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Erfahrungsbericht eines Auslandssemester in Ribeirão Preto an der Universidade de São Paulo (FEA-RP)

Ein Auslandssemester erfordert einige Planung vorab. Man sollte sich Gedanken darüber machen, welches Semester das sinnvollste für ein Auslandssemester ist, da leider sowohl der Bachelor als auch der Master es einem sehr schwierig machen ins Ausland zu gehen. Das liegt zum einen an der kurzen Regelstudienzeit und zum anderen daran, dass viele Kurse immer nur alle zwei Semester angeboten werden, so dass als Folge eines Auslandsaufenthaltes unter Umständen ein zusätzliches Semester notwendig wird. Dennoch bin ich der Meinung, dass es sich lohnt.


Aufenthaltsdauer: 02/2012 - 07/2012

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Wenn man sich dann für Brasilien entschieden hat, würde ich unbedingt empfehlen einen Sprachkurs vorher zu belegen. In Brasilien sprechen nur wenige Leute Englisch und auch das Kursangebot ist überwiegend auf Portugiesisch. Als nächsten Schritt sollten die Unterlagen für sein Visum zusammenstellt werden. Das ist sehr Aufwendig und sollte vom Arbeitsaufwand nicht unterschätzt werden. Auf der Homepage von der Brasilianischen Botschaft findet man eine Liste mit allen notwendigen Dokumenten. Es ist sinnvoll frühzeitig mit der Botschaft abzuklären, ob die Unterlagen, die man einreichen will auch akzeptiert werden.

Man sollte auch daran denken, Verträge, wie beispielsweise Handy oder Fitness vorab stillzulegen und einen Nachmieter für die eigene Wohnung zusuchen. Es ist empfehlenswert möglichst früh mit der Planung zu beginnen, zumal auch die Klausurenzeit genau in die Vorbereitungszeit fällt. In meinem Fall endete das Semester in Deutschland Ende Februar während das Semester in Brasilien gleichzeitig auch Ende Februar begann. Es bleibt also nur wenig Zeit in den letzten Wochen vor dem Abflug.

Aufenthaltsdauer: 02/2012 - 07/2012

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Die Stadt Ribeirão Preto

Die Stadt Ribeirão Preto hat eine Einwohnerzahl von ca. einer halben Millionen Menschen. Sie liegt im Staat São Paulo. Mit dem Bus sind es ca. 4,5 Std. von São Paulo nach Ribeirão Preto. Im Gegensatz zu São Paulo hat Ribeirão Preto den Vorteil, dass es billiger ist und auch sehr viel wärmer. Die Temperaturen sind vielleicht für den einen oder anderen sehr gewöhnungsbedürftig. Im brasilanischen Sommer werden es ca. 30-40°C (Dezember-Februar) und im Winter sinkt die Temperatur nicht unter 15 Grad. Die Stadt ist im Großen und Ganzen gut überschaubar und die Verkehrsbelastung ist erträglich. Die Universität liegt ca. 20 Minuten mit dem Bus vom Zentrum entfernt. Es ist ein riesiger Universitätscampus der inmitten der Natur liegt und sehr hügelig ist.

Das Universitätsleben

Die Universität lässt sich vom Zentrum aus gut mit dem Bus, Cidade Universitario, der immer zur vollen Stunde an der großen Kathedrale abfährt, erreichen. Es gibt noch zwei weitere Busse, die alle 15 Minuten fahren, jedoch einen großen Bogen machen und daher nicht empfehlenswert sind. Dies ist natürlich nur interessant wenn man sich dafür entscheidet in der Stadt zu wohnen. Details zum Wohnen später in einem eigenen Kapitel.

Die erste Woche ist für die Austauschschüler eine Veranstaltungswoche. Diese eignet sich sehr gut um die anderen Austauschstudenten kennenzulernen. Ich war zu Beginn wirklich froh mit ein paar anderen internationalen Studenten Kontakte zu knüpfen, da diese sich in der gleichen Situation wie man selbst befinden. Ich hatte das Glück, dass ich die einzige deutsche Austauschstudentin an der Universität war,
sodass ich gar nicht erst in Versuchung gekommen bin deutsch zu reden, was sich für meine Sprachentwicklung als vorteilhaft herausstellte. Da viele Brasilianer während der Universität nebenbei noch arbeiten gehen und dementsprechend auch weniger Zeit haben, ist es sinnvoll sich mit ein paar anderen Austauschstudenten anzufreunden. Die Kurszeiten in Brasilien unterscheiden sich vollkommen von denen in Deutschland. Das liegt daran, dass die Brasilianer neben dem Studium oftmals Arbeiten oder Praktika machen. In Brasilien gibt es nicht wie in Deutschland das Gesetz, dass man als Student maximal 20 Stunden die Woche arbeiten darf, sondern es wird eine 30-36 Stunden Woche in den meisten Unternehmen vorausgesetzt. Die Universität bietet Morgenunterreicht und Abendunterricht an. Als Austauschstudent hat man die Möglichkeit sich Kurse aus jeweils beiden Blöcken  zusammenzustellen.

