uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Den Kurs gestalten

Inhalte planen

In den Vorüberlegungen zur Gestaltung Ihres Kurses sollten Sie sich bereits mit der Frage auseinander gesetzt haben, welche Inhalte sich für die Internationalisierung eignen. Kursinhalte, die nicht im direkten Austausch mit der Partnerklasse bearbeitet werden, sollten nach Möglichkeit in einem binären Schema mit den Codes kann/muss organisiert sein. Kursinhalte, die der Kategorie "muss" entsprechen, besitzen eine zentrale Stellung für ihr Lehrvorhaben (Lernziele, prüfungsrelevantes Wissen). Diese Inhalte sollten fest in den Kursplan integriert werden. Der Kategorie "kann" werden Kursinhalte zugeordnet, die je nach Möglichkeit in den Kurs integriert werden sollen, bei unplanmäßiger Entwicklung ihres Lehrvorhabens während des Semesters jedoch flexibel angepasst und durch "muss"-Inhalte ersetzt werden können. Dies wird relevant, wenn sich abzeichnet, dass für einige Inhalte und gemeinsame Aktivitäten der beteiligten Kurse mehr Zeit benötigt wird, als zunächst im Seminarplan angegeben. Eine gründliche Vorstrukturierung der Inhalte nach diesem Schema kann weitere Arbeit ersparen, wenn es darum geht schnell zu entscheiden wie der Kurs trotz zeitlicher Begrenzung erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Technisches

Zur Umsetzung der Internationaliserung @home durch OIL.UP Formate ist ein, wenn gleich geringes, technisches Verständnis hilfreich. Mit welchen Fragen Sie sich in Bezug auf die technische Vorbereitung auseinandersetzen sollten wird im Folgenden erläutert. Grundsätzlich ist bei der Verwendung von technischen Hilfsmitteln stets auf die Kompatibilität mit den technischen Standards der Partnerinstitution zu achten. Auch können bestimmte Dienste der Universität Potsdam nur von Studierenden und Mitarbeiter/innen verwendet werden (z.B.Moodle, BoxUP). Die Ausgestaltung der Kollaboration wird maßgeblich durch die eingesetzten Programme und Kommunikationsverfahren bestimmt. So ist in der Planung bereits darauf zu achten, welche technischen Hilfsmittel eingesetzt werden sollen.

  • Wird die Kommunikation (auch zwischen den Studierenden) per E-Mail hergestellt oder sollen Formate wie der VirtualClassroom/Videokonferenzen im Vordergrund stehen?
  • Werden die Studierenden in Online-Gruppen gemeinsam arbeiten? Welche Plattform ist hierfür geeignet (z.B. Facebook, Researchgate etc.)? Bitte achten Sie auch auf Wünsche Ihrer Studierenden in Bezug auf die Nutzung von öffentlichen Social Networks (beispielsweise keine Anmeldung mit Klarnamen, keine Veröffentlichung von Veranstaltungsfotos etc.)
  • Verwendet die Partnerinstitution ein Learning Management System (LMS), welches einen freien Zugang erlaubt? (Moodle an der UP ist auf die Mitglieder der UP begrenzt)

Den Einsatz moderner Kommunikationstechnologie bestimmen Sie gemeinsam in Absprache mit der Partnerinstitution individuell für Ihr Lehrvorhaben. Für den Einsatz von technischen Hilfsmitteln und insbesondere Web 2.0 Anwendungen ist grundsätzlich zu empfehlen, dass Sie mit der Anwendung bereits etwas vertraut sind. Dies ermöglicht auch den Studierenden einen einfachen Einstieg zu finden.

Das Team von OIL.UP unterstützt Kursvorhaben auch mit einer Technikberatung. Wenn Sie diese Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, schreiben Sie eine Mail an oilup@uni-potsdam.nomorespam.de.Hilfreiche Tipps zur technischen Realisierung Ihres OIL.UP-Vorhabens und Ansprechpartner_innen finden Sie auch auf der Webseite.

Methoden und Leistungserfassung im virtuellen Raum

Durch das Internet stehen heute eine unüberblickbare Vielzahl von neuen Tools und Methoden für die Anwendung in der Lehre zur Verfügung, die sich durch die schnelle Kommunikation via Breitband auch problemlos im internationalen Format umsetzen lassen. Um Orientierung in der Vielfalt der potentiell nutzbaren Tools und Methoden zu bieten, hat OIL.UP einige Best Practice-Beispiele als sogenannte Leuchttürme zur Verfügung gestellt, die auf der Webseite www.uni-potsdam.de/oil-up heruntergeladen werden können.

