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Gelingensbedingungen von Schulreform: Historische Analysen und schulpädagogische Perspektiven

Dr. Jörg-W. Link

 „Reforming again and again“ – nahezu seit es Schule und Unterricht gibt, wird auch an ihrer Entwicklung gearbeitet und über ihre Verbesserung nachgedacht. So könnte man annehmen, dass die Geschichte von Reformprozessen, die inzwischen historisch-empirisch recht differenziert erforscht ist, für die Theorie der Schulentwicklung einen wichtigen Referenzrahmen darstellt. Der Befund ist aber ein anderer. Historische Schulforschung und Theorie der Schulentwicklung scheinen vielmehr virtuose Solisten zu sein. Die Schulentwicklungsforschung resp. die Theorie der Schulentwicklung ist mittlerweile eine weit ausdifferenzierte Teildisziplin und das „Innovieren“ gehört in den Kanon der von der KMK festgeschriebenen Lehrerkompetenzen. Referenztheorien und -konzepte der Schulentwicklung stammen häufig aus Organisationstheorie, Soziologie, Betriebswirtschaft, Psychologie, System- und Beratungstheorie, nicht aber aus der eigenen Disziplingeschichte. Historische Reformprozesse können wir von ihrem Ende, von ihren ge- oder auch misslungenen Ergebnissen her mit der Frage nach systematischen Mustern analysieren und beurteilen. Die historisch-empirischen Analysen des Habilitationsprojektes nehmen die Reform der Einzelschule in den Blick und verweisen im Ergebnis auf Dauerthemen moderner Schulreform. Die handelnden und reflektierenden Akteure vor Ort mit ihren professionellen Kompetenzen waren und sind es, die Reformprozesse befördern oder hemmen. Solche historisch-empirischen Befunde können systematische Handlungsmuster, Begründungszusammenhänge und Bedingungsfaktoren von Schulentwicklungsprozessen identifizieren, analysieren und über sie rational aufklären. Schwerpunktmäßig werden reformpädagogische Schulen des 20. Jahrhunderts quellenorientiert nach Gelingensbedingungen von Schulreform befragt. Es ist vor allem die historische Reformpädagogik, die Antworten auf Dauerthemen moderner Schulreform und -entwicklung gibt.

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