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Århus Universitet 2015/16

Im Studiengang Politik, Verwaltung und Organisation an der Universität Potsdam besteht die Wahl zwischen einem Auslandssemester oder einem Praktikum im In-/Ausland. Ich habe mich dafür entschieden, das Erasmus+ Programm zu nutzen um für ein Semester an einer anderen europäischen Hochschule zu studieren. Sehr schnell fiel meine Wahl dabei dann auf die Universität Aarhus. Einerseits, weil sie einen guten Ruf im Bereich Politikwissenschaften hat und andererseits habe ich Berlin noch nie für einen längeren Zeitraum verlassen, daher war ich daran interessiert für 6 Monate in einer kleineren Stadt zu leben. Aarhus war meine Erstwahl und wurde zum Glück auch bewilligt, obwohl das Austauschprogramm eigentlich nur für Masterstudenten ausgelegt ist, ich aber noch im Bachelor bin.


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation
Aufenthaltsdauer: 08 /2015 – 01 /2016
Gastuniversität: Århus Universitet
Gastland: Dänemark

Nach den Bewerbungsmodalitäten in Potsdam und der Bewilligung meldete sich innerhalb weniger Wochen die Erasmuskoordinatorin der AU (Aarhus Universitet) mit Hinweisen zum weiteren Vorgehen und zur Wohnungssuche, auf die ich später noch weiter eingehen werde. Da sich mehrere Bachelorstudenten für ein Semester in Aarhus entschieden haben, gab es eine gewisse Auswahl an Masterkursen, die als „bachelortauglich“ eingestuft wurden. Diese Liste erhielt ich von der Koordinatorin und ich konnte auch alle Kurse, die ich machen wollte tatsächlich belegen.

Die weitere Vorbereitung für das Austauschsemester bestand aus der Recherche verschiedener Ausflugsmöglichkeiten, dem Lesen verschiedener Erfahrungsberichte über Aarhus und dem Planen der Hinfahrt. Außerdem gibt es an der AU ein Mentorenprogramm, im Bereich Politikwissenschaften betreut ein dänischer Student zwei Austauschstudenten. Mein Mentor hat ca. 8 Wochen vor meiner Abfahrt mit mir Kontakt aufgenommen, so dass ein paar Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden konnten.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation
Aufenthaltsdauer: 08 /2015 – 01 /2016
Gastuniversität: Århus Universitet
Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

In der Woche vor dem Semesterbeginn am 01. September fand eine Einführungswoche statt. Das Angebot bestand aus verschiedenen Vorträgen zur Studienstruktur, der Studienkultur und dem Leben in Dänemark im Allgemeinen. Außerdem wurden wir von unseren Mentoren auf dem wirklich wunderschönen Campus herumgeführt und kleine Spiele zum gegenseitigen Kennenlernen unter den Austauschstudenten wurden organisiert. Diese Woche war sehr hilfreich, einerseits zum Knüpfen erster Kontakte mit den anderen Studenten und andererseits zum Orientieren auf dem Campus und einem ersten Eindruck der Fakultät. Zum Erreichen der geforderten 30 ECTS müssen an der AU 3 Kurse (je 10 ECTS) absolviert werden. Die Seminare dauern je 3 Zeitstunden mit 2 Pausen innerhalb dieser Zeit. Für jeden Kurs müssen Bücher gekauft werden. Entweder gibt es eine Zusammenstellung von Texten in Buchform, welche sich preislich im Rahmen von je 10-20€ bewegen oder es muss Fachliteratur gekauft werden, welche dann doch etwas teurer werden kann. Hier ist es empfehlenswert, sich zu erkundigen, welche Bücher gekauft werden müssen und Fachbücher schon in Deutschland zu kaufen. Das Lesepensum pro Kurs ist höher als im Bachelorstudium in Potsdam. So kann es schon mal sein, dass für jeden der 3 Kurse in einer Woche je 200 Seiten gelesen werden müssen. Die Aufarbeitung der Literatur in den Seminaren ist dann, wie an jeder anderen Universität auch, sehr vom Lehrenden abhängig. So hatte ich mit „Globalisation & Security“ einen der besten Kurse meines Studiums, genauso blieb der Kurs „Changing Politics of the Welfare State“ hinter meinen Erwartungen zurück.

