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Mein Auslandsjahr an der universidade de São Paulo (USP)

Nachdem ich 2015 durch einen fünfwöchigen Urlaub sowohl im Nordosten des Landes, als auch in Rio de Janeiro auf Brasilien aufmerksam geworden bin, habe ich mich im Zuge dessen umgehend auf den Seiten des International Office der Uni Potsdam über brasilianische Hochschulpartnerschaften informiert. Zu finden sind hier drei Universitäten im Bundesstaat São Paulo, unter anderem die von mir gewählte USP als auch die ebenfalls international sehr renommierte Universität in Campinas (UniCamp), ca. 90km von der Stadt São Paulo entfernt. Des Weiteren verfügt die Uni Potsdam über eine Partnerschaft mit der Universidade Federal de Minas Gerais (UFMG) in Belo Horizonte, der Hauptstadt dieses unglaublich geschichtsträchtigen Bundesstaates, welcher mit seiner wunderschönen Berglandschaft, alten und erhaltenen Kolonialstädten wie "Ouro Preto" oder "Trinidade" sowie mit seiner atemberaubenden, von Wasserfällen und Kaffeeplantagen geprägten Natur zu überzeugen weiß.

Nichtsdestotrotz entschied ich mich nach langer Recherche für die USP. Der excellente internationale Ruf dieser Institution verbunden mit dem Reiz einer 20 Mio. Einwohner Metropole sollten eine spannende Zeit garantieren. Heute - ein Jahr und viele Erfahrungen später - kann ich ohne zu zögern sagen: Das hat es! Aber eins nach dem anderen.


Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 02/2016 - 2/2017

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Bewerbung

Die Bewerbung am Gastinstitut findet erst nach der Bewerbung und Auswahlphase beim International Office der Uni Potsdam statt. Gefordert werden Portugiesischkenntnisse die mind. dem Niveau A2+ bis B1 entsprechen, daher mind. zwei Semesterkurse am Zentrum für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (Zessko) der Uni Potsdam oder vergleichbares. Sollten Dinge wie Motivationsschreiben, akad. Eignung und das persönliche Auswahlgespräch überzeugen, kann die Bewerbung an der Gastinstitution beginnen.

Die USP verlangte für die Bewerbung einen englischen Lebenslauf, ein auf portugiesisch verfasstes kurzes Motivationsschreiben, ein (bereitgestelltes) Formular über mein Studienvorhaben, daher Kursbelegungen sowie ein StudentenVisum für entsprechenden Zeitraum. Wichtig: Man hört es immer wieder und doch klappt es selten: Früh anfangen, die Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen! Besonders beim Visum kann es zu teils starken Verzögerungen sowie ungeahnten Hindernissen kommen, welche eher mit mehr als mit weniger Zeit behoben werden wollen. Merke: Ihr könnt das Studentenvisum nicht von Brasilien aus beantragen oder erhalten! Wer ohne Studentenvisum ins Flugzeug steigt, hat später das Nachsehen und darf nicht studieren.

Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 02/2016 - 2/2017

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Studium

Wenn die Bewerbung samt Visum geklappt hat und ihr in Brasilien angekommen seid, kann es auch schon losgehen! Da wir uns nun auf der Südhalbkugel befinden und die Jahreszeiten konträr verlaufen, sind auch Semester sowie entsprechende Ferien an andere Zeiten gebunden. Bei mir hieß das leider, die Einführungswoche für internationale Studierende nicht miterleben zu können, da ich drei Tage vor brasilianischem Semesterbeginn noch eine Klausur in H04 am Campus Griebnitzsee geschrieben habe - that's life! Wer glaubt, das könnte zu stressig werden, ist nach dem langen und kalten Wintersemester Deutschlands noch nicht bei 0° Celsius ins Flugzeug ein und bei 36° wieder ausgestiegen!

Die Lehre in der brasilianischen Universitätslandschaft verläuft grundsätzlich anders als in Deutschland. Ein Vergleich zur deutschen Fachhochschule ist hier sicher treffend. So findet der "Unterricht" (die Vorlesung) immer in kleineren Gruppen statt, in meinen Kursen waren so max. 40 Personen pro Lehrkraft in den Räumlichkeiten der faculdade de economia, administração e contabilidade (FEA), daher in der Wirtschaftsfakultät anzutreffen. Aus Gesprächen ist mir allerdings bekannt, das dies das gängige Modell an staatl. Hochschulen ist.

