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Mein Auslandsstudium an der University of Technology Sydney

Da ich im Bachelorstudium vom Notendruck und BAföG-Amt ziemlich getrieben wurde, habe ich mich für den Auslandsaustausch erst im letzten Semester meines Psychologie-Masterstudiengangs entschieden. Ich wollte die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln, unbedingt noch im Studium wahrnehmen. Für mich war es der erste Auslandsaufenthalt im gesamten Studium. Die meisten und vor allem aktuellsten Informationen über einen möglichen Austausch findet man online auf der Website des International Office der Uni Potsdam (ehem. AAA). Dort kann man sich zunächst über den Bewerbungsprozess im Allgemeinen und insbesondere über alle Fristen informieren. Zusätzlich erhält man eine Auflistung aller benötigten Bewerbungsunterlagen.


Skyline von Sydney

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 07/2016 – 11/2016

Gastuniversität: University of Technology, Sydney

Gastland: Australien

Vorbereitung und Bewerbungsverfahren

Zunächst einmal sollte man sich damit befassen, welche Partnerhochschulen es überhaupt gibt und welche Fächer dort angeboten werden. Die Bewerbung für einen Austausch in Australien erfolgt nur einmal im Jahr im Juni für das Semester im darauffolgenden Jahr mit Beginn entweder im Februar (autumn semester) oder Juli (spring semester). Ich würde empfehlen, frühstmöglich mit der Beschaffung aller nötigen Unterlagen (z.B. Gutachten eines Hochschullehrenden, Sprachnachweis) zu beginnen, vor allem wenn man einen Austausch im Februar beabsichtigt. Man glaubt, genügend Zeit zu haben, es können jedoch immer unerwartete Dinge auftreten (und sie werden auftreten) und dann kann man ganz schön ins Schwitzen kommen.

Zuerst bewirbt man sich an der Uni Potsdam für eine Nominierung, um sich letztendlich an der australischen Uni bewerben zu können. Den Betreuer meiner Bachelorarbeit habe ich um das Gutachten eines Hochschullehrenden gebeten, was er sehr bereitwillig und entgegenkommend ausgestellt hat. Des Weiteren wird ein hochschulinterner DAAD-Sprachtest benötigt, der im Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen (Zessko) der Uni Potsdam erworben werden kann. Termine für solch einen Test können beim Zessko online gebucht werden. Dies sollte man frühzeitig machen, da die Plätze für den Test begrenzt sind und Termin nicht laufend angeboten werden.

Bitte beachtet bereits an dieser Stelle, dass die UTS den hochschulinternen DAAD-Sprachnachweis nicht anerkennt. Die UTS hat ein eigenes Formular (UTS English Language Proficiency Assessment form), welches bei der Bewerbung an der UTS eingereicht werden muss. Ich habe mir dieses Formular von der Dozentin ausfüllen lassen, welche auch den DAAD-Sprachtest abgenommen hat. Im Grunde ging es nur darum, dass eine autorisierte Lehrkraft bestätigt, dass die sprachlichen Fähigkeiten ausreichen, um an der UTS studieren zu können. Da ich im DAAD-Sprachtest ganz gut abschneiden konnte, bestätigte mir die Dozentin auch auf dem UTS – Formular, dass meine sprachlichen Fähigkeiten für ein Studium in Australien gut genug seien. Dieser Nachweis wurde von der UTS letztendlich problemlos anerkannt.

Nachdem ich alle Unterlagen im Juni 2015 eingereicht hatte, nahm ich an einer Vorauswahl des International Office teil. Da sich in diesem meine eingereichten Unterlagen durchsetzen konnten, wurde ich zu einem Auswahlgespräch eingeladen. In einem 15-minütigen Interview sollten ich sowie eine andere Bewerberin ein Auswahlkomitee davon überzeugen, dass wir für den Austausch geeignet seien. In dem Gespräch ging es im Grunde darum, darzulegen, warum man überhaupt ein Auslandssemester machen möchte und warum man dieses gerade in Australien absolvieren möchte. Mein Tipp ist, dass man sich vorweg etwas mit der Stadt der Wunschuni und der australischen Gesellschaft im Allgemeinen beschäftigen sollte. Zudem sollte man darüber Bescheid wissen, welche Kurse an der Wunschuni belegt werden können und warum dies für einen selbst interessant sein könnte. Darüber hinaus war die Finanzierung des Aufenthalts ein Thema des Gesprächs. Im Nachhinein betrachtet war das Interview eher locker und von der Mehrheit des Komitees recht wohlwollend. Ein oder zwei Wochen später erhielt ich die Zusage, dass ich zwar nicht für meine Wunschuni (UNSW), dafür aber für meine Zweitwahl (UTS) nominiert wurde. Die einzelnen Plätze an den Partnerhochschulen waren sehr limitiert, weshalb nicht jeder seine Wunschuni bekommen konnte. Ich war mit der mir zugeteilten Uni jedoch sehr zufrieden.