Regelmäßiges Lesen ist definitiv ein Muss. In jedem Kurs gab es eine wöchentliche Form der Wissensabfrage, unabhängig davon sind die Kurse an der AU sehr studentenbasiert und setzen auf Diskussionen im Kurs und dem Professor als Moderator als Lehrmittel. Für mich persönlich war diese Lehrmethode sehr profitabel, insbesondere weil Ich in jedem Kurs eine mündliche Prüfung absolvieren musste. Außerdem ist diese Form der Lehre, die auch Gruppenarbeiten mit einschließt, sehr förderlich für Sprach- und Sozialkompetenz, sowie für das Klima im Kurs und zwischen den Studierenden.
Der Kontakt mit den Dozenten ist sehr freundlich und man darf die Dozenten auch duzen. Das war zunächst ungewohnt, vor Allem weil einer der Dozenten ein Deutscher war, sodass Fragen und individuelle Absprachen nach dem Seminar auf Deutsch stattfanden. Man gewöhnt sich allerdings sehr schnell daran. Alle Dozenten sind per Mail erreichbar, man kann allerdings auch in ihrem Büro vorbeischauen, entweder haben sie dann kurz Zeit oder man findet unkompliziert einen Termin.
Unbedingt zu Erwähnen ist auch das breite Spektrum an Vorträgen und Paneldiskussionen, das von der Universität angeboten wurde. An mindestens zwei Terminen pro Monat gab es Gastvorträge von externen Professoren und Forschern zu tagesaktuellen politischen Themen. Das kannte ich so aus Potsdam nicht und ist wirklich eine Bereicherung des Studienalltags. Der Studienalltag selbst ist in Aarhus für jeden Lerntyp gut zu gestalten. Ich bin zwar jemand, der eher zu Hause lernt, als in der Bibliothek, viele meiner Mitstudenten haben aber die zahlreichen Plätze in den Bibliotheken genutzt, was rund um die Uhr möglich war. So gab es nicht Wenige, die in der Prüfungszeit praktisch auf dem Campus gewohnt haben. Die Prüfungen waren anspruchsvoll, aber fair. Die Professoren sind generell eher daran interessiert bessere statt schlechte Noten zu vergeben. In den mündlichen Prüfungen wurde bei Unklarheiten danach gesucht, was man weiß und nicht danach, was man nicht weiß. Insgesamt war das Studieren in Aarhus sehr angenehm. Durch die anspruchsvolle Seminargestaltung, welche aber meiner Art zu Lernen und zu Verstehen zuträglich war, stellten sich weder Langeweile noch Überforderung ein.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor dem Studium habe ich mein Abitur an einem bilingualen Gymnasium absolviert. Dabei fand der Unterricht in Politischer Bildung auf Englisch statt, sodass ich mich für den Besuch englischsprachiger Seminare, und auch das alltägliche Leben im Ausland, gut gewappnet gefühlt habe. Während meines Aufenthaltes in Dänemark wurde dies auch bestätigt. Durch das tägliche Sprechen und Kommunizieren auf Englisch hat sich die sprachliche Qualität sehr schnell verbessert. Besonders die vielen Aktivitäten in meinem Wohnheim und Freundschaften zu englischen MuttersprachlerInnen als auch Dänen und Däninnen waren dafür entscheidende Faktoren. Meine Kenntnisse der englischen Sprache haben sich durch den Auslandsaufenthalt definitiv verbessert.

