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StipendiatInnen des Akademischen Jahres 2014/15

Nataliia Verzhbovska

Für das Verfassen ihrer Masterabschlussarbeit „Die Vergleichsanalyse der halachischen Dimensionen im Orgelstreit 1818 – 1819 in Hamburg“ wird Nataliia Verzhbovska, aufgewachsen in Kiew, mit einer Studienabschlussbeihilfe des DAAD unterstützt.

Photo: Nataliia Verzhbovska

In Kiew besuchte die Ukrainerin das Staatliche Glijer-Kolleg für Musik sowie später das Staatliche P. I. Tschaikowskij-Konservatorium, an dem sie jahrelang als Klavierbergleiterin und –lehrerin wirkte. Doch Nataliia stellte sich neuen Herausforderungen und begann 2010 ihr Studium am Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft in Potsdam, das sie mit der Note „sehr gut“ abschloss. Nun befindet sie sich in den Endzügen ihres Masterstudiums.

Neben ihrem Studium machte Nataliia diverse rabbinische Praktika in verschiedenen jüdischen Gemeinden: Hameln, Göttingen, Hamburg, Nordhausen, Unna, Oberhausen und Köln. Noch in diesem Jahr ordiniert sie außerdem am Abraham Geiger Kolleg zur Rabbinerin und bereitet sich auf ihre Arbeit als Landesrabbinerin von Nordrhein-Westfalen vor.

Doch seit sich die sicherheitspolitische Lage in der Ukraine verschlechtert hat, haben sich die finanziellen Schwierigkeiten vergrößert, denn ihr Sohn und ihre Mutter leben in ihrer Heimatstadt Kiew. Durch das Stipendium kann die Universität Potsdam sich bei der alltäglichen Bestreitung der Studien- und Lebenshaltungskosten behilflich zeigen.

Für ihren Abschluss und weitere Tätigkeit als Rabbinerin wünschen wir ihr alles Gute und viel Erfolg!

Photo: Nataliia Verzhbovska

Karolina Kopanska

Eine unserer diesjährigen StipendiatInnen ist die gebürtige Polin Karolina Kopanska, 22, die im Wintersemester 2015/16 ihr Studium an der Universität Potsdam mit ihrer Bachelorarbeit „Vergleichende Untersuchungen zur Bindung von Vitamin A im Harn“ abschließen möchte. Seit 2011 studiert sie hier Ernährungswissenschaft.

Photo: Karolina Kopanska

Schon während ihrer Schulzeit machte sie einen dreimonatigen Austausch in Deutschland. Dort wurde Karolina herzlich von ihrer Gastfamilie aufgenommen und ihr war schnell klar: Sie will später einmal im Ausland studieren. Inspiriert von ihrem Großvater, der Chemielehrer war, hegte sie von klein auf den Wunsch, Forscherin in einem biochemischen Labor zu werden. Bereits jetzt arbeitet sie als studentische Hilfskraft beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke: erst für Prof. Dr. med Andreas F.H. Pfeiffer in der Abteilung Klinische Ernährung und nun in der Abteilung Experimentelle Diabetologie von Dr. Robert Schwenk. Dieser ist von ihrer Arbeit begeistert. Neben ihrer Arbeit schätzt er aber noch ganz andere Qualitäten an ihr: „Persönlich beeindruckt bin ich von Frau Kopanskas sozialem Engagement“.

Denn Karolina engagierte sich mehrere Male als Dolmetscherin bei deutsch-polnischen Kulturveranstaltungen, machte bei den Tanzprojekten mit, in denen Jugendliche in Potsdam motiviert werden, ihre Freizeit aktiv zu gestalten und arbeitet nebenher noch als Hip Hopund Breakdance-Tanztrainerin für das Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam. Außerdem beteiligte sie sich am interkulturellen Buddy-Programm an unserer Universität. Leider konnte Karolinas Familie sie aufgrund gesundheitlicher und finanzieller Schwierigkeiten nicht immer optimal unterstützen, so dass sie verschiedene Nebenjobs annehmen musste. Die Studienabschlusshilfe ermöglicht ihr nun mehr Freiraum für die Universität zu schaffen.

Für ihre Zukunft hat Karolina schon genaue Vorstellungen: Sie möchte nach ihrem Bachelorstudium ihren Master im Bereich der Toxikologie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin beginnen. Wir wünschen ihr natürlich viel Erfolg bei der Verwirklichung ihrer Träume!

Photo: Karolina Kopanska

Ablavi Ahose

In diesem Semester erhält Ablavi Ahose, 29, aus Togo die Studienabschlussbeihilfe. Damit möchte sie ihren Masterabschluss in Fremdsprachenlinguistik machen, um in ihrer Heimat das Erlernte auf dem Gebiet der Lehre und Forschung anzuwenden.