Nachdem ich nun von der Uni Potsdam für das Semester beginnend im Juli 2016 an der UTS nominiert wurde, konnte ich mich dort im April 2016 online bewerben. Alle benötigten Unterlagen schickt man zunächst ans International Office, welches diese an die UTS weiterleitet. Unterlagen von Studierenden direkt akzeptiert die UTS nicht. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf das UTS eigene Formular bzgl. der sprachlichen Fähigkeiten hinweisen. Genauere Informationen hierzu erhält man auf der UTS-Website. Bei der Bewerbung an der UTS soll man bereits angeben, welche Kurse man im Semester belegen möchte. Über die Inhalte und Voraussetzungen der einzelnen Kurse kann man sich online auf der UTS-Website informieren.

Im entsprechenden Handbook eines Kurses kann man sich erkundigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um den Kurs überhaupt belegen zu können. Ich kann nur jedem raten, sich damit ausführlich zu beschäftigen und die Zugangsvoraussetzungen sehr ernst zu nehmen! Zudem bietet es sich an, sich zunächst für mehr Kurse (6 – 8) zu bewerben, als man letztendlich benötigt. Es kann immer der Fall eintreten, dass man etwas übersehen hat und doch nicht alle Voraussetzungen erfüllt oder dass Kurse einfach zu voll sind. Später kann man sich online ganz leicht von Kursen abmelden, die man doch nicht benötigt. In meinem Fall musste ich für mein Visum ein Vollzeitstudium absolvieren, welches 18 Leistungspunkte umfasste. Nicht verzweifeln, wenn man lange auf die Zusage bzw. die Zulassung zu den Kursen waren muss. Bei mir hat das alles sehr lange gedauert. Selbst als ich schon an den Orientierungsveranstaltungen teilgenommen habe, war ich (und auch andere) noch immer nicht in alle Kurse eingeschrieben. Die Mitarbeiter der UTS waren jedoch zu jeder Zeit sehr bemüht, mir in diesem Zusammenhang weiterzuhelfen.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 07/2016 – 11/2016

Gastuniversität: University of Technology, Sydney

Gastland: Australien

Studium an der Gastuniversität

Zu Beginn erscheint einem das Studiensystem in Australien erst einmal sehr fremd und etwas kompliziert. In meinem Fall war es so, dass man während des Semesters sehr viel machen und einreichen musste, dafür am Ende aber keine große Klausur schreibt, die 100% der Note ausmacht. Vielmehr war es so, dass sich die Note bzw. im Fall der UTS der Grad (High Distrinction, Distrinction, Credit, ...) aus den Einzelleistungen aus dem Semester zusammensetzte. Dafür musste man jedoch nahezu jede Woche eine Einzelleistung einreichen oder jede Woche an einem kleinen Test teilnehmen, um zum Schluss überhaupt bestehen zu können. In meinem Fall bedeutete dies, dass man sich selbst sehr organisieren und an die vielen Fristen erinnern musste. Neben diesen Fristen und Tests gab es zu jeder Woche auch immer eine Reihe an pre- und postworks, die man erledigen musste, um im Seminar überhaupt mitreden/ mitarbeiten zu können.  Zusammengefasst, es war in meinem individuellen Fall eine Menge Arbeit. Das lag jedoch auch daran, dass ich einen Kurs aus einem sehr anspruchsvollen Masterprogramm (Master of Science) gewählt hatte und als Nichtmuttersprachler einfach doppelte Arbeit damit hatte, ein Critical Review in Neuroscience auf Englisch zu schreiben. Darüber hinaus habe ich auch einen Einführungskurs für Bachelorstudierende (Academic English) belegt, der bei Weitem einfacher war und mehr Freizeit zuließ. Da sich aber das Leben wirklich sehr auf dem Campus abspielt, ist es in der Regel sehr leicht neue Leute kennenzulernen. Wenn man sich dann noch für das Housing entscheidet, wird es wahrscheinlich noch leichter, da das Housing intern noch sehr viele Veranstaltungen organisiert und man damit die Hausbewohner kennenlernt.

