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Erfahrungsbericht - Auslandssemester an der UNSW Sydney

Australien hat mich schon immer fasziniert und in einem Auslandssemester in Down Under sah ich nun die Möglichkeit dieses großartige Land und seine Kultur kennenzulernen, gleichzeitig Studienerfahrung im Ausland zu sammeln und natürlich die Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Universität Potsdam hat mehrere Partnerhochschulen in Australien; die Wahl auf die UNSW fiel bei mir relativ schnell, da die Uni einen sehr guten Ruf in Australien und Umgebung hat und unwahrscheinlich viele Kurse anbietet, die zu meinem Studienprofil passen, zudem das Studium in einer so multikulturellen und schönen Stadt wie Sydney sehr reizvoll und abwechslungsreich ist.


Photo: Camilla Wanckel

Studienfach: Politik und Verwaltung/ Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2014 – 07/2014

Gastuniversität: University of New South Wales

Gastland: Australien

Autorin: Camilla Wanckel

Bei Interesse an einem Auslandssemester sollte man sich rechtzeitig informieren, v.a. über die Anforderungen bezüglich der Bewerbungsunterlagen und den Bewerbungsfristen, die bei den Hochschulpartnerschaften nur einmal im Jahr sind, für das Sommer - sowie das Wintersemester. Nach Einreichen der Unterlagen erhält man im besten Fall eine Einladung zu einem Auswahlgespräch, bei dem noch einmal die Motivation ins Ausland zu gehen dargelegt werden soll. Die endgültige Zu-oder Absage erhält man anschließend recht schnell; ist man für das Auslandssemester nominiert, werden alle weiteren Schritte vom Akademischen Auslandsamt erläutert und es folgt der Bewerbungsprozess an der UNSW. Über eine Onlineplattform müssen erneut einige Unterlagen hochgeladen werden, u.a. der Nachweis eines TOEFL oder IELTS-Tests, für den man sich rechtzeitig anmelden sollte. Die von der Universität Potsdam nominierten Studenten erhalten dann im Regelfall auch eine Zusage von der UNSW.

Studienfach: Politik und Verwaltung/ Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2014 – 07/2014

Gastuniversität: University of New South Wales

Gastland: Australien

Autorin: Camilla Wanckel

Vorbereitung

Um ein Studentenvisum zu beantragen, muss man zunächst eine Krankenversicherung abschließen, die die UNSW akzeptiert, die gängigste ist jedoch OSHC (Overseas Student Health Cover), mit der ich auch sehr zufrieden war. Wichtig ist nach Ankunft in Sydney die Krankenkassenkarte im Medicare Office auf dem Campus zu beantragen und sich zuschicken zu lassen, da man sie bei eventuellen Arztbesuchen benötigt. Die Beantragung des Visums erfolgt dann ganz bequem über Internet, am nächsten Morgen hatte ich schon die Bestätigung per Mail erhalten. Bei der Buchung der Flüge gilt wie immer: Je eher desto besser, da es sonst ziemlich teuer werden kann. Für eine Tour sollt man ca. 1.000 Euro einplanen. Rechtzeitig sollte man sich auch überlegen, wie man im Ausland wohnen möchte, auf dem Campus oder außerhalb. Bewirbt man sich bis zu einer bestimmten Frist für die Wohnheime oder Colleges der UNSW, wird einem ein Platz garantiert, auch wenn nicht unbedingt in der gewünschten Unterkunft.

