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Zwei Semester in Wien

Ich habe meinen Erasmusaufenthalt im WS 2016/17 und SoSe 2017 an der Uni Wien verbracht.
Mit der Bestätigung, dass ich meinen Erasmusaufenthalt in Wien würde verbringen können, war ein großer Teil der Formalitäten schon geklärt. Natürlich mussten danach noch ein paar Informationsveranstaltungen besucht und Dokumente eingereicht werden. Ich musste mich mit dem Internetportal der Uni Wien beschäftigen und mich anmelden. Alles in allem war das aber kein besonders großer Aufwand und zusätzlich waren alle zu gehenden Schritte immer klar. Ich habe die Betreuung der Erasmusstudierenden sowohl durch die Uni Potsdam als auch durch die Uni Wien als angemessen empfunden. Wichtige Informationen wurden immer weitergeleitet, Fragen beantwortet und in der restlichen Zeit wurde man nicht von unwichtigen Informationen überschwemmt.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 07/2017

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich

Zu Beginn wollte ich gerne in eine WG in Wien ziehen. Diese Idee habe ich dann aber ziemlich schnell verworfen, da die WG-Situation in Wien ähnlich ist wie in Berlin: alles ist teuer und überfüllt. Das heißt, dass man natürlich zu einem Casting vorbeischauen muss, um die Chance zu haben, ein Zimmer zu bekommen – aber nur für ein WG-Casting nach Wien zu fahren kam für mich nicht in Frage. Der zweite Plan war ein Wohnheimplatz – da bekommt man auf jeden Fall etwas. Teuer zwar, aber immerhin ein Dach über dem Kopf. Die Uni Wien hat dafür eine ganz brauchbare Liste an Links zusammengestellt.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 07/2017

Gastuniversität: Universität Wien

Gastland: Österreich

Ich habe dann letztendlich noch eine andere Unterkunft gefunden: Ich bin ins Haus Hawi gezogen, das ist ein Wohnprojekt, in dem Studierende und Geflüchtete zusammen wohnen. Dort musste ich zwar auch zu einem Vorstellungsgespräch kommen, aber unter uns gesagt: Wer sich nicht wirklich, wirklich dumm anstellt, bekommt dort ein Zimmer. Im Hawi wohnt man ziemlich günstig in einem Zwei- oder Dreibettzimmer und wer offen für neue Wohnformen und internationale Gemeinschaft ist und die Dinge nicht allzu ernst nimmt, sollte sich auf jeden Fall überlegen, ob er diesem Projekt nicht eine Chance geben will! Ich kann es wirklich empfehlen.

Alles andere musste nicht großartig vorbereitet werden. Dadurch, dass in Österreich deutsch gesprochen wird, kommt man sehr gut mit allem klar. Ich hatte nie irgendwelche Probleme mit der Krankenversicherung oder irgendwelchen Bankgeschäften. Das Einzige, was man bedenken muss, ist, dass man sich sehr schnell anmelden muss. Aber das wird einem natürlich auch noch einmal vom Erasmusteam der Uni Wien genauestens erklärt.

Wien an sich ist eine wunderschöne Stadt, in der es sich super gut studieren lässt. Es gibt unglaublich viele kulturelle Angebote (für Studenten auch sehr günstig), im Sommer kann man in der Donau baden und natürlich kann man auch schnell aus der Stadt rausfahren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut ausgebaut, aber auch mit dem Fahrrad kann man meistens alles gut erreichen. Es ist auf jeden Fall eine Stadt, in der man einmal gelebt haben kann und die zu verlassen mir zumindest wirklich schwer gefallen ist!

Für das Studium ist es natürlich ein riesiger Vorteil, dass deutsch gesprochen wird. Zwar lernt man während seines Auslandsaufenthaltes in Österreich keine neue Sprache, aber es ergeben sich auch sehr viele positive Dinge. So eben zum Beispiel, dass man alle Vorlesungen belegen kann und alles versteht. Aber natürlich kommt man auch sehr viel einfacher mit Österreichern in Kontakt und findet schneller Freunde. Und auch sonst kann man einfach sehr viel mehr mitnehmen – Theater, Vorträge etc. Ich betone das, weil ich am Anfang eigentlich nicht besonders glücklich darüber war, ‚nur‘ einen Platz in Österreich bekommen zu haben. Und klar – durch die gleiche Sprache lernt man keine neue und oft fühlt es sich so an, als wäre man nicht wirklich im Ausland. Aber hier habe ich dann gemerkt, dass das auch sehr positiv sein kann und man in der kurzen Zeit des Aufenthaltes sehr viel mehr vom Land mitnehmen kann.

Das Psychologiestudium in Wien ist um einiges anders als das in Potsdam. In Wien ist Psychologie ein Massenstudiengang, 500 Studierende pro Jahrgang. Das ist man aus Potsdam natürlich nicht gewohnt und man muss sich dementsprechend auch erst einmal umstellen. Seminare bestehen in der Regel aus ca. 40 Leuten, in Vorlesungen können gut und gerne 200-300 Leute sitzen. Außerdem ist der Prüfungsstoff zwar klar abgegrenzt, aber meist unschaffbar umfangreich. Anders als in Potsdam sind oft nicht die Vorlesungsinhalte oder –folien prüfungsrelevant, sondern ganze Lehrbücher, die man selbst ausarbeiten muss. Das hat zur Folge, dass viele Studierende nicht in die Vorlesungen gehen und sehr viel aus Selbststudium besteht. Das ist anstrengend, aber gleichzeitig lernt man, selbstständig zu arbeiten. Auch das Prüfungssystem ist etwas anders: in Wien gibt es nur 1,2,3,4 oder 5 (nicht bestanden). Das Prüfungsformat ist meist Multiple Choice – also 4 Antwortmöglichkeiten, von denen 1-4 richtig sein können (man weiß nicht, wie viele). Auch das macht alles noch einmal etwas schwerer als das Prüfungssystem in Potsdam. Insgesamt ist es meiner Meinung nach bedeutend schwieriger (und auch seltener!) in Wien (sehr) gute Prüfungsergebnisse zu erzielen. Also eine 1 ist in Wien wirklich etwas Besonderes, und nicht wie in Potsdam fast schon Standard. Abgesehen davon ist das Studium an der Uni Wien sehr angenehm und übersichtlich. Dadurch, dass die Uni so riesig ist, wird versucht, so viele Nachfragen wie möglich zu vermeiden. Deswegen ist eigentlich alles ‚idiotensicher‘, an jedem Drucker steht eine Bedienungsanleitung und man findet eigentlich auf jede Frage eine Antwort auf der Homepage der Uni.


Rückblick

Wie wahrscheinlich aus meinem Bericht hervorgegangen ist, habe ich ein wirklich gutes Jahr in Wien verbracht und würde es jederzeit noch einmal tun. Das Psychologiestudium selbst kann ich allerdings aus den schon genannten Gründen nur bedingt empfehlen. Für mich hat es sich gelohnt, weil ich in Bezug auf selbstständiges Studieren (und damit auch in Bezug auf meine Einstellung zum Studieren an sich) sehr viel gelernt habe und mir das Leben in Wien unglaublich gut gefallen hat. Ob ein Erasmusaufenthalt in Wien für PsychologiestudentInnen also empfehlenswert ist, hängt ganz von den persönlichen Prioritäten ab.

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