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Erfahrungsbericht Auslandssemester an der UIBE

Das Austauschprogramm zwischen der UIBE und der Uni Potsdam gibt es nun schon einige Jahre. 2010 hörte ich zum ersten Mal davon und da viele meiner Freunde von diesem Austauschprogramm begeistert waren, habe ich mich all die Jahre immer darüber informiert. Es gibt jedes Semester eine Informationsveranstaltung dazu, die von dem Koordinator, Herrn Kuang Dai organisiert wird. In dieser Veranstaltung wurden das Land China und die Universität vorgestellt sowie die nächsten Schritte in dem Bewerbungsprozess erläutert. Da sich viele Bewerber für das WiSe 13/14 in Peking meldeten, gab es ein kleines Bewerbungsgespräch bzw. Kennlerngespräch bei Herrn Kuang Dai. Zumeist wurden Bewerber genommen, die an der WiSo-Falkultät studieren. Dennoch gab es auch noch Plätze für Bewerber anderer Fakultäten. 


Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 01/2014

Gastuniversität: University of International Business and Economics

Gastland: China

Nachdem bekannt wurde, dass ich an diesem Austauschprogramm teilnehmen durfte, musste ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt für die Anmeldung ein Online-Formular der UIBE ausfüllen. Den Link dazu fand ich in der Broschüre, die in den Infoveranstaltungen verteilt wurden. Dieses Online-Formular in ausgedruckter Form musste zusammen mit Passfotos, einer Kopie des Ausweises und einer Bürgschaft bei Herrn Kuang Dai abgegeben werden, da dieser die Unterlagen an die UIBE weiterleitet. Danach bekam ich hin und wieder Emails bzgl. der Kursangebote und Informationen zum Studentenwohnheim von Celine Hu, der Koordinatorin an der UIBE. Im Laufe der Zeit musste ich die Annahmeerklärung zusammen mit weiteren Unterlagen zur Beantragung des Visums bei Herrn Kuang Dai abholen.

Um das Visum braucht man sich nicht allzu große Sorgen machen. Es geht relativ schnell, es kann nach drei Tagen abgeholt werden. Vor der Reise sollte man sich auch über Impfungen informieren. Vom Auswertigem Amt wurden Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza sowie Hepatitis A ggf. Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Typhus empfohlen. In manchen Fällen übernimmt die TK die Kosten der Impfungen. Mitglieder der TK haben auch den Vorteil, dass man die ENVIVAS-Auslandskrankenversicherung abschließen kann. Diese kostet ungefähr 0,80 EUR, pro Tag.

Flüge von Berlin nach Peking waren ziemlich teuer, es war viel günstiger von Hamburg aus zu fliegen. Ich buchte den Flug über STA Travel in der Hardenbergstraße. Ich rate jedem, der auf dem Campus wohnen möchte, etwas eher anzureisen, da man erstens noch die Möglichkeit bekommt, sich Zimmer anzuschauen und Wünsche äußern kann, was den Mitbewohner betrifft. Zweitens ist somit definitiv ein Wohnheimplatz garantiert. Wer zu spät anreist, hat eventuell das Pech, dass es keine Zimmer mehr gibt, auch wenn man sich vorab für ein Zimmer im Studentenwohnheim gemeldet hatte. Es gilt nämlich das Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst“.

Um gebührenfrei Geld abheben zu können, habe ich bei der Berliner Sparkasse das Reisepaket abgeschlossen. Die Kreditkarte kostet dabei 2,50 EUR im Monat. Ich konnte ohne Probleme Geld in Peking und anderen Städten abheben. Sollten evtl. doch Gebühren anfallen, lassen sich die Kosten bei der Sparkasse zurückerstatten. Wer sich für ein Stipendium bewerben möchte, kann in der Stipendiendatenbank auf der Seite des DAADs fündig werden. Zudem habe ich durch Freunde vom Promos-Stipendienprogramm gehört. Dieses fördert Auslandsaufenthalte außerhalb der Erasmus Programms und ist somit das perfekte Stipendium für einen Aufenthalt in Peking.