Die Kurse am Morgen gehen von 7:30-13Uhr (jeweils 3 Kurse) und abends von 17:00 - 22:30 Uhr, auch 3 Kurse. Man sollte vorab mit den Professoren seiner Heimatuniversität absprechen, welche Kurse anerkannt werden könnten und dementsprechend seine Kurse auch wählen. Es gibt in Brasilien Kurse mit zwei und vier Credits, was zwei bzw. vier Stunden in der Woche bedeutet. Als Austauschstudent muss man mindestens 12 Credits belegen, dass ist von der Universität dort vorgegeben. Die Kurse sind fast alle in Portugiesisch. Lediglich ca. 5 Kurse wurden auf Englisch angeboten. Diese werden überwiegend von Austauschstudenten belegt. Die Voraussetzungen zum Bestehen der Kurse dort, sind in der Regel 1-2 Klausuren, eine Hausarbeit und Präsentationen. Anders aber als an den meisten Universitäten in Deutschland besteht dort Anwesenheitspflicht. Ein besonderes Highlight, sind die Studentenparties. Insbesondere zu Beginn jeden Semesters werden viele angeboten. Die Tickets sollte man möglichst vorab kaufen, da die Preise sonst schnell steigen, desto später man die Tickets kauft. Meistens ist in dem Ticketpreis die „Openbar“ beinhaltet. Das bedeutet, soviel trinken wie man möchte. Dementsprechend sind diese Partys oftmals etwas wilder als wir es vielleicht aus Deutschland kennen. Aber es ist immer eine gute Möglichkeit um neue Kontakte zu knüpfen.

Zum Sportangebot an der Universität selber, kann ich nicht viel sagen, da ich selber keinen Sportkurs besucht habe. Aber es werden eine Vielzahl Kurse angeboten und auch das ist eine sehr gute Möglichkeit um Anschluss zu finden. Ich habe ein Fitnessstudio besucht, das sich im Zentrum der Stadt befand. Die Kosten betrugen 80 Reals im Monat und es war ein eher einfacheres Studio.

Wohnen

Vorab sollte man sich entscheiden, ob man lieber im Zentrum oder in der Nähe der Universität wohnen möchte. Ich habe im Zentrum gewohnt und kann das nur wärmstens empfehlen. Wenn man in der Nähe der Universität wohnt hat man zwar den Vorteil, dass der Weg zu Uni kürzer ist. Jedoch ist dort wenig los, insbesondere am Wochenende.

Die nächste Überlegung sollte sein, ob man in einer Wohngemeinschaft oder lieber alleine wohnen möchte. Eine Wohnung alleine zu finden ist wesentlich schwieriger. Die Universität hilft bei der Wohnungssuche und schickt einem circa einem Monat vor Abflug Wohnmöglichkeiten per Mail zu. Auch wird einem ein „Buddy“ zugeteilt, der für Fragen, sowohl vorab und während des Aufenthalts zur Verfügung steht. Also hat man bereits einen festen Ansprechpartner vor Ort. Ich hatte damals Hilfe von
meinem „Buddy“ bei der WG-Suche bekommen. Ich habe mit 5 Brasilianerinnen zusammen gewohnt. Dadurch hatte ich gleich Anschluss und es hat mir auch unheimlich mit der Sprache geholfen. Also wer gerne Leute um sich herum hat und unkompliziert ist, sollte sich auf jeden Fall eine WG suchen, in Portugiesisch heißt das „Republica“. Ich habe im Zentrum in einer 5er WG in einem etwas moderneren
Gebäude gewohnt und mir ein Zimmer geteilt, die Kosten betrugen 380 Reals monatlich.

Reisetipps während des Aufenthaltes

Brasilien ist ein sehr großes Land, das viele Reisemöglichkeiten bietet. Viele der Austauschstudenten hatten nur von Montag bis Donnerstag Vorlesungen. Das hat den Vorteil, dass auch Zeit zur Verfügung steht, das Land kennenzulernen. Falls das Geld da ist würde ich ein paar Trips innerhalb Brasiliens empfehlen. Wenn man sich über das Internet einen Flug buchen möchte braucht man allerdings eine CPF. Die sollte man sich im jeden Fall organisieren, da es sonst nicht möglich ist einen Flug über das Internet zu kaufen. In der Einführungswoche wird erklärt wie man eine CPF beantragen kann.

São Paulo ist ein Wirtschaftszentrum und es lohnt sich in jedem Fall ein Wochenende hinzufahren. Die Stadt bietet alles: Restaurants, Clubs, Bars und Museen. Leider ist São Paulo sehr teuer und es ist schwer von A nach B zu kommen. Von daher sollte man damit rechnen, dass man viel Zeit für die Wege einplant und auch Geld für Taxis.

Rio de Janeiro ist mit der Copacabana ebenfalls sehenswert. Ein verlängertes Wochenende sollte man sich die Stadt auf jeden Fall anschauen. Mit dem Bus von Ribeirao kann man über Nacht nach Rio fahren. Die Fahrt dauert ca. 11 Stunden und Kostet ca. 240 Reals (Hin- und Rückfahrt). Oder man bucht sich ein Flug, der dann zwar etwas teuerer wäre, aber bei dem man viel Zeit spart. Foz do Iguaçu, sind die berühmten Wasserfälle. Ich habe 5 Tage dort verbracht. Man kann sich die Wasserfälle sowohl von der argentinischen Seite als auch der brasilianischen angucken. Wenn man die Flüge im Vorhinein bucht gibt es für diese Strecke oftmals sehr gute Angebote. Ich habe für meinen Flug nur 240 Reals bezahlt.

Der Norden von Brasilien hat wunderschöne Ecken und Strände, vielleicht wäre auch für den ein oder anderen ein Flug nach Salvador eine Option und dann auf eine Insel namens Morro de São Paulo. Eine der wunderschönsten Ecken in ganz Brasilien, finde ich. Wobei auch Natal und Recife traumhafte Strände zu bieten haben. Den Süden von Brasilien kenne ich leider gar nicht. Ein paar Ecken sollen Ähnlichkeit mit Europa haben. 20 Austauschstudenten aus meinem Semester sind für eine Woche nach Florianópolis gefahren und die Bilder waren traumhaft und alle haben sehr davon geschwärmt.


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