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Ein Semester in Dänemark

Ich hatte mich schon sehr früh in meinem Studium dazu entschieden, ein Erasmus-Aufenthalt während meines Bachelors zu absolvieren. Wohin es gehen sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht.  Als es dann endlich an der Zeit war, sich zu bewerben, hieß es für mich deswegen erstmal viel Recherche. Mir war klar, dass ich auf Englisch studieren wollte, weswegen ich sehr schnell beschloss nach Skandinavien zu gehen. Nachdem ich mich auf der Website des Auslandsamtes informiert hatte, welche Universitäten ich besuchen konnte, fiel meine Entscheidung auf Dänemark. Der Grund dafür war, dass die Universitäten dort sehr modern sind, das Englisch der Dänen sehr gut und das Land mich schon immer gereizt hatte, obwohl es nicht allzu weit von Deutschland entfernt ist.


Studienfach: Soziologie
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 01/2017
Gastuniversität: Århus Universitet
Gastland: Dänemark

Die Bewerbung gestaltete sich sehr einfach, da die Universität Aarhus alle Informationen gebündelt zusammengestellt hat: http://www.au.dk/en/exchange/welcome/ Somit musste ich nur ein paar Dokumente ausfüllen und diese online hochladen. Sehr unkompliziert: http://www.au.dk/en/exchange/admission-to-aarhus-university/applying-for-admission/Jeder Schritt ist sehr gut und verständlich erklärt. Die Rückmeldung kam dann im Frühling. Von da an ging alles sehr schnell. Die Auswahl der Kurse erfolgte per Email und die Bewerbung fürs Housing auch. Was für mich erst etwas seltsam war, ist, dass es in Dänemark pro Seminar 10 Credits gibt. Aus diesem Grund ist es lediglich möglich drei Kurse zu wählen. Dies kam mir erst etwas wenig vor, doch da sehr viel von den Studenten erwartet wird, ist es gar nicht möglich mehr Kurse die Woche zu haben.

Studienfach: Soziologie
Aufenthaltsdauer: 08/2016 – 01/2017
Gastuniversität: Århus Universitet
Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Die Universität in Aarhus ist sehr modern und erstreckt sich über die gesamte Stadt. Das Herz des Campus ist der Universitets Parken. Ein riesiger sehr schöner Park mit einem See in der Mitte um welchen verschiedenste Uni Gebäude gebaut sind. In Aarhus studiert man als Erasmus Student üblicherweise im Master. Der Grund dafür ist, dass die Bachelor Kurse so gut wie alle auf Dänisch sind. Obwohl ich im Bachelor bin, erwies sich das jedoch als unproblematisch. Die Kurse sind sehr klein und familiär mit höchstens 20 Leuten. So findet man sehr schnell Anschluss. Auch der Umgang mit den Professoren ist deutlich persönlicher als an deutschen Unis. Dies fängt schon damit an, dass man diese duzt und beim Vornamen nennt. Außerdem kann man sie immer um Rat fragen und auch außerhalb der Sprechzeiten mit ihnen Kontakt aufnehmen. Ich hatte den Eindruck, dass ein freundliches Uni Klima in Aarhus oberste Priorität hat. Dies ist auch sehr wichtig, denn das Lernpensum ist um einiges höher als in Deutschland. Mitarbeit wird erwartet, es ist üblich jede Woche ein Essay oder auch eine Präsentation in den Kursen zu halten und die Prüfungen sind auch eher anspruchsvoll. Durch die gute Betreuung durch die Professoren ist dies jedoch ohne Probleme schaffbar. Die Uni ist sehr gut ausgestattet. Jede Fakultät hat eine eigene Bib, die jederzeit zugänglich ist und die Räume haben alle die neuste Technik. Und falls es doch mal Probleme geben sollte, ist das International Centre immer bereit alle Fragen zu beantworten und bei Problemen sofort zu helfen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich habe sehr schnell Kontakt zu ausländischen Studenten gefunden. Gleich zu Beginn des Semesters gibt es die Intro Week, in der man eine Woche Infoveranstaltungen und Aktivitäten mit allen Exchange Students der jeweiligen Fakultät besucht. So findet man sehr schnell Anschluss. Zudem gab es jeden Dienstag die International Night im Studenterhus, bei der alle Exchange Students in Aarhus zusammen trinken, feiern und eine „hygge“ Zeit haben. Der Kontakt zu Dänen gestaltet sich da etwas schwieriger. Doch das ist wahrscheinlich in jedem Land so. Die Dänen sind etwas verschlossener. Sie gehen nicht sofort auf einen zu, sondern müssen auftauen. Doch wenn dies geschehen ist, dann sind sie ein sehr herzliches Volk. Und wie die Dänen selbst von sich sagen, geht das am besten mit ein paar Bieren in der Hand. In den Fridaybars (jeden Freitag ab 15 Uhr werden in den Fakultäten Bars eingerichtet, in denen man die billigsten Getränke der Stadt bekommt und so einige verschwommene Nächte erleben kann) tauen sie dann komplett auf, singen, trinken und sind so ausgelassen wie man sie sonst nicht sieht.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meiner Zeit in Aarhus konnte ich absolut gar kein Dänisch und auch nach den fünf Monaten ist mein Dänisch eher nicht existent. Dies liegt aber auch daran, dass die Dänen alle sehr gut Englisch sprechen und es einfach leichter ist sofort ins Englische zu switchen. Wenn man jedoch den Anspruch hat, wirklich Dänisch zu lernen, dann hat man die möglichkeit umsonst zwei Mal die Woche einen Dänisch-Kurs zu besuchen: http://laerdansk.dk Es sollte einem aber bewusst sein, dass Dänsich nicht zu den Sprachen gehört, die man in einem halben Jahr lernen kann. Sie ist sehr kompliziert in der Aussprache und man muss schon sehr mit dem Üben hinterher sein.