Wie fast alle Kursbestandteile lassen sich auch Prüfungsleistungen innerhalb der internationalen Kollaboration gestalten. Sollen Prüfungsleistungen in internationalen Gruppen erarbeitet werden, sollten diese gut geplant sein und im Voraus möglichst genau mit der kollaborierenden Lehrkraft abgestimmt werden. Ein gemeinsamer Bewertungsrahmen in Form eines Rubrics (Erwartungshorizont/Bewertungsschema) ermöglicht Vergleichbarkeit der Studierenden auch über Institutsgrenzen hinweg und setzt die Erwartungen an die einzureichenden Leistungen. Je nach Kursinhalt können sich verschiedene Formate zur Prüfung ergeben. Neben den klassischen Prüfungen wie Klausur oder Hausarbeit können auch Prüfungsformen gewählt werden, die die internationale Kollaboration mit einbeziehen. Dies können beispielsweise Blogeinträge, gemeinsame Projektberichte oder aus den Gruppenarbeiten heraus erstellte wissenschaftliche Poster sein. Die Abstimmung über Prüfungsleistung ist von den strukturellen Gegebenheiten der beteiligten Universitäten (Wie viel Freiheit ist in der Gestaltung der Prüfung gegeben?) abhängig. Folgend finden Sie einige Methoden, die schon erfolgreich für die Leistungserfassung in internationalen Kollaborationen erprobt wurden:

Gruppenaufgaben Reflexionsjournals
Für internationalisierte Lehrveranstaltungen eignen sich Gruppenaufgaben als Format, wenn die Studierenden mit ihren Pendants zusammenkommen sollen. Gruppenaufgaben erfordern die höchste Dichte an interkultureller Kommunikation und einen zeitlich beständigen Austausch der Gruppen. Selbstorganisation, Teamfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Fremdsprachenkompetenz werden hier gefordert und gefördert. Die Gruppen können über Online-Anwendungen im digitalen Raum arbeiten, welche Plattform genutzt wird ist abhängig von den Anforderungen, die an die Gruppenarbeit gestellt werden. Ähnlich wie bei klassischen Lehrveranstaltungen sollten die Gruppenaufgaben zuvor ausgearbeitet sein, für OIL.UP Kurse kommt die Abstimmung mit der Partnerklasse hinzu. Achten Sie bei der Zuweisung oder freien Wahl auf paritätisch besetzte Gruppen aus Studierenden der Universität Potsdam und des Partnerkurses. In der Regel sind Kurse nach einer bestimmten Struktur aufgebaut. Lerninhalte bauen aufeinander auf und erst die Verknüpfung der Sitzung für Sitzung erarbeiteten Inhalte lassen das Gesamtbild erkennen, welches der Kurs zu vermitteln versucht. Die Verknüpfung der verschiedenen Inhalte kann durch das Führen eines Reflexionsjournals gefördert werden. Im Reflexionsjournal oder Lerntagebuch beschreiben die Studierenden regelmäßig in etwa 200-300 Worten ihre Eindrücke des Seminars und verweisen auf erworbenes Wissen. Das Reflexionsjournal sollte Fragen zu den behandelten Materialien enthalten, nicht verstandenes aufgreifen und eine Wiederholung der zentralen Inhalte aufweisen. Es wird individuell geführt und zielt auf die Ebene der Selbstreflexion ab, zugleich erhalten Sie von Ihren Studierenden ein Feedback über die internationale Kollaboration und das erworbene Wissen. Für die Umsetzung eines Reflexionsjournals eignet sich z.B. das ”Journal”-Tool in Moodle.
Poster Blogartikel
Wissenschaftliche Poster behandeln eine ausgewählten Fragestellung oder Hypothese mit graphischen Darstellungen und Textelementen. Studierende können in Gruppenarbeiten gemeinsam ein Poster erstellen. Online-Anwendungen ermöglichen die internationale Zusammenarbeit an einem Poster, welches durch die Studierenden in ihrem jeweiligen Kurs vorgestellt werden kann oder online veröffentlich werden kann. Die Erstellung des Posters verbindet die Merkmale der Gruppenaufgabe mit einer konkreten Zielsetzung und kreativen Elementen der graphischen Darstellung. Darstellungsformen können gezielt erprobt und geübt werden. Mit dem Online-Dienst Piktochart können kollaborativ Infografiken und Poster erstellt und veröffentlicht werden. Die Bedienung ist durch viele Designvorlagen sehr einfach und liefert optisch ansprechende Ergebnisse (www.piktochart.com). Studierende können in Blogs eigene Einträge verfassen und Fragestellungen behandeln. Das Schreiben der Beiträge fördert die Fähigkeiten des wissenschaftlichen Schreibens und vertieft die Erkenntnisse zu ausgewählten Themen. Die Veröffentlichung der Einträge gibt den Studierenden das Gefühl wie "richtige Wissenschaftler_innen" zu arbeiten. Die Motivation und die Qualität der Beiträge steigt dadurch erheblich an. Die Kommentarfunktion der Blogplattformen ermöglichen es, im digitalen Raum in die Diskussion zu treten und Feedback zu den eingereichten Einträgen zu geben. Die Einrichtung eines Blogs ist durch zahlreiche Online-Angebote sehr einfach geworden, gute Erfahrungen wurden bisher mit der akademischen Plattform NewsActivist gemacht (www.newsactivist.com).

