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Erfahrungsbericht über ein Semester an der Universidade de São Paulo

Im Sommersemester 2011 absolvierte ich im Rahmen meines Masterstudiums der Fremdsprachenlinguistik an der Universität Potsdam ein Auslandssemester an der Universidade de São Paulo (USP) in São Paulo, Brasilien.


Studienfach: MA Fremdsprachenlinguistik (DaF/Kommunikationslinguistik)

Aufenthaltsdauer: 07/2011 - 12/2011

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Studenten, die sich für ein Auslandssemester in São Paulo interessieren, sollen sich an das Akademische Auslandsamt der Universität Potsdam wenden, weil die USP bereits die Partneruniversität der Universität Potsdam ist.

Als ich mich damals um meinen Studienplatz beworben habe, bestand noch keine Hochschulpartnerschaft zwischen den beiden Universitäten. Trotzdem konnte ich mich bewerben, das Akademische Auslandsamt der Universität Potsdam hat mir dabei geholfen und meine Unterlagen nach Brasilien geschickt. Nach etwa einer Woche bekam ich dann die Zusage von der Universidade de São Paulo.

Studienfach: MA Fremdsprachenlinguistik (DaF/Kommunikationslinguistik)

Aufenthaltsdauer: 07/2011 - 12/2011

Gastuniversität: Universidade de São Paulo

Gastland: Brasilien

Visum

Um ein Studentenvisum für Brasilien (Vitem IV) zu bekommen, braucht man ein polizeiliches Führungszeugnis, schriftlichen Nachweis der brasilianischen Bildungseinrichtung, die aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, den Nachweis darüber, wie der Lebensunterhalt in Brasilien finanziert wird (mindestens 600 € pro Aufenthaltsmonat), aktuelle Meldebescheinigung und das Flugticket. Um das Visum zu beantragen, muss man ein Online-Formular ausfühlen und anschließend ausdrucken. Es soll dann mit den restlichen Unterlagen der brasilianischen Botschaft vorlegen. Das Visum wird den deutschen Staatsbürgern innerhalb von 7 Arbeitstagen kostenlos erteilt.

Wenn man endlich geschafft hat, nach Brasilien zu kommen, es ist noch lange nicht vorbei. Es geht in Brasilien weiter. Mindestens innerhalb von vier Wochen muss man sich bei der Bundespolizei noch einmal anmelden. Dafür muss man aber erst online einen Termin ausmachen. Es ist empfehlenswert, den Termin schon in Deutschland auszumachen, weil man in der Regel ziemlich lange auf einen freien Termin warten muss. Und vor allem wenn man in Brasilien Masterseminare besuchen möchte, benötigt man eine Nummer (RNE - Registro National de Estrangeiros), die man nach der Anmeldung bei der Bundespolizei bekommt, um sich für die Kurse anzumelden.

Finanzierung

Der Lebensunterhalt in São Paulo ist ziemlich teuer, es handelt sich schließlich um eine der teuersten Städte Brasiliens. Deswegen sollte man sich Gedanken machen, wie das Auslandssemester finanziert werden soll, weil das Studentenvisum keine Arbeit in Brasilien erlaubt. Wer in Brasilien studieren möchte, sollte sich am besten über die Möglichkeiten zur Förderung durch ein Stipendium informieren. Eine genaue und detaillierte Auskunft zu den Bewerbungsmodalitäten und -fristen erhält man im Akademischen Auslandsamt. Ich selbst habe mich um das PROMOS-Stipendium beworben und es auch bekommen. Trotz des Stipendiums musste ich aber auch auf eigene Ersparnisse zurückgreifen.
Man muss mit monatlichen Gesamtkosten von 600-700 € rechnen, je nach Reiseverhalten können diese Kosten deutlich steigen.

