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Erfahrungsbericht über ein Auslandssemester an der Katholieke Universiteit Leuven

Die Kontaktaufnahme verlief einfach und unkompliziert. Mein ERASMUS – Koordinator meldete mich an und gab mir die E-mail – Adresse des zuständigen Betreuers in Leuven für Religionswissenschaften sowie deren Sachbearbeiterin. Beide beantworteten meine Fragen umgehend und zufriedenstellend.


Studienfach: Lebensgestaltung - Ethik - Religionskunde

Aufenthaltsdauer: 09 /2011 – 02 /2012

Gastuniversität: Katholieke Universiteit Leuven

Gastland: Belgien

Da LER neben der Religionswissenschaft ebenso Psychologie und Philosophiebeinhaltet, erkundigte ich mich vorab, ob es für mich auch möglich sei, Kurse für diese Fachbereiche zu belegen. Dies wurde mir bewilligt, mit der Auflage, mindestens 50 Prozent meiner Kurse aus der Religionswissenschaft zu belegen. Rechtzeitig wurden mir umfangreiche Bewerbungsunterlagen zugesandt, die für mich sehr  hilfreich waren und mir in jeglicher Hinsicht Informationen gaben, z.B. an wen ich mich für spezielle Belange wenden muss, wann ich wo erscheinen muss, Internetlinks etc. Somit fühlte ich mich ausreichend informiert und in dieser Hinsicht sicher, meinen Weg nach Leuven anzutreten.

Ankunft an der Gastuni

Dort angekommen fand ich eine wirklich sehr gut organisierte und verständliche Anmeldesituation vor. Alles war sehr gut ausgeschildert und zusätzlich standen jederzeit und überall Hilfspersonen zur Verfügung, die z.B. die Computer betreuten, bei denen man seine Studierendenkarte und Account vor Ort aktivierte. Erstere bekam ich umgehend, mit Foto, welches sofort geschossen und auf die Karte gedruckt wurde. Auch generell ist das Studiensystem meiner Meinung nach gut durchdacht und organisiert. Alles läuft eingefahren und reibungslos ab. Es ist alles klar und verständlich und wenn man Fragen hat, wird einem freundlich und umfangreich geholfen. Der einzige Bereich, der meiner Meinung nach kompliziert ist, ist das Universitätslehr- und Studienorganisationsportal / Web-Portal, welches ich ohne Hilfe meiner Mitstudenten nicht verstanden hätte. Einmal verstanden, geht es dann jedoch. In Bezug auf die technische Ausstattung ist zu sagen, dass die KU Leuven über zahlreiche und Bibliotheken und Computerräume verfügt, welche über die gesamte Stadt verstreut sind und zur Verfügung stehen. Die Öffnungszeiten könnten meiner Meinung nach jedoch während des Semesters ausgedehnt werden. Zum Beispiel ist es am Samstag nach 13 Uhr nicht mehr möglich in einer Bibliothek zu lernen. In der Woche schließen sie um 19 Uhr. Dies gilt nicht während der Examenszeit am Ende des Semesters, jedoch begrenzt sich dies lediglich auf den letzten Monat (siehe weiter unten).

Studium

Ich nahm hauptsächlich an englischen Lehrveranstaltungen in den Fachbereichen der Religionswissenschaft, Philosophie sowie der pädagogische Psychologie teil. Diese sind ebenso gut organisiert und vielseitig im Angebot. Betreuungsprogramme durch dortige Studenten habe ich nicht kennen gelernt. Die Dozenten / Professoren und Verwaltungsmitarbeiter standen ausreichend zur Verfügung. Man hatte immer einen Ansprechpartner und es wurde einem freundlich, persönlich und positiv zugewandt begegnet. Die Leistungsbewertung war meiner Meinung nach angemessen. Es war anspruchsvoll, aber sehr fair und vor allem sehr freundlich und persönlich.