Digitale Medien als didaktische Instrumente

Die Möglichkeiten von Web 2.0 Anwendungen und moderner Kommunikationstechnologie scheinen in das Unendliche zu reichen. Mit zahlreichen Funktionen wachsen aber auch die Anforderungen an den Kurs. Die didaktische Einbettung der Nutzung dieser Medien ist deshalb ein signifikanter Punkt für den Erfolg des Kurses. Dazu sollten Sie sich mit Ihren Kollegen austauschen, was Sie mit der Nutzung der Technik erreichen wollen und welche Möglichkeiten die Studierenden nutzen sollen. Die richtige Abstimmung aus Anforderungen an die Studierenden und Anforderungen an die Technik kann die Durchführung des Kurses erheblich vereinfachen. Möglichkeiten der didaktischen Nutzung können Sie den Leuchttürmen auf der Webseite von OIL.UP entnehmen. Das Team von OIL.UP bietet auch eine Beratung zur Integration digitaler Medien in die Lehre an.

Ice-Breaker

Unsicherheiten und Ängste auf der Interaktionsebene der Studierenden können bei OIL.UP Kursen den Mehrwert der Kollaboration beeinträchtigen. Zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Abbau von Ungewissheiten wird eine Ice-Breaker-Activity zu Beginn der Zusammenarbeit empfohlen. Ziel ist es, einen ersten Eindruck über den anderen Kurs zu gewinnen und sich mit Namen und Gesichtern der Teilnehmenden vertraut zu machen. Es können verschiedene Aktivitäten gewählt werden, wichtig ist hier, dass es sich um ein persönliches Vorstellen handelt. Kurze, selbstaufgenommene Videos der Teilnehmenden können schon das Eis brechen und die Hemmschwelle eine fremde Person im digitalen Raum zu kontaktieren sinkt deutlich ab. Die Ice-Breaker-Activity kann auch Kursinhalte einbeziehen, lassen Sie beispielsweise Ihre Studierenden kurz erklären, weshalb sie sich für diesen Kurs entschieden haben, was sie erwarten und welches Vorwissen sie mitbringen.

Reflexion und Evaluation

Die Reflexion mit Ihren Studierenden nach kollaborativen Sitzungen oder Elementen im Kurs ist ein wichtiger Bestandteil. Die Reflexion zielt darauf ab, Probleme und Unsicherheiten frühzeitig zu identifizieren und zu lösen. Je nach Ablauf des Kurses kann sich auch Gesprächsbedarf über die interkulturelle Kommunikation ergeben, hier sollte sensibilisierend den Schwierigkeiten begegnet werden.

Für Gruppen- und Projektarbeiten wird ein regelmäßiges Erheben des Fortschritts empfohlen. Die Studierenden können bspw. im Kurs ihre bisherigen Ergebnisse oder Arbeitsschritte vorstellen. Dies bietet auch Ihnen die Möglichkeit, einen Überblick über die Aufgaben und tatsächlich geleistete Arbeit zu erhalten.