Die Universität in Aarhus hat in Kooperation mit Laerdansk einen kostenlosen Dänischkurs angeboten, den ich allerdings nicht wahrgenommen habe. Von den Austauschstudenten in meinem Semester gab es diesbezüglich sehr wenig positives Feedback. Da ich einen Masterstudiengang an der Universität Odense besuchen möchte, werde ich aber noch Dänisch lernen. Als Deutscher ist es auch ohne weitere Dänischkenntnisse möglich, sich zumindest in der geschrieben Sprache sehr viel zu erschließen.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche gestaltete sich als sehr einfach. Nach der Bestätigung des Auslandssemesters hat mir das International Center, nach Eingabe eigener Präferenzen (z.B. eigenes Bad / Nähe zur Universität / günstige Miete) eine Wohnung vorgeschlagen. Dieser Service hat sehr gut funktioniert und auch andere Austauschstudenten haben ihn genutzt. Das einzige Manko ist jedoch, dass man die vorgeschlagene Wohnung nehmen muss oder sich alternativ selbst auf Wohnungssuche begibt.

Ich habe mir im Studentenwohnheim Skejbyparken eine 2er WG mit einem anderen Austauschstudenten geteilt. Für mein 16m² großes Zimmer und Küche, Bad und Flur, welche wir zu zweit genutzt haben, habe ich 386€ Miete bezahlt. Das entspricht etwa dem Durchschnitt dessen, was andere Austauschstudenten auch bezahlt haben. Skejbyparken zeichnet sich jedoch durch ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern aus. Schon in der ersten Woche gab es ein gemeinsames Fußballturnier mit anschließender Party im Gemeinschaftshaus (faelleshuset). Auch während des Semesters gab es immer wieder verschiedene Möglichkeiten sich mit anderen Studenten auszutauschen, so z.B. die wöchentliche Donnerstagsbar mit, für dänische Verhältnisse, unschlagbaren Getränkepreisen, oder gemeinsame Film- oder Spieleabende. Schnell entwickelte sich auch eine gemischte Gruppe aus Austauschstudierenden und DänInnen, die Verschiedenstes zusammen unternahmen. Das Vorurteil, dass der Lebensunterhalt in Dänemark teuer ist, kann ich größtenteils bestätigen. Lebensmittel sind, je nach Produkt, 25-40% teurer als in Deutschland. In der Nähe des Wohnheims gab es verschiedene Supermärkte. Das etwas teurere Fotex, aber auch Lidl und Aldi.

Anders als in Potsdam gibt es in Aarhus kein Studententicket. Es gibt zwei verschiedene Busnetze, Stadtbusse und Regionalbusse. Für diese Busse kann man sich ein Monatsticket kaufen, was ca.50€ kostet, oder 10er Karten, bei denen jede Fahrt ca.2,60€ kostet. Die preisgünstigere Alternative ist das Fahrrad. Ich habe mir mein Fahrrad aus Deutschland mit der Post schicken lassen, es gibt aber auch viele Möglichkeiten sich vor Ort etwas zu kaufen. Aarhus ist hügeliger, als man es von Dänemark erwarten würde, nach kurzer Zeit gewöhnt man sich jedoch daran.


Rückblick

Ich kann Aarhus als Ziel für ein Erasmussemester nur empfehlen. Die Stadt selbst ist sehr schön und die Universität bietet, besonders für Austauschstudenten, wirklich viel. Auch das Wohnheim Skejbyparken ist nur weiterzuempfehlen. Wenn ich woanders gewohnt hätte, wären die 6 Monate möglicherweise nicht so schön gewesen, wie sie es waren. Wer sich für ein Auslandssemester in Aarhus entscheidet, sollte sich im Vorfeld eine Kreditkarte beantragen. In Dänemark läuft nichts ohne Kreditkarte. Von der Miete, über den Supermarkteinkauf, bis zum nächtlichen Imbiss auf dem Heimweg - alles wird mit Kreditkarte bezahlt! Wenn man sich daran erst einmal gewöhnt hat, ist es sehr merkwürdig in Deutschland nicht mehr überall mit Karte bezahlen zu können.

Unbedingt empfehlen möchte ich auch einen Tages- oder Wochenendausflug nach Skagen. Die ca. 200km entfernte Nordspitze Jütlands fließen Skagerrak und Kattegat ineinander und wenn man Glück mit Wind und Wetter hat, kann man die Wellen ineinanderschlagen sehen. Dieser Ausflug war das eigentliche Highlight von wunderschönen 5 Monaten, an die ich mich gerne und lange zurückerinnern werde.

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