Trotzdem: ein großer Unterschied in Bezug auf Deutschland sind die Anforderungen. Für 4 bzw.in der pädagogischen Psychologie 5) Credit Points wird ein Ausmaß an Arbeit verlangt, welches ich aus Deutschland nicht annähernd kenne. Neben dem Einreichen von oft zahlreichen Essays oder Hausarbeiten, findet am Ende des Kurses immer (mit Ausnahme einer meiner Kurse) ein mündliches Examen am Ende des Semesters statt. Besteht man dieses nicht, waren alle zuvor eingereichten Arbeiten umsonst. Generell ist zu sagen, dass die Examenskultur an der KU Leuven geprägt ist von intensivstem Lernen. Das heißt, alle Studenten sitzen von morgens bis abends in der Bibliothek, welche bis 22 Uhr geöffnet hat. Es ist 10 Minuten nach Einlass unmöglich noch einen Platz in einer der zahlreichen Bibliotheken in der Stadt zu bekommen. Die Schlange vor den Bibliotheken, sogar 20 Minuten vor Einlass ist riesig. Die Atmosphäre ist dennoch sehr angenehm unter den Studenten, ob in den Kursen oder in der Bibliothek, ich habe mich sehr wohl gefühlt, auch wenn in der Examensphase ein unglaublich hoher Druck auf allen lastet. Es geht um alles oder nichts, so fühlt es sich an und die ganze Stadt ist geprägt von den Examen. Die Bars und Clubs sind leer, die Bibliothek und Mensen verlängern ihre Öffnungszeiten und haben sogar am Sonntag geöffnet. Alles dreht sich um die Examen. Mein ganzer Freundeskreis verschwand und man sah nur diejenigen Freunde, mit denen man den ganzen Tag in der Bibliothek verbrachte. Diesem Druck ausgesetzt zu sein, muss man, denke ich, lernen. Für mich und die anderen ERASMUS – Studenten war es größtenteils sehr schwierig, mit diesem umzugehen. Umso größer ist die Erleichterung anschließend, wenn sich Leuven in eine einzige große Party verwandelt.

Kontakte zu ausländischen und einheimischen Studierenden

Die Atmosphäre zwischen den ausländischen Studierenden ist einmalig und großartig. Ich habe noch nie in meinem Leben so offene Menschen kennen gelernt. Leuven unter den ausländischen Studenten scheint wie eine große Familie. Jeder kennt Jeden und wird akzeptiert so wie er ist. Dies wird von etlichen Programmen und organisierten Aktivitäten der KU Leuven und auch der Stadt Leuven tatkräftig gefördert. Die „Orientation Days“ zu Beginn des Semesters sind wunderbar aus jeglicher Hinsicht. Einwandfrei organisiert, so dass einfach alles reibungslos funktioniert. Dort werden die ersten und grundlegendsten Kontakte geschaffen, die den sozialen Grundstein des gesamten ERASMUS- Aufenthaltes legen. Dort finden sich Freunde für den gesamten Aufenthalt. Aber auch anschließend wird das Knüpfen von sozialen Kontakten erleichtert und unterstützt durch Angebote wie Tagestrips in andere Städte Belgiens oder auch Wochenendreisen in die umliegenden Länder, die man buchen kann. Es werden Willkommens - Parties in der größten Mensa veranstaltet, welche ebenfalls einwandfrei organisiert sind, vom Personal, das auf Ruhe außerhalb achtet, bis hin zur technischen Ausstattung. Das ganze Jahr werden zahlreiche und vielseitige Aktivitäten angeboten. Es ist perfekt meiner Meinung nach, denn die Veranstaltungen sind interessant, es wir d nie langweilig und man lernt permanent neue Leute kennen.

In Bezug auf die belgischen Studenten ist es allerdings schwieriger Kontakte herzustellen. Die Belgier sind sehr zurückhaltende, freundliche Menschen, die niemals persönliche Grenzen überschreiten würden. Sie sind sehr nett und man fühlt sich wohl, jedoch ist es schwer einen Zugang zu ihnen zu bekommen. Dies liegt sicherlich einerseits an der Mentalität, andererseits an der Sprache. Englisch sprechen kann so ziemlich Jeder, aber ich merkte öfters, dass sie sich nicht wohl dabei fühlten und lieber ihre vertraute Sprache und Menschen um sich herum hatten. Dadurch entstand eine Art ERASMUS – Parallelwelt. Die einheimischen und die ausländischen Studierenden. Es war keineswegs so, dass man sich nicht mochte, man blieb trotzdem unter sich.