Im Allgemeinen war die Organisation an der UTS außergewöhnlich gut. Zu Beginn gab es eine Orientierungswoche für alle internationalen Studierenden, in der wirklich alles rund ums Studieren an der UTS erklärt wurde. Einige Dinge hörte man dabei doppelt und dreifach, aber so konnte man sie wenigstens nicht vergessen. Zum Ende gab es noch eine Party, bei der man neue Leute kennenlernen konnte. Aus meiner Sicht wird man an der UTS von der ersten bis zu letzten Minute gut betreut und durchs Studium begleitet. Für jede Veranstaltung gab es in meinem Fall ein ganzes Handbuch, in dem ganz genau nachvollzogen werden konnte, wann man Einzelleistungen einreichen muss, was genau von einem erwartet wird und welchen Zweck eine eingereichte Arbeit erfüllen soll. Aus meinem Studium in Deutschland war ich solch ein Informationsangebot und durchstrukturiertes System nicht gewöhnt. Daher war es auch eher befremdlich bzw. ganz neu, als ich von einer Mitarbeiterin der UTS auf meinem Handy angerufen wurde, die sich erkundigte, ob ich mit meinen Kursen zufrieden sei und ob ich noch Hilfe bei etwas benötige. Man muss jedoch auch festhalten, dass internationale Studierende, die ihr gesamtes Studium an der UTS machen wollen, selbst im Vergleich zu australischen Studierende unglaublich hohe Studiengebühren bezahlen. Da kann man solch einen „Service“ vonseiten der Uni eventuell erwarten.

In meiner Wahrnehmung war das Studienklima ein sehr gutes. Meine Dozenten wie auch die Mitarbeiter der UTS waren durchweg freundlich, offen und hilfsbereit. Grundsätzlich haben sich alle in den Seminaren geduzt, d.h. auch in der Kommunikation mit Dozenten. Selbst in E-Mails war es gängig, die entsprechende Person mit dem Vornahmen anzuschreiben.

UTS Business School

Gleichermaßen wurde von den Studierenden sehr viel abverlangt. Alles in den Seminaren war vom ersten bis zum letzten Tag durchorganisiert und gleichzeitig absolut transparent. Eingereichte Leistungen wurden von meinen Dozenten (nicht von Tutoren!) umgehend korrigiert, bewertet, mit Kommentaren versehen und waren nach kurzer Zeit online einsehbar. Extrawürste für internationale Studierende oder „ich hatte so viel für andere Seminare zu tun“ gab es keine. Deadlines für die Einreichung von Arbeiten waren für alle gleich. Wer seine Arbeit später einreichte, verlor wertvolle Punkte. Präsentationen, egal, in welcher Woche man diese hielt, mussten von allen Studierenden zum gleichen Termin hochgeladen werden und wurden am Präsentationstag vom Lehrenden in der eingereichten Version bereitgestellt.

Das Campusleben an der UTS war sehr ausgeprägt und sehr weitreichend. Es gab unzählige Vereine, denen man sich anschließen und in denen man tätig werden konnte. Es gab fast keinen Tag, an dem kein Verein ein kostenloses BBQ, Eis essen oder Kuchenbasar organisierte. Diese Vereine stellen sich vor allem in der Orientierungswoche vor und warben um Mitglieder. Darüber hinaus gab es für UTS Studierende spezielle Preisnachlässe auf verschiedene Ausflüge, wie z.B.  Surfkurse.