Photo: Ablavi Ahose

Schon früh war sie an Sprachen, insbesondere Deutsch, interessiert und legte deshalb an der Universität von Lomé, Togo, ein 18-monatiges Studium der Germanistik ab, so dass sie alsbald darauf nach Deutschland reisen konnte. Neben Deutsch spricht sie noch fließend Englisch, zusätzlich zu ihren beiden Muttersprachen Ewe und Französisch. Ablavi mangelt es also nicht an Fremdsprachentalent, das sie auch als Nachhilfelehrerin für Französisch und Englisch nutzt.

Ihre erste Station in Deutschland sollte sie erst mal in den Süden Deutschlands an die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg führen. Dort begann sie ihr Studium 2008 in den Fächern FrankoMedia (Sprache, Literatur und Kultur) und Soziologie, das sie erfolgreich mit einem Bachelorzeugnis in der Tasche abschloss!

Doch damit sollte ihre Zeit in Deutschland nicht enden. Ablavi wollte mehr. Sie wollte auch ihren Master in Deutschland absolvieren. Dieses Vorhaben brachte sie an unsere Universität. Hier studiert sie nun Fremdsprachenlinguistik mit den Schwerpunkten „Französisch“ sowie „Sprache in Erwerb und Kommunikation“. Dass sie das schafft, da ist sich Prof. Dr. Eva Kimminich, Vorsitzende des Prüfungsausschusses am Institut für Romanistik, sicher: Ablavi sei „eine fleißige, engagierte und zielbewusste Studentin“.

Neben dem Studium interessiert sich die Stipendiatin außerdem für interkulturelle sowie entwicklungspolitische Themen und besucht deshalb regelmäßig Veranstaltungen der Stube und der Evangelischen Studentengemeinde.

Natürlich muss sich Ablavi, wie viele anderen Studierenden auch, ihr Studium und Leben in Deutschland selbst finanzieren – eine oftmals schwierige Aufgabe, die sie durch zwei Nebenjobs gleichzeitig bezwingen musste. Mit dem nun verliehenen Stipendium fällt Ablavi ein Stein vom Herzen. Jetzt kann sie endlich mehr Zeit in ihr Studium stecken!

Dafür wünschen wir natürlich alles Gute und freuen uns, dabei unterstützend wirken zu können!

Photo: Ablavi Ahose

Angel Ivanov

Der Bulgare Angel Ivanov besuchte schon zu Schulzeiten regelmäßig Deutschkurse am Goethe-Institut in Varna, um seinem Wunsch, Politik „in einer etablierten westlichen Demokratie studieren zu können“, näher zu kommen. Direkt nachdem er am Beruflichen Gymnasium für Wirtschaft in Varna sein Abitur in Verbindung mit einer Ausbildung zum Office Manager erfolgreich absolviert hatte, kam Angel 2010 für das Bachelorstudium der Politik und Verwaltung sowie Soziologie an die Universität Potsdam.

Photo: Angel Ivanov

Seine familiäre Situation erlaubte von Beginn an keine finanzielle Unterstützung, weshalb für ihn das Studium stets mit zeitintensiven Nebenjobs in Verbindung stand. Bei diversen Tätigkeiten als studentische Hilfskraft verschiedener Verbände und Stiftungen in den Bereichen Veranstaltungsorganisation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Personalwesen konnte er sein bürokaufmännisches Organisationstalent sowohl anwenden, als auch ausbauen. Seit Anfang 2014 ist er studentischer Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin im Sonderforschungsbereich 700 „Governance in Räumen beschränkter Staatlichkeit“. Darüber hinaus engagiert(e) sich Angel Ivanov sozial und politisch u. a. für Amaro Foro e. V., LSVD e. V., Junge Liberale Brandenburg e. V. und die Jusos Landesverband Brandenburg.

Sein Interesse für das Studium kommt dennoch nicht zu kurz. „In der Diskussion im Seminar ist Angel Ivanov durch sehr konstruktive Redebeiträge aufgefallen, die häufig sehr gute Impulse für die Veranstaltung darstellten. Ihn zeichnet darüber hinaus eine sehr große Fähigkeit zur Reflexion von Seminarinhalten und den Beiträgen der Mitstudierenden aus. Durch sein außergewöhnlich großes Engagement hat er deshalb erheblich zu einer produktiven Atmosphäre im Seminar beigetragen.“ (I. Radtke)

Aufgrund seiner Situation ist es hoch anzurechnen, dass er sein Bachelorstudium nur leicht über der Regelstudienzeit mit guten Noten abschließen wird. Die Bachelorarbeit untersucht „Lobby-Organisationen im Allgemeinen und Migranten-Selbstorganisation im Besonderen im Kontext des Public-Governance-Ansatzes und des Postdemokratie-Diskurses um Colin Crouch“.

Für seinen Abschluss wünschen wir Angel Ivanov viel Erfolg.

Photo: Angel Ivanov