Wohnen

Die Wohn- und Lebenssituation in Leuven im Vergleich zu Deutschland ist niedriger. Der Standard der Zimmer ist teilweise sehr niedrig. Um sich zu „schützen“ hat die KU Leuven einen „Housing Service“ eingerichtet, zu dem man als Neuankömmling kommen kann und eine Liste mit zur Verfügung stehenden Zimmern bekommt. Es stehen einem Telefone zur Verfügung, für die man nichts zahlen muss. Es existiert ebenso eine schwarze Liste von den sogenannten „Landlords“ (Vermietern), die betrügen und über die Beschwerden kamen. Ich würde den Housing Service als erste Anlaufstelle sehr empfehlen, denn einfacher geht es nicht, ein Zimmer zu finden. Zusätzlich ist das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Hat man dann eine Zusage zur Zimmerbesichtigung stellt man fest, dass der Standard der Zimmer teilweise erschreckend ist. Man sollte keine hohen Ansprüche haben bzw. sich schnell an einfache und im Winter teilweise sehr kalte Zimmer gewöhnen. Ebenso hörte ich von vielen Freunden, dass das warme Wasser im Winter ausgefallen ist und die belgische Mentalität neigt nicht zur Schnelligkeit. Auch wenn es in einigen Fällen um Mäuse im Zimmer ging. Das heißt: jede Wohnsituation hängt stark von den Landlords ab und manche kümmern sich, manche gar nicht und manche erst nach einiger Zeit und mehrmaligen Anrufen.

Ich fand glücklicherweise gleich zwei Räume an einem Tag. Der erste war gewöhnungsbedürftig und der zweite war schlicht, aber schön, wenn auch mit einer ungewöhnlichen Wohnsituation behaftet. Ich wohnte in einem Haus mit drei Stockwerken, in dem sich im Erdgeschoss die Arztpraxis von fünf Doktoren befand. Das heißt, ich musste, um in mein Zimmer in den ersten Stock zu gelangen, die komplette Praxis durchqueren, mit Alditüte oder auch mit Müllsack. Das schien aber für Niemanden ein Problem. Im ersten Stock befand sich ebenfalls die Praxis einer Kommunikationstrainerin, so dass es keine Seltenheit war, dass sich Klienten vor meinem Zimmer platzierten, um auf den Eintritt zu warten. Ebenso musste ich mir das Badezimmer mit allen Anwesenden im Haus teilen. Doch ich kann sagen, man gewöhnt sich an alles und ich fühlte mich dennoch sehr wohl und wurde immer gefragt, ob alles in Ordnung sei. Die anfängliche Besprechung und Einweisung (Feuereinweisung etc.) war sehr persönlich und familiär und es wurde sogar Kuchen für mich und meine drei belgischen Mitbewohner gekauft und auf unsere Wünsche eingegangen. Es war mir klar, dass es im Ausland anders würde und da ich mehr Wert auf Atmosphäre, als auf hohen Standard lege, fühlte ich mich sehr wohl. Eine Besonderheit, die mir noch zu den Küchen auffiel ist, dass diese in Belgien keinen Herd besitzen (ich kenne jedenfalls Niemanden, der einen hatte).

Der Mietpreis beläuft sich für ein einziges Zimmer auf ca.300€ monatlich, das war bei Jedem der Fall. Das Internet wird von der KU Leuven zur Verfügung gestellt und wird mit ca.90€ für ein akademisches Jahr berechnet, was jedoch an die Landlords gezahlt werden muss. Einige Freunde besaßen ein Studio, also eine Ein-Zimmer-Wohnung mit eigenem Bad und Küche. Der Preis dafür belief sich auf ca.450-500€ im Monat. Die Studios haben in der Regel einen höheren Standard als die einzeln zu mietenden Räume.

Hilfreiche Tipps

Das Stadtbild von Leuven ist aufgebaut wie ein Kreis, der von einem Straßenring umgeben ist. In diesem Ring befindet sich der Stadtkern und dort findet alles statt. Die meisten Unigebäude (welche übrigens in der kompletten Stadt verstreut sind, daher ist Leuven quasi eine Art Riesencampus) befinden sich innerhalb des Ringes. Die meisten Studenten haben ein Fahrrad. Es herrscht eine regelrechte Fahrradkultur. Man kann ein Fahrrad für sehr wenig Geld pro Woche / Monat / Semester oder Jahr bei „Velo“ mieten, je nachdem, wie lange man bleibt. Ich hatte nie eins und konnte gut alles zu Fuß erreichen, auch wenn ich hin und wieder mal 20 Minuten oder ein wenig mehr laufen musste, aber das waren Ausnahmen. In der Regel ist alles ablaufbar und am Schnellsten ist man mit dem Fahrrad, was jedoch auch hin und wieder geklaut wird. Dann ist die Kaution weg. Alternativ kann man auch den Bus nehmen. Ich habe nie einen Bus genommen und meine Freunde auch nicht, denn alle besaßen Fahrräder. Es ist jedoch im Studierendenausweis inbegriffen, jedoch nur wirklich notwendig, wenn man außerhalb des Ringes wohnt und kein Fahrrad besitzt.

