dass man erst ca. 4 Wochen vor Beginn des Semesters an der CBS erfährt ob bzw. zu welchen Kursen man zugelassen worden ist. Zudem hat man an der CBS nicht den Status eines offiziellen Austauschstudenten und muss sich nötige Informationen bisweilen selber besorgen.

Großer Vorteil ist, dass die Bewerbung für einzelne Kurse als Credit Student äußerst simpel ist. Man muss lediglich ein Bewerbungsformular abschicken, ansonsten gibt es aber in der Regel keine weiteren Zulassungsvoraussetzungen. Zudem ist die Teilnahme an den Kursen der CBS gebührenfrei. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass (bei mir) auf Anfragen per E‐Mail vor Beginn des Aufenthalts sehr schnell geantwortet wurde. Allerdings ist es z.T. etwas schwierig, den richtigen Ansprechpartner ausfindig zu machen, da es i.d.R. nicht das International Office ist.

Bei Aufnahme in bestimmte Kurse bekommt man ca. 4 Wochen vor Beginn des Semesters postalisch einen Welcome‐Letter zugestellt, in dem einem auch Zugangsdaten für eine eigene E‐Mail‐Adresse an der CBS mitgeteilt werden.

Studienfach: BWL
Aufenthaltsdauer: 01 /2013 – 06 /2013
Gastuniversität: Copenhagen Business School (CBS)
Gastland: Dänemark

Studium an der CBS

Vor Beginn des eigentlichen Studiums gilt es zunächst, sich eine Aufenthaltsgenehmigung zu besorgen, sofern man länger als drei Monate in Dänemark bleiben möchte. Hierzu braucht man als ausländischer Student offiziell einen Admission Letter der CBS, der einem zugestellt wird, sofern man regulärer Austauschstudent an der CBS ist. Ich habe die Aufenthaltsgenehmigung auch mit meinem Welcome‐Letter bekommen, allerdings gibt es hierfür nicht zwingend eine Garantie. Um ganz sicher zu gehen ist es deshalb evtl. sinnvoll, bereits vor der Ankunft in Dänemark Kontakt mit der CBS aufzunehmen, ob sie einem einen Admission Letter zustellen kann (sofern man sich wie ich als Credit Student bewirbt).

Zum generellen Aufbau des Semesters ist zu sagen, dass die Lehrveranstaltungen des Spring Semesters zwischen Ende Januar / Anfang Februar und Ende Mai (Prüfungen auch im Juni) und die des Fall Semesters zwischen Ende August und Dezember stattfinden. Die 7,5 ECTS‐Kurse erstrecken sich dabei i.d.R. nur über die Hälfte eines Semesters, also rund zwei Monate. Von daher bietet sich sogar die Möglichkeit, einen sehr kurzen Aufenthalt an der CBS zu absolvieren und dann z.B. innerhalb von gut zwei Monaten zwei 7,5 ECTS‐Kurse zu absolvieren. 15 ECTS‐Kurse erstrecken sich über ein komplettes Semester und gehen mit einem ca. doppelt so großen Arbeitsaufwand einher.

Wie auch an der Uni Potsdam gibt es sowohl Vorlesungen als auch Seminare. Generell lässt sich aber schon sagen, dass die Lehrveranstaltungen interaktiver gestaltet werden als in Deutschland. So haben auch Vorlesungen z.T. den Charakter eines Seminars und eine aktive Teilnahme der Studierenden wird vorausgesetzt, jedoch nicht benotet. Prüfungen gibt es in Form von Klausuren, Präsentationen und Hausarbeiten. Eine Besonderheit der CBS ist, dass es bei den Hausarbeiten oft sehr strikte Zeitvorgaben gibt. So gibt es 24‐, 48‐ und 72‐Stunden Home‐Assignments. Eine Vorbereitung durch Aufbereitung von Literatur im Vorhinein ist deshalb erforderlich, möchte man eine gute Note erreichen. Die schriftlichen Klausuren erstrecken sich meist über 4 Stunden. Oftmals ist der Zeitdruck daher weniger ausgeprägt als bei BWL‐Klausuren an der Universität Potsdam. Dabei gibt es Closed und Open Book exams. Die Bewertung der Leistungen erfolgt nach einem speziellen dänischen Notensystem, dass sich von gut nach schlecht wie folgt gliedert: 12 Punkte, 10 Punkte, 7 Punkte, 4 Punkte, 02 Punkte (jeweils bestanden), 00 Punkte und ‐03Punkte (jeweils nicht bestanden).