Wohnen und Leben

Ich habe mich für das Wohnen auf dem Campus in einem der Colleges entschieden, was mehrere Vorteile mit sich bringt. Zum einen fällt der tägliche Weg zur Uni weg, der, gerade wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, sehr umständlich sein kann. Zu den Hauptverkehrszeiten warten oft hunderte Studenten an den Haltestellen und nicht selten sind die Busse schon überfüllt sodass man auf den nächsten oder übernächsten Bus warten muss. Zudem sind Fahrkarten recht teuer, da es keine Vergünstigung für Austauschstudenten gibt. Vor allem aber herrscht in den verschiedenen Colleges der Universität, Basser, Philip Baxter, Goldstein, Colombo House, UNSW Hall und Fig Tree Hall, ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl, was einem als Austauschstudent hilft, sich in der neuen Umgebung schnell zu Hause zu fühlen. Es werden regelmäßig gemeinsame Aktivitäten organisiert, wie bspw. Bowlen, Laser Tag, Kneipentouren, Grillen, Fußballspielen, etc., bei denen man schnell viele Freunde findet. In den Gemeinschaftsräumen hat man die Möglichkeit zusammen Billard oder Tischtennis zu spielen, Filme oder Fernsehen zu schauen, den Geburtstag eines Kommilitonen zu feiern oder einfach nur gemütlich beisammen zu sitzen. Man hilft sich untereinander, nicht nur beim gemeinsamen Lernen in den study rooms, sondern auch in dem man sich z.B. Sachen leiht. Ich habe in dem College UNSW Hall gewohnt, in dem Frühstück und Abendbrot mitinbegriffen sind. Jeder hat sein eigenes kleines Zimmer, manche Zimmer haben einen Balkon, und die Küche und das Badezimmer teilt sich jeweils ein Flur, was es jedoch oft schwierig machte diese sauber zu halten. Abgesehen davon war ich aber insgesamt mit der Ausstattung und der Versorgung sehr zufrieden. Ich fand es eine tolle Erfahrung in einem College zu wohnen, vor allem da es so etwas nicht in Deutschland gibt.

Das soziale Leben findet aber natürlich nicht nur in den Colleges, sondern auch auf dem Campus statt. Es gibt diverse Clubs und Societies, vom Debating Club bis hin zur Hide and Seek Society, der Chocolate Society oder sogar der Quidditch Society, in der man Quidditch spielen kann. Während der Orientation Week zu Beginn des Semesters stellen sich alle Clubs den Studenten vor und werben um Anhänger, der Campus ist dann überfüllt von Studenten und kleinen Ständen und erinnert fast an einen Jahrmarkt. Es ist auf jeden Fall ratsam die Orientation Week zu besuchen, zumal sich auch die Universität und die einzelnen Fakultäten vorstellen. Es werden nicht nur viele kostenlose Workshops angeboten, wie „Present yourself: How to impress at employer events“, sog. Yellow Shirts (freiwillige Studenten) bieten außerdem Campus Touren an, beantworten Fragen und veranstalten viele Events wie z.B. einen Open-Air Kinoabend.

Studieren an der UNSW

Die Visabestimmungen sehen vor, dass Austauschstudenten in vier Kursen eingeschrieben sein müssen, um als Vollzeitstudent eingestuft zu werden, man also 24 Leistungspunkte erwirbt. Viel mehr wäre angesichts der Anforderungen auch gar nicht machbar, da im Gegensatz zum Studium an der Universität Potsdam nicht nur eine Klausur oder Hausarbeit am Ende des Semesters geschrieben wird, sondern verteilt über das Semester kontinuierlich Leistungen erbracht werden müssen. So setzte sich die Note in einem meiner Kurse aus einem Critical review, Critical reading, Case study analysis, Project paper and presentation, Tutorial participation und einem Take-home-exam zusammen. Hinzu kommen pro Woche noch ein Case study sowie zwei bis drei Texte, die vorbereitet werden sollten, wobei der Fokus in den Tutorials zumeist auf den Case studies liegt, die ausführlich diskutiert werden. In der Vorlesung und in den Texten besprochene Theorien werden dann z.B. auf einzelnen Unternehmen angewandt wodurch eine viel größere Praxisnähe entsteht und unterschiedliche Probleme und Aspekte aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Ein weiterer Unterschied zum Studium in Potsdam ist, dass alle Kurse jeweils aus einer Vorlesung und einem Tutorial bestehen, wodurch man automatisch gezwungen ist, sich mehr mit den einzelnen Themen zu befassen. Dies und das kontinuierliche Erbringen von Leistungen führen zu einem viel höheren Arbeitsaufwand, aber auch dazu, dass man längerfristig sehr viel mehr Kursinhalte behält und meiner Meinung nach insgesamt mehr aus den Kursen mitnimmt.

Unterstützend wirkt auch das Studienklima an der UNSW und die Infrastruktur auf dem Campus, die alles bietet was das Studentenherz begehrt. Im International Office findet man immer einen Ansprechpartner für alle Probleme, die Bibliothek hat während des Semesters von 7.00 bis 24.00 Uhr geöffnet und ist bestens ausgestattet, u.a. mit zahlreichen Computern und stillen Räumen zum Lernen, es gibt einen Unibücherladen, einen Secondhandbücherladen, Ärzte, eine Apotheke, Restaurants, eine Bank, eine Fitnessstudio u.v.m.