Um Geld zur Verfügung zu haben und Abhebungen vorzunehmen, habe ich meine Bankgeschäfte bereits im Voraus geklärt und zu meinem regulären Girokonto eine Auslandsfunktion hinzugebucht und zudem eine VISA – Karte bekommen. Ich denke, das ist die einfachste Lösung und man hat in Leuven zahlreiche Banken (wie zum Beispiel die ING DIBA), bei denen man problemlos mit beiden Karten Geld abheben kann. Ebenso kann man mit beiden Karten in den Geschäften bezahlen. Einige wenige Geschäfte akzeptieren nur landesinterne Karten, dies ist jedoch die Ausnahme.

Eine Auslandskrankenversicherung ist bei meiner Krankenkasse (Techniker Krankenkasse) EU-weit mit inbegriffen. Diese deckt die notwenigsten Leistungen ab, was meiner Meinung nach ausreicht. Möchte man Leistungen inbegriffen haben, die über die Basics hinausgehen, kann man eine Zusatzauslandsversicherung abschließen, was in meinem Fall nicht nötig war. In Belgien werden Arztbesuche anders geregelt, als in Deutschland. Man zahlt in Bar und lässt sich eine Quittung ausstellen. Diese reicht man dann bei seiner Krankenkasse ein und bekommt das Geld zurück erstattet (wie viel hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab). Ich musste den Arzt ein Mal zu Beginn meines Aufenthaltes aufsuchen und war sehr verunsichert, welche Summe auf mich zukommen würde. Für die 3minütige Nachsicht meines Rachens und der Ohren, wurden mir dann etwas mehr als 40€ berechnet, was ich sehr überteuert fand. Bemerken möchte ich noch, dass der Besuch des Arztes in den Abendstunden teurer wird, da diese dann einen Abendzuschlag berechnen.

Die Lebenshaltungskosten sind in fast allen Bereichen generell teurer, als in Berlin und Potsdam. Essen gehen sollte man als Student vermeiden, denn es ist kaum erschwinglich, wenn man die Geheimtipps nicht kennt, denn einige wenige Ausnahmen gibt es. Bei der Mensa ist es genauso. Man kann günstig essen, kann jedoch auch Geld dort lassen. Supermärkte sind auch teurer, jedoch gibt es auch in Leuven Aldi und Lidl, die ähnliche Preise wie in Deutschland haben. Die Wohnraumkosten bewegen sich, wie oben bereits erwähnt, für ein Zimmer zwischen 300€ und für ein Studio zwischen 450 – 500€. Belgien ist bekannt für Bier, bei der man eine große Auswahl hat. Alle trinken es. Je nach Qualität des Bieres, fängt dieses bei im besten Falle 1€ an und hört bei 3,50€ auf. Dazu muss man sagen, dass das Bier, das sich im 3-3,50€ Bereich bewegt, weitaus stärker ist, als in Deutschland (8-12% Alkohol), so dass man davon eh nur eins, höchstens 2 trinken kann. Die günstigste Alternative für Alkohol sind die sogenannten FAK-Bars, die Bars der jeweiligen Fakultäten. Dort ist alles sehr günstig. Das Essen in Belgien ist geprägt durch Fritteusen. Es wird quasi alles frittiert, was frittiert werden kann und Pommes werden zu fast allen Gerichten serviert, unabhängig von der Qualität des Restaurants. Wenn man auf gesunde Ernährung wert legt, sollte man daher selbst kochen.

Freizeit

Freizeitangebote werden in Leuven ebenfalls angeboten. Die Uni bietet ein zahlreiches und vielseitiges Sportprogramm an, welches, abgesehen von einigen Ausnahmen wie z.B. reiten oder Tennis, kostenlos ist. Es gibt ebenso ein internes Fitnessstudio, für welches man pro Semester 30€ zahlt. Es gibt zudem auch private Fitnessstudios, für die man aber weitaus mehr zahlt. Ein Schwimmbad wird von der KU Leuven auch angeboten, jedoch ist das „öffentliche“ Schwimmen, auf drei Tage und nur einige Stunden begrenzt, da ansonsten die Schwimmkurse stattfinden. Ansonsten gibt es noch Billardcafés oder Bowlingbahnen in Leuven sowie eine Kletterhalle. Die meisten Aktivitäten belaufen sich jedoch auf den sozialen Aktivitäten. Es werden jeden Tag Aktivitäten und Veranstaltungen angeboten. Die Stadt hat fast jedes Wochenende ein großes Fest, wie Festivals jeglicher Art. Die einzelnen Fakultäten lassen sich immer etwas einfallen, wie bestimmte Mottoparties, wo z.B. jeder sein T-shirt von den anderen beschriften lassen muss (eine schöne Erinnerung) oder z.B. professionelle Biertastings etc.