Sehr angenehm ist es, dass viele Veranstaltungen (zumindest graduate courses) in eher kleineren Gruppen stattfinden. Dadurch ist das Betreuungsverhältnis relativ gut und das Verhältnis zu den Dozenten persönlicher. Zum persönlicheren Verhältnis trägt auch bei, dass man sich in Dänemark generell duzt – auch den Professor.

Zu den Räumlichkeiten der CBS gibt es meiner Meinung nach fast nur Positives zu sagen. Insgesamt besteht die CBS aus vier Hauptgebäuden, die allesamt in der Kommune Frederiksberg liegen und problemlos zu Fuß zu erreichen sind. Die Gebäude sind hochmodern und schon architektonisch ansprechend gestaltet, so dass gleich ein positives Lernklima erzeugt wird. Fast alle Räume sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Auch gibt es viele Gruppenarbeitsräume sowie Arbeitsplätze in den Bibliotheken der verschiedenen Gebäude. Zwar gibt es auch an der CBS mitunter Kritik an zu wenigen Arbeitsplätzen für Studierende – doch ist diese Kritik verglichen mit der Universität Potsdam auf absolut hohem Niveau.

Die Bibliotheksausstattung ist auf jeden Fall zufriedenstellend, zudem hat man natürlich Zugriff auf diverse Journals, was heutzutage ja mehr und mehr zum Standard wird. Die Hauptbibliothek hat an allen sieben Tagen der Woche geöffnet, jedoch nicht 24 Stunden. Auch PC‐Arbeitsplätze gibt es bei ca. 15.000 Studierenden mehr als in Potsdam. Äußerst positiv hervorzuheben ist auch die Mensa. Zwar sind die Preise allgemein höher als in Deutschland, aber das Essen ist toll zubereitet und es gibt warmes Essen in allen vier Hauptgebäuden. Die warme Küche endet allerdings gegen 14 Uhr.

Insgesamt ist die CBS sehr international ausgerichtet. Viele Lehrveranstaltungen finden in englischer Sprache statt, so dass man auch ohne Dänisch‐Kenntnisse eine breite Auswahl an Veranstaltungen zur Verfügung hat. International gesehen hat die CBS einen sehr guten Ruf, ist Mitglied der angesehenen Global Alliance in Management Education (CEMS). Kooperationen mit dänischen Unternehmen gehören zum Lehrkonzept der CBS dazu. Über einzelne Veranstaltungen kann man teilweise sicherlich Kritik äußern, aber insgesamt ist die Lehre an der CBS auf gutem akademischen Niveau.

Nach der Ankunft in Dänemark hat man zudem Anspruch auf 3 Jahre kostenlosen Dänisch‐Sprachunterricht. In bestimmten Studienprogrammen sind Sprachkurse schon in das Studium selber integriert, ansonsten steht einem als CBS‐Student das kostenlose Programm der IA‐Sprogskole zur Verfügung. Alle hierfür benötigten Materialien werden durch den Staat bereitgestellt und sind inhaltlich qualitativ hochwertig. Kurse werden an verschiedenen Wochentagen nachmittags und abends angeboten und es besteht im Prinzip jede Woche die freie Auswahl, welchen Sprachkurstermin wahrnehmen möchte.

Für die Lehrveranstaltungen ist es definitiv nicht nötig, dänische Sprachkompetenzen zu erwerben. Gerade bei einem längeren Aufenthalt kann ich den Besuch jedoch nur empfehlen. Dänische Sprachkenntnisse werden die mitunter etwas schwierige Kontaktaufnahme zu dänischen Studierenden erleichtern. Zudem ist das Dänische dem Deutschen und oftmals auch dem Englischen relativ nahe, so dass es deutschen Studierenden i.d.R. wesentlich leichter fällt die Sprache zu erlernen als Studierenden aus andern Ländern.  

Wohn‐ und Lebenssituation

Eines vorweg: Wenn man in Kopenhagen studiert muss man sich vorher bewusst sein, dass die Lebenshaltungskosten höher sind als in Potsdam. Es gibt Städte, in denen die Lebenshaltungskosten noch einmal höher sind, aber eine Wohnung wird man für unter 400€ im Monat kaum finden. Stattdessen sind Preise von 600€ auch im Studentenwohnheim durchaus üblich.