Es gibt eine verordnete Anwesenheitspflicht von mind. 70% pro Kurs, welche von manchen Professoren mehr, von anderen weniger forciert wird. Die Ausstattung der FEA kann als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Kein seltenes Phänomen, die (Vorzeige-)Wirtschaftsfakultäten werden oft und gern auf neuestem Stand gehalten. Ich konnte auch andere Fakultäten in der "cidade universitária", also "Universitätsstadt" begutachten. Die Fakultäten, deren Ausstattung, Studenten und Professoren sind genau wie São Paulo selbst teils extrem unterschiedlich. Es bedarf lediglich einer Straßenüberquerung um von der FEA zur Fakultät für Architektur (FAU) zu gelangen. Das Bild ändert sich so drastisch, das ich mich nochmal vergewissern musste, ob ich tatsächlich immernoch an der USP sei. Das Gebäude der FAU ist schon architektonisch komplett anders designed. Offen, keine Fenster, Skateboardrampen, Hängematten sowie unzählige Graffities im Gebäude lassen schnell erahnen, das hier ganz im Gegensatz zur schicken FEA eher weniger Hemdenträger als politisch meist linksorientierte Studenten und Professoren anzutreffen sind.

Die Politik spielt in Brasilien eine extrem große Rolle. So waren mehrere Proteste, Kundgebungen und Gegenproteste nicht nur im Stadtkern, sondern insbesondere auch an der Universität zu beobachten. Erwarte von der Mehrheit der USP-Studenten eine klare, differenzierte politische Meinung sowie Interesse an der deinen!

Die Leistungsbewertung der bras. Universitäten basiert im Gegensatz ihrer deutschen Pendants auf wesentlich mehr Parametern. Als Beispiel sei hier der von mir absolvierte Kurs "Comportamento Organizacional" (Organizacional Behaviour) im Umfang von 4 Creditpoints bzw. Semesterwochenstunden zu nennen. Die Endnote setzte sich für diesen vom Arbeitsaufwand nach Aussage der USP 14 ECTS entsprechendem Kurs wie folgt zusammen:

1h Gruppenvortrag inkl. Präsentation (20%)

Fragen der Professorin über eben jene Vorträge (10%)

Halbsemesterklausur (30%)

Anwesenheit (10%)

Endklausur (30%)

Der Arbeitsaufwand pro Modul ist damit über das Semester verteilt, wodurch dem Lernen in letzter Sekunde zum Semesterende der Kampf angesagt wird. Unterm Strich ist der Arbeitsaufwand im Vergleich zur Uni Potsdam in etwa gleich hoch, da zwar mehrere Prüfungen abgelegt werden müssen, diese aber dementsprechend nicht den Stoff des gesamten vorangegangenen Semesters abfragen.

Der Kontakt zu den Professoren ist grundsätzlich enger, dass "du" gilt als Standardansprache, die Beziehung zum Lehrpersonal ist damit typisch brasilianisch entschieden persönlicher als im Land der Dichter und Denker und wurde von mir positiv als "freundschaftlich aber fordernd" wahrgenommen. Prüfungen können außerdem immer, auch bei portugiesischer Unterrichtssprache, auf Englisch abgelegt werden. Nichtsdestotrotz ist sowohl der Unterricht als auch der Prüfungsfragebogen auf portugiesisch verfasst, ihr kommt daher (glücklicherweise) schlecht um die Sprache herum. Mittlerweile gibt es auch in vielen Bereichen in englisch abgehaltene Vorlesungen, wie ihr euch vorstellen könnt zu 95% von internat. Studierenden besucht. Besonders gefallen hat mir hier der Kurs "International Management - Doing Business in Brazil", welcher nicht nur inhaltlich aufschlussreich war, sondern auch einen Besuch beim bras. Aktienmarkt "BOVESPA" beinhaltete.

