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Erfahrungsbericht – University of New South Wales, Sydney

Wenn man sich entscheidet, ein Semester an einer der Partneruniversitäten der Uni Potsdam zu studieren, kann man sich auf der Internetseite des Akademischen Auslandsamts über die verschiedenen Möglichkeiten informieren. Hier werden alle Partneruniversitäten vorgestellt und man bekommt Dank der Erfahrungsberichte einen guten Eindruck davon, wie der Studienalltag an den jeweiligen Unis aussieht. Ist die Entscheidung gefallen, gilt es zunächst alle wichtigen Unterlagen für den Bewerbungsprozess beim Akademischen Auslandsamt zu organisieren. Nach der ersten Bewerbungsrunde wird eine Auswahl an Bewerbern zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Da ich mich für ein Studium in Australien beworben hatte, wurde das Gespräch auf Englisch geführt.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 02/2015 – 07/2015

Gastuniversität: University of New South Wales

Gastland: Australien

Wichtig hierbei ist, dass man sich darauf sehr gut vorbereitet. Sowohl Uni– und Kurswahl als auch Länderwissen werden auf Herz und Nieren getestet. Hat man das überstanden, ist die Bewerbung an der UNSW bis auf den geforderten TOEFL/IELTS Test kein großer Aufwand mehr. Alle geforderten Unterlagen werden online eingereicht und bei Fragen helfen einem die netten Mitarbeiter des UNSW International Centre weiter. Insgesamt kostete mich der Bewerbungsprozess einiges an Organisation und Arbeit aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 02/2015 – 07/2015

Gastuniversität: University of New South Wales

Gastland: Australien

Studium an der UNSW

Das Studium an der UNSW ist um einiges arbeitsaufwändiger. Man hat meistens eine Vorlesung mit dazugehörigem Tutorium, in dem die in der Vorlesung vermittelten Inhalte nochmal besprochen oder angewendet werden können. Es gibt in vielen Kursen Klausuren sowohl im als auch am Ende des Semesters. Außerdem werden Essays, Referate, Quizze und teilweise auch wöchentliche Readings und Hausaufgaben verlangt. Wobei letzteres bei mir nur für den Einführungskurs „Criminology“ zutraf.

Ich finde dieses System um einiges sinnvoller und lehrreicher. Man kann in den Tutorien offen gebliebene Fragen klären und bekommt die Möglichkeit, die in den Vorlesungen vermittelten Theorien und Ansichten zu diskutieren. In dem Kurs „Psychobiology of Memory and Motivation“ konnten wir sogar Experimente durchführen, was darauf vorbereiten sollte, dass man am Ende des Kurses seine eigene Forschungsidee theoretisch in einem „research proposal“ beschreibt. Das hat mir vor allem im Hinblick auf die Bachelorarbeit sehr geholfen.

Bei allem Arbeitsaufwand stehen einem die Dozenten und Tutoren unterstützend zur Seite. Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass das Lehrpersonal sehr engagiert und gern bereit ist, bei Fragen und Problemen zu helfen. Auch die einheimischen Studenten sind sehr offen, nett und hilfsbereit und man kommt schnell mit ihnen in Kontakt. In Australien ist es üblich, dass Dozenten und Studenten sich auf Augenhöhe begegnen, was das Verhältnis um einiges ungezwungener gestaltet als es in Deutschland der Fall ist und somit zu einer lockeren Arbeitsatmosphäre beiträgt.

Der Kensington Campus der UNSW bietet neben den Bibliotheken unzählige andere Orte für das Selbststudium. Besonders in den warmen Monaten bietet es sich an, ein schönes Plätzchen an der frischen Luft zu finden. Ansonsten hat man in der Bibliothek viel Raum, um sich einen geeigneten Lernplatz zu suchen. Wenn man nicht unbedingt seinen eigenen Laptop mitnehmen möchte, kann man einen der PC Plätze nutzen, die aber während der Klausurenzeit stark umkämpft sind. Die Hauptbibliothek ist recht groß und am Anfang fiel es mir schwer, mich zu orientieren. Es stehen aber Mitarbeiter der Bibliothek jederzeit bereit, um aufkommende Fragen zu klären. So habe ich mich sehr schnell zurechtgefunden. Was ich insgesamt an der Uni sehr angenehm fand war, dass es für jegliche Probleme Ansprechpartner gibt, die einem gern weiterhelfen. Man merkt beispielsweise, dass die Mitarbeiter des International Centre sehr bemüht sind, den Austauschstudenten den Start ins Semester so leicht wie möglich zu machen. Es gibt gerade in der Orientierungswoche viele Veranstaltungen, wie Campusrundgänge, gemeinsames Frühstück, Grillen und die obligatorische Einführungsveranstaltung, bei der alle Austauschstudenten willkommen geheißen und wichtige Informationen gegeben werden.

Der Campus ist im Vergleich zu den Campussen der Uni Potsdam riesig. Es fühlt sich fast wie eine kleine Unistadt an. Man findet hier neben den Studentenwohnheimen verschiedene Shops, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio mit Schwimmhalle, das „Roundhouse“, was als Party Location gilt und auch Kooperativen wie „Thoughtful Foods“, die auf Freiwilligenbasis Bio-Essen vertreiben. Zudem gibt es unzählige sogenannte „Societies“, wie beispielsweise die „Circus Society“, welche sich regelmäßig treffen, um gemeinsame Aktivitäten zu gestalten. Das bietet Raum, sich neben dem Studium auch anderweitig in der Uni zu engagieren.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Es gibt sehr viele internationale Studenten an der UNSW. Somit hat man in fast jedem Kurs neben den einheimischen auch ausländische Studierende. Da die Australier sehr offen und nett sind, ist es einfach mit anderen Studierenden in Kontakt zu kommen. Viele wohnen jedoch noch zu Hause, was meistens etwas weiter weg von der Uni ist, da sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten können. Das macht es schwierig, sich nach der Uni zu verabreden. Ich hatte das große Glück, eine Studentin zu kennen, die ich bereits in Potsdam während ihres Auslandsaufenthaltes getroffen habe. Durch ihre Hilfe wurde mir der Einstieg in den Unialltag wesentlich erleichtert.

