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Mein Auslandssemester an der University of Technology

Hallo,  schön, dass du dich für einen Auslandsaufenthalt interessierst! Ich hatte ein großartiges Semester in Australien und freue mich, meine Eindrücke teilen zu können und dir mit meinen Erzählungen vielleicht auch helfen zu können.  Meine Entscheidung ins Ausland zu gehen, stand bereits vor meinem Masterstudium fest und ich habe mich dann mit Studienbeginn auf der Internetseite des International Office über die Möglichkeiten informiert. Es ist wirklich wichtig, damit früh anzufangen, da die Auswahl der Studierenden bereits ein Jahr im Voraus erfolgt. Die Bewerbung weicht auch von „klassischen“ Bewerbungen ab.


Sonnenuntergang an den Twelve-Apostel, Great Ocean Road

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2016 – 08/2016

Gastuniversität: University of Technology, Sydney

Gastland: Australien

Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt

Besonders wichtig ist das Motivationsschreiben, in welchem du versuchen solltest, wirklich DICH zu Papier zu bringen: Was macht dich aus? Was treibt dich an? Warum Australien? Mir hat es sehr geholfen, mir einmal Feedback aus dem International Office zu meinen Bewerbungsunterlagen zu holen.  Nach erfolgreicher Bewerbung ging es dann zu einem Gruppenvorstellungsgespräch mit anderen Bewerbern im August. Versuche dich in diesem nicht zu verstellen, sondern dich natürlich zu geben.  Ich habe dann zeitnah nach dem Vorstellungsgespräch eine positive Rückmeldung bekommen. Im Winter erhielt ich dann eine E-Mail vom Auslandsamt der UTS in Sydney und habe mich daraufhin bei der UTS über ein Online-Portal beworben. Ich empfand das als sehr unkompliziert. Kurz vor den Weihnachtsferien hatte ich dann meine finale Bestätigung und konnte mich für mein Auslandssemester an der UTS einschreiben. Mit der nun sicheren Bestätigung ging die Vorbereitung erst richtig los.

Auslandskrankenschutz & Visum

In dieses Thema, auch wenn es vielleicht anstrengend ist, lohnt es sich, Zeit zu investieren, weil man eine Menge Geld sparen kann. Es gibt generell zwei Visa-Optionen:

• Das Studentenvisum und

• das Work-and-Holiday Visum

Der Großteil der Studierenden wählt das Studentenvisum. Das Studentenvisum ist bis zu einem Monat nach eurem Studienende gültig. Außerdem müsst ihr die Krankenversicherung bei der MediBank in Kooperation mit der UTS abschließen. Das Studentenvisum ist etwas teurer als das Work-and-Holiday Visum. Für mich haben diese Punkte dafür gesorgt, dass ich  das Work-and-Holiday Visum gewählt habe. Zum einen war ich mir nicht sicher, wie lange ich nach Studienende reisen wollte und zum anderen ist der Vertrag der MediBank teuer. Mein Auslandskrankenschutz ist z.B. bei meiner Krankenkasse enthalten gewesen und ich hätte so für Leistungen gezahlt, die ich bereits genieße. Sollte bei dir der Krankenschutz nicht drin sein, lohnt es sich trotzdem, sich nach anderen Anbietern umzusehen, da man so einige hundert Euro über den Zeitraum sparen kann. Auf das Thema Geld komme ich später nochmals zu sprechen…

Vorbereitung des Studiums

Ich habe mich bereits vor meinem Abflug in alle meine Kurse eingeschrieben, sodass ich die Zeit nach meiner Ankunft anstatt mit Behördengängen an wunderbaren Stränden verbracht habe. Es gibt ein Online-Handbook, in dem alle Kurse mit eventuellen Anforderungen beschrieben sind. Meine Empfehlung wäre es, interessante Kurse ohne Anforderungen zu wählen, da die UTS es einem sehr schwer macht, diese Anforderungen nachzuweisen. Nach Auswahl der Kurse kann man sich in diese online einschreiben. Ich hatte meinen Stundenplan dann bereits 2 Monate vor Studienbeginn und konnte mir so einige Behördengänge am Anfang sparen und mir sicher sein, dass meine Kurse nicht ausgebucht sind.