Wohn-  und Lebenssituation

Die Wohnsituation ist wohl das einzige, was ich sehr kritisieren würde. Gleich bei der Bewerbung an der Uni bewirbt man sich gleichzeitig für das Housing. Das Problem ist jedoch, das außereuropäische Studenten beim Housing bevorzugt werden. Das führte dazu, dass ich bis zwei Wochen vor Abreise keine Unterkunft hatte und die Uni mir sogar schon geraten hat, mich auf dem privaten Markt umzuschauen. Dies ist jedoch völlig aussichtslos, da es in Aarhus sehr viele Studenten gibt, die alle zum Sommer eine Unterkunft brauchen und es in der Stadt viel zu wenig Wohnraum gibt. Über 200 Studenten kamen im August nach Aarhus ohne eine Unterkunft zu haben und mussten in Notunterkünften schlafen. Diese „Notunterkünfte“ waren Wohnwagen in denen vier Studenten zusammen geschlafen haben und dafür auch noch Miete bezahlen mussten. Das ging gar nicht und ist für mich ein sehr sehr großer Kritikpunkt. Zudem gab es viele Austauschstudenten, die nichts gefunden haben und schlussendlich AirBnB Wohnungen für sehr viel Geld mieten mussten.

Die Stadt an sich ist mit 350.000 Einwohnern sehr überschaubar, aber sehr gemütlich. Es gibt aufgrund der ca. 60.000 Studenten ein großes Nachtleben, viele Bars und Partys. Das Schöne an Aarhus ist, dass man alles mit dem Rad erreichen kann. Das Rad ist hier das Verkehrsmittel Nummer eins. Egal ob 30 Grad und Sonnenschein oder Sturm und Kälte. Es wird immer Rad gefahren. Daran habe ich mich erstaunlicher Weise sehr schnell gewöhnt und möchte es nicht mehr missen. Das Klima in der Stadt ist mit „hygge“ zu beschreiben. Das heißt so viel wie gemütlich und es gibt kein passenderes Wort dafür. Aarhus ist einfach hygge.


Rückblick

Ich habe die Zeit in Aarhus sehr genossen und bereue es absolut nicht nach Dänemark gegangen zu sein. Wenn man nach Aarhus geht, sollte einem bewusst sein, dass es deutlich kleiner ist als Berlin und alles etwas entspannter und langsamer zugeht. Doch genau das hat mir im Nachhinein sehr daran gefallen. Ich habe viele Freunde fürs Leben kennen gelernt und ein Studentenleben kennen gelernt, was sehr anders ist als in Deutschland. Ich würde jedem, der dort hingehen möchte, empfehlen, sich für ein Zimmer in einem Dorm zu bewerben. Das Klima dort ist sehr angenehm, es gibt viele Partys und es ist die einfachste Möglichkeit dänische Studenten kennen zu lernen. Das Erasmus-Semester in Aarhus war eines meiner besten Semester, mit viel Spaß und einer unbekümmerten Zeit, die man so wahrscheinlich nur während eines Auslandsaufenthaltes haben kann. Ich würde es wieder genauso machen.

 

 

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