UTS Business School
UTS Campus

Die technische Ausstattung in den Seminarräumen war in meinem Fall sehr gut, mit Beamern an allen vier Wänden und funktionstüchtigen Mikrofonen in allen Räumen. Es gab riesige Computerpools mit neuen Rechnern. Vor Beginn des Semesters bekam man eine Student ID und eine eigene E-Mail-Adresse, mit der man sich das neueste Officepaket für den PC oder Mac runterladen konnte. Das Onlineangebot der UTS Library beinhaltete jedes wissenschaftliche Paper, welches ich für meine Arbeiten brauchte, zum kostenlosen Download. Die eigentliche Bibliothek war ganz nett, war allerdings etwas zu gut klimatisiert (eine Bibliotheksjacke war Pflicht zu jeder Jahreszeit) und bot zu wenig Sitzplätze, gerade zum Ende des Semesters als letzte Arbeiten eingereicht werden mussten oder Examen anstanden.

UTS Campus

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu Beginn meines Semesters lag es in der Natur der Sache, dass ich vorwiegend Kontakt zu internationalen Studierenden hatte, da alle meine Einführungsveranstaltungen speziell auf internationale Studierende ausgerichtet waren. Das änderte sich jedoch, als ich das Seminar in dem Masterprogramm besuchte. Dort traf ich dann tatsächlich auch auf australische Studierende. Diese stellten jedoch eher eine Minderheit dar. Der Großteil der Studierenden an der UTS bestand meiner Meinung nach vorwiegend aus internationalen Studierenden von Übersee, vor allem aus dem asiatischen Raum. Einheimische habe ich eher im privaten Bereich kennengelernt. Mit diesen habe ich mich dann viel über Sydney sowie Australien unterhalten und sie haben mir viel von der Stadt gezeigt. Gleichzeitig konnte ich dadurch meine Sprache verbessern und ein bisschen den Aussie-Slang lernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Im Sprachtest konnte ich gute sprachliche Kompetenzen nachweisen und auch meinem Gefühl nach war ich vor allem im schriftlichen Gebrauch recht gut. Dennoch sah ich meine Schwächen hauptsächlich im spontanen Sprechen, insbesondere in Unterrichtssituationen. Ich hatte mich daher für den Aufenthalt in Australien entschieden, um meine sprachlichen Fähigkeiten weiter zu verbessern und Sprachängste abzubauen. Ja, und auch wegen der Strände bin ich nach Australien bzw. Sydney gegangen (guilty!). Vor meinem Aufenthalt hatte ich noch Bedenken, ob ich mich in den Seminaren oder auch im Gespräch mit anderen Studierenden klar genug ausdrücken könne. Im Nachhinein kann ich sagen, dass diese Ängste absolut unbegründet waren. Ich denke, allein schon das deutsche Bildungssystem stellt sicher, dass wir uns auf einem angemessenen Niveau auszudrücken können. Auch andere Studierende aus Deutschland, die ich kennengelernt habe, hatten in ihren Seminaren und in Gesprächen im privaten Bereich keine Probleme, sich zu verständigen. Was definitiv nicht für alle internationalen Studierende galt. Ich denke, auch hier kann der Faktor Geld eventuell über die ein oder andere unzureichende (bis gar nicht vorhandene) sprachliche Fähigkeit hinweghelfen. Man sollte sich also keine Sorgen machen, etwas nicht zu verstehen, und sich lieber so oft es geht in Gespräche mit anderen begeben, auch wenn der australische Akzent zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig sein kann.