Unterkunft

Wie auch meine Kommilitonen in den anderen Erfahrungsberichten schreiben, kann ich nur zu einer Bewerbung im Studentenwohnheim (UTS-Housing) raten. Als Exchange-Student hat man eine Garantie auf einen Platz bei fristgerechter Bewerbung. Der Preis erscheint erstmal hoch, nach Ankunft wird man aber feststellen, dass viele Menschen für schlechtere Lagen und Zimmer auch mehr bezahlen. Mehr zum Housing später.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 02/2016 – 08/2016

Gastuniversität: University of Technology, Sydney

Gastland: Australien

Nature's Window, Kalbarri National Park an der Westküste Australiens

Finanzierung

Das Thema Finanzierung ist ein sehr wichtiges. Denn Australien und insbesondere Sydney ist im Vergleich zu Deutschland deutlich teurer. Besondere Kostenpunkte sind die Wohnung (gut 600 Euro im Monat), der Nahverkehr (Studenten bekommen keinen Rabatt und wer viel fährt, kann gerne 50 Euro die Woche verfahren) sowie das generelle Preisniveau (Bier im Club 4 Euro, Eintritt im Club 15-20 Euro, …). Die Highlights meines Auslandsemesters bestanden natürlich nicht daraus, dass ich in der Bib gesessen habe, sondern waren die tollen Ausflüge, Roadtrips und Urlaube, die ich mit neuen Freunden in Australien gemacht habe. Diese Erfahrungen haben mich vor allem beeindruckt und werde ich nie vergessen. Und damit man diese Erfahrungen machen kann, sollte man genug finanzielle Ressourcen zum Reisen haben. Eine Woche Reisen kann gut 1000 Euro (inkl. Flüge) kosten. Ich habe mich vor meinem Auslandsaufenthalt für das Deutschlandstipendium sowie PROMOS an der Uni Potsdam beworben – und leider nichts bekommen. Da ist die Förderungslage anderer Universitäten deutlich besser und viele Studenten anderer Universitäten werden automatisch finanziell von ihren Universitäten unterstützt. Von daher verlass dich nicht auf Stipendien oder sonstige Förderungen, sondern sorge, wenn möglich, selbst vor. Ich war recht froh, dass ich als Werkstudent vorher gearbeitet und jeden Monat für Australien etwas gespart hatte.

Nature's Window, Kalbarri National Park an der Westküste Australiens

Wohn- und Lebenssituation

Wie schon bereits beschrieben, habe ich im Studentenwohnheim gewohnt – genauer im Studentenwohnheim Gumal Ngurang. Ich bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden gewesen. Es ist das zweitgrößte Studentenwohnheim, von daher etwas familiärer als das größte Studentenheim Yura. Es liegt relativ nah am Broadway Shopping Center, wo es einen Aldi und Coles gibt. Direkt vor der Tür liegen auch Cafés und Restaurants. Die Lage zur Uni und die Anbindung an die Öffis ist ebenfalls super.  Ich habe in einer 7-er WG gewohnt und mein eigenes Zimmer gehabt. Ich kam mit dem Großteil meiner Mitbewohner gut zurecht und wir haben gemeinsam gekocht, gefeiert oder auch gelernt. Sauberkeit kann ein Problem sein. Unsere Küche war wirklich ein Graus und ich habe z.T. vor dem Kochen geputzt. Das tollste an Gumal Ngurang, fand ich die Dachterrasse, auf der man die Sonne wunderbar genießen, sich Kräuter aus dem Garten pflücken kann und fast jeden Tag bei einem Tee jemanden zum Quatschen finden konnte.