Photo: Camilla Wanckel
Coogee Beach

Sydney und Umgebung

Sydney ist zwar ein sehr teures Pflaster, aber vor allem auch eine wunderschöne und sehr saubere Stadt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Sydneys Innenstadt liegt nördlich vom Campus der University of New South Wales, ist mit dem Bus aber problemlos innerhalb von ca. 15 Minuten zu erreichen. Neben dem berühmten Hafen mit dem Opera House und der Harbour Bridge hat Sydney vor allem viele tolle Strände zu bieten, die man am besten mit dem Coastal Walk von Coogee nach Bondi erkunden kann. Coogee Beach, Sydneys schönster Strand wie ich finde, ist nur 20 Gehminuten von der Universität entfernt, sodass man nach Unischluss oft viel Zeit am Strand verbringt.

Weitere Must-Sees in Sydney: Observatory Hill, Darling Harbour, The Rocks Market, Royal Botanic Gardens, Chinatown und Paddy’s Markets, Surry Hills und Newtown, Chinese Garden of Friendship, Taronga Zoo.

Gleich zu Beginn des Semesters haben Austauschstudenten die Möglichkeit sich für verschiedene Ausflüge und Wochenendtrips anzumelden, so z.B. für Surf Camps, ein Wilderness Weekend in den Blue Mountains, eine Weinverkostung im Hunter Valley oder einen Tagestrip in den Royal Nationalpark. Ich empfehle vor allem unbedingt an dem Wilderness Weekend in den Blue Mountains teilzunehmen. Der National Park ist riesig und atemberaubend schön und im Gegensatz zu den ebenfalls von der Uni angebotenen Tagesausflügen, bekommt man hier die Möglichkeit einsamere und idyllische, nicht tourismusüberfüllte Orte zu sehen; außerdem beinhaltet das Wochenende viel mehr Buschwanderungen und mit ein bisschen Glück kann man sogar wilden Kängurus hinterherschleichen. Es empfiehlt sich, sich rechtzeitig für die Ausflüge anzumelden, die einen interessieren, da es bis zu 1000 Austauschstudenten gibt, aber jeweils nur ca. 30 Plätze zur Verfügung stehen.

Bei der Wahl für eine Reise in der mid-semester break sollte man sich dagegen nicht unter Druck setzen. Das auf dem Campus gelegene Reisebüro STA für Studenten bietet eine Reihe von Fahrten an, z.B. nach Thailand, Neuseeland, auf die Fidschis oder entlang der Ostküste Australiens. Dabei wird immer wieder betont wie knapp die Plätze sind und dass man sich unbedingt in den nächsten zwei Wochen entscheiden muss, andernfalls könne der Platz nicht mehr freigehalten werden. Daher habe ich schon Anfang des Semesters die Neuseelandreise gebucht; zu Beginn der Reise stellte sich jedoch heraus, dass gerade einmal die Hälfte der Plätze verkauft worden waren und viele sogar einen 500$-Rabatt bekamen als sie last-minute gebucht haben. Zudem habe ich mich bei der Buchung sehr schlecht informiert gefühlt, erst zwei Tage vor Antritt der Reise habe ich erfahren, dass fast alle Aktivitäten noch zusätzlich gebucht werden müssen, man also lediglich die Busfahrt und die Hotels inkl. Frühstück gebucht hatte. Neuseeland ist ein atemberaubendes Land und ein absolutes must-do, die Reise über STA zu organisieren kann ich aber nicht empfehlen.

Photo: Camilla Wanckel
Coogee Beach

Rückblick

Insgesamt war mein Auslandssemester in Sydney eine sehr tolle und erlebnisreiche Zeit. Die UNSW ist bestens auf alle Austauschstudenten vorbereitet und steht einem immer zur Seite, ich habe viele neue Freunde aus aller Welt gefunden und bin an wunderschöne Orte gereist. Ich konnte mein Englisch fachnah in interessanten Kursen verbessern und habe eine andere, etwas anspruchsvollere Studienumgebung kennengelernt. Ein Auslandssemester in Australien lohnt sich und ich kann jedem empfehlen sich zu bewerben!

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