Wohn-  und Lebenssituation

Die UTS sichert allen internationalen Studierenden ein Zimmer in ihren eigenen Unterkünften zu, wenn man sich nur zeitig dafür bewirbt. Ich schlug dieses Angebot jedoch aus, da ich zum einen die Idee hatte, mir vor Ort ein Zimmer zu suchen (schlechte Idee!), und man zum anderen im UTS Housing nur Verträge für 6 oder 12 Monate abschließen kann. Da ich jedoch nur für 4 Monate mein Auslands-BAföG zugesichert bekam und nach dem Semester auch noch durchs Land reisen wollte, kam das UTS-Housing für mich nicht in Frage. Die Realität bezüglich der Idee, vor Ort ein Zimmer zu suchen, war jedoch die, dass ich mir wirklich schlimme Wohnungen zu unverschämten Mieten angeschaut habe und letztendlich doch in ein Studentenwohnheim (Urbanest Student Accommodation Sydney Central) gegangen bin. Dort habe ich mir ein Zimmer inkl. eigenem Bad und Küche mit einem anderen Studenten aus Costa Rica geteilt und pro Woche (!) $235 bezahlt. Diese Miete war ein exklusives Angebot für UTS-Studierende, normalerweise ist die Miete pro Woche noch mal $100 höher. Ich habe mich für das Urbanest entschieden, weil es dort möglich war, den Vertrag nach Ende der Vorlesungszeit auf eine andere Person zu übertragen, wenn man sich nur rechtzeitig um einen Nachmieter kümmert. Ich würde jedem empfehlen, sich rechtzeitig um eine Unterkunft zu kümmern oder zumindest einen konkreten Plan zu haben, wo man zu Beginn unterkommen kann. Die Wohnungssituation war gerade zu Semesterbeginn sehr schlecht und die Mieten in Sydney sind irrsinnig hoch. Das Urbanest kann ich nur weiterempfehlen. Es gibt dort auch WGs mit eigenem Zimmer.

Der öffentliche Verkehr ist echt schlecht und nicht mit Berlin oder Potsdam zu vergleichen. In der Nähe der UTS ist die Central Station von wo aus man mit dem Zug nähere und weiter entferntere Ziele erreichen kann. Abgesehen davon gibt es eigentlich nur Busse und am Hafen einige Fähren. Busfahrten sind jedoch recht teuer und für internationale Studierende gibt es keinen ermäßigten Preis. Die Busse kommen in der Regel selten zur angegebenen Zeit und sich zum Teil ziemlich überfüllt. Einzig am Sonntag kann man für $2,50 im ganzen Staat umherfahren, was sich besonders für Ausflüge oder Fahrten zum Strand anbietet.

Ich habe bereits in Deutschland online ein australisches Bankkonto bei Westpac eröffnet und dieses vor Ort nur noch verifiziert. Das würde ich jedem empfehlen, da in Sydney vieles ausschließlich bzw. vereinfacht über eine Kreditkarte läuft. Auch wenn man einem Job nachgehen möchte, überweist kein Arbeitgeber den Lohn auf ein deutsches Konto.

Eine Krankenversicherung für Studierende von Oversea wird bereits bei der Bewerbung für den Austausch verlangt. Am einfachsten war es, eine Versicherung bei Medibank abzuschließen. Diese Krankenversicherung wird auch von der UTS empfohlen und man wird beim Bewerbungsprozess angeleitet, wie man eine Versicherung dort abschließen kann.

Die Lebenshaltungskosten sind in Sydney im Allgemeinen höher als in Berlin oder Potsdam. Alles ist teurer in Sydney – Ausgehen, Kino, Essen, Alkohol... einfach alles. Leute, die es mögen, selbst zu kochen und dabei eventuell auch noch mit Geld gut haushalten können, sind gut damit beraten, so oft wie möglich zu Hause zu kochen, um etwas Geld zu sparen. Mein Mitbewohner und ich zählten definitiv nicht zu diesen Leuten, weshalb wir viel Geld in Fertigessen investierten. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Nähe der UTS reichlich. Wir sind meistens ins Broadway Shoppingcenter zu Coles oder Aldi gegangen, um unsere Einkäufe zu erledigen.

Eine Art Mensa gibt es in der UTS leider nicht. Es gibt zwar direkt im Gebäude 1 ein reichliches Angebot an Speisen von Japanisch über Indisch bis hin zu Türkisch, diese Stände werden jedoch alle von privaten Personen betrieben, weshalb man etwa $10 für ein (Imbiss-) Mittagessen bezahlen musste. Als ich in Sydney war, gab es dort einen Stand mit japanischen Speisen. Dort habe ich für $5,90 eine Ontama Udon gegessen. Dies ist eine Art japanische Nudelsuppe, sehr lecker und ziemlich günstig. Bei sehr großem Hunger war es allerdings nicht ausreichend.

