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Erasmus in Antwerpen

Vor meinem Erasmus-Aufenthalt im Wintersemester 2016/17 bekam ich über das Nachrück-Verfahren einen Platz an der Uni Antwerpen. Vorab bekam ich zahlreiche Informationen via E-Mail, die mich regelmäßig an alle entsprechenden Termine und Formalitäten (Einstufungstests, Ausfüllen von Fragebögen mit persönlichen Informationen) erinnerten. Nach einigen Unklarheiten zum korrekten Ausfüllen des ‚Learing Agreements‘ wusste ich nach Rücksprache mit Frau Kettmann und Frau Kletzin, was ich beachten musste. Leider war nur der Kursplan vom vorherigen Semester einsehbar, sodass ich die hundertprozentige Gewissheit über tatsächlich stattfindende Kurse erst kurze Zeit vor Semesterstart hatte. Ebenfalls über das Nachrückverfahren bekam ich einen Platz beim ‚Survival at arrival‘-Kurs. Dieser brachte mir einerseits kulturelle landestypische Gegebenheiten näher, versorgte mich mit Informationen zur ersten Orientierung in Antwerpen, als auch für die Uni Antwerpen. Vor allem lernte ich Basis-Wissen der flämischen Sprache (niederländisch).


Studienfach: Verwaltungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Universiteit Antwerpen

Gastland: Belgien

Studium an der Gastuniversität

Mit dem Start des Semesters bekamen wir eine einstündige Einweisung in das elektronische Verwaltungssystem der Uni Antwerpen (SISA und Backboard) und konnten entsprechende Fragen zu Einschreibung, Credit Points und co. loswerden. Der Betreuer unserer Fakultät war zudem sehr freundlich und stand uns auch im Verlauf des Semesters Frage und Antwort.
Der Studienalltag gestaltete sich anders als ich es von der Uni Potsdam gewohnt war, was prinzipiell den Mehrwert eines Erasmus-Aufenthaltes darstellt. So hatten wir so gut wie keine Gruppenarbeit und sind aus diesem Grund mehr unter den Erasmus-Studierenden geblieben. In der kompletten Kommunikation mit jeglichen Dozenten und Universitätsmitarbeitern ist die Email-Kommunikation sehr informell, jedoch entstand bei mir der Eindruck, dass trotzdem sehr bewusst eine Hierarchieebene geschaffen wurde und die Interaktion nicht immer auf Augenhöhe geschah. Dies könnte beispielsweise daran liegen, dass die Studenten in Belgien meist nicht über 23 Jahre alt sind (da es so gut wie keine alternativen Bildungswege gibt) und das Verhältnis eher einer Lehrer-Schüler-Beziehung ähnelt. Generell ist das Niveau an Universitäten in Antwerpen sehr hoch. Diese Erkenntnis wurde mir von mehreren Studenten bestätigt. So waren wir uns nach dem Erasmus einig, dass Antwerpen eine traumhaft schöne Stadt ist, jedoch das Studium auch eine gewisse Herausforderung birgt. Entscheidet man sich nach Antwerpen zu gehen und möchte ein entspanntes Erasmus haben, wird man wahrscheinlich enttäuscht. Man sollte somit im Hinterkopf haben, dass die Uni sehr viel abverlangt und es in der Benotung keinerlei ‚Erasmus-Bonus‘ gibt, wie man es aus zahlreichen anderen Erfahrungsberichten überliefert bekommt.
Die Uni für Politikwissenschaftler befindet sich in einem sehr schönen alten Gebäude (Stadscampus), das an eine Harry Potter-Filmkulisse erinnert. Die Uni Antwerpen war jedoch in viele verschiedene Campi aufgeteilt und bot zahlreiche Einrichtungen. Besonders interessant wurde die Uni für mich in der Prüfungsphase. Gate 15, eine lokale Studienorganisation, bot Studierenden kostenfrei im Rahmen des Projektes ,,Study 360°“ die Möglichkeit in über 15 verschiedenen Locations in Antwerpen für die Prüfungen zu lernen. Diese Locations waren beispielsweise in Burgen, Unternehmenssitzen, Museen, Kaufhäusern und alten Kirchen. Und damit nicht genug – zusätzlich zu dem ‚kreativitätsfördernden Tapetenwechsel‘ wurde in jeder der verschiedenen Einrichtungen auch kostenfreies WLan, Obst, Wasser, sowie kostenfreier Kaffee und Oropax angeboten. Dies half mir persönlich ungemein auch in der dunklen Jahreszeit Spaß am Studium zu behalten.