Die USP verfügt genau wie die Uni Potsdam über ein "Buddy-Programm" für internat. Studierende. Hierzu erhaltet ihr nach der Zusage zum Studium einen Onlinefragebogen, welcher eure persönlichen Interessen und Präferenzen abfragt. Der fertige Bogen wird auf der dazugehörigen Onlineplattform veröffentlicht, welche von allen Studenten der USP eingesehen werden kann. Falls euer Profil auf Interesse stößt, werdet ihr direkt von der entsprechenden Person kontaktiert. Alles Weitere beruht auf persönlicher Absprache. Brasilianer gelten als eines der gastfreundlichsten und hilfsbereitesten Völker der Welt, dementsprechend wird euren Bitten nach Hilfe so gut wie immer nachgekommen - ein Punkt der gar nicht genug hervorgehoben werden kann! Sei es eine Tour um den Campus, die Pflichtrückmeldung bei der Bundespolizei, die besten Spots rund um São Paulo oder einfach nur die richtige "Salatstapeltechnik" in der Mensa, die Buddies sind eure besten Verbündeten!

Die Ausstattung der Uni ist ebenfalls gut bis sehr gut, so könnt ihr bis spät Abends die Bibliothek samt Computern nutzen sowie an dem unglaublichen Sportangebot teilhaben. Die USP bietet mit ihren über 90000 Studenten sowie dem riesigen Sportareal auf dem Campus wirklich unzählige Möglichkeiten, überschüssige Energie und oder Kalorien loszuwerden und vor allem Freundschaften zu knüpfen! Ich persönlich habe im Handballteam meiner Fakultät gespielt, ein von insgesamt 19(!) Handballteams der USP. Egal ob Rugby, Tennis, Karate, Capoeira, Fußball, Basketball oder Ballett, wer hier nicht findig wird dürfte es woanders auch nicht leichter haben!

Des Weiteren findet ihr auf dem Campus in Butantã - eben jene cidade universitária bzw. Universitätsstadt - kostenlose Kinos, Busse, eine Schwimmhalle, verschiedene Bereichsbibliotheken sowie bspw. das Biologieforschungsinstitut für Tropentoxine inklusive Helikopterlandeplatz für Notfälle und den giftigsten Schlangen der Welt von A-Z zur Gegengiftforschung...nicht schlecht oder?

Leben in Brasilien

Wie stellst du dir das Leben in Brasilien vor? Sonne, Caipirinha und eine Menge Fußball zwischen den Samba-Sessions? Grundsätzlich lässt sich sagen, das sich der reiche Süden Brasiliens vom eher armen Nordosten des Landes teils radikal unterscheidet. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist weiß, der typische "Paulistano" (Einheimischer São Paulos) zieht Bier ohne zu zögern dem Caipirinha vor und während viele Ausländer vergeblich versuchen Samba an jeder Ecke vorzufinden, erheben sich unzählige Technoclubs mit internationalem Line-Up aus den einst verlassenen Fabrikgebäuden der Stadtmitte. Wer hier einen Vergleich zu Berlin nahelegt, trifft voll ins Schwarze. Der besonders bei Touristen und international Studierenden beliebte Stadtteil "Vila Madalena" sowie anliegend "Pinheiros" bieten alles, was einem garantiert nicht zuerst beim Wort "Brasilien" durch den Kopf schießt.

Urbanismus ist hier die Devise. Anspruchsvolle Graffitis, Ateliers voller handgearbeiteter Möbelstücke, Gemälde oder andere Kunstwerke treffen hier auf Rammstein hörende Skateboarder genau wie auf kosmopolitische, perfekt englisch sprechende Ärzte, Anwälte oder Entrepreneure. Die Vielfalt der größten Stadt der Südhalbkugel ist schlicht atemberaubend, genau wie die bekannt brasilianische Ambivalenz und der daraus resultierenden Kluft zwischen arm und reich, zwischen Norden und Süden, zwischen schwarz und weiß.