Als Wohnmöglichkeiten kommen wie in Deutschland infrage: Studentenwohnheim, WG oder private Wohnung. Die meisten internationalen Studierenden leben in einem Studentenwohnheim. Besonders üblich sind hierbei die Wohnheime Holger Danske Vej, Porcelænshavn und Katrine Kollegiet. Hier wohnen nur internationale CBS‐Studenten. Sie sind allesamt recht nahe an der CBS in der Kommune Frederiksberg gelegen. Man kann aber auch in andern Studentenwohnheimen in Kopenhagen unterkommen. Möchte man einen Platz im Wohnheim haben, muss man sich allerdings schon einige Monate vorher bewerben. Als offizieller Exchange‐student kann die Wohnheim‐Bewerbung mit der Bewerbung für das Auslandsstudium zugleich erfolgen.

Einige Studierende wohnen in WGs, diese sind in Kopenhagen jedoch nicht ganz so sehr verbreitet wie in Deutschland. Zudem gibt es die Möglichkeit sich ein eigenes Zimmer zu mieten oder evtl. mit Dänen zusammen zu ziehen. So habe ich mit einem dänischen Ehepaar zusammengewohnt und in ihrem Haushalt ein eigenes Zimmer gehabt. Wie überall gilt natürlich, dass man sich möglichst frühzeitig um eine Unterkunft kümmern sollte, da auch in Kopenhagen der Wohnungsmarkt eher schwierig bzw. teuer ist.

Als Fortbewegungsmittel kommen ohne eigenes Auto die öffentlichen Verkehrsmittel und das Fahrrad in Frage. Als öffentliche Verkehrsmittel stehen die Metro, an die auch die CBS mit drei eigenen Stationen angeschlossen sind, die S‐Bahn und Busse zur Verfügung. Das‐Metronetz ist derzeit noch nicht so groß und erschließt nur das zentrale Kopenhagen. Bis 2018 wird es durch eine neue Ringbahn jedoch massiv ausgeweitet. Der Monatspreis für eine ÖPNV‐Karte, mit der man sich im zentralen Kopenhagen fortbewegen kann, beträgt knapp 50€. Für einzelne Fahrten in etwas außerhalb gelegen Bezirke kann man sich bei Bedarf einzelne Ergänzungstickets kaufen.

Als zweites Verkehrsmittel kommt das Fahrrad in Frage. Dazu ist zu sagen, dass Kopenhagen eine absolute Fahrradstadt ist. Ein Großteil der ausländischen Studierenden besorgt sich in Kopenhagen ein Fahrrad und verkauft es zum Ende des Aufenthalts wieder. Deshalb gibt es immer vor allem zum Ende eines Semesters zahlreiche Verkaufsanzeigen in den entsprechenden Facebook‐Gruppen der CBS Exchange‐students und der einzelnen Wohnheimgruppen. Auch über die Plattform dba.dk werden viele Fahrräder zum Verkauf angeboten. Gerade in der wärmeren Jahreszeit ist ein Fahrrad in Kopenhagen beinahe ein Muss. Die Fahrradwege sind top ausgebaut und die Stadt doch so zentriert, dass man zu allen gängigen Punkten gut mit dem Fahrrad gelangt.

Für die Bankgeschäfte gibt es die Möglichkeit ein kostenloses dänisches Konto, z.B. bei der Danske Bank, zu eröffnen. Diese Möglichkeit habe ich jedoch nicht in Anspruch angenommen. Man sollte sich jedoch vorher informieren, zu welchen Konditionen man bei seiner eigenen heimischen Bank im Ausland Geld abheben kann. Sehr populär ist in Dänemark das Zahlen mit Kreditkarte. Auch sehr kleine Dinge wie z.B. der Kaffee in der Mensa werden von vielen Studierenden in Dänemark per Karte bezahlt.

Insgesamt ist Dänemark ein sogenannter Wohlfahrtsstaat. Die Steuern in Dänemark sind verglichen mit vielen anderen europäischen Ländern sehr hoch, dafür sind jedoch auch die Sozialsysteme weit ausgebaut. Bis auf Zahnarztbesuche sind ärztliche Behandlungen für Dänen in Dänemark kostenfrei. Ausländische Studierende sollten jedoch trotzdem eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Ein Nachweis über ihren Abschluss ist aber zumindest als Credit Student an der CBS nicht erforderlich.

