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Deutsch-französisch-marokkanische Sommeruniversität

Gruppenbild im Innenhof der Université Hassan II Mohameddia im Mai 2014
Gruppenbild im Innenhof der Université Hassan II Mohameddia im Mai 2014

Die Deutsch-französisch-marokkanische Sommeruniversität, als zweite Veranstaltung im Rahmen des Dialogue franco-allemand avec les Pays du Maghreb, hat vom 5. bis 8. Mai 2014 in Casablanca (Marokko), an der Université Hassan II Mohameddia stattgefunden. Das Thema der Veranstaltung lautete: "Recht versus Religion - Schnittpunkte und Konflikte religiöser Normen mit staatlichem Recht und Völkerrecht / Droit et religion - Appréhension par le droit étatique et international des croyances et pratiques religieuses"

Die Paarung Recht und Religion thematisiert das wechselseitig prägende, aber nicht immer konfliktfreie Verhältnis zweier normativer Systeme, die in nahezu allen Gesellschaften in der ein oder anderen Form zu Spannungen und politischen Instrumentalisierungen führen. Zugleich sind Recht und Religion aber auch prägend für die kulturelle Identität der Staaten und finden ihren Niederschlag in den jeweiligen staatlichen Rechtsordnungen, aber auch im Völkerrecht. Im grenzüberschreitenden Kontext zeigen sich kulturgebundene Rechtsüberzeugungen als Ausdruck individueller oder gruppenspezifischer Haltungen und Rechtsmeinungen, die sich zwar in getrennten Rechtsräumen entwickelt haben, in medial zunehmend miteinander verbundenen Gesellschaften aber zueinander auch in Konkurrenz treten. Orient und Okzident, Kapitalismus und Kommunismus, Christentum und Islam zeigen diese Unterschiede. Das beeinflusst sowohl das innerstaatliche öffentliche Recht (Verfassungs- und Verwaltungsrecht) als auch das jeweilige nationale Zivilrecht (namentlich im Bereich des Familien- und Erbrechts). Zudem stellen solche unterschiedlichen religiösen Vorprägungen besondere Herausforderungen für die genuin transnationalen Bereiche sowohl des Völkerrechts (und dabei besonders des Menschenrechtsschutzes) als auch des Internationalen Privatrechts dar.

Den thematischen Ausgangspunkt der Tagung, die sich den Fragestellungen in fünf Themenblöcken widmete, bildete zunächst der Befund, dass das jeweilige Verhältnis zwischen Recht und Religion maßgebend durch die jeweiligen nationalen Rechtsordnungen beeinflusst wird, dass aber die zugrundeliegenden Konzepte zum Schutz der Religionsfreiheit und der Einfluss der Religionen bereits innerhalb (West-)Europas stark divergieren. Hier tritt die französische Vorstellung der Laicité in Konkurrenz zum deutschen Konzept des Staatskirchenrechts. Hinzu tritt die Besonderheit, dass die Staaten des Maghreb vor dem Hintergrund ihrer Tradition und ihrer aktuellen politischen Situation die religiöse Dimension ihrer Rechte neu justieren. Bereits dies belegt die Sinnhaftigkeit der Auswahl der drei beteiligten Partnerinstitutionen, nämlich der Université Paris Ouest Nanterre La Défense, der Université Hassan II Mohameddia - Casablanca und der Universität Potsdam.

Veranstaltungsort:
Université Hassan II Mohameddia, Faculté de Sciences Juridique, Économique et Sociale Ain Sebaâ, Beausite, BP: 2634 Ain Sebaâ, Casablanca, Marokko.

Co-Direktoren der Deutsch-französisch-marokkanischen Sommeruniversität:
Prof. Götz Schulze (Universität Potsdam), Prof. Otmar Seul und Dr. Camille Viennot (Université Paris Ouest Nanterre La Défense), Prof. Jamila Settar, Dekanin der Fakultät Ain Sebaâ (Université Hassan II Mohameddia).

Koordinator:
Dr. Manuel Goehrs (École de Gouvernance et d'Économie de Rabat).

Sécretaire général:
Gabriella Piras (Universität Potsdam).

Dolmetscherin:
Hélène Mallet (Universität Potsdam/Université Paris Ouest Nanterre La Défense).

Wir danken der Deutsch-Französischen Hochschule für ihre Förderung.