Unterkunft

Die USP bietet ausländischen Studenten keine Unterkunft, deswegen sollte man mit der Suche nach eine Wohnung rechtzeitig anfangen. Es lässt sich vor allem www.easyquarto.com.br empfehlen, wo man entweder nach Angeboten suchen oder auch eine eigene Anzeige erstellen kann. Für ein Zimmer in São Paulo muss man etwa 350-600 R$ bezahlen. Universidade de São Paulo ist die beste öffentliche Universität in Brasilien. Ich habe da an der Faculdade de Filosofia, Letras e Ciências Humanas (FFLCH) studiert, na der folgende Studiengänge angeboten werden: Linguistik, fremdsprachliche Philologien, Geschichte, Geographie, Sozialwissenschaften, Philosophie. Für alle Austauschstudenten von dieser Fakultät wurde am ersten Semestertag ein Treffen organisiert, bei dem den Austauschstudenten erklärt wurde, wie man sich bei der Polizei anmelden soll, wie man sich für Seminare immatrikulieren kann usw. Unsere Ansprechpartner von CCInt (Akademisches Auslandsamt von der FFLCH) waren immer sehr hilfreich und kompetent. Jederzeit konnte man sich mit allen Problemen an sie wenden.

Studium

Was das Studium selbst betrifft, muss man sagen, dass man auf jeden Fall über gute Portugiesischkenntnisse verfügen soll, weil alle Seminare in dieser Sprache gehalten werden. Generell kann man sagen, dass man Portugiesisch in Brasilien ziemlich schnell lernt, weil viele Brasilianer der englischen Sprache nicht mächtig sind und so ist man „gezwungen“, portugiesisch zu sprechen. Trotzdem soll man vor dem Auslandssemester sich ein bisschen Zeit lassen, um ein Paar Sprachkurse zu besuchen.

Man soll beachten, dass alle Kurse ziemlich schnell ausgesucht werden müssen, weil es wenige Plätze für Austauschstudenten gibt. In der Regel hat man zwei Wochen um sich erst möglich viele Seminare anzuschauen, und danach kann man sich immatrikulieren. Danach erfolgt die Anmeldung, die so geregelt wird, dass diejenigen, die als Ersten kommen, können sich die Kurse wirklich aussuchen und der Rest wird in die Kurse immatrikuliert, die üblich bleiben. Das Problem betrifft aber nur Bachelorstudenten. In meinem Studiengang war ich die einzige Austauschstudentin, die den Master gemacht hat.

Die Seminare, die ich besucht habe, fand ich sehr interessant. Neu für mich war, dass Masterseminare in der Regel vier Zeitstunden dauern. In der Regel werden sie in eher kleineren Gruppen von 5-10 Studenten durchgeführt, manchmal gibt es auch Referate. Alle Dozenten waren auch immer sehr kompetent und hilfreich. Eine kleine Enttäuschung war aber für mich, dass ich nicht die Seminare besuchen konnte, die ich mir vor meinem Auslandssemester ausgesucht habe, weil sie nicht mehr angeboten wurden.

Die Uni bietet viele Freizeitmöglichkeiten an, zum Beispiel ein breites Spektrum an Sportarten, kostenloses Kino. Fast jeden Tag gibt es viele Partys und Veranstaltungen am Campus. Damit sich ausländische Studenten besser integrieren können, wird eine Art Tandem-Programm USP ifriends angeboten. Um daran teilzunehmen, muss man ein Formular ausfühlen, man soll einfach schreiben, was man studiert und wofür man sich interessiert, die Daten werden dann auf der Homepage veröffentlicht und USP-Studenten können sich einen passenden ifriend aussuchen. Ich habe über meinen ifriend viele Leute kennengelernt, die mir wirklich viel an der Uni geholfen haben, deswegen bin ich der Meinung, dass es sich auf jeden Fall lohnt, an dem Programm teilzunehmen.

São Paulo

Mit 10,6 Millionen Einwohner ist São Paulo die größte Stadt Brasiliens und die fünftgrößte Metropolregion der Welt. Die Stadt ist auch die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. São Paulo ist das wichtigste Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum des Landes. Für mich war vor allem das endlose Kulturangebot mit zahlreichen Theatern, Museen, Kinos, Ausstellungen usw., sehr interessant. Insgesamt kann man sagen, dass die Stadt durch Einwanderer aus ganzer Welt sehr kulturell geprägt ist, die größten Einflüsse sind jedoch aus Portugal, Italien, Deutschland, Japan. Die Einwohner der Stadt São Paulo werden paulistanos genannt.


Rückblick

Für mich war das Auslandssemester eine tolle Erfahrung. Die Universität und Professoren haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und ich werde es jederzeit wieder machen. Darüber hinaus ist Brasilien ein wunderschönes, unglaublich interessantes und vielfältiges Land und es lohnt sich, es kennenzulernen.

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