Ansonsten hatte ich sehr viel mit internationalen Studierenden zu tun. Das kam vor allem dadurch, dass ich in einem Haus gemeinsam mit überwiegend Austauschstudenten der UNSW gewohnt habe.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich würde sagen, dass mein Englisch bereits vor dem Auslandsaufenthalt gut war. Ich habe aber auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung über die 6 Monate gemerkt. Es fiel mir immer leichter bei Vorlesungen zu folgen, Texte schneller zu erfassen und Essays zu schreiben. Vor allem mein Wortschatz ist merklich gewachsen, auch in Bezug auf Alltagsvokabular. Dazu muss man sagen, dass ich mir das Zimmer mit zwei Amerikanerinnen geteilt habe, was mein Englisch erheblich geprägt hat.

Wohn- und Lebenssituation

Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen, wenn möglich mit Australiern zusammen zu wohnen. Da ich wusste, dass in den Studentenwohnheimen auf dem Campus überwiegend nur Austauschstudenten sind, habe ich mich dazu entschieden, mir eine Wohnung außerhalb des Unigeländes zu suchen. Zudem sind die Preise für das Wohnen auf dem Campus sehr hoch.

Wenn ihr euch dazu entscheidet, selbstständig nach etwas zu suchen, würde ich das auf jeden Fall vor Ort machen und nicht schon von zu Hause aus. Ohne feste Wohnung in eine fremde Stadt zu reisen ist erst einmal etwas beängstigend. Aber man sollte sich die Wohnungen auf jeden Fall selber angucken, bevor man sich entschließt einzuziehen. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich Vermieter schon vor meiner Abreise per E-Mail auf gumtree (gut geeignet für die Wohungssuche) angeschrieben habe, keine Antwort kommt. Es ist besser, sich für die ersten Tage ein Hostel zu buchen und dann mit einer australischen SIM die Vermieter direkt anzurufen. Wie ich mitbekommen habe, machen das sehr viele Austauschstudenten so. Man ist also nicht allein auf der Suche und meistens hat man nach einer bis zwei Wochen etwas Geeignetes gefunden. Ich hatte sehr großes Glück und habe gleich am ersten Tag eine Wohnung mit anderen Austauschstudenten der UNSW gefunden. Das Zimmer habe ich mir mit zwei Mädchen geteilt und habe monatlich 760 AUD bezahlt. Das man sich unter Austauschstudenten das Zimmer teilt ist nicht selten, da die Wohnungspreise sehr hoch sind. Viele einheimische Studenten waren eher überrascht darüber. Ein Tipp: Wenn der Vermieter schon von vornherein nur nach Austauschstudenten sucht, sollte man vorsichtig sein. Ich hatte sehr großes Glück mit meinen Mitbewohnern und habe mich deshalb sehr wohl gefühlt. Mit unserer Vermieterin hatten wir aber einige Probleme und man hatte das Gefühl, dass es eher Austauschstudentenabzocke ist.
Sydney ist eine Stadt, in der es sich sehr gut leben lässt. Sie bietet viele Veranstaltungen, wie Konzerte im Hyde Park, Trödelmärkte (z.B. Glebe Markets) oder auch das einmal jährlich stattfindende Lichterfestival Vivid, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Stadtzentrum bietet viel Raum zum Erkunden und der Eintritt in Museen ist überwiegend frei. Außerdem hat Sydney zahlreiche Strände und fast überall Wasser. Neben den sogenannten coastal walks hat man die Möglichkeit, die Nationalparks der Umgebung zu erkunden, wie beispielsweise den Royal National Park, Blue Mountains oder Garigal Nationalpark. Sonntags kostet das Zugticket nur $ 2,50 und somit steht einem Tagesausflug nichts mehr im Weg. Ansonsten kann man sich in Sydney mit Bussen fortbewegen. Man braucht ungefähr 20 Minuten von der Uni ins Stadtzentrum. Leider bekommt man als Austauschstudent keinen Studentenrabatt. Deshalb kostet es eine Menge Geld, wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

Generell muss man sagen, dass die Lebenshaltungskosten in Sydney um einiges höher sind, als in Potsdam/Berlin. Ihr müsst euch also darauf einstellen, dass alles teurer ist. Einige Austauschstudenten haben sich deshalb auch einen Job gesucht.

Ich habe mir für die Zeit in Sydney ein Konto bei der Commonwealth Bank eingerichtet. Das ist für Studenten kostenlos und man hat eine Filiale gleich auf dem Campus. Außerdem bekommt man eine Traveller Card, falls gewünscht, die sich sehr gut eignet für Reisen außerhalb Australiens. Nach dem Ende des Semesters bleibt einem schließlich noch ein wenig Zeit, um Australien und Umgebung zu erkunden.

Photo: privat

Rückblick

Das Semester an der UNSW war eine unglaubliche Bereicherung für mich. Die UNSW ist eine sehr gute Uni, vor allem für Psychologie und ich bin froh, dass ich die Chance hatte, davon profitieren zu können. Abgesehen davon lohnt es sich Sydney und natürlich Australien mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zu erkunden. Ich hatte eine unbeschreibliche Zeit mit vielen tollen Menschen aus aller Welt und würde es immer wieder machen. Ich kann euch nur sagen, bewerbt euch! Es lohnt sich!

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