Kultur und Freizeitangebote

Zuletzt sollte in einem Auslandsemester auch die Freizeit nicht zu kurz kommen. Und natürlich hat Kopenhagen als Hauptstadt Dänemarks einiges zu bieten.

Äußerst populär ist der Nyhavn mit seinen bunten Häusern, Cafés und Restaurants. Hier tummeln im Sommer die Leute, sowohl tagsüber als auch am Abend wenn Häuser und Hafen in das Licht der Beleuchtung an der Promenade getaucht sind.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die vielen Schlösser der Stadt. Die bekanntesten sind das Amalienborg Slot, Sitz der Königen, bei dem jeden Tag um 12 Uhr der Wechsel der Wachsoldaten ein Schauspiel für Touristen ist. Außerdem bekannt sind das Christiansborg Slot, welches das Parlament beherberg und in dem die dänische Königsfamilie noch heute offizielle Feiern ausrichtet, sowie das ebenfalls zentral gelegene Rosenborg Slot beim Botanischen Garten.

Freier Eintritt besteht in den staatlichen Museen Nationalmuseum, Statens Museum für Kunst und dem Arbeitermuseum (vor kurzem abgebrannt, wird aber bald neu eröffnet). Außerdem ist die Ny Carlsberg Glyptothek populär, genauso wie natürlich das Museum an der Carlsberg Brauerei, einer der weltweit größten Brauereien.

Im Sommer lädt vor allem der weitläufige Amager Strand die Kopenhagener zum Verweilen ein. Dieser Strand ist mit der Metro zu erreichen und äußerst beliebt. Aber es gibt auch andere Strände wie z.B. den Strand in Hellerup oder den Brøndby Strand.

Eine besondere Attraktion Kopenhagens ist natürlich der Vergnügungspark Tivoli im Herzen der Stadt. Im Sommer gibt es hier jeden Freitagabend ein Konzert, welches im Eintritt inbegriffen ist. Samstags gibt es im Tivoli ein großes Feuerwerk zu bestaunen.

Die zweitgrößte Touristenattraktion Kopenhagens ist der sogenannte „Freistaat Christiania“, ein alternatives Viertel, das seit den 70er Jahren autonom ist und sich selber verwaltet.

Für Fußballinteressierte sicherlich lohnenswert ein Besuch im Parken, dem Stadion des FC Kopenhagen oder dem Brøndby Stadion, Heimspielstätte des Stadtrivalen Brøndby IF, im Stadtteil Brøndby.

Ein Highlight in Kopenhagen ist auch das jährlich im Mai stattfindende Distortion Festival. An fünf aufeinander folgenden Tagen verwandelt sich hierbei ein Stadtteil Kopenhagens in eine Partymeile – ob Nørrebro, Vesterbro oder Christianshavn. Im Februar und Anfang Juli findet zudem ein Jazz‐Festival in Kopenhagen statt.

Fahrradfahren ist nicht nur innerhalb Kopenhagens populär, auch in der Umgebung gibt es Radfahrmöglichkeiten. Herausragend ist eine Tour nach Helsingør – per Fahrrad oder Auto – entlang des Strandvejs direkt an der Küste. In Helsingør steht das Schloss Kronburg, auf dem William Shakespeares Hamlet spielt. Aber auch Roskilde – wo einmal jährlich das große Roskilde‐Festival stattfindet – ist mit dem Fahrrad zu erreichen.

Weitere Reiseziele sind vor allem das schwedische Malmö – direkt gegenüber Kopenhagens auf der anderen Seite des Øresunds gelegen – sowie das schwedische Lund, per Zug ca. 30 Minuten von Malmö entfernt. Innerhalb Dänemarks besteht die Möglichkeit eines Ausflugs zu den Kreidefelsen der Insel Møn oder in eine andere dänische Stadt wie z.B. Aarhus.


Rückblick

Mein persönliches Fazit ist, dass das Auslandssemester an der CBS eine tolle Erfahrung mit vielen interessanten Eindrücken war. Persönlich empfehle ich, möglichst einen Großteil der warmen Jahreszeit in Kopenhagen mitzunehmen. Dann hat Kopenhagen einfach am meisten zu bieten – Skifahrmöglichkeiten o.Ä. gibt es im Winter in Kopenhagen schließlich nicht.

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