Studium an der Gastuniversität

Die UIBE bietet Kurse von drei verschiedenen „Schulen“ an. Dazu zählen die Business School (BS), die School of International and Trade Economics (SITE) und die School of International Education (SIE). Jede Schule bietet zu Beginn des Semesters eine Einführungsveranstaltung, in der ein Überblick über die Kurse und deren Inhalte vermittelt wird. Ich belegte Kurse von jeder Schule. An der Business School belegte ich Organizational Behaviour and Management und Cross-cultural Management. An der SITE wählte ich den Kurs Operations Management und an der SIE hatte ich mich für den 6-Stunden-Chinesischkurs eingetragen. Die SIE ist die einzige Schule, an der es Mid-term Prüfungen gab. Der Chinesischkurs findet an 4 Tagen statt à 90 Minuten und begann entweder um 8 Uhr morgens oder um 9.50 Uhr. Die Kurse unterschieden sich vom Niveau her, allerdings waren sie ziemlich zeitaufwendig. Gruppenarbeiten und Fallstudien standen in all meinen Kursen im Vordergrund. Die Anforderungen waren wie folgt:

Bei dem Kurs Organizational Behaviour & Management:

  • Attendance & Class participation; In-class quizzes 20%
  • Self-reflective essay (Individual work) 20%
  • Group assignment (group report, presentation) 30%
  • Examination 30%

Bei Cross-cultural Management:

  • Class Participation 10%
  • Case Analyses: 20%
  • Group Project: 30%
  • Final Exam 40%

Bei Operations Management

  • Class Participation 10%
  • Individual Assignments 20%
  • Group Project 30%
  • Final Exam 40%

Die UIBE hat eine große Bibliothek. Diese befindet sich gegenüber der School of International Education. In die Bibliothek kommt man allerdings nur mit dem Studentenausweis rein. Zudem gibt es noch einen Saal, in dem besonders viele internationale Studenten lernen. Dieser befindet sich im Global Exchange and Experience Center, rechts im Café.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich lernte während meines Auslandssemesters an der UIBE sehr wenige Chinesen kennen. Das lag daran, dass für internationale Studierende andere Kurse angeboten werden als für Einheimische. In meinen Kursen waren eher Studierende aus europäischen Ländern, Kanada, Mexico und Indonesien. Dennoch kam man mit seinem Buddy in Kontakt. Ein Buddy ist ein chinesischer Student, der dir anfangs die Universität zeigt und dich unterstützt und das Leben in China für dich einfacher macht. Durch den Buddy bekommt man auch die Möglichkeit, dessen Freunde kennenzulernen. Abgesehen davon ist es ziemlich schwer, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Die Chinesen sind eher etwas schüchtern und bleiben lieber unter sich. An der UIBE lernt man allerdings sehr viele ausländische Studierende kennen. Sehr viele Deutsche, Spanier und Franzosen machen dort ein Auslandssemester. Auch lernt man in dem Chinesischkurs, der nicht nur für UIBE Studenten gedacht ist, Menschen aus verschiedenen Ländern kennen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Bevor ich nach China ging, hatte ich an der Uni Potsdam schon einen Chinesischkurs besucht.
So konnte ich schon das eine oder andere verstehen. Jedoch hatte ich noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse für das Überleben in China. In dem Chinesischkurs an der School of International Education lernte ich sehr schnell, mein Vokabular auszuweiten. Zwar hat dies noch längst nicht für ein normales Gespräch auf Chinesisch gereicht, jedoch war ich in der Lage, mit Taxifahrern zu kommunizieren, im Restaurant mich zu verständigen und beispielsweise Zugtickets oder sonstiges zu buchen.

Wohn- und Lebenssituation

Auf dem Campus angekommen, muss man zur Rezeption des internationalen Studentenwohnheims (Haus 6). Dort zeigt man seinen Ausweis vor. Hat man sich vorher für einen Platz im Studentenwohnheim gemeldet, sollte der Name im System gespeichert sein und es sollte kein Problem mehr darstellen, wenn noch genügend Plätze vorhanden sind. Da ich früh angereist bin, hatte ich noch die Chance mir verschiedene Studentenwohnheime und Zimmer anzuschauen. Es gibt einmal Haus 6 (das günstigste), Haus 5 und Haus 0 (das teuerste). Die Studentenwohnheime unterscheiden sich wie folgt:

  • Haus 6: Ein Zimmer für 2 Personen + Bad+ gemeinsame Küche auf dem Hausflur
  • Haus 5: aufgebaut wie eine Wohnung, ein Zimmer für 2 Personen + Flur + Bad + eigene Küche
  • Haus 0: aufgebaut wie eine WG, max. 2 Zimmer, z.T. auch ein Einzelzimmer + Flur + Bad + eigene Küche