Es ist eine sehr lebendige, vielseitige und kreative Stadt. Es wird niemals langweilig, wenn man sich entschließt, an den Veranstaltungen teilzunehmen (obwohl man natürlich aufgrund der Uni nicht an allen teilnehmen kann, zumal viele Veranstaltungen aufgrund der Anzahl auch parallel stattfinden). Ein beliebtes „Hobby“ der ERASMUS Studenten ist das Besichtigen der wunderschönen und empfehlenswerten Städte in Belgien. Da Belgien nicht groß ist, fährt man mit der Bahn höchstens 1 ½-2 Stunden bis in die entfernteste Stadt. Ich kann definitiv Brügge, Genth, Antwerpen und Brüssel empfehlen. Die Küste ist ebenfalls immer nett, die Stadt Oostende, in der der Zug hält, ist jedoch nicht wirklich schön. Zum Reisen mit der Bahn ist zu sagen, dass es sich empfiehlt einen Go-Pass zu kaufen. Ist man unter 26 Jahre (jedoch wurde Alter nie kontrolliert) zahlt man für zehn Fahrten 50€ und kann solange in eine Richtung fahren, bis man angekommen ist (auch mit Umsteigen). Für die Rückfahrt muss man die nächste Fahrt eintragen. Das heißt, man kann für 10€ hin und zurück fahren. Für über 26 jährige gibt es eine Alternative, die 75€ kostet.

Studienfach: Lebensgestaltung - Ethik - Religionskunde

Aufenthaltsdauer: 09 /2011 – 02 /2012

Gastuniversität: Katholieke Universiteit Leuven

Gastland: Belgien


Rückblick

Rückblickend kann ich mit Sicherheit sagen, dass mein ERASMUS – Jahr in Leuven das schönste meines Lebens war. Es ist meiner Meinung nach die perfekte Stadt zum Studieren, von jedem Gesichtspunkt aus gesehen. Die Universität ist qualitativ sowie organisatorisch sehr gut und einwandfrei. Die internationalen Studenten sind offen und aktiv und daran interessiert ein Netzwerk miteinander zu bilden, in dem man sich sehr wohl und aufgehoben fühlt. Dies wird unterstützt durch die vielen Freizeitangebote der Universität sowie der Stadt Leuven. Die Stadt ist lebendig, dynamisch, innovativ und jung (jeder zweite ist ein Student). Die Atmosphäre ist sehr gut. Alle gehen sehr respektvoll und wertschätzend miteinander um. In Bezug auf die Belgier sind diese sehr freundlich und zuvorkommend, wenn auch etwas distanziert. Die Kriminaltätsrate ist sehr gering. Die einzigen Delikte, von denen ich je hörte, waren gestohlene Fahrräder. Zu jeder (!) Uhrzeit habe ich mich sicher gefühlt. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. Man kennt sich und alles ist sehr persönlich und familiär. Zudem ist Leuven einfach wunderschön und hat viele sehenswerte Dinge, wie das Weltkulturerbe „Begijnenhöfe“ oder das Zuckergussrathaus und Vieles mehr. Ich kann nur jedem empfehlen, dort sein ERASMUS – Jahr zu verbringen. Es kann nur gut werden, denn man ist in jeglicher Hinsicht gut aufgehoben und auch wenn es etwas teurer ist, als in Potsdam und Berlin, ist es erschwinglich und man findet günstige Alternativen. Um etwas Nachteiliges zu nennen, könnte ich den Wohnstandard sowie die Distanziertheit der Belgier nennen, vielleicht auch die etwas langsamere Abhandlung von allem. Jedoch überträgt sich diese gelassene und ruhige Art auf einen und man übernimmt die ruhige Grundhaltung der Belgier, was mir persönlich gut tat. Man wird generell entspannter.

Als Tipp kann ich nur mitgeben, sei offen für Neues und du wirst in Leuven eine wunderbare, vielleicht auch die beste, Zeit deines Lebens verbringen. Denn Leuven bietet so viel – aus jeglicher Hinsicht und in jedem Bereich.

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