Studienfach: Verwaltungswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Universiteit Antwerpen

Gastland: Belgien

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Den Kontakt zu Einheimischen kann man finden, sofern man ihn aktiv sucht. Ich hatte diesen Kontakt sowohl über meinen Buddy als auch über einen alternativen Garten, in dem wir uns von Zeit zu Zeit aufhielten, und über meine Arbeit in einem Oxfam-Shop. Es ist möglich, dass auch verschiedene ESN Veranstaltungen dazu einluden in Kontakt mit Einheimischen zu treten, jedoch mieden wir diese Veranstaltungen, da unsere Gruppe mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren weniger an den ESN-Veranstaltungen interessiert war. Stattdessen organisierten wir uns unsere eigenen Pub- und  Clubbesuche, sowie Ausflüge. Ich denke jedoch, dass das ESN für die jüngeren Studenten ein vielfältiges und interessantes Freizeitprogramm bereithält. Eine weitere Variante mit Einheimischen in Kontakt zu treten ist das Kennenlernen über die zahlreichen Sportaktivitäten der Uni Antwerpen. Für 20 € hat man die Möglichkeit das gesamte Kursangebot der Uni zu nutzen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine sprachlichen Kompetenzen haben sich teilweise verbessert. Durch schwierige Texte an der Universität habe ich nach dem Aufenthalt das Gefühl sicherer in der fachlichen Sprache zu sein. Leider hatte ich sehr viele Schweizer, Österreicher und vor allem Deutsche um mich herum. Trotzdem ich gerne und viel Zeit mit Ihnen verbrachte, war ich dadurch nicht gezwungen regelmäßig englisch zu sprechen.

Wohn-  und Lebenssituation

Die Suche der Unterkunft erfolgte bei mir via Kotweb. Fündig wurde ich allerdings aufgrund einer zufällig gefundenen Facebook-Posts, durch den ich zu meinem Zimmer in Borgerhout, einem Stadtteil östlich in Antwerpen kam. Das Haus im typischen belgischen Stil teilte ich mir mit vier weiteren Studierenden. Der Vermieter (Vandamme) setze einen Vertrag auf, der an die Vorlage der Wohnheimvermittlung der Uni Antwerpen angelehnt war. Ich bezahlte in meinem Zimmer, das glücklicherweise kaum Wohnheimcharme hatte mit 320€ warm bedeutend weniger als alle meine Kommilitonen, die näher am Stadscampus wohnten. Meine Nachbarschaft war sehr multikulturell, jedoch durch eine sehr aufstrebende alternative Szene und das benachbarte Kulturhaus ‚de Roma‘ sehr empfehlenswert. Die Unterkunft fand ich ca. sechs Wochen vor Einzug.


Rückblick

Folgende Tipps würde ich rückblickend geben: Das Vorlesungsverzeichnis, das man vorab bekommt, sollte genau studiert werden. Es ist enorm wichtig, dass man sich ausführlich vorab mit dem Semesterangebot befasst, damit man am Ende auch motiviert ist und auf die Leistungspunkte kommt. Für Politikwissenschaftler gab es im Master vorwiegend Kurse mit wirtschaftlichem Fokus. Es soll ab Ende 2017 ein neuer Studiengang für Politikwissenschaftler entstehen. Dieser könnte dafür sorgen, dass es für Politik- und Verwaltungswissenschaftler ein umfangreicheres Angebot gibt.
Die Hafenstadt Antwerpen ist für alle Leute interessant, die kleine verwunschene Locations mögen, kultur-, architektur- und modeinteressiert sind und viele Ausflüge machen wollen. Auch nach 5 Monaten habe ich lange nicht alles machen können, was die Stadt zu bieten hat. Die Stadt Antwerpen ist eine aufstrebende Stadt voller kreativer Köpfe und wird sich wahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahre mehr und mehr auch international einen Namen machen.

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