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Auslandssemester an der Macquarie University Sydney

Ich studiere Anglophone Modernities in Literature and Culture und da ist es für mich selbstverständlich, wenn möglich, ins Ausland zu gehen. Da ich bereits in Amerika ein High School Semester gemacht habe und in England bereits ein Praktikum abgeschlossen hatte, wollte ich entweder nach Australien, Neuseeland oder Kanada. Meine Wahl fiel recht schnell auf Australien. Eigentlich wollte ich an die La Trobe in Melbourne gehen, aber als das Angebot für die Macquarie University kam, habe ich sofort zugesagt. 


Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 02/ 2017 – 06/ 2017

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Dadurch, dass es sich um eine Partnerhochschule handelt, musste ich keine Studiengebühren entrichten. Dennoch hatte ich schon von einigen Freunden gehört, dass es in Australien sehr teuer sein soll. Deshalb habe ich mich für ein PROMOS-Stipendium beworben und bei der kfw einen Studienkredit aufgenommen. Was die Sprache anging, so absolviere ich mein Studium generell in Englisch, dennoch habe ich zum zweiten Mal den IELTS-Test gemacht, da der erste schon zu lange her war. Man muss eine bestimmte Punktzahl als Bewerbungsvoraussetzung erreichen, aber mit ein bisschen Übung ist dies gar kein Problem. Des Weiteren benötigt man ein Motivationsschreiben und das Gutachten eines Dozenten. Ich bin als Studentin des Programmes Master of Research (MRes) im ersten Jahr (Year 1/Session 1) zur Macquarie gegangen. Im Gegensatz zum Year 2/ zur Session 2 habe ich nicht nur für meine Masterarbeit recherchiert und daran geschrieben, sondern konnte Kurse belegen.

Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 02/ 2017 – 06/ 2017

Gastuniversität: Macquarie University

Gastland: Australien

Studium an der Gastuniversität

Das eigentliche Semester sollte am 27.02.2017 beginnen. Eine Woche vorher jedoch begann die O-Week (Orientierungswoche). Dort bekommt man die Gelegenheit, überall einmal reinzuschnuppern, sich Projekte und Organisationen anzuschauen und teilzunehmen. Darüber hinaus gibt es Bibliotheks- und Campusführungen. Es ist praktisch eine Vorstellungswoche der Universität. Dort kommt man auch in Kontakt mit anderen Studierenden, ob national oder international. Für mich hat diese Woche sehr viel ausgemacht. Ich habe Leute getroffen, mit denen ich bis zum Ende hin befreundet war. Außerdem habe ich mein Institut und meine Professoren kennen gelernt.

Mit dem MRes Head Quarter war die Kommunikation auch sehr leicht und alle waren sehr hilfsbereit. Generell kann ich sagen, dass sich die Leistungsanforderungen und das Studienklima nicht viel von denen an der Universität Potsdam unterscheiden. Die Kurse waren stets auf sehr hohem Niveau und einem wurde viel abverlangt. Ich musste extrem viele Texte lesen, aber wenn die Professoren wissen, welche anderen umfangreichen Seminare man noch belegt hat, sind sie sehr rücksichtsvoll. Ich musste in den Seminaren ein kurzes und ein langes Essay schreiben und in einem Kurs noch dazu eine Präsentation ablegen. Für mich war das eine ganz schöne Umstellung, da ich 15-Seiten Hausarbeiten gewohnt bin und keine 2500-Wörter Essays. Aber die Kommilitonen und die Professoren haben mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Was den Campus betrifft, war ich positiv beeindruckt. Der Foodcourt ist groß und es gibt eine Menge Auswahl an verschiedenen internationalen Gerichten. Die Bibliothek hatte perfekte Öffnungszeiten, meistens von 8:00 Uhr morgens bis 1:00 Uhr nachts. Die Auswahl an Materialien vor Ort sowie der Online Zugang zu Quellen war sehr umfangreich.

Was den Kontakt zu australischen Studierenden betrifft, so habe ich in den Seminaren nur mit nationalen Studenten zu tun gehabt. Außerhalb der Klassenräume habe ich mich eher mit anderen internationalen Studenten getroffen. Es kommt auf jeden Fall auf das Studienfach an, viele meiner Freunde hatten einen Vorlesungssaal voller internationaler Studierenden.

Meine Sprachkompetenz hat sich wahrscheinlich minimal verbessert, was daran liegt, dass ich mein Bachelorstudium sowie mein bisheriges Masterstudium komplett in Englisch absolviert habe und nicht aus diesem Grund ins Ausland gegangen bin. Natürlich tragen die theoretischen Texte in den Seminaren zu einem umfangreichen Wortschatz bei.