Die Stadt ist im Gegensatz zu Rio de Janeiro klar unterteilt. Während in Rio am Fuße des berühmten "Corcovado", Heimat der weltberühmten Christusstatue, welche sowohl schützend als auch willkommend Postkarten schmückt, die Armen in den Favelas weiterhin auf Gerechtigkeit hoffen, machen unzählige Touristen ca. 300m darüber Selfies mit Handies die durchschnittlich mehr Kosten als drei bis vier Monate brasilianischer Mindestlohn. Während sich in Rio über 700(!) Favelas, mal mit 150, mal mit über 200.000 Bewohnern über die gesamte Stadt verteilen, ist São Paulo wesentlich strukturierter. Favelas sucht man in der Nähe von Vila Madalena oder Pinheiros vergeblich. Dies trägt enorm zur Sicherheit bei, so fühlte ich mich dort auch abends stets in guten Händen. Nichtsdestotrotz ist in Brasilien immer Vorsicht angebracht - überall.

Genannte Orte sind weiterhin nur 20min mit dem Bus von der Universität entfernt. Dieser Fakt ist in einer Stadt, bei der 2h Arbeitsweg pro Strecke als durchaus normal angesehen werden, nicht zu verachten. Überdies gibt es auch verschiedene UBahn Linien, die "Linha Amarela" (gelbe Linie) macht nah an der Universität Stop, daher ist selbst ein Wohnort der weiter vom Campus entfernt ist in Ordnung, sofern ihr dicht an einer gelben Metrostation wohnt, bspw. im neuen Stadtzentrum die Station "Paulista" oder tiefer in Pinheiros, zb. "Fradique Coutinho" oder "Faria Lima".

Lebenshaltungskosten

Der bras. Mindestlohn liegt bei derzeit unter 250€/Monat. Klingt, als ob das Leben dort quasi geschenkt wäre, oder?

Leider nicht. Die große Kluft zwischen der reichen, ca. 10% der Bevölkerung ausmachenden Oberschicht und allem was nicht dazugehört ist nur schwer zu verkennen. Während ein Verkäufer, Polizist oder Portier (ein durch Sicherheitsmaßnahmen häufiger Job) keine 400€ im Monat verdient, lag die Miete meines 8m2 Raumes in einem 6-Personen Apartment in Vila Madalena bei umgerechnet eben jenen 400€. Für Personen oder gar Familien ohne schwer zu erhaltenem Abschluss einer staatl. Universität undenkbar. São Paulo, besonders aber der Westen der Stadt gehört mit der Südzone Rios - Stichwort Copacabana - zur teuersten Gegend Brasiliens und damit zu den teuersten Südamerikas. Spätestens beim Anblick des Preisschildes von 20,50 real für eine Tafel Lindt-Schokolade (ca. 6,30€) oder einer 0,33l-Flasche Chimay (belgisches Bier) für 28,50 real (ca. 8,33€) wird einem bewusst...wer hier einen gehobenen Lebensstandard verfolgen möchte, muss ihn sich leisten können. Es sind eben besonders Preise von Importgütern, die durch fast schon absurde Zölle ungeahnte Höhen erreichen. Aber keine Angst, wer auf seine geliebte europäische Kost verzichten kann, kommt wesentlich günstiger und genauso lecker über die Runden, man denke nur an die unzähligen tropischen Früchte, welche in Super- oder auf Straßenmärkten sehr günstig erstanden werden können. Die "brasilianischen Kartoffeln", daher Reis und Bohnen, gehören einfach dazu und sind von der Speisekarte nicht wegzudenken. Die Kosten hierfür können nur als gering bezeichnet werden, genau wie für Rindfleisch. All you can eat Angebote in einer "Churrascaria", daher einem bras. Steakhouse, für <10€ sind absolut keine Seltenheit. Unterm Strich lässt sich sagen, die Lebenshaltungskosten liegen etwas höher als bspw. in Berlin, mit ca. 700-800€ pro Monat sollte es aber an nichts fehlen, das ein Student nicht auch in Deutschland vermissen würde. Günstiger geht immer, eben mit Abstrichen.

Da Brasilien ein extrem dienstleistungsorientiertes Land ist, fällt der Lebensstandard pro Euro höher aus! Das fängt bei der wöchentlichen Putzfrau inklusive an und hört beim grandiosen brasilianischem Essen noch lange nicht auf!

Einheimische und Sprache

Grundsätzlich lässt sich sagen, die Kurse UniCert I/1 sowie I/2 der Uni Potsdam haben mich perfekt vorbereitet. Mehr schadet nie, ist aber nicht zwingend nötig. Weniger wäre allerdings unvorteilhaft!