Ich kann euch daher nur raten, ins UTS-Housing zu ziehen und das so früh wie möglich. Vor dem Semesterbeginn gibt es haufenweise Housing-Events (exklusiv für alle aus dem Studentenwohnheim), bei denen man Walking Tours durch Sydney macht, Sport treibt, feiern geht, Daytrips macht, etc… Genau diese Events machen es sehr einfach, Leute kennen zu lernen, neue Freunde zu finden und sich in Australien gleich von Anfang an wohlzufühlen.  Die Lebensqualität unterscheidet sich nicht stark vom Leben in Deutschland, außer, dass das Wetter deutlich besser ist und die Preise für gewisse Dinge etwas höher liegen. Ich habe übrigens darauf verzichtet, ein australisches Bankkonto zu eröffnen, weil ich nicht gearbeitet habe. Mit meiner DKB-Karte konnte ich kostenfrei in Australien Bargeld abheben.

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der UTS unterscheidet sich in einigen Punkten vom Studium an der Universität Potsdam. Insgesamt ist das Studium deutlich verschulter: Es gibt Anwesenheitspflicht, Hausaufgaben zur Vorbereitung sowie unterschiedliche Assignments. Anstatt einer finalen Klausur, gibt man mehrere Hausarbeiten ab, schreibt Tests oder hält Vorträge. Ich empfinde dieses System als entspannter, da es den Lernstress gleichmäßiger auf das Semester verteilt. Die Benotung empfand ich immer als fair und die Professoren legen offen ihre Bewertungskriterien dar. Aufgrund des deutlich kommerzielleren Bildungssystems in Australien haben Studenten auch einen „Kunden“-Status, was zu vielen Vorteilen führt. Beispielsweise gibt es dutzende Computerräume mit ausreichend Arbeitsmöglichkeiten, Gruppenräume mit Beamern und Computern, Entspannungsecken oder Küchen.  Die Qualität der Vorlesungen ist wie immer von den Dozenten abhängig. Insgesamt war ich aber zufrieden.  Die Studentenschaft ist international besetzt. In einer meiner Vorlesung hatte das leider einen negativen Einfluss, weil viele Chinesen kein richtiges Englisch sprechen. Das hat Gruppenarbeiten und Diskussionen in manchen Übungen leider kompliziert gemacht.

Anerkennung von Leistungen

Nachdem ich meine Kurse belegt hatte, habe ich die Anerkennung dieser Kurse bereits vorläufig mit dem Prüfungsausschuss der Universität Potsdam besprochen. Leider ist der ganze Anerkennungsprozess recht kompliziert und Leistungen aus Australien werden nicht einfach anerkannt. Vielmehr müssen für eine Anrechnung die Module im Ausland mit denen an der Universität Potsdam inhaltlich übereinstimmen. Warum ich dann im Ausland studieren soll, finde ich etwas fraglich – ich habe deshalb beschlossen, nur Vorlesungen zu belegen, die mich wirklich interessieren und mir einen Mehrwert bieten. Eventuell werden zwei meiner drei Kurse anerkannt – wenn nicht, muss ich in den sauren Apfel beißen und die Kurse in Potsdam nachholen. Das war es mir dann aber wert.


Rückblick

Dieses Semester in Australien war ohne Zweifel der beste Teil meines Studiums und eine unvergessliche Zeit. Ich habe eine Vielzahl an unglaublichen Erfahrungen gemacht, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Australien ist einfach ein unglaubliches Land und Sydney eine großartige Stadt.  Von daher kann ich euch nur sagen: Habt Mut, euch zu bewerben. Spart Geld, wenn möglich, damit ihr so viele Reisen/Erfahrungen wie möglich machen könnt. Und bleibt nach dem Ende eures Studiums noch in Australien und reist. Ich habe mein Studium mit zwei Monaten reisen ausklingen lassen. Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden. (International Office anschreiben)

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