Ich entschied mich für ein Zimmer im Haus 6, da ich keine großen Unterschiede zwischen Haus 6 und Haus 5 sah. Im Monat zahlt man ung. 1500 Yuan (ca. 187,50 EUR) für ein Zimmer im Haus 6. Allerdings sind Wasserkosten und Stromkosten noch nicht mit einbezogen worden. Im Laufe der Zeit musste man noch zusätzlich dafür zahlen. Es handelte sich allerdings nur um einen sehr geringen Betrag (ca. 2-3 EUR im Monat). Alle Zimmer in den Studentenwohnheimen haben kein Internet. Es gibt die Möglichkeit, 120 Yuan im Monat für ein Kabel zu zahlen. Ich habe allerdings gehört, dass die Verbindung sehr langsam sein sollte. Ich entschied mich daher, mit meiner Mitbewohnerin ein Modem zu kaufen. Diese Variante war günstiger und auch die Verbindung war besser.

Auf dem Campus gibt es viele Essensstände und um den Campus herum befinden sich auch viele Restaurants, vor allem auf der anderen Straßenseite des Westgates und Eastgates. Am Eastgate gibt es viele günstige chinesische Restaurants bzw. Imbisse und Essensstände. Da gibt es beispielsweise einen leckeren Jaozi-Baozi (Dumplings) Laden. Am Westgate bzw. in der Umgebung gibt es viele verschiedene Restaurants: koreanische, japanische und chinesische Küche. Man findet allerdings auch ein Subway und Lakers, wo man Pizza und Burger essen kann. Das Essen in China ist sehr günstig 1,5-3 EUR zahlt man für eine richtige Mahlzeit.

Auch ist eine U-Bahnfahrt in Peking sehr günstig, eine Fahrt kostet 2 Yuan, sei es eine kurze oder lange Strecke. Die Busfahrt kostet weniger als 1 Yuan. Wer oft U-Bahn fährt, sollte sich eine Auflade-U-Bahn Karte kaufen.

An der UIBE werden auch viele Freizeitaktivitäten angeboten. Es gibt viele Sportkurse, wie Basketball, Schwimmen, Fußball, Kampfsport etc. Zudem werden auch Tanzkurse angeboten. In der Nähe von der UIBE gibt es auch noch ein Fitnessstudio. Die Mitgliedschaft beträgt ungefähr 1600 Yuan für 4 Monate.
In dem Vierteil Sanlitun oder Wudaoko findet das Nachtleben statt. Die beliebtesten Clubs sind im Worker Stadium. Dazu zählen das Vics, Mix, Latte und Coco Banana. Mittwochs ist im Vics eine Sonderaktion. Frauen haben freien Eintritt und dürfen bis 1 Uhr Drinks umsonst bestellen. Männer zahlen 50 Yuan für denselben Spaß.

In den Hutongs, der traditionellen chinesischen Wohngegenden gibt es viele Cafés und Bars, wo man am Wochenende auch hingehen kann, wenn man es ruhiger angehen möchte. Ein Ausflug am Mittag zu den Hutongs lohnt sich allerdings auch. Es gibt da viele kleine Läden, in denen man schöne Karten, Souvenirs aber auch schöne Kleidung kaufen kann. Außerdem gibt es auch da viele Leckereien, wie Fleischspieße, Churros oder stinkenden Tofu.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08/2013 - 01/2014

Gastuniversität: University of International Business and Economics

Gastland: China


Rückblick

Das Semester an der UIBE war eine aufregende Zeit. Ich hatte viel Spaß, habe viele neue Erfahrungen sammeln können und viel Neues im Leben entdeckt. Wunderbare Menschen sind mir begegnet und ich habe mich persönlich und fachlich weiterentwickeln können. Gerne denke ich an die Zeit zurück und würde jedem, der starke Nerven hat und bereit für eine kulturelle Herausforderung ist, ein Semester an der UIBE empfehlen. Es war nicht einfach am Anfang mit der Sprachbarriere, aber man lernt im Alltag zurechtzukommen. Auch hat Peking viel zu bieten, sodass es nicht langweilig wird. Ich habe die tollsten Orte gesehen, wie zum Bsp. die Mauer und viele Tempelanlangen und somit auch die Kultur näher kennengelernt. Auch habe ich die Vielfalt Chinas entdeckt, indem ich in der Golden Week und an den anderen Feiertagen rumgereist bin. Ich habe somit viele neue Einblicke gewinnen können.

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