Wohn-  und Lebenssituation

Anfangs habe ich mir eine Unterkunft in der Nähe der Universität gesucht (die Macquarie University liegt ziemlich weit außerhalb der Innenstadt). Da mir die Studentenwohnheime direkt an der Uni bzw. in unmittelbarer Umgebung zu teuer waren, habe ich auf der Internetseite der Macquarie Universität ein „Homestay“ gefunden, praktisch eine Gastfamilie. Die Kontaktaufnahme und auch der Einzug hat super geklappt und die Familie, bestehend aus einer berufstätigen Mutter und ihrem mitte-zwanzig jährigen Sohn, war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Dadurch, dass ich jedoch nur zweimal die Woche Uni vor Ort hatte und zwei Onlinekurse belegt hatte, war der Weg in die City, in der ich die meiste Zeit verbrachte, zu weit. Also beschloss ich in die City zu ziehen. Über „flatmates“ habe ich dann auch recht schnell eine Wohnung in Sydney gefunden. Die Mieten in Sydney sind relativ hoch und man muss wöchentlich bzw. 14-tägig zahlen. Es ist recht einfach, von der Innenstadt zur Uni zu gelangen.

Allgemein ist Sydney sehr gut vernetzt. Das öffentliche Verkehrsnetz umfasst Busse und Bahnen, die oft fahren und viel Fläche abdecken. Noch dazu gibt es Fähren. Auch ein sehr guter Vorteil in meine Augen ist der Fahrdienst Uber. Dieser ist günstiger als Taxis und man kann alles online abwickeln, die Bestellung des Fahrzeuges und die Bezahlung. Ich habe vorab die Krankenversicherung über die Macquarie University abgeschlossen, also musste ich mich nicht mehr darum kümmern.

In Sydney habe ich mir lediglich einen Handyvertrag zugelegt, von dem Anbieter Telstra. Auch ein australisches Konto habe ich eröffnet, bei der Westpac Bank, weil ich dachte, die Kooperation mit der Deutschen Bank wäre einfach und unkompliziert. Im Nachhinein hätte ich jedoch ein Konto bei der ANZ eröffnen sollen. Bei dieser Bank kann man auch mit einer freigeschalteten deutschen EC-Karte kostenlos Bargeld abheben.

Die Lebenskosten in Australien gehören wohl zu den höchsten weltweit. Ich habe noch nie so viel Geld für Lebensmittel ausgegeben. Natürlich muss man auch immer den Umrechnungskurs im Auge behalten und wissen, dass das Gehalt auch viel höher ausfällt als in Deutschland.

Das Freizeitangebot in Sydney und Umgebung ist riesig. Man hat Zugang zu mehreren Stränden, kann Coastal Walks machen und in die Blue Mountains oder den Royal Nationalpark fahren. Gefühlt jedes Wochenende ist in Sydney etwas los, sei es Mardi Gras, St. Patrick’s Day, Cinco the Majo oder Street Food Feste. Es gibt auch viele (Floh- und Farmers)Märkte. Was Einkaufsmöglichkeiten angeht, so gibt es die großen Lebensmittelläden Woolworths, Coles und Aldi, aber auch kleinere lokale Geschäfte. Natürlich gibt es auch viele Shopping Center, die meist sogar sonntags geöffnet haben. Jedoch variieren die Öffnungszeiten stark. Unter der Woche machen die Geschäfte (außer Lebensmittel) zwischen 17 und 18 Uhr zu. Am Anfang war das schon eine Umstellung, aber man gewöhnt sich dran.


Rückblick

Rückblickend lässt sich sagen, dass abgesehen davon, dass die Macquarie Universität etwas länger braucht, was die Sichtung und Bearbeitung der eingereichten Unterlagen betrifft, alles recht schnell und problemlos abgelaufen ist. Das Visum lässt sich einfach im Internet beantragen und auch die Krankenversicherung, die über die australische Uni abgewickelt wird, lässt sich leicht beantragen. Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe, ins Ausland zu gehen und an der Macquarie University zu studieren. Ich habe eine neue Kultur kennengelernt und auch ein anderes Uni-System. Auch wenn ich zuerst dachte, die Bewerbungsunterlagen zusammenzusuchen und zu erstellen würde ewig dauern, und ich vielleicht aufgrund der Bürokratie die Lust auf ein Auslandsstudium verlieren würde, wurde ich eines Besseren belehrt und kann sagen, dass ich es immer wieder tun würde und es zu guter Letzt kein wirklicher Aufwand war. 

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