Freizeitangebote gibt es in Sydney ohne Ende. Leider ist das meistens immer mit einem hohen Preis verbunden. Ein Kinobesuch kostete zum Beispiel an einem normalen Tag ca. $17 (kleiner Saal, durchschnittliches Kino, kein 3D-Film) zuzüglich Getränk und Popcorn. Wenn man jedoch die Augen offen gehalten hat, konnte man das ein oder andere Schnäppchen machen. In den Dendy-Kinos bspw. war jeden Mittwoch Kinotag für Studierende. Jedes Ticket kostete an diesem Tag nur $7, was ein wirklich gutes Angebot war. Mein Wohnheim hat zudem viele Freizeitangebote kostenlos angeboten. Jeden Dienstag gab es eine kostenlose Yogasession, jeden Freitag ein kostenloses BBQ und zudem viele, viele Ausflüge zum Bondi Beach, Opernhaus, Stadtrundgänge etc.

Sonstige Hinweise

Psychologiestudierenden, die sich für eine Bewerbung an der UTS interessierten, soll gesagt sein, dass mir und auch der Mitarbeiterin vom International Office im Vorfeld nicht klar war, dass man als Austauschstudent/in an der UTS keine (!) Psychologiekurse belegen kann. Dieser Umstand wird auf der Website der UTS leider nicht klar. Der Masterstudiengang Psychologie, der an der UTS angeboten wird, ist recht exklusiv und mit einer ganzen Reihe an Voraussetzungen und Auflagen verbunden, sodass man diese als Exchange nicht erfüllen kann. Dies wurde mir leider erst mitgeteilt, als ich schon in Sydney war, bzw. habe ich es erst daran gemerkt, dass ich im Bewerbungsverfahren zu keinem meiner angegebenen Kurse zugelassen wurde. Auch auf eine direkte Nachfrage beim Psychologiedepartment wurde mir mitgeteilt, dass ich mich in keinen Psychologiekurs (auch keine Einführungskurse) einschreiben kann. Es ist also nicht möglich, als Psychologiestudierende/r Leistungspunkte in Psychologie zu erwerben! In meinem Fall war das kein großes Problem. Ich besuchte letztendlich Kurse, die mir bei meiner Tätigkeit in einer Forschungsgruppe (Programming Fundamentals) und beim Anfertigen meiner Masterarbeit (Advanced Communication in Science) weiterhalfen. Leistungspunkte brauchte ich zu diesem Zeitpunkt keine mehr. Wenn man allerdings plant, sich die Kurse vom Austauschsemester in Deutschland anrechnen zu lassen, sollte man vorher genau prüfen, welche Kurse der UTS angerechnet werden können. Ich kann mir vorstellen, dass man sich beispielsweise ein Semester Business oder Biologie als Nebenfach im Psychologiestudium anrechnen lassen könnte. Dieser Vorschlag ist jedoch ohne Gewähr!


Rückblick

Rückblickend war die Zeit in Australien eine sehr schöne und sehr lehrreiche Zeit. Zum einen hatte man die Möglichkeit, mal über den Tellerrand zu schauen und ein anderes Studiensystem kennenzulernen, zum anderen konnte man persönlich wachsen, indem man sich in einer fremden Sprache durch den Alltag schlagen und mit ganz neuen Alltagsproblemen auseinandersetzen musste. Ich kann es nur jedem empfehlen, einen Auslandsaufenthalt zu machen und die Möglichkeit eines Austausches (keine Studiengebühren!) wahrzunehmen. Sollte man sich für Australien interessieren, muss man sich allerdings auch klar machen, dass der Aufenthalt sehr teuer werden kann und man im Vorfeld seine finanziellen Möglichkeiten genau einschätzen sollte. Ich habe in dieser Zeit Auslands-BAföG und ein Stipendium vom DAAD (PROMOS) bezogen. Darüber hinaus hatte ich meine Wohnung untervermietet und nach dem Semester noch etwas in Sydney gejobbt. Ja, und meine Kreditkarte gnadenlos überzogen. Alles in allem war es jedoch jeden Euro wert und ich würde es immer wieder so machen. Die UTS ist eine gute Uni, Sydney ist wahnsinnig interessant und die Strände wunderschön. Diese Chance bekommt man so schnell kein zweites Mal!

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