Portugiesisch konnte ich nach ca. drei Monaten fließend sprechen, vor allem das Verständnis hat sich innerhalb dieses Zeitraums so drastisch verbessert, dass ich mit meinen nun erlangten Kenntnissen reproduzierbar mind. 90% verstehen konnte. Der wichtigste Tipp kann nur folgender sein: Lebe zusammen mit Brasilianern und spreche täglich Portugiesisch. Die meisten sind überrascht, wozu das Gehirn in der Lage ist, nachdem es der Sprache unterbewusst Signifikanz gegeben hat. Nach zwei Kursen in Potsdam und dem ca. einjährigem Aufenthalt in Brasilien liegt mein Niveau nun bei B2+ bis C1, womit ich die letzten sechs Monate quasi auf keine Sprachbarriere mehr gestoßen bin.

Wichtig ist außerdem zu Wissen: Da ihr schon fast zwangsläufig mit internat. Studierenden Kontakt haben werdet, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch euer Englisch verbessern, zumindest wenn dieses verbesserungsfähig ist. Durchschnittlich ist das Englischniveau auf ganz Brasilien gesehen leider ziemlich schlecht. Fernab touristischer Orte bzw. Gegenden mit wohlhabenden Anwohnern wird selten Englisch gesprochen. Ob im Restaurant, im Supermarkt, im Kino oder einfach nur auf der Straße, ohne portugiesisch wird es mit Sicherheit ein noch größeres Abenteuer! Die Großstädte wie Rio oder São Paulo schneiden hier am besten ab. Da ich durch einen über 8000km langen Roadtrip durch den Nordosten Brasiliens genau diesen sehr gut kennenlernen konnte, lässt sich sagen: Wer hier ohne Basiskenntnisse der einschlägigen Sprache reist, verlässt sich auf sein Glück!

Die Gastfreundlichkeit ist allerdings unübertroffen, wer nicht aus Brasilien kommt ist grundsätzlich interessant und wird mit einem Lächeln begrüßt. True Story: Als ich an einem Eckcafe in Rio einen "Carioca" (Einheimischer Rios) bei meinem ersten Besuch 2015 auf Englisch nach einem Geschäft für T-Shirts fragte, zahlte dieser die Rechnung, begleitete mich zwei Blocks weiter zu einem Laden und wartete bis ich meine Auswahl getroffen hatte, nur um diese sogar noch runter zu handeln! Machen wir es kurz, das Beste an Brasilien sind ohne jeglichen Zweifel die Brasilianer selbst!


Abschließende Worte

Resümierend kann ich behaupten das bisher beste Jahr meines Lebens gelebt zu haben! Unzählige internationale Bekanntschaften, das Kennenlernen einer doch recht unterschiedlichen Kultur und einer neuen Sprache, viele Emotionen (wir sind schließlich in Lateinamerika!), die unverwechselbare Natur und die unverwechselbare Bevölkerung Brasiliens waren jede Sekunde wert. Vielen kommt Lateinamerika sehr fremd vor und letztlich wirkt es wie ein gewaltiger Schritt den man "schnell bereuen" könnte, falls einem der unbekannte Großstadtdschungel doch mal über den Kopf wachsen könnte. Ich kann euch beruhigen. In den zwei Semestern, daher zwei Mal komplett neue internat. Gesichter, habe ich nicht eine Person getroffen, die bereut hätte sich für Brasilien entschieden zu haben. In diesem Land seid und fühlt ihr euch fast schon unmöglich allein, die Menschen gehen immer auf dich zu und helfen wo und wie es nur geht. Wer Englisch spricht, kann ohne Zweifel schnell Portugiesisch lernen, gerade durch Ableitungsregeln (Emotion-Emoção, tradition - tradição usw.) kann man schon den Großteil der Sprache entschlüsseln. Wer bereits Spanisch spricht, darf sich auf ca. 70-80% Deckungsgleichheit freuen!

Würde ich Brasilien weiterempfehlen? Unbedingt! Würdest du dich wieder für Brasilien entscheiden? Das habe ich bereits! Wenn ihr weitere Fragen habt, kontaktiert mich gern über das International Office (outgoing@uni-potsdam.de) Und nun ab an die Arbeit, Brasilien wartet auf dich!

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